Vorlage - 5592/15

Betreff: Infektionshygienische Überwachung durch das Gesundheitsamt - Sachstand November 2010
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:53 - Gesundheitsamt   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung Information
17.11.2010 
18. öffentliche / nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr und Öffentliche Ordnung Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Anlage/n

Infektionshygienische Überwachung durch das Gesundheitsamt - Sachstand November 2010

 

Zwischenergebnis der Zahnärzteüberwachung in Salzgitter

 

Inhalt:

 

1.      Zusammenfassung der Hygieneüberwachung der Zahnärzte

2.      Einleitung

3.      Fehlinterpretationsmöglichkeiten der Tabelle

4.      Vergleich der Überwachungstätigkeit in Salzgitter mit anderen Gesundheits-ämtern und den Anregungen des NLGA´s (Niedersächsisches Landesgesund-heitsamt) zur Zahnarztpraxenüberwachung

5.      Vorgehen des Gesundheitsamtes Salzgitter

6.      Kategorisierung nach der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention

7.      Darstellung hygienisch relevanter Überwachungspunkte in Salzgitter und Ergebnisse

 

 

1.       Zusammenfassung der Hygieneüberwachung der Zahnärzte

 

Im Ergebnis der Überwachungstätigkeit zeigt sich, dass die Begehungen der Praxen sinnvoll sind. So wird in den Praxen durch die Begehungen die Mitwirkung/Verständnis bezüglich der Anforderungen der Hygiene intensiviert. 

 

Werden Mängel im Bereich der Kategorien IA und IB sowie IV festgestellt (siehe Punkt 6), so bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein schwerer Mangel vorliegen muss.

 

Im vorläufigem Bewertungsschema kann gesagt werden, dass

?       Zehn Praxen mit leichten infektionshygienischen Mängeln (Protokoll ohne Anordnung mit der Bitte um Rückmeldung, keine geplante Nachbesichtigung)

?       Siebzehn Praxen mit einigen infektionshygienischen Mängeln ( Protokoll mit der Bitte um Rückmeldung, keine Anordnung unverzüglicher Maßnahmen, fristgerechte Nachverfolgung sichergestellt)

?       keine Praxis mit starken infektionshygienischen Mängeln, die eine Praxisschließung oder Teiluntersagung gemäß §16 des Infektionsschutzgesetzes erforderlich machen würde

 

Bis Ende Oktober wurden 36 Praxen begangen, davon wurden bereits 27 ausgewertet und liegen der folgenden Auswertung zugrunde. Für die  verbliebenen neun noch nicht ausgewerteten Praxen kann als Ergebnis schon gesagt werden, dass es auch hier keine Praxisschließungen oder Teiluntersagungen nötig waren.

 

 

 

             

2.       Einleitung

 

Beim letzten Treffen des Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung am 15.09.2010 wurde das Vorgehen des Gesundheitsamtes bei infektionshygienischen Überwachungen vorgestellt.

 

Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurde eine nicht genehmigte und nicht autorisierte Präsentationsvorlage der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Da diese zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht hinreichend bearbeitet war, musste sie zurückgezogen werden. Dem Ausschuss wurde eine ausgearbeitete und genehmigte Mitteilungsvorlage präsentiert.

 

Abweichungen zwischen den zwei Präsentationen und nicht erläuterter Teile der zurückgezogenen Version haben jedoch einige Fragen aufgeworfen. In dieser Mitteilungsvorlage sollen diese ausgeräumt werden.

 

 

3.       Fehlinterpretationsmöglichkeiten der Tabelle

 

In der nicht autorisierten Präsentation war eine Tabelle „Auswertung der Zahnarztbegehungen“ dargestellt. Hierbei handelte es sich um ein reines Arbeitspapier. Für Außenstehende und Nichtfachleute ist es nicht möglich, hieraus sinnrichtige Informationen zu gewinnen.

 

r Verwirrung bei der Betrachtung der Tabelle sorgten insbesondere die Spalten „Hinweise“ und „Beanstandungen“. Die Summenbildung erfolgte hier nicht nur aufgrund der in der Tabelle dargestellten Zahlenwerte, sondern auch auf nicht in der Tabelle aufgelistete Punkte. Zudem wurden zwischenzeitliche Veränderungen im Bewertungssystem nicht berücksichtigt.

 

Da dem Gesundheitsamt für die Dokumentation im Gesundheitswesen kein entsprechendes Datenverarbeitungsprogramm zur Verfügung steht, wurde das Arbeitspapier als Excel-Tabelle „Auswertung der Zahnarztbegehungen“ erstellt. Es sollte die festgestellten Hinweise, Beanstandungen und Mängel erfassen, Informationen über die Praxis und Termine enthalten. Um ein Arbeitsformat zu erhalten, mussten Informationen gebündelt oder als Summe dargestellt werden. Zudem enthalten nicht alle Spalten der Tabelle dokumentierte Beanstandungen.

 

Anhand der Tabelle erhält das Gesundheitsamt/ der Mitarbeiter/in einen schnellen Überblick über die Praxis und die damit verbundenen organisatorischen Angelegenheiten. Die Tabelle ist eine reine Arbeitshilfe. Sie eignet sich nicht zur infektionshygienischen Bewertung der Zahnarztpraxen.

 

 

4.       Vergleich der Überwachungstätigkeit in Salzgitter mit anderen Gesundheitsämtern und den Anregungen des NLGA`s (Nieder-sächsisches Landesgesundheitsamt) zur Zahnarztpraxen-überwachung

 

Da gerade bei Erstbesichtigungen von Zahnarztpraxen der Überwachungsaufwand sehr groß ist, wurde in Salzgitter wie in anderen Städten und Landkreisen auch- mit der Überprüfung der Praxisausstattung (Strukturqualität) in den Zahnarztpraxen begonnen. Hierbei wurden Schwerpunkte gesetzt:

 

?         Datenerhebung zum Spektrum der Behandlung sowie zur Anzahl der Zahnärzte, Zahnarzthelferinnen, Behandlungseinheiten

?         Erfassen der Ausstattung zum Patienten- und Personalschutz, Voraussetzungen zur Händehygiene, Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne sowie die Medizinprodukteaufbereitung (siehe Erklärung 7.3) und Wasserqualität

 

Grundlage für das in Salzgitter genutzte Begehungsprotokoll sind in erster Linie    die gesetzlichen Vorgaben und einschlägigen RKI-Empfehlungen. Gemäß Infektionsschutzgesetz § 36 Abs. 2 heißt es: „“Zahnarztpraxen sowie Arztpraxen und Praxen sonstiger Heilberufe, in denen invasive Eingriffe vorgenommen werden, sowie sonstige Einrichtungen und Gewerbe, bei denen durch Tätigkeiten am Menschen durch Blut Krankheitserreger übertragen werden können, können durch das Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden.“

 

In welchen Bereichen die Schwerpunkte einer Besichtigung liegen, kann und muss sich von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt unterscheiden. Ein  Vergleich der Begehungsprotokolle verschiedener Gesundheitsämter bestätigt, dass die Überwachungsschwerpunkte oft anders festgelegt sein können. Aufgrund der differenzierten Fokussierung und Umsetzung der Zahnarztpraxenüberwachung in den einzelnen Landkreisen und Städten ist es unumgänglich, dass Bewertungen nur schwer miteinander zu vergleichen sind.

 

Nach der Erstellung des Begehungsprotokolls und Beginn der Begehungen in Salzgitter stellte auch das NLGA (hierbei handelt es sich um das Niedersächsische Landesgesundheitsamt, welches eine beratende Landesbehörde ist. Im Rahmen seiner Aufgaben hält das NLGA Informationen und Erkenntnisse für das strategische Handeln der Landesregierung und des Fachministeriums bereit und entwickelt Handlungsoptionen für Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes  sowie anderer Behörden) den Gesundheitsämtern eine Checkliste zur Zahnarztpraxenüberwachung zur Verfügung. Ein anschließender Vergleich zwischen der NLGA-Checkliste und dem Salzgitter-Protokoll zeigte, dass das Überwachungsspektrum in Salzgitter vornehmlich mit dem vom NLGA empfohlenen Begehungsprotokoll übereinstimmt.

 

 

5.       Vorgehen des Gesundheitsamtes Salzgitter

 

Die Ergebnisse in den Veröffentlichungen anderer Gesundheitsämter führten dazu, das Projekt „Erstbegehung aller Zahnarztpraxen“ anzugehen.

 

Hierzu wurde im Vorfeld Kontakt mit der Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN) aufgenommen. Eine offene Zusammenarbeit zwischen der Zahnärztekammer und dem Gesundheitsamt Salzgitter wurde und wird angestrebt, da die Zahnärztekammer Niedersachsen als Körperschaft des öffentlichen Rechts gemäß Berufsordnung ein besonderes Interesse an richtlinienkonformen hygienischen Bedingungen hat.

 

Bei einer Infoveranstaltung für alle Zahnärzte in Salzgitter, nahmen zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes teil. Das Thema dieser Kreisstellensitzung vom 21.04 2009 war die Begehung einer Zahnarztpraxis nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt. Das geplante Vorgehen des Gesundheitsamtes bei der Überwachungen der Zahnarztpraxen wurde vorgestellt und das Begehungsprotokoll allen anwesenden Zahnärzten erläutert. Seitens der Zahnärzteschaft wurden Fragen gestellt, die umfangreich und abschließend von Herrn Kreisstellenvorsitzender Dr. Jakob und dem Beauftragten des Vorstands für Praxisführung Herrn Priv.-Doz. Dr. Kullmann beantwortet wurden. Anwesend war  auch Herr Dr. Sereny als Kammerpräsident.

 

Nachdem die Zahnärztekammer angeregt hat, einige Besichtigungen mit dem Gesundheitsamt gemeinsam durchzuführen,  hat Herr Priv.-Doz. Dr. Kullmann die Gelegenheit wahrgenommen, an den ersten Hygieneüberwachungen teilzunehmen. Die Zahnärztekammer Niedersachsen ist somit zu Beginn über den praktischen Ablauf einer Besichtigung und der damit verbundenen Bewertung von Hinweisen, Mängel und Beanstandungen in Kenntnis gesetzt.

 

Zudem wurden mit dem Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig Gespräche zum Thema Medizinprodukteaufbereitung geführt. Hierbei wurden die Zuständigkeiten besprochen und eine enge Zusammenarbeit vereinbart.

 

Zur Vorbereitung der Begehungen wurde ein Erhebungsbogen an die Zahnärzte ausgegeben. Die Erstellung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Zahnärztekammer. Anhand des Erhebungsbogens erfolgte eine Einstufung/Bewertung der Zahnarztpraxen.

 

Der Termin für die Besichtigung einer Zahnarztpraxis wurde ca. zwei bis acht Wochen vor dem geplanten Besuch, unter Berücksichtigung von Terminwünschen, festgelegt. Im Vorfeld waren Fragen zur Besichtigung oder Terminverschiebungen durch den Zahnarzt möglich.

 

 

6.       Kategorisierung nach der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention

 

       Um Ärzten, Kliniken und Praxisbetreibern die wissenschaftliche Grundlage von Empfehlungen zu verdeutlichen und Entscheidungsspielräume aufzuzeigen, wurden vier Überwachungskategorien (IIV) von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (Bundesgesundheitsbl 2010 · 53:754756 DOI 10.1007/s00103-010-1106-z Online publiziert: 30. Juni 2010 © Springer-Verlag 2010), festgelegt. Die Abstufung der Kategorien erfolgt nach Verbindlichkeit/ Nachdrücklichkeit der Empfehlung (Empfehlungsgrad), wobei die wissenschaftliche Erkenntnis zur entsprechenden Eingruppierung führt. Je höher die wissenschaftliche Beweiskraft der vorhandenen Studien ist, desto nachdrücklicher wird die Umsetzung der Maßnahme empfohlen.

 

       Die Kategorisierung der Kommission wird auch vom Gesundheitsamt Salzgitter sowie von anderen Gesundheitsämtern zur Erfassung und Bewertung von Beanstandungen genutzt. Sie stellt in derglichen Praxis der Hygiene eine starke Argumentationshilfe bei der Entscheidung für oder gegen die Einführung bestimmter Präventionsmaßnahmen dar. Diese Richtlinie der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention ist die Richtschnur für die Realisierung der Krankenhaushygiene in stationären und ambulanten Gesundheitseinrichtungen und Grundlage für die infektionshygienische Überwachung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst

 

Im Folgenden werden die einzelnen Kategorien erläutert:

       Mit den römischen Ziffern der Kategorie wird dem Grad der Empfehlung Ausdruck verliehen. Mit dem Buchstaben, der der Kategorie folgt, wird das Niveau der wissenschaftlichen Eindeutigkeit beschrieben.

 

?       Kategorie IA:

Diese Empfehlung basiert auf gut konzipierten systematischen Beurteilungen (Reviews) oder einzelnen hochwertigen kontrollierten Studien (sog. randomisierte Studien).

 

?       Kategorie IB:

Diese Empfehlung basiert auf klinischen oder hochwertigen epidemiologischen Studien und strengen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen.

 

?       Kategorie II:

Diese Empfehlung basiert auf hinweisenden Studien/Untersuchungen und strengen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen.

 

?       Kategorie III:

Maßnahmen, über deren Wirksamkeit nur unzureichende oder widersprüchliche Hinweise vorliegen, deshalb ist eine Empfehlung nicht möglich.

 

?       Kategorie IV:

Anforderungen, Maßnahmen und Verfahrensweisen, die durch allgemein geltende Rechtsvorschriften zu beachten sind.

 

       Bei Empfehlungen der Kategorie III handelt es sich oft um kontrovers diskutierte Maßnahmen, für die nicht selten eine Reihe von Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen vorliegen. Eine Empfehlung ist nicht möglich - weder für, noch gegen die Umsetzung der Maßnahme. Anhand der zitierten Literatur kann aber entschieden werden, ob die Maßnahme vor Ort sinnvoll ist. Dies ist z. B. im Bereich der Trinkwasserüberwachung in Zahnarztpraxen der Fall.

 

 

7.       Darstellung hygienisch relevanter Überwachungsschwerpunkte und Ergebnisse

 

r die Erstbesichtigungen der Zahnarztpraxen im Stadtgebiet wurden verschiedene Überwachungsschwerpunkte festgelegt.

 

7.1 Schwerpunkt: Infrastruktur

Erfassung von Daten zum Spektrum der Behandlung sowie zur Anzahl der Zahnärzte, Zahnarzthelferinnen und Behandlungseinheiten.

Da es sich hier ausschließlich um Informationen über die Praxis handelt, liegen natürlich auch keine Mängel vor.

 

 

7.2 Schwerpunkt: Praxisorganisation

Überprüfung des Patienten- und Personalschutzes, der Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne sowie die Organisation der Händehygiene und Entsorgungsmaßnahmen. Zudem wurden die Behandlungsräume besichtigt.

 

Überprüfung im Bereich: Patienten- und Personalschutz (siehe Anhang, Abb. 1)

o        Geeignete Arbeitsanweisungen zum Bereich Patienten-

und Personalschutz [Kat. IV]

o        Waschen von Berufs- und Schutzkleidung  [Kat. IV]

o        Schutzausrüstung [Kat. IB, IV]

 

       Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Patienten- und Personalschutz

?        Arbeitsanweisungen wurden aktualisiert und der Praxissituation angepasst (z. B. aktuelles Desinfektionsmittel mit Einwirkzeit)

?        Kontaminierte Kleidung wird nur noch durch den Praxisbetreiber/Reinigung gereinigt

?        Unvollständige oder defekte Schutzausrüstung wurde ergänzt bzw. ersetzt

 

Überprüfung im Bereich: Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne (Abb. 2)

o        Aktueller, auf die Praxissituation abgestimmter Hygieneplan mit Reinigungs- und Desinfektionsanweisungen [Kat. IV]

o        Arbeitsmaterialien Reinigung [Kat. IV]

o        Desinfektionsmittel [Kat. IV]

o        Wischdesinfektion [Kat. IB]

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne

?        Arbeitsanweisungen wurden aktualisiert und der Praxissituation angepasst (z. B. aktuelles Desinfektionsmittel mit Einwirkzeit)

?        Veraltete, defekte oder verschmutzte Reinigungsutensilien wurden ersetzt, repariert oder gereinigt

?        Abgelaufene Desinfektionsmittel wurden verworfen

?        Wischdesinfektion wird der Sprühdesinfektion vorgezogen

 

Überprüfung im Bereich: Händehygiene (Abb. 3)

o        Waschplätze [Kat. IV]

o        ndehygiene [Kat. IA, IB, IV]

o        Hygienische Händedesinfektion [Kat. IA]

o        Schutzhandschuhe [Kat. IB]

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Händehygiene

?        Kontaktfreie Entnahme von Wasser, Seife und Desinfektionsmittel jetzt möglich

?        Schmuck wird abgelegt, Fingernägel sind kurz

?        Vorgehen bei der Händedesinfektion wird in einer internen Besprechung noch einmal vermittelt

 

Überprüfung im Bereich: Entsorgung (Abb.4)

o        Vorgehen bei der Entsorgung [Kat. IV]

o        Abfallbehälter [Kat. IV]

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Entsorgung

?        Arbeitsanweisung erstellen

?        Geeignete Behälter anschaffen

 

Überprüfung im Bereich: Behandlungsraum (Abb. 5)

o        Oberflächen flüssigkeitsdicht, glatt, abwischbar und leicht zu reinigen und zu desinfizieren [Kat. IB]

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Behandlungsraum

?        Defekte Kantenabdichtungen erneuern

?        PC-Tastaturen abdecken

?        Unnötige Geräte wurden aus dem Arbeitsbereich entfernt

 

 

7.3 Schwerpunkt Medizinprodukte

Datenerhebung zur Medizinprodukteaufbereitung, Risikobewertung, Desinfektion, Reinigung, Sterilisation und Lagerung (Überwachung durch die Gewerbeaufsicht Braunschweig).

 

Als Medizinprodukt werden alle Instrumente, Apparate, Stoffe und andere Gegenständen bezeichnet die vom Hersteller speziell zur Anwendung am Menschen für diagnostische oder therapeutische Zwecke bestimmt sind.

 

Alle wiederverwendbaren Medizinprodukte, die die Haut durchdringen, oder mit Wunden in Berührung kommen, sind zu desinfizieren, zu reinigen und zu sterilisieren. Hierzu sind validierte Verfahren anzuwenden. Eine Validierung liegt vor, wenn dauerhaft nachvollziehbar gewährleistet ist, dass durch das aufbereitete Medizinprodukt die Gesundheit von Patienten, Personal und Anwendern nicht gefährdet wird. Mit der Validierung der Aufbereitungsprozesse werden die Parameter definiert, die erforderlich sind um sicher zu stellen, dass der Aufbereitungsprozess des Medizinproduktes reproduzierbar ist und je nach Risikoklassifikation des Medizinproduktes keimarm bzw. steril zur Anwendung kommt.

 

In diesem Zusammenhang ist von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus jeweils einem Vertreter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Hannover, des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes sowie der Zahnärztekammer Niedersachsen, ein Konzept zur Validierung von Aufbereitungsprozessen in der Zahnarztpraxis erarbeitet worden. Dieses Konzept berücksichtigt bestehende Normen, inzwischen außerdem vorliegende Vor-Normen sowie gültige Leit- linien. Dieses Konzept ist anlässlich eines Expertenforums vorgestellt und erörtert worden, befindet sich aktuell in der Erprobungsphase. Bei Bewährung wird dieses Konzept den Zahnarztpraxen beispielsweise die Möglichkeit eröffnen, ihre Aufbereitungsprozesse gemäß Medizinproduktebetreiberverordnung zu validieren (Abb. 6).

 

Erhebungen im Bereich: Reinigung und Desinfektion (Abb. 7)

o        Maschinelle Reinigung der Medizinprodukte in einem Reinigungs- und Desinfektionsgerät  [Kat. IB]

o        Dokumentation und Validierung des Verfahrens [Kat. IV]

o        Manuelle Aufbereitung in Wannenbädern mit Desinfektionsmitteln [Kat. IB]

 

Erhebungen im Bereich: Sterilisation von Medizinprodukten (Abb. 8)

o       Sterilisator geeignet für die in der Risikobewertung festgelegten Einstufungen [Kat. IV]

o        Dokumentation, Prozessüberwachung (der Helixtest ist eine Methode zur Prozessüberwachung) [Kat. IV]

o       Sachkenntnis durch Fortbildung [Kat. IV]

 

Erhebungen im Bereich: Lagerung von Medizinprodukten (Abb. 9)

o        Dokumentation [Kat. IB]

o        Lagerung [Kat. IB]

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Maschinelle und manuelle Reinigung, Sterilisation und Lagerung von Medizinprodukten

?        Informationen werden eingeholt, Rücksprache mit Gewerbeaufsicht

?        Weiterbildung des Fachpersonals

?        Einführung eines geeigneten Dokumentationssystems

 

 

7.4 Schwerpunkt Wasser

      Erfassung der Wasserversorgung, -aufbereitung und -qualität

 

Erhebungen im Bereich: Wasserversorgung (Abb. 10)

o        Hausinstallation [Kat. III] [TrinkwV]

o        Desinfektionsanlagen [TrinkwV]

o        Trinkwasserqualität [TrinkwV]

 

Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene: Wasserversorgung

?        Dentaleinheiten wurden überprüft und ggf. Maßnahmen zur Infektionshygiene getroffen

?        Filteranlagen wurden gereinigt

 

Anhand der Schwerpunkte zeigt sich, dass ein Großteil der überprüften und bei Bedarf auch beanstandeten Überwachungspunkte einen wissenschaftlich bestätigten Hintergrund haben.  

 

 

Anlage:

Abbildungen Seite 1 - 10

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage zum Zwischenbericht der Zahnarztüberwachung in Salzgitter 03 11 2010 (5582 KB)