Vorlage - 5443/15

Betreff: 2. Teil des Arbeitsprogramms von Oberbürgermeister Klingebiel - LEITLINIEN zur strategischen Neuausrichtung der Stadt Salzgitter unter dem Motto: STADT MIT ZUKUNFT
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:01.1 - Büro des Oberbürgermeisters   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nordwest Information
13.10.2010 
21. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordwest Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nord Information
03.11.2010 
37. öffentliche/ nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Südost Information
09.11.2010 
19. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Südost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft West Information
11.11.2010 
24. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft West Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nordost Information
25.11.2010 
26.nichtöffentliche /öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Süd Information
03.11.2010 
39. öffentliche / nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd zurückgestellt   
01.12.2010 
40. öffentliche / nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Ost Information
02.12.2010 
24. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Ost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nordwest Information
08.12.2010 
22. Öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordwest Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Umwelt-,Planungs- und Bauausschuss Information
10.11.2010 
42. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses (offen)   
12.01.2011 
44. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Information
11.11.2010 
36. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Werksausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik zurückgezogen   
13.01.2011 
38. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Werksausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss SRB Information
15.03.2011 
28. Öffentliche Sitzung des Werksausschusses SRB Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Grundstücksentwicklung Information
16.11.2010 
32.Öffentliche Sitzung des Werksausschusses Grundstücksentwicklung (offen)   
Wirtschafts-und Steuerungsausschuss Information
19.01.2011 
38. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Wirtschafts-und Steuerungsausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Jugendhilfeausschuss Information
20.01.2011 
34. Öffentliche / nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Seniorenbeirat Information
04.11.2010 
22. öffentliche Sitzung des Seniorenbeirates zurückgestellt   
10.02.2011 
23. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Seniorenbeirates Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Rechnungsprüfungsausschuss Information
Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung Information
17.11.2010 
18. öffentliche / nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr und Öffentliche Ordnung zurückgestellt   
01.03.2011 
20. Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr und Öffentliche Ordnung Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ausschuss für Bildung und Kultur Information
03.11.2010 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur zurückgestellt   
02.02.2011 
32. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nord Information
02.02.2011 
39. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nordost Information
03.02.2011 
27. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ausschuss für Soziales und Integration Information
04.11.2010 
26. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Sozial-und Integrationsausschusses zurückgezogen   
Ortsrat der Ortschaft Ost Information
10.02.2011 
25. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Ost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Finanzausschuss Information
28.10.2010 
62. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses zurückgestellt   
17.02.2011 
67. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Süd Information
02.03.2011 
42. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Südost Information
08.03.2011 
20. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Südost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft West Information
08.03.2011 
25. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft West Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Information
Rat der Stadt Salzgitter Information
23.03.2011 
48. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

 

Mitteilung

 

Mit der Bestandserhebung BLICKPUNKT FAMILIE wurde der 1. Teil des Arbeitsprogramms von Oberbürgermeister Frank Klingebiel vorgelegt. Diese Bestandserhebung machte den Umfang und die Vielgestaltigkeit der kinder- und familienfreundlichen Angebote und Initiativen in Salzgitter deutlich. Die Datenerhebung bildet gleichzeitig die Grundlage für die nächste Etappe bei der strategischen Neuausrichtung der Stadt Salzgitter.

 

Im 2. Teil des Arbeitsprogramms von Oberbürgermeister Frank Klingebiel sind die LEITLINIEN - STADT MIT ZUKUNFT formuliert. Sie beschreiben zukunftsweisend die grundlegende Richtung zur weiteren Gestaltung der kinder- und familienfreundlichen Lernstadt. Die Leitlinien berücksichtigen die bisherige Stadtentwicklung unter dem besonderen Fokus des strategischen Ziels, Salzgitter bis zum Jahr 2015 zu einer der kinder und familienfreundlichsten Lernstädte zu gestalten. Zukunftsfähig ist und bleibt, wer eine konsequente, zielgerichtete und nachhaltige Kinder-, Familien- und Bildungspolitik vorantreibt. Diese Aufgabe wird in den Leitlinien verankert und gibt Orientierung für künftige Entscheidungen. Indem die beabsichtigte Wirkung genannt und die Leitlinien in den einzelnen Themenfelder begründet werden, entwerfen die Leitlinien eine Vision der Stadt Salzgitter, die Familien ein lebenswertes Umfeld und Perspektiven bietet.

 

Die Leitlinien sind geeignet, für strategische Handlungsfelder Vorhaben zu entwickeln, deren Erreichbarkeit in harten Fakten messbar wird. Die Bestandserhebung stellt eine Datensammlung dessen dar, was in der Stadt an Angeboten, Initiativen und Einrichtungen vorhanden ist. Anhand der Leitlinien werden Maßnahmen entwickelt, deren Zielerreichung in Kennzahlen gemessen werden kann. Kinder- und Familienfreundlichkeit wird damit nicht zur gefühlten Größe, sondern ein überprüfbarer Fakt.

 

Ausgangslage:

 

Bevölkerungsentwicklung

 

Statistiken und Prognosen warnen seit mehreren Jahren, dass die Zahl der Bevölkerung in Deutschland und auch in Salzgitter zurückgeht und die Bewohnerschaft überaltert.

Salzgitters Einwohnerzahl ist seit Mitte der 90er Jahre rückläufig. Der Verlust betrug in den letzten 10 Jahren bis 2009 absolut 9.693 Einwohner. Das entspricht einem relativen Rückgang der Einwohnerzahl von 9,0 Prozent. Gründe für den Verlust sind dem bundesweiten Trend entsprechend auch in Salzgitter anhaltende Geburtenrückgänge und negative Wanderungssalden, also weniger Zuzüge als Fortzüge.

Auch für die Zukunft wird keine Änderung an der aufgezeigten Entwicklung erwartet, wenn nicht nachhaltig gegengesteuert wird. Berechnungen des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen sagen voraus, dass die Einwohnerzahl Salzgitters pro Jahr um zirka 1.000 abnehmen wird. Nach dieser Vorausberechnung werden schon im Jahr 2012 weniger als 100.000 Einwohner in Salzgitter leben.

 

In diese Bevölkerungsvorausberechnung für die Stadt Salzgitter flossen folgende zwei Annahmen ein:

1. Konstant weniger Geburten, die derzeitige ungünstige Altersstruktur und eine schwach ansteigende Lebenserwartung bewirken weiterhin sinkende Lebendgeborenenzahlen und weiter steigende Zahlen Gestorbener.

2. Die Wanderungssalden - Zuzüge minus Fortzüge - sind seit 1996 negativ. Für die Zukunft sind weitere Wanderungsverluste zu erwarten, deren Höhe jedoch auch von der wirtschaftlichen Lage der Salzgitteraner Unternehmen abhängt.

Diesen Annahmen folgend lässt sich prognostisch errechnen, dass die Einwohnerzahl von 101.516 im Jahr 2011 auf 90.800 zum Jahresanfang 2021 in Salzgitter stetig abnehmen wird. Das entspricht einer relativen Zahl von 10,6 Prozent.

 

Altersstruktur

 

Die Altersstruktur wird sich ebenfalls verändern. Maßgeblich dafür ist die gegenwärtige Struktur der Bevölkerung.

 

 

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis unter 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung wird von 19,2 Prozent auf 17,9 Prozent sinken. Zunehmen wird dagegen die Bevölkerung ab 60 Jahre. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird deutlich von 29,6 Prozent auf 34,9 Prozent steigen. Der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 60 Jahren an der Gesamtbevölkerung wird sich wahrscheinlich von 51,2 Prozent auf 47,2 Prozent verringern.

 

Bildungsniveau / Schulabschlüsse

 

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit einem gymnasialen Schulabschluss liegt mit 20 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 24 Prozent. Um die eignen Zukunftsfähigkeit zu sichern und die der Wirtschaft müssen Schülerinnen und Schüler die Chance erhalten und befähigt werden, hochwertige Schulabschlüsse zu erreichen. Daneben müssen größte Anstrengungen unternommen werden, dem drohenden Facharbeitermangel nachhaltig entgegenzusteuern. Hier wird auf das mit den Big Five, der Arbeitsagentur Braunschweig, der Stadt Salzgitter, den Schulen und der Projektregion Braunschweig erfolgreich laufende Projekt BONA SZ verwiesen.

 

 

Beschäftigten- und Arbeitsmarktlage

 

Die Bevölkerungsentwicklung Salzgitters ist eng mit der Beschäftigten- und Arbeitsmarktlage der Stadt verbunden. Eine positive konjunkturelle Lage hat auch positive Auswirkungen auf das Wanderungsverhalten der Einwohner und damit auf die Bevölkerungszahl.

 

Geeignete Indikatoren für die Beschreibung der aktuellen wirtschaftlichen Situation sind u. a. Werte über die Arbeitsplatzeigenversorgung, das Bruttoinlandprodukt (BIP) je Einwohner, die Arbeitslosenquote sowie die Zahl derjenigen Menschen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II-Quote) erhalten. Sie geben Auskunft über vorhandene Kapazitäten sowie die Entwicklungs- und Ausgleichsfähigkeit einer Kommune.

 

Der Wirtschaftsraum Salzgitters ist durch eine gute industrielle Struktur des Arbeitsplatzangebotes gekennzeichnet. Das Übergewicht des produzierenden Gewerbes drückt sich derzeit mit einem hohen Beschäftigtenanteil von 46 Prozent in diesem Wirtschaftsbereich in Salzgitter aus. Ergänzt wird das Arbeitsplatzangebot durch den Dienstleistungsbereich, welcher mit derzeit 52,9 Prozent aller Erwerbstätigen am Arbeitsort Salzgitter deutlich unter dem niedersächsischen Landesschnitt liegt. Er beträgt 72,4 Prozent.

 

 

 

Salzgitter weist mit Stand zum 30.06.2009 eine Eigenversorgungsquote von 66,9 Prozent aus. Das heißt, 66,9 Prozent der im Stadtgebiet lebenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben ihren Arbeitsort auch in Salzgitter. Dieser Wert ist im Vergleich zu vergangenen Jahren rückläufig. Er lag im Jahr 1998 bei 72,8 Prozent. Im Vergleich zu anderen niedersächsischen Gebietskörperschaften liegt er für Salzgitter im mittleren Bereich rechnet man die Stadt Wolfsburg (84,6 Prozent) ab - allerdings immer noch im oberen Bereich der kreisfreien Städte.

 

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) bewertet die Wirtschaftskraft und ist in Salzgitter in den letzten Jahren angestiegen. Es lag im Jahr 2007 bei 4.133,1 Millionen Euro, pro Einwohner ausgedrückt waren das 38.955 Euro. Parallel dazu ist ein Rückgang der Arbeitslosenquote zu beobachten. Sie lag, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, im Jahrschnitt 2009 bei 10,4 Prozent. 2007 waren es 11,4 Prozent und im Jahr 2005 14,4 Prozent. Auch das Land Niedersachsen und der Bund konnten im Zeitraum von 2005 bis 2009 Rückgänge der Arbeitslosenquote verzeichnen. Diese sind allerdings nicht so hoch ausgefallen.

 

Die Quote der SGB II-Bezieher beträgt mit Stand vom April 2010 in Salzgitter 14, 9 Prozent. Dieser Wert ist typisch für Industriestandorte wie Salzgitter und stellt damit ein strukturelles Problem dar.

 

Anhand der beschriebenen Indikatoren kann für Salzgitter insgesamt ein positiver wirtschaftlicher Trend festgestellt werden, welcher zum einen durch die hervorragende Entwicklung der Salzgitter AG - bedingt durch kluge strategische Entscheidungen - und zum anderen durch die eingeleitete Entwicklung Salzgitters zu einem ausgewogeneren und den Dienstleistungsbereich weiter stärkenden Wirtschaftsraum zustande gekommen ist.

 

Dieser positive Trend wird seit dem Amtsantritt von Oberbürgermeister Frank Klingebiel im November 2006 nachhaltig verstärkt. Darüber hinaus wurden Ende 2006 die strukturellen Probleme der Stadt dezidiert analysiert. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat Oberbürgermeister Frank Klingebiel eine Initiative entwickelt, die breit getragen wird und der demografischen Entwicklung aktiv und nachhaltig entgegenwirken soll.

 

Auf der Grundlage der strategischen Neuausrichtung, die Stadt Salzgitter bis zum Jahr 2015 zu einer der kinder- und familienfreundlichsten Lernstädte Deutschlands zu gestalten, wurden seit dem Jahr 2006 und mit der Initiative „Kinder fördern und Familien unterstützen“ gemeinsam mit Politik, Wirtschaft, Verbänden, Vereinen und rgerschaft konsequent konkrete Schritte für eine gestärkte Familien- und Bildungspolitik in Salzgitter unternommen.

 

 

·         Der KiTa-Besuch ist seit dem 1. August 2008 in allen drei Jahren beitragsfrei. Die Inanspruchnahme der vorhandenen KiTa-Plätze ist seitdem von 78 Prozent im Jahr 2005 auf 92 Prozent im Jahr 2009 gestiegen.

 

·         Der Krippenausbau wurde konsequent vorangetrieben. Die stadtweite Versorgung wurde von 8 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 27 Prozent gesteigert.

 

·         In Salzgitter betreut und fördert seit dem 01.01.2010 eine zusätzliche dritte Betreuungsperson je Gruppe in den Krippen die Kinder.

 

·         hrlich investiert Salzgitter zusätzlich zu den Landesmitteln 300.000 Euro in die Sprachförderung.

Im Jahr 2005 wurden in einer stadteigenen Erhebung noch bei 30,6 Prozent der einzuschulenden Kinder Sprachauffälligkeiten festgestellt. Im Jahr 2008 waren es auf der Grundlage der gleichen Erhebungssystematik nur noch 14,75 Prozent.

Mit der Änderung der statistischen Erhebungsgrundlage ergibt sich für das Jahr 2009 eine neue Ausgangszahl. Bei der Schuleingangsuntersuchung 2009 waren 20,2 Prozent der einzuschulenden Kinder sprachauffällig.

 

·         Das Projekt Brückenjahr zwischen KiTa und Grundschule bereitet Kinder auf einen guten Start ins Schulleben vor.

 

·         Als zentrale Stelle für Fragen rund um die Kinderbetreuung wurde das Familienservicebüro im Sommer 2007 eröffnet. Die Stadt Salzgitter beteiligte sich an der Finanzierung mit mehr als 230.000 Euro im Jahr.

 

·         Das Ganztagsbetreuungsangebot wurde kontinuierlich ausgebaut. Von 37 Schulen wurden zum 01.08.2010 in der Stadt 15 Schulen als Ganztagsschulen ausgebaut. Im Jahr 2005 gab es 9 Ganztagsschulen, im Jahr 2009 waren es 13.

 

 

·         Der Rat verabschiedete Ende 2007 einen auf zehn Jahre ausgelegten „Schulsanierungsplan 2007 plus“ im Umfang von 73 Millionen Euro. Das Sanierungskonzept basiert auf einer Prioritätenliste. Dafür wurde der Sanierungsstau im Jahr 2006 ermittelt. Das Sanierungsprojekt startete im Jahr 2008. Begonnen wurde mit der Sanierung der Grundschule Kranichdamm und der Gottfried-Linke-Realschule in Lebenstedt. Die Sanierung der Hauptschule in Thiede hat 2009 begonnen. Die Arbeiten an diesen drei Schulen sollen im nächsten Jahr fertiggestellt werden. In 2009 sind die beiden im Konjunkturpaket II enthaltenen Sanierungen der Grund-, Haupt- und Realschule Amselstieg und der BBS Fredenberg begonnen worden. Diese umfangreichen Sanierungen werden noch in diesem Jahr abgeschlossen. Auch im Jahr 2010 sind die Sanierungsmaßnahmen an weiteren sechs Schulen (Grundschule Am See, Realschule Salzgitter-Bad, Außenanlage der Förderschule Maria-Montessori, Grundschule Am Sonnenberg, Gymnasium Salzgitter-Bad und das Gebäude Gymnasium/Hauptschule Am Fredenberg) begonnen worden. Hierfür sind zum Teil noch Planungsleistungen vor dem Sanierungsbeginn zu erbringen. Teilweise wurde auch schon mit den Arbeiten begonnen, die dann im Jahr 2011 fortgeführt werden. Bisher sind in das Budget für die Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen aus dem Umsetzungskonzept „Schulsanierung 2007 plus“, aus dem Wirtschaftsplan und aus dem Konjunkturpaket II seit 2007 rund 51 Millionen Euro geflossen. Von dieser Gesamtsumme fließen bis Ende 2010 rund 45 Millionen Euro in die Sanierung von Schulen.

 

·         r das Haushaltsjahr 2008 wurden 200.000 Euro zur Umsetzung von weiteren Vorhaben aus dem Maßnahmeplan des Zukunftsplans 60plus unter Berücksichtigung des strategischen Ziels „kinder- und familienfreundliche Lernstadt“ zur Verfügung gestellt.

 

·         Der Rat der Stadt Salzgitter hat seit dem Haushaltsjahr 2007 jährlich zusätzlich 100.000 Euro für die Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Vereinen, Verbänden, Organisationen und Institutionen bereitgestellt. Damit wird die sehr hoch anzuerkennende ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen und Verbänden unterstützt und gewürdigt.

 

·         Das Projekt Berufsorientierung und Nachwuchssicherung für gewerblich-technische und naturwissenschaftliche Berufe BONA SZ unterstützt Jugendliche seit 2009 bei der zukunftsorientierten Berufswahl.

Salzgitter ist der drittgrößte Industriestandort in Niedersachsen und mit seinen Großunternehmen und den zahlreichen kleinen und mittelständischen Betrieben ein Arbeitsstättenschwerpunkt. Die Sicherung des Wirtschaftswachstums ist jedoch nur mit gut qualifizierten Fachkräften möglich.

BONA SZ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Salzgitter AG und Stadt Salzgitter zusammen mit der Agentur für Arbeit Braunschweig, der Volkswagen AG, der MAN Nutzfahrzeuge AG, der Alstom Transport Deutschland GmbH, der Robert Bosch Elektronik GmbH sowie aller 14 allgemeinbildenden Schulen Salzgitters und der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH.

Beginnend im 2. Schulhalbjahr aller 7. Klassen der Hauptschulen und aller 8. Klassen der Realschulen und Gymnasien haben die Projektbeteiligten ein Basislehrprogramm mit vier Modulen entwickelt und umgesetzt. Die Bausteine sind so angelegt, dass sie in Praxis und Theorie durch Erleben und Reflexion zur Wahl gewerblich-technischer und naturwissenschaftlicher Ausbildungsberufe und Studiengänge motivieren. Die Module sind aufeinander abgestimmt und bauen aufeinander auf.

Verschiedene Personengruppen ziehen Nutzen aus BONA SZ: Schülerinnen und Schüler erhalten eine klar gegliederte und aussagefähige Kompetenzbilanz. Lehrerinnen und Lehrer erhalten die Möglichkeit, das gewonnene Bild über ihre Schülerinnen und Schüler systematisch zu schärfen. Eltern erhalten Informationen über die Kompetenzen und Potenziale ihrer Kinder. Unternehmen haben vermehrt Kontakte mit Schülerinnen und Schülern, die sich im Hinblick auf ihre Berufswahlentscheidung über ihre Potenziale und Kompetenzen bewusster sind.

Das modellhaft angelegte Projekt BONA SZ wird von Salzgitter in die gesamte Wirtschaftsregion ausstrahlen.

 

Diese Maßnahmen einer zukunftsorientierten Familien- und Bildungspolitik dienen dazu, die Lebens- und Wohnverhältnisse zu verbessern, das Familiengefüge zu stärken, Salzgitter für qualifizierte junge Familien attraktiv zu machen, zu Familiengründung zu ermutigen, und damit die rückläufige demografische Entwicklung zu stoppen und ihr im Idealfall entgegenzuwirken.

Die in den neuesten Gutachten bestätigten Tendenzen einer negativen natürlichen Bevölkerungsentwicklung aufgrund unzureichender Geburtenzahlen sowie der arbeitsmarkt- und ausbildungsbedingten Abwanderung junger Menschen wurden in Salzgitter bereits frühzeitig erkannt. Um der vorausgesagten negativen Entwicklung wirksam und nachhaltig entgegenzuwirken, entwickelte Salzgitter Strategien und begann sie nachhaltig und gezielt umzusetzen.

 

 

Begründung:

 

Kinder- und Familienfreundlichkeit, verzahnt mit einer Bildungsoffensive, ist Salzgitters Antwort auf den demografischen Wandel. Konsequente Familien- und Bildungspolitik macht Salzgitter zukunftsfähig und sichert, dass die Stadt im Wettstreit mit anderen Großstädten besteht. Dem Einwohnerverlust soll nachhaltig entgegengewirkt, die Altersstruktur der Bevölkerung verjüngt und das Bildungsniveau erhöht werden. Die Rahmenbedingungen sollen so gestaltet werden, dass gerade junge Familien sich in Salzgitter niederlassen, mehr Ehepaare sich für Kinder entscheiden und Bildungsmaßnahmen bereits im frühkindlichen Alter ansetzen.

 

Mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit erfordert eine Kombination von verschiedenen Einzelfaktoren. Isolierte Ansätze und Aspekte besitzen für sich genommen nur eine eingeschränkte Wirkung. Es braucht ganzheitliche Lösungsansätze, die den vielfältigen individuellen Lebenssituationen besser gerecht werden, um erfolgreich zu sein. In gleicher Weise wie die Prognosen müssen dabei auch die Wirkungen nicht kurzfristig, sondern über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Viele familien- und bildungspolitische Vorhaben wirken erst mit Zeitverzug. Besserer Zugang zu frühkindlicher Bildung wird sich beispielsweise in besseren Bildungsabschlüssen niederschlagen. Das hat Auswirkungen auf Ausbildung, Berufsfindung, finanzielle Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Das ermöglicht letztlich gesicherte Familienplanung und entlastet langfristig den städtischen Haushalt.

 

Das Beispiel der zusätzlichen Sprachförderung soll das verdeutlichen. Innerhalb von drei Jahren, in denen die Stadt jährlich 300.000 Euro in zusätzliche Sprachförderung investiert, verringerte sich die Zahl der sprachauffälligen Kinder deutlich. Eine bessere Sprach- und Sprechfähigkeit verbessert die Voraussetzungen für Lernerfolge in der Grundschule und legt den Grundstein für qualitative Abschlüsse in den weiterführenden Schulen. Somit erhöhen sich für die jungen Menschen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Eine erfolgreich beendete Berufsausbildung eröffnet schließlich eine Berufskarriere, die eine unabhängige Familienplanung ermöglicht. Die anzunehmende größere Zahl junger Menschen mit Berufsabschluss entlastet den Sozialetat der Stadt und sichert deren finanziellen Handlungsspielraum.

 

 

Leitlinien beschreiben Zielvorgaben

 

Um Salzgitter weiter konsequent kinder- und familienfreundlich zu entwickeln, wird der 2. Teil des Arbeitsprogramms mit den Leitlinien „Stadt mit Zukunft“ vorgelegt.

 

Der erste Teil des Arbeitsprograms beinhaltet die Bestandserhebung als Überblick über Angebote für Kinder und Familien in Salzgitter.

 

 

 

Im zweiten Schritt des Arbeitsprogramms wurden Leitlinien entwickelt, die als Handlungsleitfaden für die Verwaltung und ihre Partner dienen sollen. Diese Leitlinien liegen jetzt zusammen mit der jeweils bezweckten Wirkung und einem Vorhabenkatalog vor. Dieser Katalog ist als Diskussionsgrundlage zu verstehen. In einem breiten demokratischen Dialog mit Stadtverwaltung, Politik, Fachkräften und Bevölkerung sollen die vorgeschlagenen Vorhaben abgewogen und ergänzt werden.

 

Um diesen Prozess zu lenken, ist die Bildung von Arbeitsgruppen geplant. In diesen Arbeitsgruppen sollen zu den Leitlinien Vorhaben entwickelt werden, die geeignet sind, die Leitlinien umzusetzen und ihre Wirkung zu erreichen. Die Vorhaben sollen - soweit möglich - mit Kennzahlen hinterlegt werden, um einen direkten Zusammenhang zwischen den Vorhaben und ihren Auswirkungen auf die Kinder- und Familienfreundlichkeit herstellen zu können. Eine jährliche Evaluation ist vorgesehen.

 

Eine konsequente Prioritätensetzung ist zwingend erforderlich, um unter den gegebenen finanziellen Voraussetzungen den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Es gilt der Grundsatz: Nicht alles, was wünschenswert ist, kann auch umgesetzt werden.

 

Die in den Arbeitsgruppen vorgeschlagenen Vorhaben werden dem Rat voraussichtlich im Dezember 2011 als Empfehlung zum Beschluss vorgelegt. Damit wird sichergestellt, dass sich Salzgitter auf der Grundlage eines breiten demokratischen Beteiligungsprozesses nachhaltig zu einer der kinder- und familienfreundlichsten Lernstädte Deutschlands entwickelt.

 

 

Anlagen:

 

Anlage 1: Leitlinien

Anlage 2: Vorhaben Überblick - Diskussionspapier

Anlage 3: Muster für die Vorgehensweise in den Arbeitsgruppen

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Leitlinien (59 KB) PDF-Dokument (188 KB)    
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2_Vorhaben - Überblick - Diskussionspapier (56 KB) PDF-Dokument (188 KB)    
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 Muster Vorgehensweise Arbeitsgruppen (73 KB) PDF-Dokument (137 KB)    
Stammbaum:
5443/15   2. Teil des Arbeitsprogramms von Oberbürgermeister Klingebiel - LEITLINIEN zur strategischen Neuausrichtung der Stadt Salzgitter unter dem Motto: STADT MIT ZUKUNFT   01.1 - Büro des Oberbürgermeisters   Mitteilungsvorlage
5443/15-1   Ergänzung zum 2. Teil des Arbeitsprogramms von Oberbürgermeister Klingebiel - LEITLINIEN zur strategischen Neuausrichtung der Stadt Salzgitter unter dem Motto: STADT MIT ZUKUNFT   01.1 - Büro des Oberbürgermeisters   Ergänzungsvorlage