Auszug - Antrag der REP-Ratsfraktion i.S. Fairer Betrieb

8. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter
TOP: Ö 3.3
Gremium: Rat der Stadt Salzgitter Beschlussart: zurückgezogen
Datum: Mi, 23.05.2007 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:30 - 22:45   (öffentlich ab 16:00) Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal
Ort: Rathaus SZ-Lebenstedt
0567/15 Fairer Betrieb
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag Ratsfraktion REP
Federführend:REPRatsfraktion   
 
Beschluss

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Die Europäische Kommission hat das Jahr 2007 zum

                      „Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle“

erklärt.

Am 18. August 2005 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Kraft getreten.
Dies muss auch für die Stadt Salzgitter der Auftakt für die Entwicklung eines konzertierten Konzepts zur Förderung von Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung sein. Herzstück ist die Entwicklung einer Rahmenstrategie, mit der Diskriminierung wirksam bekämpft, die Vielfalt als positiver Wert vermittelt und Chancengleichheit für alle gefördert werden soll. Grundvoraussetzung für die Akzeptanz und Erreichung dieser Ziele ist jedoch die gesicherte wirtschaftliche Existenz der Menschen. Deshalb muss das Konzept vielfach und eng verknüpft sein mit arbeitsmarktpolitischen Elementen.

 Beschluss:

1. „Fairer Betrieb“.
Die Stadt Salzgitter soll nach bestimmten Kriterien den Preis „Fairer Betrieb“ ausloben. Dieses Prädikat wird an Unternehmen vergeben, die ihren Betrieb besonders sozial und diskriminierungsfrei führen und die Chancen der Vielfalt erkennen und nutzen. Kriterien für eine Preisverleihung kann beispielsweise sein:

a) Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen

b) Umsetzung von betrieblichen Richtlinien zur Antidiskriminierung
c) Schaffung neuer Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze auch über Bedarf

d) Beschäftigung und Ausbildung von benachteiligten Menschen (mit Behinderungen oder  bildungsfernen Schichten, Zuwanderungshintergrund) auch über Bedarf

e) Handeln im Sinne der „Charta der Vielfalt“
f)  Barrierefreier Betrieb/ Betriebsgelände
 
Der Preis wird jährlich vom Rat der Stadt Salzgitter verliehen.
Entsprechende Betriebe die die EU-Richtlinie umgesetzt haben und diese Auszeichnung erworben haben, werden auch bei städtischen Vergaben eher Berücksichtigung finden. finden.

2. Maßnahmen der Verwaltung:


a. Eine stadtinterne Richtlinie zum neuen „Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz“ zu entwickeln. Insbesondere sollen dort Handlungsempfehlungen und Fortbildungsangebote für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeitet und dem Beschwerdemanagement oder ergänzt werden.

b. Die Veröffentlichung der jüngsten Pisastudie weist ausdrücklich auf eine Benachteiligung Jugendlicher aus sozial schwächeren Gesellschaftsschichten im deutschen Schulsystem hin. Daher finden sich diese jungen Menschen häufig in Gelegenheitsjobs oder "auf der Straße" wieder. Oftmals drohen der soziale Abstieg und ein Platz in den Randgruppen unserer Gesellschaft. Langjähriger Bezug von ALG II ist die zu erwartende Konsequenz. Aus eigener Kraft sind diese Jugendlichen oft nur schwer in der Lage, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Um dem daraus resultierenden gesellschaftspolitischen Auftrag gerecht zu werden, sind verstärkt im Vorgriff auf die Vergabe von Ausbildungsplätzen Qualifizierungen anzubieten. Die Verwaltung wird um Prüfung gebeten, ob durch halb- oder einjährige Praktika mit schulischer Weiterbildung (insbesondere in den allgemein bildenden Fächern) Ausbildungschancen für diesen Personenkreis eröffnet werden können. Im Vordergrund stehen sollten dabei Praktika im gewerblich-technischen Bereich und den marktgängigen Berufen.

c.  Die demografische Entwicklung innerhalb der Verwaltung führt dazu, dass ein immer größerer Anteil der Beschäftigten über 45 Jahre alt ist. Ziel der Personalstrategie muss es sein, das reiche Erfahrungspotential dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuschöpfen und zu erhalten. Daher sind Konzepte zur Gesundheitsprävention und -fürsorge fortzuschreiben. Insbesondere ist ein qualifiziertes betriebliches Eingliederungsmanagement zu entwickeln, dass dieser Entwicklung und deren Folgen Rechnung trägt.

3. Die Charta der Vielfalt – Diversity als Chance


Der Rat der Stadt Salzgitter beschließt die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“, die von vier führenden Unternehmen in der Bundesrepublik initiiert wurde und mit der Bundeskanzlerin als Schirmherrin und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung im März diesen Jahres unterzeichnet wird. Damit erklärt die Stadt Salzgitter die Umsetzung des „Diversity Managements“. Sie informiert ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bezieht sie ein.
Über Aktivitäten und Fortschritte berichtet sie öffentlich.
Die städtischen Beteiligungsunternehmen werden aufgefordert, diese Charta ebenfalls zu unterzeichnen und sich - wie die Stadtverwaltung- an dem Best-Practice-Austausch der Unterzeichner zu beteiligen.

 

Der Antrag wird zurückgezogen.