Vorlage - 3520/15

Betreff: Errichtung einer Integrierten Gesamtschule in Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:40 - Fachdienst Bildung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur Beschlussvorbereitung
04.03.2009 
18. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
18.03.2009 
19. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik
12.03.2009 
19.Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Werksausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik an Verwaltung zurück verwiesen   
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
19.03.2009 
39. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses an Verwaltung zurück verwiesen   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
25.03.2009 
26. Nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

1.      Das Bedürfnis für die Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Salzgitter wird festgestellt. Die Stadt Salzgitter errichtet ab 01.08.2010 eine fünfzügige IGS mit gymnasialer Oberstufe als Ganztagsschule im Schulzentrum Amselstieg in Salzgitter-Lebenstedt.

 

2.      Das Schulgebäude Amselstieg ist für die Nutzung einer IGS und den damit verbundenen Raumanforderungen in den nächsten Jahren baulich zu erweitern und umzugestalten sowie bedarfsgerecht auszustatten. Insbesondere sollen die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine angemessene Mittagsversorgung und die Ganztagsbeschulung der Schülerinnen und Schüler geschaffen werden.

Die dafür notwendigen Investitionen sind in den Investitionsplänen des Eigenbetriebes Gebäude, Einkauf, Logistik und des städtischen Haushalt darzustellen. Das Projekt soll bauabschnittsweise finanziert und realisiert werden; dabei soll das bereits mit Beschlussvorlage 1512/15 beschlossene „Schulsanierungskonzept 2007 plus“, das die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen an der Grund-, Haupt- und Realschule Amselstieg beinhaltet, berücksichtigt werden.

 

3.      Ab 01.08.2010 wird die Grund-, Haupt- und Realschule Amselstieg jahrgangsweise aufgehoben.

 

4.      Die Schulbezirke der Stadt Salzgitter werden ab 01.08.2010 wie folgt modifiziert:

Die Schulbezirke der GS Am Ostertal und Kranichdammschule werden erweitert um den ehemaligen Schulbezirk des Grundschulzweiges der GHRS Amselstieg.

Die ehemaligen Haupt- und Realschulzweige der GHRS Amselstieg werden in die Haupt- und Realschulbezirke des Stadtteils Lebenstedt integriert.

 

5.      Die Verwaltung wird beauftragt,

·        die Genehmigung der schulorganisatorischen Maßnahmen nach § 106 NSchG bei der Landesschulbehörde zu beantragen,

·        im Rahmen einer Projektvorlage detaillierte Aussagen zum Raumbedarf, Raumprogramm, zu notwendigen Umgestaltungs-, Erweiterungs- und Ausstattungsmaßnahmen sowie zum Investitionsbedarf zu treffen,

·        die Satzung der Stadt Salzgitter über die Festlegung der Schulbezirke für die Schulen in Salzgitter nach Genehmigung der schulorganisatorischen Maßnahmen zum 01.08.2010 zu überarbeiten,

·        die unter Ziffer 1 und 3 getroffenen Maßnahmen in die nächste Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes der Stadt Salzgitter aufzunehmen und diesen spätestens im Jahr 2010 mit weiteren notwendigen schulorganisatorischen Änderungen zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Auftrag des Verwaltungsausschusses vom 07.10.2008

Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am 07.10.2008 die Verwaltung beauftragt, im Herbst 2008 eine erneute Elternbefragung zur Ermittlung des Bedürfnisses an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) mit gymnasialer Oberstufe als Ganztagsschule in Salzgitter durchzuführen. Gleichzeitig wurde als Schulstandort für eine IGS der Stadtteil Salzgitter-Lebenstedt festgelegt (Vorlage 3014/15).

 

 

Infoveranstaltungen/Elternbefragung

Die Verwaltung hat Mitte Oktober 2008 insgesamt 4.010 Fragebögen per Post an die Erziehungsberechtigten von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 1 bis 4 der allgemein bildenden Schulen versandt, um die zukünftige Beschulung ab Jahrgang 5 zu erfragen. Darüber hinaus bestanden für die Eltern umfangreiche Möglichkeiten sich über die bestehenden Schulformen und die Gesamtschule zu informieren (Informationsblätter sowie vier von der Verwaltung und der Landesschulbehörde in den ersten beiden Novemberwochen durchgeführte Informationsveranstaltungen).

Nach dem vorgegebenen Rückgabetermin (30.11.2008) wurden die Fragebögen ausgewertet. Es wurden insgesamt 1.842 Fragebögen zurückgesandt (Rücklaufquote: 45,94 %); 198 Fragebögen mussten als ungültig gewertet werden. Im Ergebnis haben sich insgesamt über alle vier Jahrgänge 1.039 Eltern (63,20 %) für eine Anmeldung ihres Kindes in der IGS ausgesprochen. 605 Eltern (36,80 %) wünschen für ihr Kind eine Beschulung in den bisher in Salzgitter vorhandenen Schulformen (HS, RS, GY). Die einzelnen Ergebnisse sind im Detail (jahrgangs-, schul- und stadtteilbezogen) in den Anlagen 1a - f dargestellt. Der vorgegebene IGS-Schulstandort Lebenstedt hat sich weder bei der Rücklaufquote noch bei den Eltern, die in den weiter entfernten Stadtteilen wohnen, negativ niedergeschlagen.

Die Ergebnisse dieser Umfrage bestätigen auch in der Tendenz die Trendaussagen der Befragung aus Mai/Juni 2008 und sprechen sich mehrheitlich für den Besuch einer IGS am Schulstandort Lebenstedt aus.

 

 

Bedürfnisprüfung

Nach der Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) ist die Errichtung neuer Gesamtschulen seit dem 01.08.2008 wieder möglich. § 106 Abs. 2 NSchG bestimmt dazu:

„Die Schulträger sind nach Maßnahme des Bedürfnisses berechtigt, neben Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien Gesamtschulen zu führen, wenn der Besuch von Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien im Gebiet des Landkreises oder der kreisfreien Stadt unter zumutbaren Bedingungen gewährleistet bleibt.“

 

Nach § 3 Abs. 1 Nr. 5.1 der Verordnung zur Schulentwicklungsplanung (VO-SEP) muss eine neue IGS langfristig (d. h. mindestens 14 Jahre lang) mindestens fünfzügig sein. Entsprechend den Vorgaben zur Berechnung von Zügen sind für eine IGS mindestens 130 (5 x 26) Schülerinnen und Schüler erforderlich. Die max. Schülerzahl beträgt 30 pro Jahrgang; somit 150 Schülerinnen und Schüler. Ausnahmen von den Mindestgrößen sind nicht möglich.

Nach § 106 Abs. 4 NSchG hat der Schulträger zu ermitteln, ob die angegebene Mindestgröße nach der Entwicklung der Schülerzahlen und dem Interesse der Erziehungsberechtigten dauerhaft erreicht werden kann. Das Interesse der Erziehungsberechtigten ist durch eine Befragung festzustellen. Unter Berücksichtigung der konkreten Bevölkerungsentwicklung ist eine stabile Prognose für mindestens 14 Jahre erforderlich.

Der Fragebogen der Stadt Salzgitter wurde mit der Landesschulbehörde abgestimmt, so dass hier keine Beanstandungen zu erwarten sind.

Das Ergebnis der Elternbefragung weist als Durchschnittswert aller vier Jahrgänge 260 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang aus. Damit wird die vorgegebene Mindestgröße um das Doppelte überschritten. Auch der sich langfristig ergebende Bevölkerungsrückgang und die damit sinkenden Schülerzahlen (siehe Anlage 2) können das Bedürfnis nicht in Frage stellen. Unter Berücksichtigung dieser Veränderungen ist langfristig immer noch von mindestens 235 Interessenten für eine IGS auszugehen.

Weitere unabdingbare Genehmigungsvoraussetzung ist, dass der Besuch von Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien im Gebiet des Schulträgers unter zumutbaren Bedingungen gewährleistet bleibt. Dieses Kriterium stellt sich insbesondere dann, wenn vorhandene Regelschulen in Gesamtschulen „umgewandelt“ werden sollen. Unter „zumutbaren Bedingungen“ ist die Zumutbarkeit der Schulwegzeiten zu verstehen. Als Schulstandort für eine mögliche IGS ist der Stadtteil Lebenstedt bestimmt worden. Nur in diesem Standteil müsste das Angebot und die Anzahl der bisherigen Regelschulen angepasst werden. Auch nach der Errichtung einer IGS in Lebenstedt würden in diesem Stadtteil weiterhin die Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium besucht werden können. Jeweils zwei Schulen je Schulformen würden dann noch wohnortnah besucht werden können. An anderen Schulstandorten würden sich keine Veränderungen ergeben. Die Schulwegzeiten wären somit nach wie vor als zumutbar anzusehen.

 

Durch den geführten Nachweis über den ausreichenden Interessentenkreis an einer IGS unter Berücksichtigung der langfristigen Schülerzahlenentwicklung und die dann weiter garantierten zumutbaren Bedingungen zum Besuch der Regelschulen ist das Bedürfnis für die Errichtung einer IGS in Salzgitter gegeben und kann festgestellt werden.

 

Zur Errichtung einer IGS ist die Beteiligung des Stadtelternrates sowie des Stadtschülerrates rechtzeitig durchzuführen, damit das Ergebnis in die Entscheidungsfindung der politischen Gremien einfließen kann. Der Eltern- und Schülervertretung wurde die Beschlussvorlage 3520/15 mit der Bitte um Stellungnahme bis zum 15.03.2009 übersandt. Die Verwaltung wird die politischen Gremien noch vor endgültiger Beschlussfassung über die Voten dieser Gremien informieren.

 

Die Landesschulbehörde wurde bereits durch Übermittlung des Umfrageergebnisses und dieser Beschlussvorlage frühzeitig über die Planungsabsichten informiert; um den Zeitaufwand für die Antragsprüfung möglichst zu reduzieren. Nach Erteilung der Genehmigung müssen noch umfangreiche Vorbereitungsarbeiten für die neue Schule rechtzeitig erledigt werden, damit diese zum Schuljahresbeginn 2010/11 ordnungsgemäß ihren Betrieb aufnehmen kann. Neben dem Stellenausschreibungs- und Besetzungsverfahren für die Lehrkräfte und die Funktionsstellen muss eine Planungsgruppe einberufen werden. Die Landesschulbehörde hat bereits mitgeteilt, dass für die vorbereitenden Arbeiten dieser Planungsgruppe (z. B. Schulprofil, Schulbücher, Mitwirkung bei den Aufnahmeentscheidungen, Raumplanungen usw.) ein Zeitraum von mindestens 6 Monaten benötigt wird. Schon aus diesen Vorgaben ist ersichtlich, dass eine Errichtung einer IGS in Salzgitter frühestens zum 01.08.2010 realistisch ist.

 

 

Ermittlung und Festlegung des Raumbedarfs

Unter Berücksichtigung des Umfrageergebnisses, der Auswirkungen auf andere Schulen, des Raumbestandes der Schulzentren des Stadtteils Lebenstedts und nicht zuletzt der finanziellen Auswirkungen schlägt die Verwaltung die Errichtung einer IGS mit gymnasialer Oberstufe in Ganztagsform in Mindestzügigkeit (Sek-I 5 Züge, Sek-II 3 Züge) vor. Die Ermittlung und die Festlegung des notwendigen Raumbedarfs sind auf diese genannten Zügigkeiten ausgelegt.

Der Raumbedarf einer IGS in vorgenannter Größe lässt sich aus der Stundentafel für diese Schulform ableiten und orientiert sich an den Schulbauhandreichungen.

Vorrangig müssen allgemeine Unterrichtsräume (AUR), fachgebundene Unterrichts-räume (FUR) und Sportübungseinheiten (SpÜ) vorgehalten werden. Daneben werden weitere Unterrichtsräume für den Wahlunterricht und Differenzierungsmaßnahmen (Art und Umfang abhängig vom pädagogischen Konzept), Nebenräume, Verwaltungsräume sowie für den Ganztagsbetrieb die notwendige Infrastruktur (Mittagsversorgung und Freizeitbereich) benötigt.

Der detaillierte Raumbedarf für die in Salzgitter geplante IGS ist in Anlage 3 dargestellt.

Einen vergleichbaren Raumbedarfsumfang legt die Stadt Braunschweig auch für die geplante vierte IGS im dortigen Stadtgebiet zu Grunde. Verwaltungsvertreter haben im Dezember 2008 zwei IGS-Standorte in Braunschweig (Wilhelm-Bracke-Gesamtschule, IGS Franzsches Feld) besichtigt, um zusätzliche Erkenntnisse für die Planungsarbeiten in Salzgitter zu erhalten. Insbesondere hat sich vor Ort bestätigt, dass zusätzlicher Raumbedarf durch Differenzierungsmaßnahmen, Wahlunterricht, Ganztagsbetrieb sowie durch Lehrerteamstationen ausgelöst wird.

 

 

Standortfestlegung

Bereits in der Vorlage 3014/15 hat die Verwaltung begründet dargelegt, dass eine Errichtung einer IGS nur im Stadtteil Lebenstedt möglich und vertretbar ist. Auch wurde bereits eine erste Raumübersicht in den dortigen drei Schulzentren geliefert.

Die Schulzentren Fredenberg und Lebenstedt/Süd verfügen über höhere Raumkapazitäten als das Schulzentrum Amselstieg. Dort würden Erweiterungsbauten in geringerem Umfang notwendig sein als im Schulzentrum Amselstieg.

Bezüglich der Organisation der Schülerbeförderung im Rahmen des ÖPNV werden zwischen den drei Schulzentren keine gravierenden Unterschiede gesehen.

Würde die IGS in den Schulzentren Fredenberg und Lebenstedt/Süd errichtet, hätte das erhebliche Auswirkungen auf die dort ansässigen Schulen, insbesondere für die Gymnasien müsste ein anderer Standort gefunden werden. Eine Zusammenlegung der beiden Lebenstedter Gymnasien ist auch nach Errichtung einer IGS wegen des hohen Schüleraufkommens nicht zu realisieren. Auch die örtliche Verlagerung eines Gymnasiums oder/und der Emil-Langen-Realschule scheidet aus, da dann am neuen Standort zusätzlicher Raumbedarf ausgelöst würde. Die Verwaltung spricht sich daher für das Schulzentrum Amselstieg als IGS-Standort aus, zumal durch diese Standortwahl die geringsten Einflüsse auf die bestehende Schulstruktur im Stadtteil Lebenstedt gegeben sind. Alle drei Schulzweige der GHRS Amselstieg weisen gegenüber den anderen vergleichbaren Schulen in Lebenstedt, die weitaus geringsten Schülerzahlen aus.

 

 

Raumbedarf/Raumbestand/Raumfehl im Schulgebäude Amselstieg

In der Anlage 4 werden Raumbedarf und Raumbestand im Schulgebäude Amselstieg miteinander verglichen; gleichzeitig wird das Raumfehl für die jeweilige Raumart dargestellt. Insgesamt ergibt sich im dortigen Schulgebäude ein Fehl an Unterrichtsräumen, Verwaltungsräumen, Lehrerstationen; darüber hinaus fehlt die Infrastruktur für den Mensa- und Freizeitbereich.

 

 

Bauliche Maßnahmen

Der zusätzliche Raumbedarf kann nach ersten Planungsüberlegungen durch Umwidmung einschl. baulicher Umgestaltungen nur teilweise minimiert werden.

Es sind daher bauliche Erweiterungen zwingend notwendig. Der zusätzliche Raumbedarf könnte überwiegend durch die bauliche Aufstockung von zwei Flachtrakten (Bruttogrundfläche von ca. 1.600 m²) realisiert werden.

Darüber hinaus müssten an den Grundschultrakt zusätzlich vier Räume angebaut werden (300 m² BGF).

Die notwendigen Baumaßnahmen können in zeitlich verschiedenen Bauabschnitten realisiert werden. Die Baumaßnahmen sollten mit dem bereits für das Schulgebäude Amselstieg beschlossenen „Schulsanierungskonzept 2007 plus“ zeitlich in Einklang gebracht werden.

Die Räumlichkeiten für Mensa, Verwaltung und Freizeitaktivitäten müssen vorrangig vorgehalten und möglichst noch 2010 realisiert werden.

 

 

Investitionsbedarf

Der Investitionsbedarf wurde grob ermittelt und stellt sich auf Grundlage dieser Vorgaben wie folgt dar:

Aufstockung und Anbau                                               2,9 Mio €
Innere Umbauten und zusätzliche Technik                 2,0 Mio €
Ausstattung                                                                    0,6 Mio €
Gesamt:                                                                         5,5 Mio €

 

 

Projektvorlage

Die Verwaltung wird nach dem Grundsatzbeschluss über die Errichtung einer IGS in Salzgitter bis zum Herbst 2009 eine Projektvorlage erarbeiten, die nach vorgeschaltetem Investitionscontrolling detaillierte Aussagen zum Raumbedarf, Raumprogramm, zu notwendigen Umgestaltungs-, Erweiterungs- und Ausstattungsmaßnahmen sowie zum Investitionsbedarf trifft und damit die Voraussetzung schafft, mit den ersten baulichen Maßnahmen bereits zum Jahresende 2009 beginnen zu können.

 

 

Schulorganisatorische Maßnahmen/Auswirkungen

Auf Grund des dargelegten Raumfehls im Schulgebäude Amselstieg können die derzeit vorhandenen Schulzweige der GHRS Amselstieg im dortigen Gebäude nicht verbleiben. Es ist somit zwingend notwendig, die GHRS Amselstieg in Gänze ab 01.08.2010 schrittweise (es erfolgt keine Einschulung mehr im Jahrgang 5 bzw. 1) aufzuheben.

 

Der Hauptschulzweig wird seit 3 Jahren in der Eingangsklasse nur einzügig geführt. Mittelfristig werden nach Errichtung der IGS unter Berücksichtigung rückläufiger Schülerzahlen maximal 20 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang aus diesem Einzugsbereich erwartet. Die beiden noch im Stadtteil Lebenstedt vorhandenen Hauptschulen (Klunkau, Fredenberg) könnten diese zusätzliche Schülerzahl problemlos aufnehmen (Raumengpässe in den dortigen Schulgebäuden sind nicht zu erwarten). Es wäre überlegenswert, bereits zum 01.08.2009 im Schulgebäude Amselstieg keine Hauptschülerinnen und -schüler mehr im Jahrgang 5 zu beschulen, da wiederum nur eine sehr geringe Schülerzahl erwartet wird. Als Nebeneffekt würden sich dann bessere Raumalternativen zum Errichtungszeitpunkt der IGS ergeben.

 

Die GHRS Amselstieg hat mit ihrem Realschulzweig das deutlich geringste Realschüleraufkommen in Lebenstedt. Die Schülerzahl liegt durchschnittlich bei 59 Schülern. Mittelfristig werden nach Errichtung der IGS unter Berücksichtigung rückläufiger Schülerzahlen und der IGS-Wahl maximal 40 Realschülerinnen und -schüler pro Jahrgang aus diesem Einzugsbereich erwartet. Die beiden dann noch im Stadtteil Lebenstedt vorhandenen Realschulen (Emil-Langen-RS, Gottfried-Linke-RS) könnten diese zusätzliche Schülerzahl ebenfalls unter Berücksichtigung der vorher genannten Rahmenbedingungen aufnehmen. Sollten sich wider Erwarten jahrgangweise Raumengpässe ergeben, könnten diese durch Umwidmung anderer Räume vor Ort behoben werden.

 

Der Grundschulzweig ist derzeit zweizügig (durchgehend weniger als 40 Schulkinder pro Jahrgang). Mittelfristig wird von max. 35 Schulkindern ausgegangen. Die Verwaltung hat zwei Alternativen untersucht.

a) Neubau einer zweizügigen Grundschule im Schulkomplex Amselstieg/Pestalozzi

b) Verteilung der Grundschulkinder auf benachbarte Grundschulen

 

Der Neubau einer zweizügigen Grundschule würde eine Investitionsbedarf von mindestens 2,5 Mio € auslösen. Selbst das Argument der wohnortnahen Beschulung würde bei dem sich noch weiter verringernden Grundschüleraufkommen diese Investition nicht angemessen erscheinen lassen, zumal an benachbarten Grundschulstandorten Raumkapazitäten vorhanden bzw. geplant sind. Die Verwaltung spricht sich daher für eine Aufteilung dieser Schüler auf die Grundschulstandorte Kranichdamm und Ostertal aus. Beide Grundschulen wären für die überwiegende Zahl der Schulkinder aus dem Grundschulbezirk Amselstieg unter zumutbaren Bedingungen (unter 2 km, verkehrssicher) fußläufig gut erreichbar. Wird in Ausnahmenfällen die Mindestentfernung überschritten, so kann die Schülerbeförderung durch den ÖPNV sichergestellt werden.

Die Verwaltung wird im Rahmen der zu überarbeitenden Schulbezirksatzung die genaue Aufteilung nach Straßenzügen vorschlagen.

Bei weiter rückläufigem Grundschüleraufkommen können die Kranichdammschule und die Grundschule Am Ostertal zusätzlich die Amselstieg-Grundschulkinder aufnehmen; an beiden Standorten würde dann die Beschulung überwiegend in einer Vierzügigkeit erfolgen.

Dazu sind die dortigen Raumkapazitäten schon heute fast ausreichend. Am Ostertal müsste allerdings die bereits in der Mifrifi für 2011 enthaltene bauliche Erweiterung um zwei AUR bis zum 01.08.2010 realisiert werden. Die Außenstelle in Salder würde somit mittelfristig weiter bestehen bleiben.

 

 

Schulbezirke

Schulbezirk der IGS wäre das gesamte Gebiet der Stadt Salzgitter. Eine Aufnahme auswärtiger Schüler erscheint zumindest mittelfristig wegen der höheren Nachfrage aus dem eigenen Stadtgebiet ausgeschlossen.

 

Die skizzierten schulorganisatorischen Maßnahmen (Errichtung IGS, Aufhebung GHRS Amselstieg) machen zwangläufig nach deren Genehmigung eine Änderung der Satzung der Stadt Salzgitter über die Festlegung der Schulbezirke für die Schulen in Salzgitter zum 01.08.2010 notwendig.

Die Verwaltung wird zeitnah einen entsprechenden Satzungsänderungsentwurf vorlegen.

 

Schülerzahlenentwicklung/Schülerverteilungsprognose/Auswirkungen

Für das Gebiet der Stadt Salzgitter wird sich die Schülerzahl pro Jahrgang mittelfristig bei ca. 950 Schülerinnen und Schülern einpendeln. Zum langfristigen Zielzeitpunkt muss von ca. 850 Schülerinnen und Schülern ausgegangen werden (siehe auch Anlage 2).

Für die IGS kann mit einem konstanten Schüleraufkommen von 150 Schülerinnen und Schülern pro Jahrgang gerechnet werden.

Die derzeitigen Schullaufbahnempfehlungen der Grundschulen zu den weiterführenden Schulen würden für folgende zukünftige Schülerzusammensetzung in der IGS sprechen:

Empfehlungen für Hauptschule           25 %            (37 Schülerinnen und Schüler)
Empfehlungen für Realschule             40 %            (60 Schülerinnen und Schüler)
Empfehlungen für Gymnasium            35 %            (53 Schülerinnen und Schüler)

 

Eine Prognose über die Lauflaufbahnentscheidung nach Errichtung einer IGS zu den weiterführenden Schulen ist wegen fehlender Erfahrungswerte, abweichender Entscheidungen der Erziehungsberechtigten gegenüber den Laufbahnempfehlungen und rückläufiger Schülerzahlen zum derzeitigen Zeitpunkt nur bedingt möglich.

 

Die Errichtung der IGS in Salzgitter wird neben der veränderten Schülerverteilung durchaus auch Auswirkungen auf die vorhandene Schullandschaft haben. Neben der Aufhebung der GHRS Amselstieg ist aber kurzfristig keine andere Schule in ihrem Bestand gefährdet.

Mittelfristig könnte es dazu führen, dass nur noch eine Hauptschule im Stadtteil Lebenstedt vorgehalten werden müsste. Die Entwicklung der Hauptschulen in Thiede und Flachstöckheim wird zu beobachten sein.

Die verbleibenden 5 Realschulen wären auch mittelfristig nicht gefährdet; sie könnten drei- bzw. vierzügig fortgeführt werden.

Die Schülerzahlen an den Gymnasien würden sich deutlich reduzieren; insbesondere betroffen wären davon die beiden Gymnasien in Lebenstedt. Hier wird mittelfristig jeweils eine knappe Vierzügigkeit erwartet. Dieser Rückgang würde dann allerdings die zusätzliche Beschulung von Gymnasialschüler aus Thiede ermöglichen, die bisher aus Kapazitätsgründen Gymnasien der Stadt Wolfenbüttel besuchen. Die Stadt Salzgitter könnte bei geändertem Beschulungsort ihre Aufwendungen für Schülerbeförderung (derzeitige Mehraufwendungen ca. 75 €/Schüler) und Sachkostenbeiträgen (740 €/Schüler) deutlich reduzieren.

 

 

Schülerbeförderung

Auf Grund des stadtweiten Einzugsbereiches hätten alle IGS-Schülerinnen und -Schüler unter Berücksichtigung der in der Satzung über die Schülerbeförderung der Stadt Salzgitter festgelegten Mindestentfernung Anspruch auf Schülerbeförderung.

Das Schulzentrum Amselstieg ist mit dem ÖPNV auch aus weiter entfernt liegenden Stadtteilen sehr gut bis gut erreichbar; lediglich in einigen Ausnahmefällen müssten wegen Überschreitung der Zumutbarkeitsgrenze Einzelbeförderungen per Taxe organisiert werden.

Die Anzahl der anspruchberechtigten Fahrschüler würde sich durch die bereits aufgezeigten schulorganisatorischen Änderungen (Aufhebung der GHRS Amselstieg in Verbindung mit der Modifizierung von Schulbezirken) sowie durch Errichtung einer IGS erhöhen; über den Umfang und dem damit verbundenen finanziellen Mehraufwand vermag die Verwaltung noch keine Prognose abzugeben.

 

 

Ganztagsschule

Die Verwaltung hält ebenso wie alle an Bildung Interessierten einen verpflichtenden Ganztagsunterricht für alle Schulkinder der IGS für notwendig und sinnvoll; wie dies auch bei den bereits bestehenden Gesamtschulen seit Jahren praktiziert wird. Mit einer Unterrichtsverteilung auf Vor- und Nachmittag kann unter Einbeziehung von Ruhepausen und Freizeitaktivitäten ein motiviertes, nachhaltiges und erfolgreiches Lernen gewährleistet werden.

Nach der derzeitigen Erlasslage (Ziffer 8.2 Ganztagserlass) werden allerdings Schulen nur als so genannte offene Ganztagsschulen genehmigt. Das bedeutet, kein verpflichtender Nachmittagsunterricht, sondern die freiwillige Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an Nachmittagsangeboten, die die Schulen in Kooperation mit Trägern der Jugendhilfe oder anderen Kooperationspartnern anbieten.

Das Kultusministerium hat in jüngster Vergangenheit darauf hingewiesen, dass dieses auch für neu zu errichtende Gesamtschulen gilt und dabei keine Ausnahmen gemacht werden. Allerdings sollen die in der Zukunft zu genehmigenden Ganztagsschulen nach den Möglichkeiten der Haushaltssituation des Landes schrittweise mit Personalressourcen ausgestattet werden.

Die Verwaltung ist demnach gehalten, für die zu errichtende Gesamtschule einen offenen Ganztagsschulstatus zu beantragen.

 

 

Fortschreibung Schulentwicklungsplanung

Nach § 26 Abs. 5 sind die Schulentwicklungspläne fortzuschreiben, soweit Veränderungen der tatsächlichen und rechtlichen Grundlagen es erfordern. Die VO-SEP sieht allerdings seit ihrer letzten Änderung keine zwingenden landeseinheitlichen Fortschreibungstermine (bis dato 01.01.2009) mehr vor.

Die Verwaltung wird erst nach dem erwarteten Grundsatzbeschluss über die Errichtung einer IGS in Salzgitter den Schulentwicklungsplan fortschreiben und die dann seit der letzten Fortschreibung (1996) getroffenen schulorganisatorischen Maßnahmen (Schulstrukturreform 2004, Errichtung IGS, Aufhebung GHRS Amselstieg) in den Plan aufnehmen und diesen mit weiteren mittelfristig notwendigen schulorganisatorischen Änderungen (Arbeitsauftrag aus dem Ratsbeschluss vom 28.01.2004) spätestens im Jahr 2010 zur Beschlussfassung vorlegen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

sind in der Vorlage skizziert

Anlagen:

Anlagen:

Anlage 1a-f    Ergebnis der Elternbefragung
Anlage 2         Bevölkerungsentwicklung und Schülerzahlenprognose
Anlage 3         Raumbedarfskonzept
Anlage 4         Gegenüberstellung Raumbedarf/Raumbestand

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 -Elternbefragung (108 KB) PDF-Dokument (25 KB)    
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 -Schülerprognose (25 KB) PDF-Dokument (5 KB)    
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 -Raumbedarfskonzept (26 KB) PDF-Dokument (6 KB)    
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 -Raumfehl (24 KB) PDF-Dokument (5 KB)    
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5 -Erläuterungen 3520 (20 KB) PDF-Dokument (4 KB)