Vorlage - 6282/15

Betreff: Änderung der Aufbauorganisation;
hier: Dezernatsverteilung; Einführung des Verwaltungsvorstandsmodells
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:10-Fachdienst Ratsangelegenheiten, Organisation, IT und Controlling (10.2)   
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
29.06.2011 
50. Nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Die Dezernatsverteilung / Einführung des Verwaltungsvorstandsmodells laut Anlage wird beschlossen und tritt am 01.01.2012 in Kraft.

 

Sachverhalt:

 

Ich habe den Rat der Stadt Salzgitter zuletzt mit Vorlage-Nr. 0831/15 vom 15.03.2007 über die Änderung der Aufbauorganisation unterrichtet. Bereits in dieser Vorlage habe ich, insbesondere im Interesse der Optimierung der Verwaltungssteuerung und des Verwaltungshandelns, die vorherige Verwaltungsstruktur weiterentwickelt.

Mit interner Organisationsverfügung vom 21.05.2008 ist wegen des Ausscheidens des damaligen Stadtbaurates die bis dato bestehende Aufgabenwahrnehmung insbesondere auf die beiden Dezernenten Herrn Ersten Stadtrat Rainer Dworog und Herrn Stadtrat Ekkehard Grunwald sowie auf den Oberbürgermeister und die übrigen in der Verwaltungshrung mitwirkenden Herrn Stabsbereichsleiter 02 Jens Flügge und die Fachdienstleiter 10 und 11, Herrn Wolfram Skorczyk und Herrn Thomas Albrecht, verteilt worden.

Nach nunmehr dreihriger erfolgreicher tigkeit im Sinne eines kollegialen Führungsorgans kann die überdurchschnittliche Arbeitsbelastung aller Beteiligten durch die Besetzung zweier Dezernentenstellen wieder normalen Verhältnissen angepasst werden.

 

Allerdings bedeutet die Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben für die Kommunen wie z.B. Demographischer Wandel, Bildung, Senioren, Integration oder auch Klimawandel, r die bislang bestehenden Organisationsstrukturen nach wie vor große Herausforderungen in ihrer ganzheitlichen Bewertung und Umsetzung. Zugleich wächst der Erwartungsdruck aus Politik und Öffentlichkeit, an der Entwicklung angemessener Antworten auf die Zukunftsfragen.

Dies erfordert eine Weiterentwicklung der Aufbauorganisation und der Führungsstrukturen.

Aus meiner Sicht sind langfristige und systematische Fachplanungen weiterhin unverzichtbare Grundlagen, um auch neue Denkansätze umzusetzen. Diese erfordern allerdings ufig funktionsübergreifende Planungs- und Handlungskonzepte. Damit bedürfen die immer komplexer werdenden Herausforderungen an die Kommune eines interdisziplinären Zusammenwirkens verschiedener interner, aber auch externer Akteure, vielfach in Form von Projekt- und Arbeitsgruppen, oder auch die Bildung sogenannter Netzwerke. Bereichsübergreifende Lösungsansätze fordern natürlich weiterhin den Sach- und Fachverstand der zentralen Einheiten, können aber nicht mehr ausschließlich sektoral bearbeitet werden.

 

In Anbetracht dieser Erkenntnisse wird neben der Schaffung struktureller Voraussetzungen die strategieorientierte Führung immer notwendiger. Klassisch besteht noch die fachlich versäulte Sortierung der kommunalen Aufgaben über alle hierarischen Ebenen bis zu den hauptamtlichen Dezernentinnen und Dezernenten. Man kann bisweilen feststellen, dass deshalb auch das alltägliche interne Verwaltungshandeln auf allen Ebenen noch stark von Ressort-, bisweilen auch Konkurrenzdenken geprägt ist.

 

Die Lösungsfindungsprozesse insbesondere in den vergangenen drei Jahren haben gezeigt, dass eine teamorientierte, integrative und integrale Führung erhebliche positive Effekte zutage förderte.

Oberbürgermeister, Dezernenten und die weiteren beauftragten Führungspersonen konnten sich dabei auch darauf konzentrieren, das Unternehmen Kommune strategisch zu führen.

Mit dem neuen Modell hat die Vorstandsrunde, auch unter dem Aspekt der Einarbeitung zweier neuer Kollegen oder Kolleginnen die Chance, ein starkes Team zur erfolgreichen Umsetzung gemeinsam vereinbarter strategischer Ziele zu werden. Zur Strategieumsetzung muss aber zusätzlich auch ein gezieltes Steuerungs- und Controllingsystem geschaffen werden.

 

Die in diesem Sinne vorgesehene Verteilung der Dezernate / Bereiche hat nachstehende Änderungen zur Folge:

 

  1. Der neu entstandene Bereich I administriert die internen Entscheidungsprozesse an der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Kommunalpolitik und koordiniert einige zukunftsweisende Aufgabenfelder wie Demographie, Integration, Senioren, interkommunale Zusammenarbeit und die bürgerorientierte Kommune.
  2. Im Bereich II ist wegen der juristischen Ausbildung des Dezernenten Stadtrat Ekkehard Grunwald der Fachdienst Recht neu angesiedelt. Ebenso ist der Fachdienst 41 hier neu zugeordnet.
  3. Der Bereich III bildet die klassische Bauverwaltung.
  4. Im Bereich IV werden alle Aufgaben einer Sozial- und Bildungsverwaltung wahrgenommen.
  5. Im Bereich V werden neben den bisherigen Aufgabenbereichen zusätzlich der Eigenbetrieb 62 und das dort und bislang von Fachdienst 20 verwaltete Grundvermögen angesiedelt. Neben der Aufgabe Stadtverwaltung als Steuerschuldner wird hier künftig auch das strategische Konzerncontrolling vorbereitet und koordiniert.
  6. Die Referate 01.3, 01.4 und 01.5 werden der Leitung des Oberbürgermeisterbüros zugeordnet.
  7. Es ist beabsichtigt, den Fachdienst 53 Gesundheitsamt zum 01.05.2012 (1 Jahr nach Abschluss der Gründungsphase dieser IKZ) dem Bereich Soziales und Bildung zuzuordnen.

 

Damit verbunden wird der Entscheidungsfindungsprozess aktuell und zielführend auf mehrere Schultern verteilt.

In den Verwaltungsvorstandssitzungen werden die Verwaltungsgrundsatzentscheidungen interdisziplinär bewertet.

Die getroffenen Entscheidungen werden grundsätzlich von allen Verwaltungsvorstandsmitgliedern im Sinne einer einheitlichen Verwaltungsmeinung nach außen und innen kommuniziert.

Der Oberbürgermeister als Verwaltungsvorstandsvorsitzender wird von operativen Aufgaben zugunsten strategischer Steuerung und den damit verbundenen notwendigen Kontakten zur Kommunalpolitik und weiteren maßgeblichen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft entlastet.

 

Diese Organisationsentwicklung verändert nicht die kommunalverfassungsrechtlich im fünften Teil vierter Abschnitt der NGO (künftig NKomVG) kodifizierte Organzuständigkeit des Oberbürgermeisters.

 

Die vorgesehenen Änderungen sollen kostenneutral erfolgen. Synergieeffekte durch das Zusammenführen der Personal- und Organisationsaufgaben werden entsprechend genutzt.

 

Die Wahrnehmung der Aufgaben des Bereiches I werde ich dem Laufbahnbeamten Herrn Wolfram Skorczyk übertragen; mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Bereiches V werde ich den Angestellten Herrn Jens Flügge beauftragen.

 

Anlage:

Dezernatverteilungsplan / Verwaltungsvorstandsmodell

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Dezernatsverteilung_Organigramm 16 06 11 (26 KB) PDF-Dokument (46 KB)