Auszug - "Beschäftigung von Streetworkern"; Anfrage der SPD-Fraktion des Ortsrates der Ortschaft Nord vom 22.11.2017 in der Sitzung des Ortsrates Nord am 06.12.2017

11. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord
TOP: Ö 5.1.1
Gremium: Ortsrat der Ortschaft Nord Beschlussart: Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung
Datum: Mi, 06.12.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:34 - 18:56 Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal
Ort: Rathaus SZ-Lebenstedt
1403/17-AW "Beschäftigung von Streetworkern"; Anfrage der SPD-Fraktion des Ortsrates der Ortschaft Nord vom 22.11.2017 in der Sitzung des Ortsrates Nord am 06.12.2017
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Ortsratsanfragen
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
 
Beschluss

Anfrage der SPD-Fraktion des Ortsrates der Ortschaft Nord:

1.)   Gibt es und wenn ja, wie viele Streetworker gibt es bei der Stadt Salzgitter?

 

2.)   Wenn ja, wie, wo und zu welchen Zeiten werden diese eingesetzt?
 

Sachverhalt:

Im Stadtgebiet von Salzgitter – Lebenstedt gibt es an einigen Örtlichkeiten wie z.B. Stadtpark, City-Carree, Fußgängerzone und Skateranlage, Treffpunkte von Jugendlichen.

 

Hier werden nach Erkenntnissen der Polizei auch Straftaten verübt bzw. vorbereitet. Die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung ist nicht nur Aufgabe der Polizei, sondern auch der Kommune.

 

Es wäre wünschenswert und auch erforderlich, dass die Streetworker der Stadt durch aufsuchende Jugendarbeit versuchen, den jungen Menschen, nach Erkenntnissen der Polizei zu einem großen Teil auch minderjährige Flüchtlinge, Auswege aus ihrer jetzigen Situation und neue Perspektiven aufzuzeigen.

 

Dafür ist es besonders wichtig durch ständigen Kontakt eine Vertrauensbasis zur o.a. Zielgruppe aufzubauen und durch das sog. „Empowerment“, also die Förderung der sozialen Kompetenz und der individuellen Fähigkeiten, die betreffenden Menschen von weiteren delinquenten Verhalten abzubringen.

 

Zu 1) Seit dem 1. August gibt es 3,5 Stellen, die in der mobilen Jugendarbeit eingesetzt werden. Davon arbeiten 2 Stellen im nördlichen Stadtgebiet inkl. Salzgitter-Lebenstedt und Salzgitter-Thiede und 1,5 Stellen im südlichen Stadtgebiet inkl. Salzgitter-Bad und Salzgitter Gebhardshagen.

Ab dem 01.12 wird eine weitere Stelle besetzt und weitere 1,5 Stellen werden zeitnah wieder ausgeschrieben. Der Schwerpunkt liegt hier bei der Flüchtlingsarbeit.

 

Zu 2) Die Hauptaufgabe der JiG Teams ist es derzeit mit möglichst vielen Jugendlichen in Kontakt zu treten, bei der Zielgruppe bekannt zu werden und die Basis für wachsende intensivere Beziehungsarbeit zu legen.

 

Um hier erfolgreich zu sein haben die Teams die Schulhofaktionen an der Hauptschule an der Klunkau, der Hauptschule am Fredenberg gemeinsam mit der Gottfried-Linke Realschule  und der Dr. Klaus Schmidt Hauptschule in Salzgitter Bad ins Leben gerufen. Hier werden in den Pausen niederschwellige Angebote initiiert um einen schnellen Zugang zur Klientel zu bekommen und diese Aktionen laufen seit Anfang September und werden von den Schülern sehr gut angenommen.

 

Darüber hinaus begeben sich die JiG Teams mit dem Ziel der Kontaktaufnahme in das unmittelbare Lebensumfeld der Jugendlichen, in dem die Treffpunkte an Straßen, in Parks, auf Spiel- und Jugendplätzen, in Jugendtreffs, inkl. der im Sachverhalt erwähnten Örtlichkeiten aufsuchen. Dies geschieht in dem Zeitrahmen von Mo Fr. ab 15.00 21:00 Uhr. 

 

Es gibt derzeit aber keine festen Zeiten an denen diese Treffpunkte aufgesucht werden, da sich die Teams derzeit in der Findungs- und Orientierungsphase befinden und sich hier erst einmal einen Überblick über relevante Treffpunkte verschaffen müssen.

 

Darüber hinaus erschweren die Temperaturen und die Witterung derzeit diese Aufgabe und lassen zudem ein terminlich starr eingefasstes Aufsuchen sinnlos erscheinen. Die im Sachverhalt erwähnten Örtlichkeiten sind aber als Treffpunkte bekannt und werden häufig aufgesucht.

 

Aus diesen Ansätzen in Kontakt zu treten hat sich bislang eine offene Sporthallenzeit entwickelt die einmal wöchentlich in der Amselstieghalle stattfindet und von bis zu 20 Jugendlichen (zum überwiegenden Teil mit Fluchterfahrung) wahrgenommen wird. Eine weitere Sporthallenzeit ist aufgrund der hohen Nachfrage geplant und wird voraussichtlich ab Januar 2018 starten.

 

Für das nächste Jahr sind, bei steigenden Temperaturen und dem damit einhergehenden vermehrten Aufenthalt von Jugendlichen an öffentlichen Plätzen dann auch kontinuierliche und verlässliche Zeiten geplant sofern sich dies als sinnvoll herausstellt.

 

Hinzu kommen weitere Projekte, wie z.B. „Treff on Tour“, hierunter ist eine Art mobiles Jugendzentrum zu verstehen, welches in ausgewählten Stadtteilen und auf öffentlichen Plätzen aufgebaut wird und frei zugänglich für alle jungen Menschen ist.

 

Die JIG-Teams verstehen ihre Aufgabe in der aktivierenden und ressourcenorientierten Sozialarbeit. Es wird versucht, die Zielgruppe kontinuierlich zu begleiten, die Kontakte und Beziehungen zu intensivieren und somit positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung einwirken zu können und sie zu sinnvoller Freizeitgestaltung zu befähigen. 

 

Beratungsergebnis:

Der Ortsrat der Ortschaft Nord nimmt die Anfragenbeantwortung zur Kenntnis.