Vorlage - 1960/14

Betreff: Umbau des Hillenholzknotens (Variante Kreisverkehr)
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:66-Tiefbauamt-   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt und Stadtplanung Anhörung
15.01.2003 
12. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtplanung Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung     
Bauausschuss Anhörung
22.01.2003 
13. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Bauauschusses (offen)   
Finanzausschuss Vorberatung
21.01.2003 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses      
Verwaltungsausschuss Anhörung
Rat der Stadt Salzgitter Anhörung
29.01.2003 
15. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Die Verwaltung wurde vom Rat der Stadt in der Sitzung am 23.10.2002 aufgefordert, die in der Vorlage Nr. 1078/14 beschriebenen Varianten 5a und 5b (Kreisverkehr) in die Variantenprüfung aufzunehmen und die diesbezüglichen Kosten zu schätzen. Des Weiteren hat die M.B.S.- Ratsfraktion in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtplanung am 06.11.2002 die Ermittlung der voraussichtlichen Kosten für die Einrichtung eines Kreisverkehrs am Hillenholzknoten beantragt.

 

Im Rahmen der Variantenuntersuchung des Ingenieurbüros waren die Varianten 5a und 5b (Kreisverkehrslösungen) bereits untersucht worden, allerdings waren beide bereits im Vorfeld ausgeschieden, da sie den der Bewertung zugrunde gelegten Kriterien und Zielfeldern wie z.B. Erhöhung der Reisegeschwindigkeit und Einheitlichkeit der Streckencharakteristik nicht gerecht wurden und das Planungsziel mit ihnen nicht erreicht werden kann.

Aus diesem Grund wurden die Kosten für die Varianten 5a und 5b zunächst nicht ermittelt.

 

Dem mit der Planung beauftragten Ingenieurbüro wurde aufgrund der vorliegenden Anträge ein entsprechender Auftrag zur nochmaligen detaillierten Betrachtung der Kreisverkehrsvarianten und zur überschläglichen Ermittlung der Baukosten erteilt.

 

 

I.                    Variantenprüfung Kreisverkehrslösung (Varianten 5a und 5b)

 

Der sinnvolle Einsatz eines Kreisverkehrs ist an mehrere Randbedingungen gekoppelt.

 

1.       Bei einer Gesamtverkehrsstärke von 15.000...25.000 KfZ/24h (Summe des zuführenden Verkehrs in allen Knotenpunktszufahrten) ist grundsätzlich die Verkehrsqualität zu überprüfen und ein Leistungsfähigkeitsnachweis zu führen.

Im vorliegenden Fall ist bei einer prognostizierten Durchschnittlichen Täglichen Verkehrsstärke (DTV) von 19.000 Kfz/24h die Leistungsfähigkeitsgrenze zwar nicht erreicht, größere Reserven sind allerdings auch ohne explizite Berechnung nicht zu erwarten.

 

 

2.       Darüber hinaus sollte ein Kreisverkehr grundsätzlich nicht von einer Hauptrichtung zu stark belastet werden, damit die Verkehrsqualität für den Hauptverkehrsstrom nicht beeinträchtigt wird und die Wartezeiten in den untergeordneten Knotenpunktarmen nicht zu groß werden.

Die Verkehrsmenge der Hauptrichtung darf bei einem vierarmigen Kreisel 80% der Summe des Verkehrs in den Knotenpunktszufahrten nicht überschreiten.

Im vorliegenden Fall liegt der Anteil des zuführenden Verkehrs der Hauptrichtung

SZ- Lebenstedt - SZ- Bad bei ca. 78% und somit im Grenzbereich.

 

 

3.       Kreisverkehrsplätze außerhalb bebauter Gebiete sollen nicht angelegt werden, wenn die Funktionen der zu verknüpfenden Straßen eine gleichrangige Verbindung der Knotenpunktarme verbieten. Eine Gleichrangigkeit der Knotenpunktarme ist im vorliegenden Fall durch die  dominierende Verkehrsrelation in Nord- Süd- Richtung nicht gegeben.

Durch die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes entfällt des Weiteren die Möglichkeit der Priorisierung durchlaufender Straßen. Die Attraktivität einer zügigen Verbindung außerorts wird dadurch vermindert.

 

 

4.       Die Variante "Kreisverkehrsplatz" würde ebenso wie die Variante "Lichtsignalanlage" die Verkehrssicherheit am Knoten zwar erhöhen, jedoch auf Grund der Zahl der möglichen Konfliktpunkte in weitaus geringerem Umfang als eine planfreie Knotenpunktlösung.

 

Die Reisegeschwindigkeit für die Hauptrichtung würde sich durch die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes jedoch deutlich verringern.

Das durchschnittliche Geschwindigkeitsniveau beträgt bei einem Kreisel auf der Kreisfahrbahn lediglich ca. 20 km/h. (Zum Vergleich: Bei einer Lichtsignalanlage ist während der Grünphase eine Reisegeschwindigkeit von ca. 70 km/h realistisch).

 

 

5.       Ein Umbau des Hillenholzknotens zum Kreisverkehrsplatz würde den vierspurigen Ausbau der Nord- Süd- Straße konterkarieren, zumal der Flächennutzungsplan einen vierspurigen Ausbau der Nord- Süd- Straße mit planfreien Knotenpunkten, wie bereits im südlichen Teilbereich vorhanden, vorsieht.

Die Anlage eines Kreisels an diesem Knoten würde zu einem Bruch in der Streckencharakteristik führen.

 

 

Fazit:

 

Die Knotenpunktsform "Kreisverkehrsplatz" entspricht somit nicht der angestrebten und teilweise bereits vorhandenen Streckencharakteristik einer vierstreifigen Fahrbahn zwischen Salzgitter- Bad und Lebenstedt und widerspricht der Zielvorstellung einer Attraktivitätssteigerung durch eine Erhöhung der durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit.

 

 

II.                   Kosten:

 

Die Baukosten für die Variante 5a wurden vom Ingenieurbüro auf ca. 710.000 € brutto geschätzt.

Hinzu kommen Planungskosten von ca. 10% der Baukosten.

 

Die Variante 5b zieht im Vergleich zur Kreisverkehrsvariante 5a einen erheblich größeren Eingriff in Natur und Landschaft nach sich und führt zu deutlich höheren Kosten.

 

Die Baukosten für diese Variante liegen bei ca. 850.000 € brutto und somit um ca. 20% höher als für die Variante 5a.

Hinzu kommen wiederum Planungskosten in Höhe von ca. 10% der Baukosten.

 

In den geschätzten Kosten für beide Kreisverkehrsvarianten ist eine ggf. erforderliche Rekultivierung der nicht mehr benötigten und bereits gerodeten Flächen nicht enthalten.

 

Die Planungskosten sind im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) nicht zuwendungsfähig.

 

Um hinsichtlich der Baukosten die Fördervoraussetzungen im Rahmen des GVFG zu erfüllen, muss das Vorhaben nach Art und Umfang der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse dienen sowie den Zielen der Raum- und Landesplanung entsprechen.

 

Da die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes auf Grund der verkehrlichen und örtlichen Gegebenheiten nach Aussage des mit der Variantenuntersuchung beauftragten Ingenieurbüros in diesem Fall keine verkehrsgerechte Knotenpunktlösung darstellt und zudem den Darstellungen des in der Aufstellung befindlichen Flächennutzungsplanes widersprechen würde, sind nach Aussage der Bezirksregierung Braunschweig die Fördervoraussetzungen nach dem GVFG nicht gegeben

 

Somit wären in diesem Fall nicht nur die Planungs- sondern auch die Baukosten in vollem Umfang von der Stadt zu tragen.

 

Im Falle der von der Verwaltung vorgeschlagenen planfreien Lösung (Variante 2a*) liegt bereits ein vorläufiger Zuwendungsbescheid seitens der Bezirksregierung Braunschweig vor.

 

Von den Projektkosten in Höhe von nunmehr ca. 2,2 Mio € würden vorbehaltlich der aufsichtsbehördlichen Genehmigung des geänderten Projektes 75% (ca. 1,7 Mio €) über GVFG und die restlichen ca. 0,5 Mio € aus dem städtischen Haushalt finanziert werden.