Vorlage - 4427/15

Betreff: Umgestaltung des Einkaufszentrums Gaußstraße in Salzgitter-Lebenstedt im Rahmen des Förderprogramms "Soziale Stadt"
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr Beteiligt:60 - Referat Stadtumbau und Soziale Stadt
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nord Beschlussvorbereitung
20.01.2010 
31. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord ungeändert beschlossen   
Umwelt-,Planungs- und Bauausschuss Beschlussvorbereitung
10.02.2010 
35. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
18.02.2010 
53. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Verwaltungsausschuss stellt das Straßenbauprojekt vom 13.11.2009 für die Maßnahme „Umgestaltung des Einkaufszentrums Gaußstraße in Salzgitter- Lebenstedt im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ mit einem Investitionsvolumen von 621.000 fest.

Sachverhalt:

 

Das Wohngebiet Fredenberg ist als Stadterweiterung in Salzgitter- Lebenstedt in den 60er und 70er Jahren entstanden. Es weist mittlerweile analog zu ähnlichen Großwohnanlagen eine Reihe von städtebaulichen, baulich- technischen, infrastrukturellen und sozialen Defiziten und Mängeln auf. Diese sind Gegenstand des Förderprogramms „Soziale Stadt“, welches mit einer Reihe privater und öffentlicher Einzelmaßnahmen bereits angelaufen ist.

Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ist beabsichtigt, das Einkaufszentrum Gaußstraße (EKZ), das sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befindet, durch eine Neugestaltung aufzuwerten und somit seine Attraktivität zu erhöhen.

Mit der 3. Änderung des Bebauungsplans Leb 72 „Fredenberg Zentrum“ werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Erwerb und die Widmung ehemals privater Flächen im Bereich des Einkaufszentrums als öffentliche Verkehrsflächen von der Stadt geschaffen. Zwischenzeitlich wurden diese Flächen von der Stadt erworben.

 

?      Städtebauliche und straßenräumliche Situation

 

1.     Marktplatz

 

Im Bereich des Einkaufszentrums (EKZ) befinden sich mehrere Geschäfte für Waren des täglichen Bedarfs sowie ein Lebensmittelmarkt auf der Südseite des Platzes.

Der ca. 2000m² große rechteckige Platzbereich wird fußläufig vom Kurt- Schumacher- Ring aus erschlossen. Zusätzlich gibt es zwei weitere Zugänge auf der Nordseite innerhalb des Gebäudekomplexes.

Der Platz kann mit Pkws und von den Marktbeschickern ausschließlich über eine östlich gelegene Zufahrt im Rahmen eines dinglich gesicherten Wegerechtes zugunsten der Allgemeinheit über den privaten Parkplatz der Eigentümergemeinschaft von der Gaußstraße aus angefahren werden. Im Innenbereich des EKZ darf gegenwärtig uneingeschränkt geparkt werden. Des Weiteren wird die gesamte Platzfläche einmal wöchentlich für den Wochenmarkt genutzt.

Das Eingangsniveau der Randbebauung einschließlich der den Gebäuden vorgelagerten Arkaden liegt ca. 60 bis 75cm höher als der innen liegende Platzbereich. Diese Höhendifferenz wird gegenwärtig durch 5 breite Stufen überwunden.

Der vorhandene Baumbestand wertet den Platzraum durch die aufgelockerte Anordnung auf und ist weitestgehend erhaltenswert.

 

2.     Verbindungsweg vom Marktplatz zum Kurt- Schumacher- Ring

 

Der Zugang erfolgt über eine Rampe bis zum Niveau der Arkade der nördlichen und westlichen Gebäude. Parallel hierzu besteht derzeit ein untergeordneter ebenerdiger Zugang zum Platz. Zwischen der Rampe und dem ebenerdigen Zugang verläuft mittig zwischen den Gebäuden ein Höhenversprung, der auf Grund der beidseitig vorhandenen Zwangspunkte (Zugänge, Schaufenster etc.) auch zukünftig durch geeignete bauliche Maßnahmen überbrückt werden muss.

 

 

 

3.     Anbindungsbereich Kurt- Schumacher- Ring

 

Der Kurt- Schumacher- Ring weist eine großmaßstäbliche Bebauung auf und ist durch einen hohen Anteil an Verkehrsflächen gekennzeichnet. Neben der mit 9,00m überbreiten Fahrbahn sind auf der Westseite Senkrechtparkstände und auf der Ostseite Längsparkstände angeordnet. Der Kurt- Schumacher- Ring hat die Funktion einer Sammelstraße. Die Durchschnittliche Tägliche Verkehrsstärke (DTV)  liegt bei

ca. 5.000 Kfz/24h. Im Zugangsbereich zum Einkaufszentrum wurde eine Mittelinsel als Überquerungshilfe angelegt. Die zusätzlich vorhandene Fußgängerbrücke dient dabei als barrierefreie Erschließung für das südliche Obergeschoss des Einkaufszentrums, in dem sich u.a. das Stadtbüro Fredenberg und das Fredenbergforum befindet.

 

 

?      Planungsziel

 

Ziel der Umgestaltung des Einkaufszentrums Gaußstraße ist die Schaffung eines  attraktiven multifunktional nutzbaren Platzbereiches unter  Berücksichtigung der öffentlichen Stellplätze und der Nutzung für den Wochenmarkt sowie diverse Veranstaltungen.

Südlich und östlich der im Eigentum der Eigentümergemeinschaft befindlichen und bereits im Zuge der Stadtsanierung baulich neu gestalteten Arkaden sollen breite Aufenthaltsflächen geschaffen werden, die sowohl für Geschäftsauslagen als auch für Außengastronomie  genutzt werden können.

Alle Zugänge zum Marktplatz werden grundsätzlich barrierefrei ausgebildet.

In Verbindung mit den auf Grund der örtlichen Höhenlage erforderlichen  Treppenanlagen sollen Sitzgelegenheiten geschaffen werden.

Gleichzeitig sind die Verbesserung der Erkennbarkeit des Einkaufszentrums vom Kurt- Schumacher- Ring aus und die Erhöhung der Verkehrssicherheit im Querungsbereich  insbesondere für die Schulkinder erklärtes Ziel der Umgestaltung.

 

 

?      Zukünftige Gestaltung

 

1.     Marktplatz

 

Die vorhandene Bebauung im unmittelbaren Platzbereich ist bestimmend für die Platzgestaltung in Grund- und Aufriss. Zwangspunkte stellen dabei insbesondere die Hauseingänge sowie die tiefen Fenster und die Höhenlage der Arkaden dar. Die Planung für die Umgestaltung des Marktplatzes sieht eine Verbreiterung der Gebäudevorflächen außerhalb der Arkaden für Geschäftsauslagen, Freisitzbereiche und Aufenthalt vor. Der Höhenunterschied auf der Nordseite wird durch eine leichte Anhebung der Platzfläche von heute ca. 70 cm auf ca. 35 cm verringert.

Dies ermöglicht die Ausbildung einer Treppenanlage mit zwei Stufen, die bereichsweise – versehen mit einer Holzauflage – auch als Sitzbank (Höhe ca. 45 cm) dienen kann.

Dadurch wird die Trennung der beiden Platzebenen verringert und mit den zusätzlichen Sitzgelegenheiten gleichzeitig ein verbindendes Element geschaffen.

Die Rampen werden barrierefrei mit einer Neigung von 6 % ausgebildet.

Der für das Parken in der Platzmitte vorgesehene rechteckige Bereich (ca. 34 Stellplätze). wird durch eine andersfarbige Oberflächengestaltung (Betonsteinpflaster anthrazit) von der umlaufenden 5,50m breiten Fahrgasse (Betonsteinpflaster ocker) abgesetzt. Die  Seitenbereiche bis zu den Arkaden sollen möglichst hell gestaltet werden, dort werden Betonsteinplatten (sandgelb) verlegt.

Die aufgelockerte Begrünung wird erhalten bzw. durch zwei Neupflanzungen ergänzt.

Die Befahrbarkeit der Marktplatzfahrbahn wurde durch dynamische Schleppkurven überprüft. 

 

Für die Dimensionierung des Oberbaus ergibt sich für den Marktplatz ein frostsicherer Aufbau von 50 cm.

 

Vorgesehene Befestigung Marktplatz

 

10 cm Betonsteinplatten 20/20/10 bzw. 30/20/10

  3 cm Brechsand/ Splittgemisch              

25 cm Schottertragschicht

17 cm Frostschutzschicht

50 cm Gesamtaufbau

 

Zur Bodenverbesserung wird ein Bodenaustausch von 15 cm Dicke

durchgeführt.

 

 

Vorgesehene Befestigung Gehweg

 

    8 cm Betonsteinplatten 20/20/8 und 30/20/8 cm sandgelb

    3 cm Brechsand/ Splittgemisch

  19 cm frostunempfindliches Material

  30 cm Gesamtaufbau

 

Da der Wochenmarkt auch nach der Umgestaltung wieder auf dem Marktplatz stattfinden soll, werden dort ein Frischwasser-  und ein Stromanschluss vorgesehen.

Zur Bereitstellung des Frischwasseranschlusses ist der Bau einer 80m langen Anschlussleitung an die im Kurt- Schumacher- Ring befindliche Trinkwasserleitung erforderlich.

Da die ehemals private Marktplatzfläche nach der Umgestaltung als öffentliche Verkehrsfläche gewidmet werden soll, ist eine Neuordnung der gesamten Oberflächenentwässerung erforderlich. Die Entwässerung des Marktplatzes erfolgt zukünftig über Gossen und Straßenabläufe, die an einen neu zu bauenden Regenwasserkanal angeschlossen werden. Dieser wird an den bestehenden Regenwassersammler im Kurt- Schumacher- Ring angebunden. Die vorhandene private Entwässerungsleitung im Bereich des Marktplatzes, die dann nicht mehr benötigt wird, wird bis zur Bebauung zurückgebaut und der letzte verbleibende Schacht abgedichtet.

 

Die vorhandenen Beleuchtungsanlagen werden abgebaut. Auf dem Platzbereich werden insgesamt 5 Straßenleuchten mit einer Lichtpunkthöhe von 6m installiert.

 

 

 

2.     Verbindungsweg vom Marktplatz zum Kurt- Schumacher- Ring

 

Der Zugang vom Marktplatz zum Kurt- Schumacher- Ring besitzt auf Grund des vorhandenen Gebäudebestandes eine Breite von ca. 6,30m und ist gekennzeichnet durch den Höhenversprung von ca. 0,75m bis 1,0m.

Diese Höhendifferenz soll zukünftig durch eine Winkelstützwand aus Betonfertigteilen mit aufgesetztem Geländer  überbrückt werden. Dabei ist für den ebenerdigen Zugang vom Kurt- Schumacher- Ring zum Marktplatz eine Breite von 3,90m vorgesehen, da hier die Hauptwegebeziehung für Fußgänger bzw. Radfahrer verläuft. Die Verbindung vom Kurt- Schumacher- Ring zu den auf dem Höhenniveau der Arkaden  gelegenen Einrichtungen (derzeit: Krankengymnastikpraxis, Bäcker) erfolgt über barrierefreie Rampen mit einer Breite von 2,25m.

Der Verbindungsbereich, der ausschließlich dem Fußgänger- und Radverkehr vorbehalten ist,  wird wie die angrenzenden Bereiche mit Betonsteinplatten (ocker) befestigt und durch Poller gegen regelmäßiges Befahren gesichert.

 

 

3.     Anbindungsbereich Kurt- Schumacher- Ring

 

Der Planentwurf sieht vor, die mit 9,00m überbreite Fahrbahn des K.- Schumacher- Ringes im Anbindungsbereich des EKZ auf einer Länge von ca. 40m auf 5,00 m (Begegnungsfall Lkw/Pkw) einzuengen. Die Fahrbahn wird in diesem Bereich farblich genau  wie die Gehwege und die Anbindung an den Marktplatz  mit Betonsteinplatten (ocker) befestigt. Beidseitige Baumpflanzungen betonen die Einengung des Straßenraumes  zusätzlich optisch.

Dadurch wird einerseits dem Kraftfahrer die erforderliche Rücksichtnahme auf querende Fußgänger und Radfahrer optimal verdeutlicht, andererseits wird durch diese Maßnahme die Erkennbarkeit des Einkaufszentrums vom Kurt- Schumacher- Ring sichergestellt.

 

Vorgesehene Befestigung Kurt- Schumacher- Ring 

 

10 cm Betonsteinplatten 20/20/10 bzw. 30/20/10

  3 cm Brechsand/ Splittgemisch

25 cm Schottertragschicht

22 cm Frostschutzschicht

60 cm Gesamtaufbau

 

Da im Hinblick auf die Neuordnung der Wegeverbindung zum Marktplatz

ohnehin eine bauliche Anpassung des Parkplatzes der Landessparkasse

erforderlich ist, kann dieser Bereich in ein Gesamtkonzept zur Umgestaltung

einbezogen werden. Dadurch wird der stadträumlich wichtige Anbindungsbereich

zum Einkaufszentrum und zum angrenzenden Marktplatz funktional und gestalterisch gut verdeutlicht.

 

 

?      Beteiligung der Öffentlichkeit

 

Das Projekt zum Erwerb des Marktplatzes und zur Umgestaltung und Modernisierung des Einkaufszentrums Gaußstraße wurde als Einzelmaßnahme im Rahmen der Sanierungsgesamtmaßnahme „Soziale Stadt Fredenberg“ von der Verwaltung (Referat Stadtumbau und Soziale Stadt) unter Federführung des Stadtbüros Fredenberg mit den Bewohnern, Eigentümern und Anliegern erarbeitet.

So wurde in drei Beteiligungsterminen sowohl mit den Gewerbetreibenden (Geschäftsleuten), als  auch mit den Eigentümerinnen und Eigentümern, Anliegern und Stadtteilbewohnerinnen und -bewohnern das Projekt besprochen. Der erste Termin fand im Frühjahr 2009 statt, dort wurden die ersten planerischen Überlegungen der Stadt Salzgitter und des planenden Ingenieurbüros vorgestellt.

Der zweite Termin fand dann während des Stadtteilfestes Fredenberg im Sommer 2009 statt. Bei dem Termin wurde auf dem Marktplatz mit Hilfe von Schautafeln, vor allem mit den Bürgern des Stadtteils, über die Planung diskutiert.

Abschließend gab es dann im Herbst 2009 eine Veranstaltung, auf der der abschließende Entwurf vorgestellt wurde. Hierbei hatten die Anwesenden (u.a. die Gewerbetreibenden und Eigentümer) die Möglichkeit konkret über bauliche Details mit zu entscheiden. So wurde u.a. aus einer Auswahl an unterschiedlichen Farbvarianten die Farbe der zu verwendenden Steine getroffen.

Dabei wurde den Anwesenden anhand eines Berechnungsbeispiels mitgeteilt, dass sie nach Abschluss der Baumaßnahme und Feststellung der endgültigen Kosten in der Höhe von 90% der beitragspflichtigen Anteile der Baukosten zu Erschließungsbeiträgen herangezogen werden.

Das wurde unumstritten zur Kenntnis genommen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

?      Investitionskosten

 

Die Gesamtkosten der Maßnahme werden auf 621.000 geschätzt. Diese gliedern sich wie folgt auf:

 

1.     Marktplatz  (Teilfläche A gemäß Anlage 2)

 

Straßenbau:                                                                                                  369.000

Straßenbeleuchtung:                                                                      11.900

Stromanschlüsse:                                                                                    8.100 €

Frischwasserleitung für Wochenmarkt:                                    10.000 €

Gesamtkosten:                                                                                    399.000

 

 

Planungskosten (nur nachrichtlich,

da nicht Gegenstand der Projektfeststellung)                            27.980 €

 

 

2.     Verbindungsweg zum Kurt- Schumacher- Ring (Teilfläche B gemäß Anlage 2)

 

Straßenbau:                                                                                                  85.600

Straßenbeleuchtung:                                                                        2.400 €

Gesamtkosten:                                                                                    88.000 €

 

Planungskosten für Verbindungsweg und Anbindungsbereich

(nur nachrichtlich, da nicht Gegenstand

der Projektfeststellung)                                                                      15.110 €

 

 

3.     Anbindungsbereich Kurt- Schumacher- Ring (Teilfläche C gemäß

Anlage 2)

 

Straßenbau:                                                                                                  126.900

Straßenbeleuchtung:                                                                          7.100 €

Gesamtkosten:                                                                                    134.000

 

Kosten der Gesamtmaßnahme:                                                        621.000 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

?      Folgekosten:

 

r die spätere Haushaltsführung ist für den Straßenbau nach Fertigstellung mit einem Unterhaltungsaufwand von jährlich 1,5% der Investitionskosten

(ca. 8.900 €/ Jahr) zu rechnen.

r die Straßenbeleuchtung ist mit Folgekosten in Höhe von etwa 1.380 €/ Jahr zu rechnen.

Diese setzen sich zusammen aus:

                                         

              Betriebskosten (Strom):                                                         520 €/ Jahr

              Sachkosten (z.B. Ersatzlampen):                                          130 €/ Jahr

              Personal- und Gerätekosten:                                           130 €/ Jahr

Abschreibung:                                                                       600 €/ Jahr

 

 

 

?      Einsatz von Stadtebaufördermitteln und Anliegerbeiträge

 

Zur näheren Betrachtung des Projektes und seiner Finanzierung ist zwischen drei Teilflächen des Einkaufzentrums, die neu gestaltet und als öffentliche Straße gewidmet werden sollen, zu unterscheiden.

 

1.     Marktplatz

 

Die Marktplatzfläche selbst, die im Osten mit der Mauer zum Kirchengrundstück, im Norden und Osten von den Arkaden und im Süden  vom dänischen Gebäudekomplex  begrenzt wird, stellt im rechtlichen Sinne die Neuerrichtung einer öffentlichen Straße dar. Da diese Baumaßnahme nicht in einem klassischen Sanierungsgebiet liegt, sondern „nur“ in einer Sanierungsgesamtmaßnahme, die im so genannten „vereinfachten Verfahren“ stattfindet, werden zwar nach Abschluss der Gesamtmaßnahme keine sanierungsrechtlichen „Ausgleichsbeträge“ erhoben, aber die Straßenbaumaßnahme ist erschließungsbeitragspflichtig nach §§127ff Baugesetzbuch.

 

Das bedeutet, dass die angrenzenden Anlieger für die Kosten der auf der Fläche des beitragsrechtlich gesondert zu betrachtenden Marktplatzes (mit einer Größe von ca. 2.000 m²) zu 90% der beitragsfähigen Kosten mit Erschließungsbeiträgen zu veranlagen sind. Beitragsfähige Kosten sind die Straßenbaukosten zzgl. Straßenbeleuchtung und die Planungskosten (Ing.- büro), nicht jedoch die Kosten r die zweckgebunden errichtete Frischwasserversorgungsleitung (ca. 10.000 €) und die Stromkästen (8.100) für den Wochenmarkt..

 

Diese reinen Bau- und Planungskosten, die erschließungsbeitragspflichtig sind, betragen im Rahmen der mit dieser Vorlage vorgegebenen Kostenfeststellung unter dem Vorbehalt einer auch in dieser Höhe tatsächlichen Abrechnung nach Fertigstellung des Marktplatzes 408.880. Der Anliegeranteil von 90% beläuft sich demnach auf 367.992 €.

 

Ausgehend von der vorliegenden Kostenfeststellung werden von dem bei der Stadt letztendlich verbleibenden Kostenanteil in Höhe von 58.990 €, der aus 10% der Bau- und Planungskosten des Marktplatzes (10% von 408.880 = 40.890) und den Kosten für Stromkästen (8.100€) und den Frischwasseranschluss (10.000 €) besteht, zwei Drittel dieser Summe aus Städtebaufördermitteln gefördert.

 

Dadurch ergibt sich folgende Finanzierung für das Projekt „Marktplatz“:

 

 

vereinnahmte Städtebaufördermittel (2/3 von 58.990)                            39.330

 

Eigenanteil der Stadt (1/3 von 58.990)                                                               19.660

Erschließungsbeiträge (tatsächliche Erhebung):                                  367.990

Gesamtkosten:                                                                                                      426.980

 

                                   

2. Verbindungsweg zum Kurt-Schumacher-Ring

 

Als zweite Teilfläche ist kostenmäßig der Verbindungsweg zwischen Marktplatzfläche und der Straße Kurt-Schumacher-Ring zu betrachten. Dieser Verbindungsweg ist als solcher weder erschließungs- noch straßenausbaubeitragspflichtig. Es können für diesen Teil des Projektes daher keinerlei Beiträge erhoben werden.

 

Allerdings gilt auch für diesen Flächenteil des Marktplatzprojektes die vom Sozialministerium festgelegte Kostenobergrenze in Höhe von 160,00 €/m².

Da jedoch dieser 290 m² große Teilbereich deshalb (auf den m² bezogen) kostenträchtiger ist, weil durch die Stützwand der Niveauunterschied von über 80 cm bewältigt werden muss und es sich somit um 304/m² handelt, beträgt die Differenz zu den förderfähigen Baukosten für diesen Teilbereich 144/m².

Hinzu kommen die Planungskosten für diesen Teilbereich und zugleich auch für den anderen Teil unter Punkt 3. Anbindungsbereich Kurt-Schumacher-Ring, die 15.110 € betragen.

Insgesamt fallen für den Teilbereich „Verbindungsweg“ ca. 103.110 Gesamtkosten an, von denen 30.933 Städtebauförderungsmittel (2/3 von 46.400 €) beim Land abgerufen werden können. Der städtische Anteil für diesen Teilbereich beträgt somit 72.177 €.

 

3. Anbindungsbereich Kurt-Schumacher-Ring

 

Als dritte Teilfläche ist dann noch der Umbau des Überweges über den Kurt-Schumacher-Ring zu betrachten:

Diese Maßnahme wäre normalerweise straßenausbaubeitragspflichtig. Sie ist jedoch deshalb nicht straßenausbaubeitragsfähig, weil sich dieser neu zu gestaltende kleine Teil des Kurt-Schumacher-Ringes nicht in einen beitragsfähigen Abschnitt definieren lässt.

Der Anbindungsbereich verursacht insgesamt Kosten ohne Planungskosten (bereits unter Punkt 2Verbindungsweg“ berücksichtigt) in Höhe von 134.000 . Für diesem Teilbereich beträgt die rderung mit Bundes- und Landesmitteln 89.330 . (2/3 von 134.000 €). Der städtische Anteil liegt bei 44.670 €.

 

 

 

 

 

?      Zusammenfassende Betrachtung des Gesamtprojektes.

 

Betrachtet man zusammenfassend die gesamten Baukosten aus diesen unterschiedlich zu betrachtenden drei Teilflächen, so ist fest zu stellen, dass für den Fall der auch in der späteren Abrechnung der Erschließungsbeiträge mit dieser Kostenberechnung in Einklang stehender Kostenfeststellung die Planungs- und Baukosten insgesamt 664.090 betragen werden.

Zur Reduzierung dieser Gesamtbaukosten können nach den Städtebaurderungsrichtlinien 159.593 Städtebauförderungsmittel abgerufen werden. Zusätzlich werden in Höhe von ca. 90% der beitragsfähigen Kosten der Marktplatzfläche 367.990 Erschließungsbeiträge in der dafür dann vorgesehen Frist durch Beitragsbescheide erhoben. Die Anlieger sind darüber in der Anwohnerversammlung bereits informiert worden und haben dagegen keinerlei Protest erhoben.

Der bei der Stadt letztendlich verbleibende und nicht durch weitere Einnahmen gedeckte Kostenanteil beträgt 136.507 €.

Prozentual betrachtet trägt demnach die Stadt ca. 21 % der Kosten. Die darüber auch informierten Anlieger werden ca. 55 % tragen und in Form von Städtebauförderungsmitteln können dann noch ca. 24 % der Gesamtkosten des gesamten Projektes Marktplatz, Verbindungsweg und Anbindungsbereich finanziert werden.

 

 

Konto

0963110Zugänge Anlagen im Bau Tiefbaumaßnahmen

Bezeichnung

 

 

 

Aufwand

 

X

Investive Maßnahme

Investitionsnummer / Kostenträger:

6010002379

Bezeichnung:

Maßnahmen zur Sozialen Stadt Fredenberg

Kostenstelle:

60100001

Bezeichnung:

Stadtumbau und Soziale Stadt

 

 

Aufwand / Auszahlung

im HH-Jahr

664.090

Folgekosten

8.900 €/ Jahr Straßenbau

1.380 €/ Jahr Straßenbeleuchtung

Ertrag / Einzahlung 

im HH-Jahr 2010

159.592 Städtebauförd.mittel

nftige Mehrerträge

und ab 2011:          367.990 Erschließungsbeiträge

Deckung

durch Ansatz

 

 

durch HAR

2.444.480

Deckung bei üpl./apl.

durch Einsparungen bzw. Mehreinzahlungen bei

 

Konto

Bezeichnung

Betrag

 

 

 

 

Investitionsnr./ Kostenträger

Bezeichnung

Kostenstelle

 

 

 

 

 

 

Bemerkungen

 

 

 

Anlagen:

 

Anlage 1                            Übersichtslageplan

Anlage 2                            Übersichtsplan Flächenaufteilung

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Übersichtsplan (2534 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Lageplan_250 (151 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich QS A-A (213 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich QS B-B_C-C (302 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Marktplatz_Variante 3.cdr (3518 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Visualisierung Anbindung K.- Schumacher- Ring (2417 KB)      
Anlage 7 7 öffentlich Übersichtsplan Flächen (60 KB)