Vorlage - 4653/15-AW

Betreff: Bewertung des ehemaligen Luftschutzstollens "LACK II" in Salzgitter-Gebhardshagen
Anfrage der SPD-Ratsfraktion vom 11.01.2010
Ausschuss Bildung und Kultur am 03.03.2010
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Anfragen
Federführend:32-Fachdienst Ordnung Beteiligt:41 - Fachdienst Kultur
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur Beschlussvorbereitung
03.03.2010 
25. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Mitteilung:

 

Anfrage der SPD-Ratsfraktion:

Im Abschlussbericht „Ehemalige unterirdische Luftschutzstollen im Gebiet der Stadt Salzgitter“ von November 2007 sind die verschiedenen Stollen erfasst und in ihrer Beschaffenheit aufgeführt worden. Bei der Bewertung des ehemaligen Luftschutzstollens „LACK II“ in Salzgitter - Gebhardshagen ist am Ende des Berichtes aufgeführt, dass der Gutachter, Herr Herde von der Firma GESCO, vorgeschlagen habe, den Stollen als historisches Bauwerk oder auch als Bestandteil des Nationalen „GeoPark Harz. Braunschweiger Land Ostfalen“ einzustufen. Im Abschlussbericht wird hierzu nur ausgeführt, dass bei einer Öffnung für die Bevölkerung die Standsicherheit wiederhergestellt werden müsste und nichtstandsichere Abschnitte zu verfüllen wären.

 

In diesem Zusammenhang stellt die SPD-Ratsfraktion nachstehende Fragen:

1.      Hat die Verwaltung mit der Firma GESCO bzw. mit Herrn Herde über diesen Vorschlag gesprochen?

2.      Zu welchen Ergebnissen führten diese Gespräche?

3.      Wie bewertet die Stadt Salzgitter grundsätzlich die Aufbereitung des Stollens „LACK II“ als historisches Bauwerk?

4.      Liegen der Stadt Salzgitter Zahlen vor, welche Investitionssumme aufgebracht werden müsste, um den im Abschlussbericht angedeuteten Vorschlag umzusetzen?

4a.              Falls ja, von welcher Summe müsste ausgegangen werden?

4b.              Falls nein, welche Summe würde die Stadt Salzgitter als realistisch               einschätzen?

5.      Gibt es Möglichkeiten, für ein solches Projekt Fördermittel einzuwerben?

6.      Wie sind die Eigentumsverhältnisse bei der Schachtanlage „LACK II“?

 

Antwort der Verwaltung:

 

Die Anfrage der SPD-Ratsfraktion wird wie folgt beantwortet:

Zu 1. Hat die Verwaltung mit der Firma GESCO bzw. mit Herrn Herde über diesen Vorschlag gesprochen?

Der FD 41.3/Museum hat im August 2004 erste Gespräche mit Herrn Herde, Fa. GESCO bzgl. der Verwendung des ehemaligen Luftschutzstollens „LACK II“ als Museumsstollens geführt. Um die Eignung des ehemaligen Luftschutzstollens als Museumsstollen zu prüfen, sollte eine Ortsbegehung vereinbart werden. Es kam aber nicht dazu, da im Dezember 2004 seitens der Preussag Immobilien GmbH der Eingang des Luftschutzstollen, der sich ca. 7 Meter oberhalb der Steinbruchsohle in der Gesteinswand befand, aus Gründen der Verkehrssicherheit, mit einer Betonplatte versehen und mit Abraum zugeschüttet wurde. Gespräche mit dem damaligen Geschäftsführer, Herrn Rietze ergaben 2005, dass der Stollen seitens der Stadt für eine Besichtigung durchaus wieder geöffnet werden könnte, allerdings diese Kosten von der Stadt zu tragen sind (Schätzung Preussag Immobilien GmbH: 8.000 bis 10.000 EUR, Angebot für die Entfernung des Abraums 600 EUR zzgl. Kosten für den erneuten Verschluss des Stollens nach der Besichtigung). Die Stadt sollte sich darüber hinaus schriftlich verpflichten, auch die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen. Sowohl FD 30, als auch der KSA (Kommunale Schadensausgleich) wiesen auf die Risiken, insbesondere auch auf strafrechtliche Aspekte hin, falls jemand zu Schaden kommen sollte. Daher ist zum damaligen Zeitpunkt von einer Besichtigung Abstand genommen worden.

 

 

Zu 2. Zu welchen Ergebnissen führten diese Gespräche?

Herr Herde hatte sich bereit erklärt, eine Grobskizze als Grundlage für die Ausführungsplanung zu erstellen. Diese Grobskizze hat Herr Herde am 29.09.2004 vorgelegt.

Nach den neu gestalteten Ausstellungen der international bedeutenden Sammlungen im Städtischen Museum Schloß Salder und dem Eiszeitgarten (2006 fertig gestellt) wäre ein Museumsstollen, integriert in die geplanten Geopfade im Salzgitter-Höhenzug und den Lichtenbergen (2007 Geopfad Lichtenberg und Geopfad Salzgitter-Bad angelegt), eine Bereicherung, nicht nur für die Stadt Salzgitter, sondern darüber hinaus für den gesamten Geopark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen. Das Städtische Museum Schloß Salder ist seit Juni 2007 auch Informationszentrum in Netzwerk des Geoparks. Doch ist das inhaltlich Sinnvolle im Moment weder personell noch finanziell realisierbar.

 

 

Zu 3 Wie bewertet die Stadt Salzgitter grundsätzlich die Aufbereitung des Stollens „LACK II“ als historisches Bauwerk?

In dem ehemaligen Luftschutzstollen „LACK II“nnte sowohl auf die geologischen Formationen unter Tage und auf den Bergbau in Salzgitter als auch auf die Bedeutung von Schutzsystemen während des 2. Weltkrieges hingewiesen werden.

 

 

Zu 4. Liegen der Stadt Salzgitter Zahlen vor, welche Investitionssumme aufgebracht werden müsste, um den im Abschlussbericht angedeuteten Vorschlag umzusetzen?

Nein.

 

Zu 4a.              Falls ja, von welcher Summe müsste ausgegangen werden?

Es liegen keine konkreten Schätzungen vor.

 

Zu 4b.              Falls nein, welche Summe würde die Stadt Salzgitter als realistisch               einschätzen?

Im Rahmen des Gesamtprojektes sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Die Angaben der Grobskizze zu Material- und Personaleinsatz reichen nicht aus, um eine realistische Kostenschätzung abzugeben.

 

Mit mehreren Mio. Euro ist jedoch zu rechnen, u. a. für

·         Standsicherheit des Stollens

·         Ausbau als Besucherstollen (entsprechend der Auflagen für Besucherbergwerke und Besucherhöhlen)

·         Sicherung des Steinbruchs

·         Gebäude mit Treppenaufgang und Toilettenanlage

·         Strom,- und Wasseranschluss u. ä.

·         Folgekosten

·         Regelmäßige Überprüfung und Instandhaltung

·         Aufsichtspersonal (2 Personen)

·         Betriebskosten

 

 

Zu 5. Gibt es Möglichkeiten, für ein solches Projekt Fördermittel einzuwerben?

Ob Fördermittel eingeworben werden können, müsste erneut geprüft werden. Allerdings muss angemerkt werden, dass bereits jetzt für mehrere Großprojekte der Stadt Salzgitter im Kulturbereich Förderanträge bei den bekannten Stiftungen vorliegen, weitere Anträge mit erheblichen Fördersummen dürften daher kaum Aussicht auf Erfolg haben.

 

 

Zu 6. Wie sind die Eigentumsverhältnisse bei der Schachtanlage „LACK II“?

 

Das betroffene Grundstück ist im Eigentum der Preussag Immobilien GmbH (siehe Antwort Frage 1).

 

 

Es wird um Kenntnisnahme gebeten.

 

In Vertretung