Auszug - Einleitung durch Fachdienst 51 - Kinder, Jugend und Familie mit anschließender Diskussion

4. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Kinderkommission
TOP: Ö 5.1
Gremium: Kinderkommission Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 30.05.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:03 - 18:45 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungszimmer Gotha (66)
Ort: Rathaus SZ-Lebenstedt
 
Beschluss

Gemeinsam mit dem Team Jugend im Gemeinwesen des Fachgebietes 51.1 Kinder- und Jugendförderung, vertreten durch Herrn Dieter Holter und Herrn André Blase, erörtern die Mitglieder der Kinderkommission verschiedene Fragen zum Thema Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum. Der Fokus des Gespräches liegt auf dem Thema Jugendliche im öffentlichen Raum.

 

Zu Beginn fasst der Beiratsvorsitzende Herr Reinhold Jenders zusammen, dass laut der „Untersuchung der Jugendkulturszene in Salzgitter“ (Stand: 20.01.2016) von Frau Natalia Schmidt die Verbundenheit der Jugendlichen mit Salzgitter nicht sehr stark ausgeprägt sei. Herr Christoph Maushake fügt hinzu, dass weitere Analysen zum Thema Jugendliche im öffentlichen Raum bundesweit ähnliche Ergebnisse aufweisen. Herr Jenders fasst weiter zusammen, dass ebenfalls die Ausprägungen der Jugendkulturen nicht sehr stark seien.

 

Weiter wird im Plenum über die Generation der Jugendlichen und ihre Interessen diskutiert. Im Ergebnis wird festgehalten, dass der Begriff des Jugendlichen nicht zu verallgemeinern ist. Die Jugendlichen unterscheiden sich innerhalb ihrer Generation durch verschiedene Faktoren, darunter auch die monetären und familiären Bedingungen sowie der Wohnraum als auch die persönlichen Interessen der Individuen. In Folge entstehen verschiedene Bedarfe in Hinsicht auf Plätze für Jugendliche im öffentlichen Raum.

 

Im Plenum besteht Konsens darüber, dass es tendenziell mehr Plätze für Kinder im öffentlichen Raum gibt als für Jugendliche. Ein Beispiel für einen Platzr Jugendliche im öffentlichen Raum, bietet der Bereich am Schulzentrum in Fredenberg. Mit Ausnahme dieses Platzes sowie in der Umgebung am Ziesberg in Salzgitter-Bad gäbe es wenig attraktive Räume für Jugendliche.

 

Im Gespräch über mögliche attraktive Räume für Jugendliche bemängelt Frau Gudrun Hanne, dass sich in Salzgitter keine Diskothek befindet. Das Diskussionsergebnis im Plenum ergibt, dass das Betreiben einer Diskothek in den Bereich der Privatwirtschaftllt, da es sich um ein kommerzielles Angebot handelt. Die Frage nach einem gut erreichbaren Standort für eine Diskothek bleibt vorerst offen. Jedoch verweisen die Mitglieder der Kinderkommission auf die vielen Veranstaltungen der Stadt Salzgitter und der Vereine und Verbände. Es wird angemerkt, dass die Veranstaltungen innerhalb von Salzgitter bekannter gemacht werden müssen.

 

Das Team Jugend im Gemeinwesen berichtet, dass ausgehlte Plätze eher abgelegen sein sollten und beispielsweise öffentlich freigegebene oder bereitgestellte Flächen r Graffitikunst den öffentlichen Raum für Jugendliche attraktiv gestalten.

 

Neben Plätzen für künstlerische Aktivität wird das Thema Sport im öffentlichen Raum im Plenum diskutiert. Das Team Jugend im Gemeinwesen berichtet dazu, dass das Hallenfballangebot ihres Teams sehr gut frequentiert ist. Die Teilnehmer sind überwiegend Personen mit Fluchterfahrung. Herr Dieter Holters teilt zudem mit, dass die Flexibilität des Angebotes wahrgenommen und genutzt wird, indem die Teilnehmer die Möglichkeit nutzen, zu unterschiedlichen Zeiten zu dem Angebot zu erscheinen und die Gruppe auch wieder zu verlassen. Die Option, das flexible Angebot zu erweitern, wird von den Anwesenden der Kinderkommissionssitzung als positiv empfunden. Als Orte für sportliche Betätigung im öffentlichen Raum werden die verschiedenen Sportanlagen am See (Fußball, Basketball et cetera) sowie die Außensportgeräteanlage in Fredenberg gennant. Herr Siegfried Heilmann berichtet zum Thema Sport im öffentlichen Raum von den Ergebnissen der Beteiligungsaktion „Pimp up my Kiez“ in Salzgitter-Lebenstedt im Rahmen des Projektes Jugend stärken im Quartier, demnachnschen sich die Jugendlichen aus dem Stadtteil Lebenstedt ebenfalls Außensportgeräte am Salzgittersee. Weiteres Ergebnis der Beteiligungsaktion ist der Wunsch der Jugendlichen, dass an den zuvor genannten bestehenden Sportanlagen am Salzgittersee eine kompetente Betreuungsperson anwesend ist, um die vor Ort spielenden Einzelpersonen und Gruppen, ohne, dass diese einem Verein angehören müssen, unterstützen zu können. Die Ausgestaltung einer solchen Betreuung wird vorerst offen gelassen. Frau Sylvia Fiedler berichtet, dass die Volleyballanlage am Salzgittersee ebenfalls sehr gut frequentiert ist. Weiter erwähnt sie, dass die TAG einst einen Trainer an der Beachvolleyballanlage eingesetzt habe und möglicherweise ähnlich wieder einer eingesetzt werden könnte.

 

Im Hinblick auf die Sportart Fußball wird angemerkt, dass Kinder und Jugendliche vermehrt im öffentlichen Raum Fußball spielen, darunter auch an Orten, die nicht explizit für das Fußball spielen vorgesehen sind. Dies führt teilweise zu Konflikten zwischenrgerinnen und Bürgern der jüngeren und der älteren Generation.

 

Frau Sylvia Fiedler erwähnt, dass die Skateplatz-Anlage am Rathaus sehr gut angenommen wird. Es gab bereits Anfragen seitens der Jugendlichen, diese weiter auszubauen oder eine weitere Anlage zu errichten.

 

Weiter berichtet Frau Sylvia Fiedler, dass das Jugendparlament sich in der Arbeitsgruppe Chill-Out-Lounge damit beschäftigt, Orte für Jugendliche mit Jugendlichen zu finden und zu gestalten. Derzeit wird an einer Idee für den Salzgittersee gearbeitet, für welche es dieses Jahr bereits eine Beteiligungsaktion mit Jugendlichen aus den Vereinen am See gab. Die Arbeit ist fortlaufend. Es gab einst eine „Chill-Out“-Lounge für Jugendliche im sogenannten Baumdreieck am Salzgittersee. Den Ergebnissen der ersten Beteiligungsaktion zum ThemaChill-Out“-Lounge am Salzgittersee zufolge ist das Baumdreieck zu zentral für eine neueChill-Out“-Lounge gelegen.

 

Die anwesenden Mitglieder der Kinderkommission stimmen dem Vorschlag zu, Plätze für Jugendliche flexibel zu gestalten. Das bedeutet, dass Räume, beziehungsweise Plätze für Jugendliche vielseitig von ihnen genutzt und (mit-) gestaltet werden können, indem ein Platz gleichzeitig beispielsweise eine Skate-Anlage, einen Bereich zumChillen“ sowie zum Graffiti sprühen bietet. Ein Beispiel dafür bietet die Stadt Braunschweig. Eine Überschneidung der Bereiche hinsichtlich ihrer Nutzungsmöglichkeiten ist nicht ausgeschlossen.

 

Herr Christoph Maushake berichtet von der Aktion „Platz nehmen! Mehr Akzeptanz für Jugendliche im öffentlichen Raum“, an welcher auch das Team Jugend im Gemeinwesen plant, teilzunehmen. Es handelt sich hierbei um eine Lobbyaktion für Jugendliche. Das Plakat zu der Aktion befindet sich im Anhang.

 

Weiter spricht Herr Christoph Maushake an, dass es heutzutage neben dem realen Sozialraum einen weiteren Sozialraum gibt. Auf Grund der fortgeschrittenen Technologie hat sich ein zweiter, der digitale Sozialraum entwickelt. Zudem wird berichtet, dass aktuell Einrichtungen mit freiem WLAN-Zugang häufig von Jugendlichen besucht werden, darunter Einkaufszentren und Schnellrestaurants wie MC Donalds. Frau Anna Koch fügt an, dass ein jeder Sozialraum, also auch jeder öffentliche Raum, durch zwischenmenschliche Beziehungen aufgewertet werden kann, wie beispielsweise durch die Anwesenheit des Freundeskreises.

 

Weiter schlägt Herr Christoph Maushake die Einrichtung eines Jugendcafés vor. Frau Anna Koch schlägt die Kinder- und Jugendtreffs als Räumlichkeit vor. Die Einrichtung eines Jugendcafés in einem organisierten Raum wie einem Kinder- und Jugendtreff wird von Herrn Christoph Maushake als kritisch angesehen. Herr Dieter Holter sagt dazu, den Kinder- und Jugendtreffs mit einem Mittagstisch möglicherweise nicht in Frage kommen, hingegen die Jugendkulturwerkstatt eine für Jugendliche ausgerichtete Einrichtung darstellt und einen möglichen Raum für ein Jugendcafé bietet.

 

Herr Siegfried Heilmann berichtet in der Kinderkommission von der Organisation Jumpers, welche in Salzgitter ebenfalls Jugendarbeit betreibt und derzeit auf der Suche nach weiteren Räumlichkeiten ist, da ihre aktuellen Raumkapazitäten erschöpft sind.

 

Herr Selahettin Ince äert, dass sich Jugendliche mit türkischem oder russischem Migrationshintergrund oftmals zu Hause oder in Kulturvereinen ihre Freizeit verbringen. Er berichtet weiter von der Entwicklung einer Parallelgesellschaft innerhalb der Bürgerschaft Salzgitters. Er lt es für erstrebenswert, dass die Bürgerinnen und Bürger verschiedener Kulturen sich einander öffnen und führt an, dass dieser Prozess angestoßen und begleitet werden sollte.