Vorlage - 0519/16

Betreff: Richtlinie Familienförderung
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis
16.02.2012 
2. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Anlage/n

Mitteilung:

 

Der Fachdienst Kinder, Jugend und Familien hat für das Jahr 2012 wie in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschuss am 19.01.2012 schon mündlich mitgeteilt mehrere neue Projekte für Kinder und Eltern aufgelegt bzw. erweitert.

 

Diese Projekte wurden dem bereits gut etablierten Familienservicebüro angegliedert und werden zukünftig von diesem gesteuert. Die bisherigen Schwerpunkte des Familienservicebüros waren Akquise, Ausbildung und Vermittlung von Tagespflegepersonen sowie Großtagespflegestellen, Gesundheits- und Sprachförderung in der Kindertagesbetreuung, Kooperation Kindertagespflege und Kindertagesstätte. Bereits Ende 2010 angegliedert wurde die Fachstelle Migration, welche den Schwerpunkt Babybegrüßungspakete und Elterntraining für Eltern mit Migrationshintergund betreibt.

 

Zu diesen Projekten wurden entsprechende Fördermittel aus dem Programm „Familienförderung“ des Landes Niedersachsen eingeworben.

 

Folgende Projekte werden auf Basis dessen im Jahr 2012 umgesetzt:

 

1.       Familienzentren in Salzgitter

 

Die Aufgabe eines Familienzentrums (Eltern-Kind-Zentrum) ist der „Knotenpunkt“ in einem neuen Netzwerk zu werden, das Kinder individuell fördert und Familien umfassend berät und unterstützt. Ziel ist die Zusammenführung von Bildung, Erziehung und Betreuung als Aufgabe der Kindertageseinrichtungen mit Angeboten der Beratung und Hilfe für Familien. Die Förderung von Kindern und Unterstützung der Familien können dann Hand in Hand gestaltet werden. Die gesamte Familie soll in die Lage versetzt werden gesellschaftlichen Anforderungen zu genügen.

Nach dem Grundlagenbericht des Deutschen Jugendinstituts (München) braucht jedes Familienzentrum eine Fundierung im „kommunalen Gesamtkonzept“. Eltern-Kind-Zentren sind „Bildungs- und Erfahrungsorte, die an nachbarschaftliche Lebenszusammenhänge anknüpfen und die Selbsthilfepotentiale der Eltern nutzen“. Sie sollen so soziale Netzwerke unterstützen und fördern. Ein spezifisches Beratungsangebot richtet sich nach den Bedürfnissen der konkreten Zielgruppe einer Kita. Diese zielgruppenspezifischen Schwerpunkte können z.B. sein:

 

·         Hilfe bei der Herstellung der Balance zwischen Familie und Beruf

·         Bearbeitung der Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit, welche zum Armutsrisiko und zum Rückzug aus sozialen Bindungen führt

·         Unterstützung von Kindern, die von Scheidung betroffen sind

·         Unterstützung von Integrationsbemühungen in Migrantenfamilien

·         Orientierungshilfe für verunsicherte Eltern

·         Auffangen problematischer Folgen aus Globalisierungsprozessen

·         Eltern sollen aktiv Bildungsprozesse bei ihren Kindern unterstützen

 

Es ist angestrebt mittelfristig alle Kindertagesstätten zu Familienzentren auszubauen. In der ersten Phase des Modellprojektes wurden fünf Standorte ausgewählt, die die Arbeit erproben und in enger Kooperation mit einer Partner-KiTa Projekte durchführen,  Erfahrungen weitergeben und so die Weiterentwicklung der Partner-KiTa zu einem Familienzentrum unterstützen.

 

r das Modellprojekt „Familienzentren in Salzgitter“ sind fünf Standorte ausgewählt worden, die aufgrund ihrer sozialräumlichen Indikatoren auffällig sind. Folgende Indikatoren wurden zu Grunde gelegt:

1.       Arbeitslosenquote

2.       Anteil ALG-II-Bezug

3.       Anteil Alleinerziehende

4.       Anteil von Migrantinnen und Migranten

5.       Anteil Hilfen zur Erziehung

 

Ausgewählte Kindertagesstätten in der ersten Phase:

 

1.       Die Kindertagesstätte Christ-König befindet sich in Salzgitter-Bad in der Ost- und Westsiedlung. Dieser Bereich ist ein Planungsbereich des Bundesprogramms Soziale Stadt und gleichzeitig bereits seit vielen Jahren Fördergebiet der sozialräumlichen Programme „LOS“ bzw. zuletzt „Stärken vor Ort“. Eine Kooperation mit der KiTa Sandbrink ist angestrebt.

 

2.  Die Kindertagesstätte St. Bernward in Salzgitter-Thiede hat sich insbesondere im  
    Bereich der Inklusion frühzeitig engagiert. Eine enge Kooperation mit der KiTa
    Steterburg ist angestrebt.

 

3.              Die Kindertagesstätte St. Elisabeth befindet sich in Salzgitter-Lebenstedt unmittelbar angrenzend an das Quartier Seeviertel, das seit 2008 Fördergebiet des Bundesprogramms Stadtumbau West ist. Eine Kooperation mit der KiTa St. Markus ist angestrebt.

 

4.              Die Kindertagesstätte Wilhelm-Kunze-Ring grenzt ebenfalls an das Seeviertel mit seinen sozialräumlichen Standortfaktoren erhöhter Anteil an Migrantinnen und Migranten sowie Zuzug von einkommensschwächeren Schichten durch günstigen Wohnraum und den damit verstärkt auftretenden Folgeproblematiken. Eine Kooperation mit der KiTa Gördelerstraße wird vorbereitet.

 

5.              Die Kindertagesstätte Purzelbaum befindet sich im Stadtgebiet Fredenberg, das ebenfalls Fördergebiet der sozialen Stadt ist. Fredenberg ist sozialräumlich gekennzeichnet durch einen erhöhten Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund und/oder Armutsproblematiken. Eine Kooperation mit der KiTa Wirbelwind ist vorgesehen.

 

 

2.       Qualifizierung von Elternbegleitern

 

Die Aufgaben der qualifizierten Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter sind vielfältig. Sie entsprechen ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich, den sie um neue Kompetenzen der Bildungsbegleitung von Familien erweitern. In Form einer aktivierenden Elternarbeit bieten sie Beratung und Elternangebote zur Stärkung der Bildungskompetenz an.

 

Elternbegleiter sollen durch die Qualifizierung zusätzliches Wissen und praktische Handlungskompetenz zu Bildungsverläufen von Kindern erhalten. Für die Bildungsbegleitung gewinnen sie neue Querschnittskompetenzen, wie zum Beispiel neue Ansätze für die Leitung von Gruppen, mehr Beratungskompetenz, Ideen für eine effiziente Netzwerkarbeit sowie interkulturelle und diagnostische Kompetenz.

 

 

3.       Starke Eltern Starke Kinder


 

Das Programm „Starke Eltern starke Kinder“ richtet sich vorrangig an Familien mit Migrationshintergrund und wird in Salzgitter bereits sowohl in deutscher als auch in türkischer Sprache angeboten. Das vom Deutschen Kinderschutzbund entwickelte Konzept des Programms „Starke Eltern starke Kinder“ dient der Stärkung und Unterstützung der Erziehungskompetenz der Eltern und gleichzeitig soll es den Kinderrechten in der Familie Geltung verschaffen.

 

Das Programm versteht sich als präventives Angebot der „anleitenden Erziehung“ und lässt sich daher als Frühe Hilfe in den Angebotskanon der Stadt Salzgitter integrieren.

 

Ziel des Modellprojektes „Starke Eltern starke Kinder in Kindertagesstätten“ ist es nun, auch Eltern zu erreichen, die die Angebote von Familienbildungsstätten nicht nutzen. Die Kindertagesstätte ermöglicht einen breiten, schichtübergreifenden Zugang zu den Familien.

 

 

4.       Nachbegleitung der Teilnehmer von „Starke Eltern starke Kinder“ durch regelmäßige Elternabende

 

 

Die Eltern sollen lernen, auch ohne kontinuierliche sozialpädagogische Unterstützung durch den regelmäßigen Kurs die erlernten Strategien dauerhaft anzuwenden. Die dabei möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten sollen im Rahmen der Elternabende angesprochen werden, so dass die Kursleiterin hier praktische Ratschläge zum Umgang mit diesen Schwierigkeiten geben kann. Nur so ist es möglich, dass die Teilnehmer die erlernten Mechanismen und Strategien nachhaltig einsetzen und die Kinder dauerhaft davon profitieren.

 

Dabei ist es wichtig, dass die bisherige Kursleiterin auch weiterhin die Elternabende begleitet, um die gewachsene Vertrauensverhältnis zu nutzen, damit die Teilnehmer ihre Probleme offen ansprechen.

 

5.       Projekt „Griffbereit“


Das bei der Evangelischen Familienbildungsstätte angesiedelte Projekt „Griffbereit“ soll vorrangig Eltern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit ihren Kindern im Altern von ein bis drei Jahren erreichen. Griffbereit ist auf die Bildungsbedürfnisse und -erfahrungen von Eltern mit Migrationshintergrund ausgerichtet. Es stellt ein niedrigschwelliges, sozialraumorientiertes und zweisprachiges Angebot dar, das viele alltagsrelevante Fragen von Familien mit Migrationshintergrund aufgreift.

 

Im Rahmen des Programms werden Eltern sowohl in deutscher Sprache als auch in ihrer Muttersprache angesprochen, wobei die Muttersprache vor allem dazu dient, den Müttern ein Gefühl von Sicherheit in einem ihnen vertrauten Umfeld zu geben.  Zielsetzung des Programms ist die Förderung der frühkindlichen Entwicklung durch konkrete dem Alter der Kinder angemessene Aktivitäten wie Spielen und der frühzeitige Erwerb von Sprachkompetenz.

 

Das Programm läuft zurzeit in den Kindertagesstätten in Steterburg und der Apostelgemeinde.

 

Als weitere Standorte kommen in Betracht:

 

1.       Kindertagesstätte Sandbrink

2.       Kindertagesstätte Heilige Dreifaltigkeit

3.       Kindertagesstätte Flachstöckheim

4.       Kindertagesstätte Purzelbaum

5.       Kindertagesstätte St. Markus

6.       Kindertagesstätte St. Lukas

 

 

6.       Elternmediation in Kindertagesstätten


Die Erfahrung zeigt, dass sich belastende Elternsituationen wie Arbeitslosigkeit, Konflikt- oder Trennungssituationen auf das Sozialverhalten der Kinder in den Kindertagesstätten auswirken. Vor diesem Hintergrund erleben die Erzieherinnen, dass auch die Eltern verunsichert sind und sich hilfesuchend an die Mitarbeiterinnen wenden, weil sie sich gegenüber ihren Kindern zum Teil inkonsequent verhalten. Die Zielsetzung der in Zukunft angebotenen Elternmediation besteht darin, die Situation der Paare zu verbessern und gegebenenfalls eine Trennung zu vermeiden, um so zu erreichen, dass das Wohl des Kindes wieder in den Mittelpunkt rückt und kontinuierlich die Erziehungsaufgabe umgesetzt werden kann. Eltern sollen wieder in die Lage versetzt werden ihre Erziehungsverantwortung auch bei Trennung aktiv wahrzunehmen. Der Fokus soll weg von der eigenen Betroffenheit klar auf das Kind gerichtet werden.

 

Das Konzept der Elternmediation soll in enger Kooperation mit den Kindertagesstätten entwickelt werden, um auch hier ein passgenaues Angebot für die Kindertagesstätten und die Hilfe suchenden Eltern erstellen zu können. Die Mediation wirkt stadtweit im Umfeld der Kindertagesstätten. Auch aus den Stadtteiltreffs und Stadtteilzentren heraus nnen Eltern bei der Familienmediatorin angemeldet werden.

 

7.       Elterntraining in der Kindertagespflege

 

Zunehmend sollen in der Kindertagespflege auch Kinder aufgenommen werden, deren Eltern erziehungsunsicher erscheinen, wo aber durch eine frühzeitige Stärkung der Erziehungs- und Sozialkompetenz eine Inanspruchnahme von Hilfen zu Erziehung vermieden werden kann. So kann es in der langfristigen Perspektive gelingen, durch ein dichtmaschiges Netzwerk aus früher Tagespflege und direkt anschließendem Kindergartenbesuch ein „Abrutschen“ in die Hilfen zur Erziehung zu vermeiden.

 

In einem ersten Pilotprojekt soll nun die Wirksamkeit einer 8-wöchigen Hospitationsphase der Eltern, vorrangig der Mütter, in der Tagespflegegruppe erprobt werden. Ziel ist es, im Rahmen einer speziellen Elternbegleitung für Familien, die frühzeitige Unterstützung und Anleitung im Umgang mit ihren Kindern benötigen, Erziehungskompetenzen zu vermitteln und Unsicherheiten im Umgang mit dem Kind und in der Erziehung abzubauen.

 

 

8.       Natur erleben für Eltern und Kinder

 

Vor dem Hintergrund eines erlebnispädagogisch orientierten Konzeptes sollen Eltern und Kinder, die bisher wenig Berührung mit Natur und ihrer Vielfalt hatten, ihre Umgebung und die Natur kennenlernen:

 

Die bereits für die Kinder- und Jugendtreffstige Umweltpädagogin entwickelt zu diesem Zweck eine Konzeption, um ihre Angebote möglichst niedrigschwellig für eine breite Bevölkerungsschicht anbieten zu können.

 

Mit dem Programm „Natur erleben für Eltern und Kinder“ werden mehrere sinnvolle Zielsetzungen auf einmal erreicht:

 

1.      Neben dem Lerneffekt im Hinblick auf das eigene Lebensumfeld stärkt das Programm auf einfache Weise die Freude an der Bewegung und am „Draußen sein“ und kann so dazu beitragen Familien beispielhaft zu eigenen gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren.

 

2.      Durch das gemeinsame Eltern-Kind-Erlebnis wird auf spielerische Weise die Eltern-Kind-Interaktion gestärkt.

 

3.      Das Programm vermittelt auf spielerische Weise die Freude am Forschen und Experimentieren und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Heranführung von Eltern und Kindern an das Thema Bildung.

 

Bestandteil des Projektes ist das immer beliebter werdende „Geocaching“(moderne Form der Schatzsuche).

 

 

9.              Einrichtung einer Fachstelle Bildungs- und Erziehungspartnerschaften innerhalb des Familienservicebüros

 

Die Bedeutung des Krippenbesuchs wird gerade in Familien mit Migrationshintergrund teilweise unterschätzt bzw. aufgrund tradierter Rollenklischees abgelehnt.

 

Die einzurichtende Fachstelle übernimmt die Koordination und Abstimmung mit den weiteren Trägern beim Einsatz von Integrationslotsen und Stadtteilmüttern. In diesem Kontext kooperiert die Fachstelle Bildungs- und Erziehungspartnerschaften eng mit der bestehenden Fachstelle Migration. Schwerpunkt der Fachstelle Bildungs- und Erziehungspartnerschaften ist die Förderungen aufsuchender Elternarbeit zur Stärkung der Elternbildung, gerade auch im Hinblick auf die Wichtigkeit des Krippenbesuchs.

 

Die einzurichtende Fachstelle koordiniert die Netzwerkarbeit mit Bildungsträgern der Elternbildung und ist Schnittstelle zu den Sozialpädagogischen Diensten des öffentlichen Jugendhilfeträgers. Als frühe Hilfe - im Vorfeld zu SPFH - werden Erziehungslotsen vermittelt, die mit den Eltern bereits in der Frühphase der Erziehung und Bildung gezielte Partnerschaften eingehen.

 

 

10.               Unterstützung von Familien in schwierigen Lebenslagen wellcome

 

Das Angebot richtet sich an Familien vorrangig mit Migrationshintergrund, die keine helfenden Angehörigen und Freunde in ihrer Nähe haben, die sie in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt unterstützen können. Um familiären Krisen- und Konfliktlagen durch Überforderung sei es durch die ungewohnte Situation mit dem Säugling oder durch mehrere kleine Kinder im Haushalt entgegenzuwirken, wird eine Laienhelferin in die Familie entsandt, die sie bei den alltäglich anfallenden Arbeiten unterstützen.

 

Das Programm soll vorrangig stadtteilbezogen in Krähenriede und dem Seeviertel durchgeführt werden.

 

 

11.               Unterstützung sozial benachteiligter Familien Opstapje

 

 

Erfahrungsgemäß nutzen Familien in schwierigen Lebenslagen, bildungsferne und sozial benachteiligte Familien sowie Familien mit Migrationshintergrund institutionelle Bildungsangebote für Kleinkinder bisher wenig. Allgemeine Informationsdefizite, mangelnde Zeit und Mobilit und mögliche Kosten sind Hinderungsgründe, die Angebote beispielsweise einer Familienbildungsstätte anzunehmen.

 

Zielsetzung ist die Förderung der kognitiven, motorischen und sozialen Entwicklung der Kinder im Kleinkindalter hin zu einem altersgemäßen Entwicklungsstand. Mit dem zu Grunde liegenden ganzheitlichen Ansatz gelingt es, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken.

 

Ehrenamtliche Betreuerinnen aus dem familiennahen Umfeld sorgen zudem für eine hohe Akzeptanz bei den Familien. Diese Laienhelferinnen werden durch eine sozialpädagogische Fachkraft, die das Angebot koordiniert und fachlich begleitet, unterstützt. Angeboten werden Lern- und Spielaktivitäten für die Altersgruppe ab 18 Monaten. Die Familien werden in der Regel bis zum Eintritt des Kindes in den Kindergarten begleitet, maximal jedoch 18 Monate.

 

 

12.              Erhöhung der Kommunikationsfähigkeit von Familien mit Migrationshintergrund Rucksack

 

Rucksack“ setzt seinen Schwerpunkt auf die Förderung der frühkindlichen Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung des Spracherwerbs in fremdsprachigen Familien. So soll durch die Förderung der Erstsprache (Muttersprache) das Interesse für die Zweitsprache (Deutsch) geweckt werden. Auf spielerische Art und Weise wird den Kindern die Bedeutung der Mehrsprachigkeit als Schüsselkompetenz vermittelt.

 

Im Stadtteil Fredenberg findet sich eine hohe Anzahl von Kindern mit im weitesten Sinne auffälligen Verhaltensweisen. Daneben zeigen die meist überforderten Eltern ein inkonsequentes, pädagogisch problematisches Verhalten gegenüber ihren Kindern.  In den dort lebenden Familien mit Migrationshintergrund wird in der Regel die Herkunftssprache gesprochen. In der konkreten Sprachförderarbeit hat sich die Notwendigkeit der verstärkten Einbindung der tter immer wieder gezeigt.

 

In drei multikulturellen Gruppen treffen sich ca. sieben bis zehn Frauen und ihre Kinder. In den Gruppen soll vorrangig Deutsch gesprochen werden, allerdings sind bei Bedarf auch muttersprachliche Gruppen denkbar. Für die Tätigkeit als Familienbegleiterin werden Mütter aus den Kindertagesstätten oder Frauen, die im Rahmen von Projekten des Programms „Stärken vor Ort“ mitarbeiten, akquiriert. Die Familienbegleiterinnen werden von einer pädagogischen Fachkraft mit Migrationshintergrund entsprechend angeleitet und ausgebildet.

 

 

13.               Multiplikatorenbildung von Familien mit Migrationshintergrund Stadtteiltter

 

 

Mit der Maßnahme sollen Familien in Salzgitter-Bad und dem Fredenberg erreicht werden, die als bildungsfern beschrieben werden.

 

Vorrangig werden Frauen zu Stadtteilmüttern ausgebildet, die selbst über einen Migrationshintergrund verfügen, da diese zum einen durch ihre eigene Herkunft, zum anderen aber auch über ihre Sprache einen leichteren Zugang zu den Familien finden.

 

Zu den Aufgaben der Stadtteilmütter gehört zum einen die aufsuchende Stadtteilarbeit in den Familien. Dort führen die Stadtteilmütter mit den Kindern zusammen gemeinsame Aktivitäten wie Spielen, Malen, Vorlesen und Singen durch. Des Weiteren geben Stadtteilmütter Informationen über das deutsche Bildungssystem und die Bedeutung der Kindertagesstätte als Bildungseinrichtung. Die Weitergabe von Informationen zur Gesundheitsvorsorge und über Angebote im Stadtteil rundet das Aufgabenprofil der Stadtteilmütter ab.

 

Mittelfristig ist die Implementierung entsprechender Angebote in den zurzeit in Planung befindlichen Familienzentren angedacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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