Vorlage - 4356/15-AW

Betreff: Kindertagesstätte Wilhelm-Kunze-Ring
Anfrage der Gruppe LAS/Grüne vom 07.10.2009
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Anfragen
Federführend:EB 85 - Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Salzgitter   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Information
19.11.2009 
27. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Die Verwaltung beantwortet die Fragen der LAS/Grüne wie folgt:

Die Verwaltung beantwortet die Fragen der LAS/Grüne wie folgt:

 

Frage 1:

 

Welche Schadstoffe sind gefunden worden?

 

Antwort:

 

Untersucht wurde auf Belastung durch:

 

Formaldehyd

Pentachlorphenol (PCP)

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

mit Leitkomponente Benzo(a)pyren (BaP) zur Bewertung

Künstliche Mineralfasern (KMF)

 

Frage 2:

 

Wie hoch sind die Grenzwerte dieser Schadstoffe?

 

Antwort:

 

Grenzwerte

 

Formaldehyd:

> 120 μ/m³  in der Innenraumluft (Umweltbundesamt & Ad-hocAG IRK/AOLG)

 

Pentachlorphenol (PCP):

Konzentration im Hausstaub

Frischstaub 1 mg/kg und Altstaub 5 mg/kg

und wenn die Materialprobe (oberflächennah) > 50 mg/kg und gleichzeitig ein Verhältnis von behandelter Holzfläche zu Raumvolumen > 0,2 m²/m³ vorliegt

Raumluft

< 0,1 μg PCP/m³ ist tolerabel

0,1 – 1 μg PCP/m³ Minimierungsmaßnahmen sind zu ergreifen

> 1 μg PCP/m³ Eingreifwert für kurzfristigen Handlungsbedarf

(Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCP-belasteter Baustoffe und Bauteilen

in Gebäuden)

 

Polychlorierte Biphenyle (PCB):

Konzentration der Raumluft

< 300 ng/m³ Sanierungszielwert

bis 3.000 ng/m³ Minimierungsmaßnahmen, Sanierung mittelfristig

> 3.000 ng/m³ Eingreifswert: kurzfristiger Handlungsbedarf

(Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteilen

in Gebäuden)

 

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK):

mit Leitkomponente Benzo(a)pyren (BaP) zur Bewertung im Hausstaub gemäß Richtwert UBA (Umweltbundesamt) und DiBt (Inst. des Bundes und der Länder)

< 10 mg/kg Benzo(a)pyren in Hausstaub Grenzwert bei Aufenthalt von Kleinkindern

< 100 mg/kg in sonstigen Innenräumen

 

Künstliche Mineralfasern (KMF):

Einstufung von KMF auf Grund des Kanzerogenitätsindex (KI)

KI-Wert ≤ 30

K2 – Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten

30 < KI-Wert < 40

K3 – Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlaß zur Besorgnis geben

KI-Wert ≥ 40

keine Einstufung als krebserzeugend

es existieren keine Grenz- und Vorsorgewerte für Innenräume und

trotz der Einstufung kein sofortiger Handlungsbedarf

 

 

Frage 3:

 

Welches sind die gemessenen Werte der gefundenen Schadstoffe?

 

Antwort:

 

Gemessene Werte

 

Formaldehyd 77 – 79 μ/m³

 

Pentachlorphenol (PCP) 1,8 – 307 mg/kg

Als Materialproben wurden PCP, Lindan und DDT (in der Summe) untersucht.

Lindan tritt in Verbindung mit PCP häufig auf. PCP ist hierbei jedoch meist dominant, so, wie auch hier sofort anhand der Ergebnisse abzulesen war. Für PCP gibt es behördliche Richtwerte. Hier wird deswegen PCP als Leitkomponente festgesetzt und Lindan analog bewertet. Da hier der gemessene PCP-Wert relativ weit über dem Grenzwert lag und das Aufkommen von Lindan relativ gering war, ist dieses hier vernachlässigbar.

Weiterhin waren im vorliegenden Fall die Werte von DDT (Summe) unterhalb der Nachweisgrenze.

 

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Raumluft 170 ng/m³

Materialuntersuchung

0,3 – 6.436 mg/kg                

 

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

mit Leitkomponente Benzo(a)pyren (BaP) zur Bewertung

keine bedeutsamen Gehalte an BaP sind festgestellt worden

 

Künstliche Mineralfasern (KMF)

keine Messung von Werten möglich, s.o.

 

 

Frage 4:

 

Welche gesetzlichen Vorschriften müssen in diesen Fällen eingehalten werden?

 

Antwort:

 

Die NBauO § 96, sowie das Chemiekaliengesetz mit den dazu erlassen Verordnungen. Unterhalb der Grenzwerte dieser Verordnungen besteht gesetzlich kein Handlungsbedarf.

 

 

Frage 5:

 

Welche Maßnahmen wurden ergriffen und was besagen die gesetzlichen Vorschriften?

 

Antwort:

 

Maßnahmen

 

PCP –            Aufbringen eines mehrschichtigen Anstrichsystems

(1. Schritt: Umwandlung in Phenolate; 2. Schritt: diffusionsbremsender Deckanstrich)

ansonsten fachgerechte Schadstoffsanierung

 

 

Frage 6:

 

Welche zeitlichen und monetären Mehraufwendungen würden entstehen, wenn es zu einer kompletten Neusanierung der belasteten Dachbalken kommt?

 

Antwort:

 

Aufgrund der gegebenen Sanierungsmöglichkeiten, wie vor beschrieben, besteht kein solcher Handlungsbedarf.

 

 

Frage 7:

 

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es bei solchen Vorfällen, die politischen Gremien zu informieren?

 

Antwort:

 

Gemäß § 62 Abs. 3 Satz 1 NGO hat der Oberbürgermeister den Rat, den Verwaltungsausschuss und gegebenenfalls den zuständigen Ortsrat über wichtige Angelegenheiten zu unterrichten.

 

Art, Zeitpunkt und Inhalt der Unterrichtung sind nicht vorgegeben, der Oberbürgermeister entscheidet insoweit nach freiem Ermessen unter Beachtung der Bedeutung der Angelegenheit.