Vorlage - 0336/16

Betreff: Einrichtung von Offenen Ganztagsschulen (OGS) für den Grundschulbereich
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur zur Kenntnis
01.03.2012 
3. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis
15.03.2012 
3. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss zur Kenntnis
Rat der Stadt Salzgitter zur Kenntnis
25.04.2012 
7. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Mitteilung:

Die Verwaltung wurde mit Ratsbeschluss vom 29.06.2011 (Antrag 6329/15) neben dem Prüfungsauftrag zur Schaffung zusätzlicher Hortplätze beauftragt, ein Konzept zur Ausweitung der Ganztagsangebote (Errichtung von Ganztagsschulen) vorzulegen.

 

1. Ausgangslage

 

a) Hortbetreuung

 

Die Stadt Salzgitter deckt ihre derzeitigen Angebote der verbindlichen Nachmittagsbetreuung über 4 Stunden an 5 Tagen pro Woche im Grundschulsegment ausschließlich über Hortgruppen ab. Eine Zählung aller zurzeit in einem Hortangebot befindlichen Grundschulkinder hat ergeben, dass in Salzgitter lediglich 8,24 % aller Kinder, die eine Grundschule besuchen, ein entsprechendes Betreuungsangebot wahrnehmen. Diese Quote im Bereich Hortbetreuung setzt sich wie folgt zusammen:

 

Gesamtschülerzahl Grundschulen Jahrgang 2011/2012                                  3.564

 

Vorhandene Hortplätze                                                                                                          236

Betreuungsquote Hort                                                                                                     6,61 %

 

zzgl. Kinder in Tagespflege                                                               47          + 1,32 %

Betreuungsquote Hort + Tagespflege                                                                         7,93 %

 

zzgl. Kinder in altersübergreifenden Kita-Gruppen (AÜ)     11              + 0,31%

 

Betreuungsquote Hort + Tagespflege + AÜ (Gesamtquote)                 8,24 %

 

 

b) Ganztagsgrundschulen

 

Daneben gibt es an den Grundschulstandorten Altstadtschule, Am Gutspark, Dürerring und Ziesberg ein unterschiedlich ausgestaltetes Ganztagsangebot. Die Betreuungsquoten an den genannten Standorten stellen sich wie folgt dar:

 

Altstadtschule (4-Tages-Angebot)

 

Schüler insgesamt                                          194

 

Kinder in Ganztagsbetreuung                91                             (schulinterne Quote: 49,9 %)

 

1 Tag                                                                        20                           

2 Tage                                                          22

3 Tage                                                          16             

4 Tage                                                          33

 

GS Am Gutspark (3-Tages-Angebot)

 

Schüler insgesamt                                          127

 

Kinder in Ganztagsbetreuung              114                            (89,8 %)

 

1 Tag                                                                        60

2 Tage                                                          37

3 Tage                                                          17

 

GS Dürerring (4-Tages-Angebot)

 

Schüler insgesamt                                          230

 

Kinder in Ganztagsbetreuung              160                            (69,6 %)

 

1 Tag                                                                        41

2 Tage                                                          56

3 Tage                                                          23

4 Tage                                                          40

 

GS Am Ziesberg (3-Tages-Angebot)

 

Schülerzahl                                                         239

 

Kinder in Ganztagsbetreuung              112                            (49,9%)

 

1 Tag                                                                        74

2 Tage                                                          31

3 Tage                                                            7

 

Betreuungsquote Ganztagsgrundschulen:              

477 von 3.564 Grundschulkindern insgesamt entspricht              13,4 %

Gesamtquote: Hortbetreuung (a) und Ganztagsschule (b) = 21,6 %

 

 

 

 

Allerdings besitzt diese Zahl nur eine beschränkte Aussagekraft, da darauf hingewiesen werden muss, dass die aufgeführten Grundschulen kein verlässliches Fünf-Tage-Angebot vorhalten.

 

 

2. Einschätzung des zukünftigen Bedarfs

 

Sowohl im Krippen-, Kita- und Hortbereich als auch im Grundschulbereich sollen die derzeit vorhandenen Betreuungsplätze in den nächsten 5 Jahren ausgebaut werden. Die Verwaltung strebt dabei eine Betreuungsquote von 50% an. Für die Hälfte eines Geburtsjahrgangs in den Altersstufen 0 14 Jahre sollen in den entsprechenden Einrichtungen an fünf Tagen in der Woche von 07.00 17.00 Uhr verbindliche Betreuungsangebote vorgehalten werden. Die derzeitigen Betreuungsquoten bewegen sich bei den 0 10 jährigen Kindern zwischen 20 und 28%. Bei den 11 14 jährigen Schulkindern ist durch das gute Ganztagsschulangebot in Salzgitter die anstrebte Betreuungsquote mit aktuell 58% bereits erfüllt.

 

Zurzeit befinden sich 692 Kinder in den Kindertagesstätten in der Ganztagsbetreuung, weil sie aufgrund der beruflichen oder sozialen Situation der Eltern einen Ganztagsplatz belegen können. Es ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl dieser Kinder auch in der Grundschule nach Schulschluss auf ein entsprechendes Betreuungsangebot angewiesen ist. Gerade unter dem immer wichtiger werdenden Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein verlässliches Ganztagsschulangebot an fünf Tagen in der Woche für die Standortentwicklung zwingend notwendig.

 

Auch in Salzgitter ist zu beobachten, dass zunehmend mehr junge Menschen keinen ausreichenden Schulabschluss für eine Ausbildung oder weiterführende Bildungsnge erreichen. Besonders hoch ist dieser Anteil bei Jungen und bei ausländischen Schülerinnen und Schülern. In dieser Bevölkerungsgruppe erreichen 16,2 % den Hauptschulabschluss und 64,2 % der Schulabgänger den Sekundarabschluss I. Der Anteil der Abiturienten liegt hingegen in dieser Gruppe nur bei 6,4 % (bei den deutschen Schulabgängern beträgt diese Quote 21,7 %). Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss liegt bei den ausländischen Schülern bei 11,6 % (deutsche Schulabnger 6,7 %). Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen für den größeren Personenkreis der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund korrespondieren. 27 % der Schüler an den Förderschulen mit Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung sowie Schwerpunkt Lernen sind Ausländer. An diesen Schulen ist zudem der Jungenanteil mit 63,7 % überdurchschnittlich hoch.

 

An den Grundschulen in Salzgitter werden 726 Kinder unterrichtet, die eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Das entspricht einer Quote von 20,4 %. Zu diesen Kindern kommen noch einmal etwa 20 % hinzu, die über einen Migrationshintergrund verfügen. Sowohl die PISA- als auch die IGLU-Studie kommen zu dem Ergebnis, dass der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund durchschnittlich um die genannten 20 % höher ist als der Anteil der Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

 

Vor diesem Hintergrund sieht die Verwaltung eine erhebliche Lücke zwischen den vorhandenen Betreuungsplätzen und dem zu erwartenden Bedarf, der prioritär über die Einführung der Offenen Ganztagsschule im Grundschulbereich geschlossen werden soll. Angestrebt wird eine Betreuungsquote von 50 % auch im Grundschulbereich, wovon 20 % durch die parallel geplanten Erweiterungen im Segment Hort erreicht werden. Die restlichen 30 % sollen durch die Einführung der Offenen Ganztagsschule im Grundschulbereich abgedeckt werden, die ebenfalls ein verlässliches Ganztagsangebot an fünf Tagen in der Woche und in den Ferien vorhält.  

 

 

3. Die offene Ganztagsschule im Grundschulbereich

 

Die Einführung der Offenen Ganztagsschule im Grundschulbereich (kurz: OGS) entsprechend des Erlasses des Niedersächsischen Kultusministeriums vom 16.03.2004 bietet die Chance zur Entwicklung umfassender Konzepte zum Wohle der Kinder unter einem Dach. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass seitens des Landes nur eine unzureichende finanzielle Förderung der Offenen Ganztagsschulen erfolgt.

 

Die Entwicklung der letzten Jahre verlangt eine Neuausrichtung der kommunalen Bildungslandschaft. Unter der Prämisse Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf der einen Seite und der Förderung von Teilhabe- und Bildungschancen von Kindern unabhängig von ihrer Herkunft auf der anderen Seite sind der öffentliche Bildungsträger und die Kommune gefordert, neue Angebotsstrukturen im Bereich der Nachmittagsbetreuung von Schulkindern zu entwickeln. Diese Angebote stellen eine Reaktion auf bildungs- und sozialpolitische Herausforderungen dar, wie sie auch in Salzgitter vorzufinden sind.

 

Schule als „Lern- und Lebensort“sst sich konkret nur kleinräumig und bedarfsorientiert realisieren. Sie wird in diesem Sinne als integraler Bestandteil kommunaler Schul- und Jugendpolitik verstanden. Gefragt ist hier neben der Schule insbesondere der Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe, aber auch andere relevante gesellschaftliche Organisationen, vorrangig aus den Bereichen Jugendarbeit, Freizeit, Kultur und Sport.

 

Konzeptioneller Leitgedanke bei der Entwicklung entsprechender Programme ist die konkrete Zusammenarbeit der Verwaltungsbereiche Schule und Jugendhilfe innerhalb eines verbindlich definierten Handlungsrahmens. Die effiziente Qualitätsentwicklung der Angebote bedarf der kontinuierlichen Unterstützung durch eine integrierte, lebensweltorientierte, sozialpädagogische Fachberatung.

 

Schule und Träger der Jugendhilfe bilden hier erstmals eine Verantwortungsgemeinschaft zur Ausgestaltung der Offenen Ganztagsgrundschule. Schwerpunkt der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule wird die Gestaltung des Nachmittagsangebotes in der OGS sein.

 

Sollen die gesteckten Ziele erreicht werden, so reicht die vom Land Niedersachsen derzeit gewährte Mindestausstattung bei Weitem nicht aus, um das Angebot ausreichend mit entsprechenden Fachkräften auszustatten. Insofern ist die Kommune derzeit gefordert, offene Ganztagsschulen mit einem verbindlichen Angebot an fünf Tagen in der Woche mit zusätzlichen kommunalen Mitteln auszustatten. Basierend auf Erfahrungswerten aus vergleichbaren Kommunen ist mit Gesamtkosten in Höhe von 750.000 € zu rechnen. In Salzgitter werden für das Erreichen einer Quote von 50 % 1.400 Ganztagsschulplätze benötigt. 

 

Bei der Entwicklung eines Kooperationsmodells, das ein Mindestmaß an Qualität sicherstellt, sind folgende Dinge verbindlich festzulegen:

 

1.               Verankerung der Nachmittagsbetreuung direkt in den Schulen. Die Schulen werden verbindliche und verlässliche Partner für die Durchführung von Betreuungsangeboten.             

2.               Installation von zusätzlichen Kurs- und AG-Aktivitäten, insbesondere in Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden aus den jeweiligen Stadtteilen.

3.               Einsatz von Lehrkräften im Nachmittagsbereich.

 

 

4. Konzeptskizze zur Errichtung weiterer Ganztagsschulen

 

a) Allgemeine Voraussetzungen

 

Das niedersächsische Schulgesetz schreibt vor, dass Schulen nur bei Vorliegen eines pädagogischen Konzeptes sowie der organisatorischen, personellen und sächlichen Voraussetzungen  in eine Ganztagsschule umgewandelt werden können. Das kann allerdings nur im Einvernehmen zwischen Schule und Schulträger erfolgen (vgl. § 23 NSchG). Der Schulträger ist verpflichtet, die infrastrukturellen Voraussetzungen vorzuhalten; in der Regel sind dies Räume für Mittagessenversorgung (Mensa) und Freizeitaktivitäten. Im Ganztagsbetrieb stellt sich insbesondere die Finanzierung der laufenden Kosten für Mittagessen und Betreuungsangebote problematisch dar. Das Land beteiligt sich nicht an den Kosten für das Mittagessen und leistet auch nur unzureichende Unterstützung für die Nachmittagsangebote.

 

Die Einrichtung bedarf in der Regel eines Vorlaufes von etwa zwei Jahren (Planung, Erarbeitung eines pädagogischen Konzepts, Ratsbeschluss, Antragsverfahren, bauliche Realisierung), bevor eine Schule tatsächlich als Ganztagsschule in Betrieb gehen kann. In den nachfragestarken Bereichen Lebenstedt bzw. Fredenberg und Thiede werden daher zur kurzfristigen Deckung der Bedarfe zusätzliche Hortkapazitäten geschaffen (s. Vorlage 0223/16), die mittelfristig in die dann eingerichteten Ganztagsschulen integriert werden.

 

 

b) Bestands-, Bedarfs- und Standortanalyse

 

Zurzeit werden in Salzgitter 15 Schulen als Ganztagsschulen geführt (davon wie zuvor beschrieben vier Grundschulen).

 

Bei der Bedarfsanalyse hat die Verwaltung geprüft, ob sich alle Schulstandorte eignen, um zu Ganztagsschulen umgewandelt zu werden. Nach Auffassung der Verwaltung scheiden die einzügigen Grundschulen auf Grund der geringen Schülerzahlen und der fehlenden Raumressourcen schon im Vorfeld aus. Der Fokus wurde also vorrangig auf die größeren Grundschulen in den Stadtteilen Lebenstedt, Bad, Thiede und Gebhardshagen gelegt.

 

Zu den einzelnen Grundschulen werden zu den Bestandszahlen und bezüglich der Ganztagsschulplanung folgende Aussagen getroffen:

 

geplante

Umwandlung in eine Ganztagsschule

Grundschule

Schüler-
zahlen

Anzahl Züge

Ganztags- schule   seit

Raum-über-
nge

mittel-
fristig

lang-
fristig

nein

St. Michael

164

2

 

nein

 

2015

 

Am Ostertal

376

4

 

nein

 

2017

 

Am See

281

3

 

nein

 

2016

 

Kranichdamm

316

4

 

nein

 

2016

 

Fredenberg

225

2-3

 

ja

2013

 

 

rerring

230

2-3

01.08.2009

nein

 

 

 

Hallendorf

115

1-2

 

ja

 

 

X

Lesse

69

1

 

nein

 

 

X

Lichtenberg

135

1-2

 

nein

 

 

X

Altstadtschule

194

2-3

01.08.2010

nein

 

 

 

Am Ziesberg

239

3

01.08.2008

nein

 

 

 

Waldschule

62

1

 

ja

 

 

X

Wiesenstraße

220

2-3

 

ja

2014

 

 

Ringelheim

65

1

 

nein

 

 

X

Am Sonnenberg

235

2-3

 

ja

2014

 

 

Steterburg

194

2-3

 

ja

2014

 

 

Thiede

256

3

 

nein

 

2017

 

Am Gutspark

127

2

01.08.2009

ja

 

 

 

 

 

Grundschule St. Michael/Grundschule Am See

Die Raumsituation der beiden Grundschulen lässt keine Nutzungserweiterung zu Ganztagsschulen zu. Die Einrichtung von Ganztagsschulen an diesem Standort kann nur durch kostenintensive Anbauten realisiert werden. Die Verwaltung prüft, ob durch eine Standortverlagerung der GS St. Michael die räumliche Situation für beide Grundschulen verbessert und damit dann die Umwandlung in Ganztagsschulen realisiert werden kann. Diese Planung könnte in den Haushaltsjahren 2015 und 2016 umgesetzt werden.

 

Grundschule Am Ostertal

Die Raumsituation lässt eine Umwandlung in eine Ganztagsschule unter der Voraussetzung weiterer rückläufiger Schülerzahlen voraussichtlich erst zum 01.08.2017 zu.

 

Kranichdammschule

Die Einrichtung einer Ganztagsschule ist frühestens zum 01.08.2016glich, da derzeit die dafür benötigten Unterrichtsräume noch vom Förderschulzweig „Sprache“ genutzt werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass nach Umsetzung der Inklusion ein Schülerrückgang eintreten wird, so dass für Ganztagsschulzwecke die dann erforderlichen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

 

Grundschule Fredenberg

Die derzeitige und mittelfristige Raumsituation ist gekennzeichnet durch erhebliche Raumübernge, so dass hier ab 01.08.2013 eine Ganztagsgrundschule sowie ab 01.08.2012 übergangsweise eine Hortbetreuung realisiert werden können. Die Unterbringung der Ganztagsschule ist nach baulicher Umgestaltung des Hochtraktes möglich.

 

Grundschule An der Wiesenstraße

Die Grundschule An der Wiesenstraße verfügt über ausreichende Raumkapazitäten. Vorübergehend sind hier schon zwei Hortgruppen, die Stadtteilbibliothek SZ-Bad und der Verein N-21 (Lehrerfortbildung) untergebracht. Die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb wird zum 01.08.2014 angestrebt und berücksichtigt auch die geplante Zusammenlegung mit der GS Altstadtschule zum 01.08.2016.

 

Grundschule Am Sonnenberg

Die Raumkapazitäten der Grundschule Am Sonnenberg erlauben bereits zum 01.08.2014 die Einrichtung eines Ganztagsbetriebes.

 

Grundschule Steterburg

Die derzeitige Raumsituation ist ebenfalls von Raumüberhängen gekennzeichnet. Durch den zu erwartenden Umzug der Kita in das Nebengebäude ist eine Umgestaltung des Hauptgebäudes notwendig. Im Erdgeschoss ist bereits eine Vorbehaltsfläche für die Mittagessenversorgung im Rahmen einer möglichen Ganztagsschule eingeplant. Die Maßnahme soll zum 01.08.2014 realisiert werden.

 

Grundschule Thiede

Im Gebäude der Grundschule Thiede kann derzeit und mittelfristig keine Ganztagsbetreuung wegen mangelnder Raumkapazitäten durchgeführt werden. Hier könnten nur durch einen kostenintensiven Erweiterungsbau die erforderlichen Räumlichkeiten geschaffen werden. Unabhängig davon wird die Kooperation mit dem KJT Thiede fortgeführt. Zum 01.08.2017 erscheint bei weiterem Schülerrückgang die Umwandlung zur Ganztagsschule möglich.

 

Fazit

Zusammengefasst bleibt festzustellen, dass bei Umsetzung dieses Konzeptes neun weitere Grundschulen zu Ganztagsschulen umgewandelt werden können. Damit könnten dann mit den bereits vier bestehenden Ganztagsgrundschulen insgesamt 13 Grundschulen als Ganztagsgrundschulen geführt werden.

 

 

c) Pädagogische Voraussetzungen

 

Grundsätzliche Voraussetzung für eine Kooperation zur Nachmittagsgestaltung der OGS ist ein auf die konkreten sozialräumlichen Rahmenbedingungen vor Ort bezogenes Konzept, das gemeinsam von der Schule, der Jugendhilfe und den möglichen Kooperationspartner entwickelt wird. Hier sind insbesondere die Schulen Lehrer, Leitung und Schulvorstand engmaschig partizipatorisch in den Entwicklungsprozess des pädagogischen Konzeptes einzubeziehen. Das so entstehende pädagogische Konzept orientiert sich an folgenden Rahmenbedingungen:

 

1.               Es werden ausschließlich Kooperationspartner aus dem Einzugsgebiet der Schule eingebunden. Zielsetzung ist die Entwicklung einer Stadtteilschule.

2.               Die spezifischen Lebenswelten von Jungen und Mädchen werden bei der Gestaltung der Inhalte stets berücksichtigt.

3.              Neben der verbindlichen Betreuung wird ein Programm aus Kursen, Projekten, Arbeitsgemeinschaften und ähnlichen Aktivitäten angeboten,  dessen konkrete Ausgestaltung die Schule gemeinsam mit dem Träger der Betreuungsangebote sowie den im Stadtteil befindlichen Vereinen und Institutionen vornimmt.

4.               Elemente der Kinder- und Jugendbeteiligung sind verbindlicher Bestandteil der jeweiligen Konzepte.

 

Konzepte, die diese Voraussetzungen erfüllen, bilden eine stabile und nachhaltige Grundlage, damit sich Kinder zu eigenständigen, belastbaren und verantwortungs-bewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft entwickeln können.

 

 

d) Organisatorische Voraussetzungen

 

1.              In einer Offenen Ganztagsgrundschule wird an 5 Tagen in der Woche bis jeweils 15.00 Uhr ein entgeltfreies, verlässliches Betreuungsangebot vorgehalten.

2.              Weitergehende Angebote sind in Form der Schulkindbetreuung in den Schulen bis maximal 17.00 Uhr entgeltpflichtig möglich.

3.              In der Ferienzeit wird ein die Offene Ganztagsschule im Grundschulbereich ergänzendes, bedarfsgerechtes und entgeltfreies Betreuungsangebot zur Vergung gestellt, das ebenso verlässlich gestaltet ist wie das Angebot in der Schulzeit.

 

 

e) Administrative Erfordernisse

 

1. Infrastruktur

Die Einrichtung weiterer Ganztagsschulen bedarf in der Regel baulicher Maßnahmen. Dies soll nicht durch Neu- bzw. Erweiterungsbauten erfolgen, sondern durch kostengünstigere bauliche Umgestaltungsmaßnahmen in vorhandenen nicht mehr für Unterrichtszwecke benötigten Schulräumen. Für die Schaffung der Räume für die Mittagessenversorgung und für Freizeitaktivitäten muss je nach Gebäudezustand und Zuschnitt der Räume mit einem Investitionsaufwand (Bau und Ausstattung) von durchschnittlich 330.000 € je Schule gerechnet werden. Der Gesamtinvestitionsbedarf für die Einrichtung weiterer neun Ganztagsgrundschulen in dem Zeitraum 2013 2017 beträgt demnach 3.000.000 €. Die Mittel sind in der Investitionsplanung des Haushaltsplanentwurfs 2012 bereits mit 1,89 Millionen berücksichtigt.r 2015 und 2016 sind im Haushaltssicherungskonzept die verbleibenden 1,11 Millionen veranschlagt.

 

2. Aufwand für Betreuungsangebote

Die Verwaltung entwickelt zu diesem Zweck einen Grundsatzkatalog für die Förderung von Betreuungsangeboten in den Schulen. Diese Grundsätze bilden die Grundlage für die gegebenenfalls notwendige finanzielle Beteiligung der Stadt Salzgitter ab 2013 an der Ausgestaltung der Offenen Ganztagsschule im Grundschulbereich. Die Verwaltung schätzt den jährlichen Betreuungsaufwand in der Endausbaustufe für alle Ganztagsgrundschulen auf 750.000 € (die he des Mittelbedarfs ist primär abhängig von der Anzahl der vorhandenen Ganztags-schulplätze; der genannte Betrag wird somit erst 2017 in vollem Umfang erforderlich). Der konkrete Mittelbedarf ergibt sich aus den jährlich durchzuführenden Bedarfsabfragen in den Offenen Ganztagsgrundschulen sowie dem Umfang der finanziellen Unterstützung durch das Land Niedersachsen.

 

Das Kernangebot im Zeitraum zwischen 13.00 und 15.00 Uhr bleibt kostenfrei, lediglich für die Betreuung zwischen 15.00 und 17.00 Uhr wird ein Entgelt in Höhe von 15 €/Monat bei Betreuung bis 16.00 Uhr und 30 €/Monat bei Betreuung bis 17.00 Uhr erhoben. Die genaue Angebots- und Gruppenstruktur wird durch einen Kooperationsvertrag geregelt, der mit den einzelnen Grundschulen abgeschlossen wird.

 

3. Administrative Umsetzung/Prozessbegleitung/Unterstützung der Schulen

Es ist notwendig, eine Servicestelle Ganztagsschulen einzurichten und diese mit einer Fachkraft entsprechend personell auszustatten. Für die jährlich anfallenden Kosten in Höhe von ca. 45.000 €nnen zumindest befristet bis Ende 2013 Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BUT) des Bundes verwendet werden. Die Aufgaben der Fachkraft werden vorrangig in der grundsätzlichen Akquise von Angeboten, in der praktischen Organisation und in der Beratung der Schulen liegen. Die Fachkraft begleitet die Schulen auf ihrem Weg zu einer Ganztagsschule.

Als mögliche Kooperationspartner für Angebote im Nachmittagsbereich, mit denen der Fachdienst Bildung grundsätzliche Verhandlungenhrt, kommen beispielsweise in Betracht:

·         Sport- und Freizeit GmbH

·         Volkshochschule Salzgitter

·         Stadtbibliothek

·         Fachdienst Kultur

·         Kinder- und Jugendtreffs der Stadt Salzgitter

 

Die konkrete Ausgestaltung und Planung der Angebote obliegt weiterhin den Schulen.

 

Die Arbeit der Fachkraft wird durch eine entsprechende Evaluierung begleitet. Auf Basis der Evaluierungsergebnisse sollte im Laufe des Jahres 2013 eine fundierte Entscheidung über den Fortbestand der Personalstelle getroffen werden.

 

 

f) Weiteres Vorgehen

 

Die Verwaltung hat im Februar alle Grundschulen im Rahmen einer Informationsveranstaltung über das Leitziel der Stadt, die Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich gezielt zu steigern, unterrichtet. Den Schulen wurde Unterstützung bei der Umsetzung dieses Zieles zugesichert. Die Einrichtung der Ganztagsschulen soll im engen Dialog mit den Schulen erfolgen.

In einem zweiten Schritt soll in Arbeitsgesprächen mit den jeweiligen Grundschulen ein Raumkonzept erstellt werden, das dann gemeinsam mit dem vorrangig von der Schule zu entwickelnden pädagogischen Konzept Grundlage für Ratsbeschlüsse und Antragstellung bei der Landesschulbehörde ist.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:  

 

Die Finanziellen Auswirkungen sind in der Ziffer 4 e) dargestellt.

 

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