Auszug - "Nahversorgung in der Ortschaft Süd der Stadt Salzgitter" - Anfrage des Ortsratsmitglieds Hermann Fleischer des Ortsrates der Ortschaft Süd vom 06.3.2017 in der Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd vom 05.04.2017

6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd
TOP: Ö 5.10
Gremium: Ortsrat der Ortschaft Süd Beschlussart: Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung
Datum: Mi, 03.05.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:33 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungszimmer "Kleines Rathaus" in SZ-Bad
Ort:
0415/17-AW "Nahversorgung in der Ortschaft Süd der Stadt Salzgitter" - Anfrage des Ortsratsmitglieds Hermann Fleischer des Ortsrates der Ortschaft Süd vom 06.3.2017 in der Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd vom 05.04.2017
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Ortsratsanfragen
Federführend:02.1 - Beteiligungsmanagement und Strategisches Konzerncontrolling   
 
Beschluss

Sachverhalt:

In der Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd am 05.04.2017 hat Ortsratsmitglied Herr Hermann Fleischer folgende Anfrage gestellt:

 

Im Südosten von Salzgitter-Bad existiert nach der Schließung des NP-Marktes keine Nahversorgung mehr für die Anwohner im Bereich Lange Wanne/Salgenteich undr die Einwohner von Gitter.

 

In Flachstöckheim wurde mit erheblichem Aufwand die Voraussetzung geschaffen, um eine Nahversorgung erfolgreich zu etablieren. Vergleicht man die Einwohnerzahlen im Bereich von SZ-Bad und in Flachstöckheim, so ergeben sich die folgenden Vergleichszahlen.

 

Die Einwohnerzahl von Flachstöckheim beträgt 1020 Einwohner, im Einzugsbereich Lobmachtersen und Ohlendorf wohnen mehr als 1000 weitere Einwohner. 

 

Im Südwesten von Bad wohnen in dem Bereich Lange Wanne/Salgenteich und anliegenden Straßen über 3000 Einwohner, in Gitter weitere 780.

 

Von den Einwohnern wird immer wieder der Wunsch nach der Ansiedlung eines attraktiven Nahversorgers geäert.

 

Dazu folgende Fragen:

  1. Welche Möglichkeiten hat die Verwaltung in diesem Ortsbereich einen neuen Nahversorger anzusiedeln?

 

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand?

 

  1. Welche Grundstücksgröße müsste bereitgestellt werden?

 

  1. Kann der ehemalige Laden im Einkaufszentrum wiederbelebt werden?

 

  1. Welche Möglichkeiten hat die Stadt über die städtische WIS aktiv zu werden?

 

Antwort der Verwaltung:

In Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH (kurz: WIS) antwortet die Verwaltung nun wie folgt:

 

Zu1.

Zu den wesentlichen Attraktivitätsfaktoren aus Kundensicht gehört heutzutage ein umfassendes Warenangebot. Dieser Anspruch kann insbesondere von den kleinflächigen Nahversorgern, wie z. B. dem ehemaligen Nahversorger am Standort „Lange Wanne“, nicht mehr bedient werden. Die Kunden tätigen ihren alltäglichen Einkauf daher an anderen Standorten. Das kleinflächige, wohnortnahe Lebensmittelgeschäft dient dann nur der unvollständigen Grundversorgung zum Kauf von Dingen, die beim Großeinkauf vergessen wurden und die Umsatzzahlen sinken kontinuierlich. So wird kleinflächigen Geschäften die wirtschaftliche Grundlage entzogen, was letztendlich auch zur Schließung des Nahversorgers am Standort „Lange Wanne“hrte.

 

Die Entscheidung, einen Nahversorger anzusiedeln, basiert in erster Linie auf einer wirtschaftlichen Betrachtung durch das Unternehmen, welches den Markt betreibt. Aufgrund der baulichen Strukturen vor Ort, stehen am Standort „Lange Wanne“ jedoch nicht die notwendigen Flächen, u. a. für Parkplätze und Verkaufsfläche, zur Verfügung, um eine grundsätzliche Angebotsattraktivität zu gewährleisten und einen gewinnbringenden Betrieb des Marktes zu ermöglichen.

Die Verwaltung und die WIS bemühen sich stets um einen regelmäßigen Austausch mit dem Expansionsmanagement der Nahversorgungsunternehmen und stehen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung. Ziel ist es, standortbezogen die bestmöglichen Bedingungen für die Ansiedlung und den Erhalt von Nahversorgern zu schaffen, welche die wohnortnahe Grundversorgung sichern.

 

Zu 2.

Die WIS und die Verwaltung stehen kontinuierlich im Kontakt mit dem Expansionsmanagement der Nahversorgungsfirmen in Deutschland. Im letzten Gespräch mit der Edeka Minden-Hannover am 23.03.2017 wurde deutlich, dass die Firma derzeit aus den unter Punkt 1 genannten Gründen keine Möglichkeit sieht im Südwesten Salzgitter-Bads einen tragfähigen Nahversorger zu etablieren.

 

Zu 3.

In den letzten drei Jahren wurden in SZ-Flächstöckheim und SZ-Lichtenberg für die Ansiedlung von Lebensmitteldiscountern (NP-Markt, Netto) Sonderbauflächen von 4.832 qm bzw. 5.050 qm festgesetzt. Somit ist für einen Nahversorger von einer Grundstücksgröße von ca. 5.000 qm auszugehen.

 

Zu 4.

Eine Wiederbelebung des Ladens aus privatwirtschaftlicher Initiative der Nahversorgungsunternehmen ist, wie bereits in Punkt 1 und 2 geschildert, in der näheren Zukunft nicht zu erwarten, da die existierende Fläche für eine wirtschaftlichen Betrieb zu klein ist und die für eine Vergrößerung notwendigen Flächen aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht zur Verfügung stehen.

Zu 5.

Die WIS wird auch weiterhin den Kontakt zu den Expansionsabteilungen der Nahversorgungsunternehmen aufrecht erhalten und den Standort „Lange Wanne“ mit dem Ziel ins Gespräch bringen, langfristig wieder einen Nahversorger für die lokale Bevölkerung zu etablieren.

 

 

Beratungsergebnis:

 

Der Ortsrat der Ortschaft Süd nimmt die Anfragenbeantwortung zur Kenntnis.