Vorlage - 4358/15

Betreff: Informationen zur Schadstoffbelastung in der Kindertagesstätte "Wilhelm-Kunze-Ring", Salzgitter-Lebenstedt in Verbindung mit der Vorlage 3657/15 "Erweiterungsneubau Kita Wilhem-Kunze-Ring
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:EB 85 - Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Salzgitter   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Beschlussvorbereitung
22.10.2009 
26.Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
28.10.2009 
31. Nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Beschlussvorbereitung
12.11.2009 
26.Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Werksausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Ausgangssituation:

Ausgangssituation:

 

Die Vorlage „Wilhelm-Kunze-Ring“ (3657/15) ist in der Ratssitzung vom 23.09.2009 abgesetzt worden, da sich eine Diskussion hinsichtlich einer Schadstoffbelastung ergeben hat.

 

Der in o.a. Vorlage dargestellte Erweiterungsneubau ist als „investive“ Maßnahme mit einem Bauvolumen von 605.000,00 € im WP aufgeführt. Für diesen Erweiterungsneubau werden selbstverständlich nur zugelassene und nach heutigen Erkenntnissen bedenkenfreie Baustoffe eingesetzt.

 

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme in der Kita hatten sich Eltern darüber besorgt geäußert, dass im Gebäude gefährliche Schadstoffe zu finden seien. In der Vergangenheit war immer einmal wieder ein entsprechender Verdacht zur Sprache gebracht worden, verbunden mit der Sorge, dass eine Gefahr für ihre Kinder und die Mitarbeiterinnen bestehen könnte.

 

Es besteht somit keine Verbindung zwischen der Schadstoffbelastung in dem zurzeit sanierten Kita-Gebäude und dem noch zu beschließenden Erweiterungsneubau. Insofern haben die Schadstoffbelastungen nichts mit der BV Erweiterungsneubau zu tun.

 

Im Wirtschaftsplan 2009 sind für diese Sanierung 340.000,00 € vorgesehen. Es handelt sich um die komplette Sanierung des vorhandenen Gebäudebestandes, bei dem wesentliche Bauteile entkernt und erneuert werden. Deshalb werden die erforderlichen Arbeiten nicht während des laufenden Betriebes stattfinden. In Absprache mit dem Träger der Einrichtung (AWO) wurde der mögliche Zeitraum der Arbeiten festgelegt und der Ersatzbetrieb in einem Pavillon der GS Fredenberg organisiert. Mit den Arbeiten wurde im Juli 2009 begonnen.

 

Vor Beginn von Sanierungsarbeiten werden grundsätzlich Erkundungsbeprobungen durchgeführt. Da Schadstoffbelastungen festgestellt wurden, wurden weitere Untersuchungen beauftragt. Materialproben wurden entnommen und Raumluftmessungen durchgeführt. Gemessen wurde über 14 Tage, um auch tageszeitlich unterschiedliche Belastungen erfassen zu können. Ziel dieser Messungen war, alle ggf. vorhanden Emissionsquellen zu erkennen und entsprechend bei der Sanierung zu entfernen. Es wurden Untersuchungen auf Formaldehyd, PCP, PCB und PAK durchgeführt.

 

Die Raumluftmessungen ergaben geringfügige PCB-Konzentrationen  (polychlorierte Biphenyle), die unterhalb des „Vorsorgewertes“ liegen (PCB-Richtlinien). Trotzdem werden die hierzu vorgefundenen Quellen (Dichtungsmassen im Fensteranschlussbereich) mit Erneuerung aller Fenster ausgebaut und entsorgt.

Weitere „Luftschadstoffe“ sind nicht vorhanden.

 

Bei den Materialbeprobungen wurden Holzschutzmittel festgestellt. Bestandteile dieser in den 60er bis 70er Jahren eingesetzten Mittel, sind auch Pentachlorphenol (PCP) und Lindan.

 

Für die Sanierung von belasteten Holzbaustoffen gibt es anerkannte Verfahrensweisen, um eine Emission von Schadstoffen auszuschließen. Die Deckenbalken und Holz-Deckenschalungen werden hiernach mit einem Isolieranstrich versehen, der keine Schadstoffe entweichen lässt.

 

Im Inneren der Bauteile wurden Dämmungen aus Mineralfaserstoffen vorgefunden, deren Behandlung im Sanierungsfall eindeutig geregelt ist. Künstliche Mineralfaserdämmstoffe (KMF) stellen im abgeschlossenen, eingebauten Zustand keine Gefährdung dar. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten waren teilweise Ausbau- und Entsorgungsarbeiten dieser Materialien erforderlich.

Nach Ende der Sanierung findet noch einmal eine Kontrollmessung statt.

 

Es besteht die Sicherheit, dass weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft eine Gefahr durch Schadstoffe für Kinder und Mitarbeiterinnen zu befürchten war oder ist.

 

Eine enge Abstimmung/Information mit dem Träger (AWO) hat stattgefunden. Die entsprechenden Messergebnisse liegen im EB 85 vor.