Vorlage - 0542/16

Betreff: Mittelfristige Schulentwicklungsplanung der Stadt Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:40 - Fachdienst Bildung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur Beschlussvorbereitung
03.05.2012 
5. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur zurückgestellt   
07.06.2012 
6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur geändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
23.05.2012 
8. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter zurückgestellt   
02.07.2012 
9. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Zur Schulentwicklung in Salzgitter werden folgende Beschlüsse gefasst:

 

1.        Die aktuellen Schulstrukturen mit den derzeitigen Schulstandorten bleiben im Wesentlichen bis zum 31.07.2016 unverändert erhalten.

 

2.        Es werden folgende schulorganisatorischen Maßnahmen getroffen:

Aufhebung der
Grundschule Waldschule zum 31.07.2012
Grundschule Lesse zum 31.07.2012
Schule Am Steinberg zum 31.07.2016
 

Errichtung einer Außensteller

die Grundschule Am Ziesberg im Schulgebäude „Waldschule“ ab 01.08.2012

die Grundschule Lichtenberg im Schulgebäude „Lesse“ ab 01.08.2012

 

3.        Die Schulbezirke der Stadt Salzgitter werden wie folgt modifiziert:

Zum 01.08.2012 wird der Schulbezirk der Grundschule Am Ziesberg erweitert um den ehemaligen Schulbezirk der Grundschule Waldschule (gemeinsamer Schulbezirk).

Zum 01.08.2012 bilden Stammschule und Außenstelle der Grundschule Lichtenberg jeweils einen eigenständigen Schulbezirk.

Zum 01.08.2016 wird der Schulbezirk der Pestalozzischule um den ehemaligen Schulbezirk der Schule Am Steinberg erweitert.

 

4.        Die Außenstelle Salder der Grundschule Am Ostertal bleibt vorerst bestehen.

 

5.        Die Schulentwicklungsplanung wird im Jahr 2015 auf die Notwendigkeit einer Fortschreibung zum 01.08.2016 überprüft, insbesondere ist dann über den Fortbestand der Außenstellen Salder, Waldschule und Lesse zu entscheiden.

 

6.        Die Verwaltung wird beauftragt,

die Genehmigung der schulorganisatorischen Maßnahmen nach § 106 NSchG bei der Landesschulbehörde zu beantragen,

die Satzung der Stadt Salzgitter über die Festlegung der Schulbezirke für die Schulen in Salzgitter nach Genehmigung der schulorganisatorischen Maßnah­men zu überarbeiten,

zeitnah über die Entwicklung der Schülerzahlen in Salzgitter und die sich daraus ergebenden möglichen Schulstrukturveränderungen zu berichten.

 

Begründung:

Mit Mitteilungsvorlage 5908/15 vom 16.02.2011 hat die Verwaltung ihre Planungs-überlegungen zur zukünftigen Schulstruktur in Salzgitter vorgelegt. Der Inhalt dieser Vorlage wurde in den Ortsräten und Ratsgremien in den Monaten März bis Mai 2011 ausführlich diskutiert.

Darüber hinaus haben der Oberbürgermeister und die Schulverwaltung im Frühjahr 2011 intensive Gespräche mit Schulleitungen und Elternvertretungen mit den von den Planungen betroffenen Schulen geführt. Die hier erfolgten Stellungnahmen sind in die Beschlussvorschläge der Verwaltung eingeflossen.

 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 25.05.2011 im Rahmen der Beratung der Vorlage 5908/15 mehrheitlich folgenden Beschluss gefasst:

Die Verwaltung wird gebeten, bei der Vorbereitung der Beschlussvorlage zur Schulstruktur in Salzgitter folgende Punkte zu berücksichtigen:

 

1.            Gymnasien:
Alle drei Gymnasien in der Stadt sind zu erhalten.
 

2.            Grundschulen:

a.       Der Einzugsbereich der Grundschule Waldschule wird der Grundschule Ziesberg zugeordnet.
Die Grundschule Waldschule wird als Außenstelle der Grundschule Ziesberg weitergeführt.

b.       Die Außenstelle Salder bleibt als Einrichtung der Grundschule Am Ostertal erhalten.

c.       Der Einzugsbereich der Grundschule Lesse wird der Grundschule Lichtenberg zugeordnet. Die Grundschule Lesse bleibt als Außenstelle der Grundschule Lichtenberg erhalten.

d.       Neben der Einrichtung eines Horts an der GS Fredenberg prüft die Verwaltung die Einrichtung von Hortplätzen an allen weiteren Grundschulen im Stadtgebiet.

 

3.            Allgemeines:                           

a.       Die Schuleinzugsbereiche sind daraufhin zu prüfen, ob sie immer noch eine gleichmäßige Verteilung der Schüler gewährleisten. Ggf. sind die Bereiche anzupassen.

b.       Bei der Wahl der Grundschule sind die Einzugsbereiche einzuhalten. Die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist restriktiv zu handhaben.

c.       Den Schulen im Stadtgebiet ist eine Planungssicherheit bis einschließlich Schuljahr 2015 / 2016 zu gewährleisten.

d.       Die Verwaltung wird gebeten, den Rat regelmäßig und rechtzeitig über die Entwicklung der Schülerzahlen im Stadtgebiet zu unterrichten. Insbesondere sind die Auswirkungen und zu erwartenden Veränderungen in der Schulstruktur frühzeitig mitzuteilen.

 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 29.02.2012 den vorgenannten Beschluss wie folgt modifiziert:

1.              Die Grundschule Lesse wird Außenstelle der Grundschule Lichtenberg, jede der beiden Grundschulen behält einen eigenständigen Schuleinzugsbereich.

2.              Die Grundschule Waldschule wird Außenstelle der Grundschule Am Ziesberg. Beide Grundschulen erhalten einen gemeinsamen Schuleinzugsbereich.

 

Diese vom Rat der Stadt beschlossenen Vorgaben sowie die im Frühjahr 2011 abge­gebenen Stellungnahmen der Schulen sowie Elternvertretungen sind Grundlage für die mittelfristigen Planungsvorschläge der Verwaltung zur Schulstruktur in Salzgitter. Das der Vorlage 5908/15 beigefügte Zahlenwerk ergänzt um die Schülerstatistik vom 15.09.2011 (siehe Anlage) dient weiterhin als Basis für die nachfolgenden Planungsaussagen.

 

 

Mittelfristige Planungsvorschläge zur Schulstruktur in Salzgitter

Die derzeitig in Salzgitter bestehende Schulstruktur soll im mittelfristigen Planungszeitraum (bis zum Schuljahresende 2015/2016) keine gravierenden Änderungen erfahren, so dass für die Schulen der Stadt Salzgitter mindestens vier Jahre Planungssicherheit gegeben ist.

Die Schulentwicklungsplanung soll im Jahr 2015 auf die Notwendigkeit einer Fortschreibung zum 01.08.2016 überprüft werden.

 

 

Grundschulen (GS)

Die Schülerzahlen in den 16 Grundschulen und 3 Grundschulzweigen sind gegen­über dem Vorjahr - wie in der Vorlage 5908/15 prognostiziert - weiter leicht zurückgegangen. Nach wie vor werden aber die Vorgaben zur Schulgröße erfüllt (1 4 Züge). Die Verwaltung hatte im Rahmen der Überprüfung der einzügigen Grundschulstandorte angeregt, für einige Grundschulen die schulorganisatorische Maßnahme der Aufhebung zu treffen. Nach den Diskussionen in den Ratsgremien und vor allem mit Schul- und Elternvertretern ist deutlich geworden, dass die kleinen Grundschulstandorte zumindest mittelfristig erhalten bleiben sollen. Dieses Ziel soll durch die Fortführung bzw. Bildung von Außenstellen realisiert werden.

Das Niedersächsische Schulgesetz geht allerdings von dem Regelfall aus, dass Schulen als einheitliche Organisationseinheiten räumlich gebündelt an einem Schulstandort errichtet und fortgeführt werden. Außenstellen sollen daher grundsätzlich nur als befristete „Interimslösung“ in Betracht kommen. Die Verwaltung schlägt daher vor, bestehende und zukünftige Außenstellen (Salder, Waldschule und Lesse) im Rahmen der zum 01.08.2016 vorgesehenen Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung auf deren Fortbestand zu überprüfen. In Abstimmung mit den betroffenen Grundschulen sollen zur Wahrung der Chancengleichheit ausgeglichene Klassenfrequenzen zwischen Stammschule und Außenstelle angestrebt werden.

 

Die Situation an der GS Waldschule ist weiter durch rückläufige Schülerzahlen. (durchschnittliche Jahrgangsstärke beträgt derzeit 16; Prognose: 15 Schulkinder) geprägt. Der Schulbezirk umfasst die Stadtteile SZ-Bad (Wald- und Talsiedlung), Gitter und Hohenrode. Die Schule wird seit dem 01.08.2008 kommissarisch vom Leiter der GS Am Ziesberg geführt.

In den Diskussionen mit der Schulleitung, den Elternvertretern und den politischen Gremien hat sich herauskristallisiert, dass zur Standortsicherung die GS Walschule als Außenstelle der GS Am Ziesberg geführt werden soll.

Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die GS Waldschule zum 31.07.2012 aufzuheben und gleichzeitig dort eine Außenstelle der GS Am Ziesberg zu errichten. Zur Standortsicherung muss für die Stammschule und die Außenstelle ein gemeinsamer Schulbezirk gebildet werden.

 

Aus Sicht der Verwaltung besteht nach wie vor keine zwingende Notwendigkeit die GS Lesse mit dem gebildeten Schulbezirk aus den Stadtteilen Lesse, Reppner und Osterlinde bei einer durchschnittlichen Jahrgangsstärke von zukünftig 21 Schulkindern kurzfristig aufzuheben (siehe dazu auch die Ausführungen in der Vorlage 5908/15).

Da die Schule aber seit 01.02.2010 kommissarisch von der Rektorin der GS Lichtenberg geleitet wird und eine Besetzung der vakanten Rektorenstelle in Lesse nicht sehr wahrscheinlich ist, bietet sich aus personalpolitischer Sicht eine Außen­stellenlösung mit der GS Lichtenberg als Stammschule an. Bei dieser Konstruktion können die Schülerzahlen an beiden Standorten addiert werden, sodass für die GS Lichtenberg dann eine Konrektorenstelle zur Verfügung steht. Synergieeffekte wären auch in der pädagogischen Zusammenarbeit zu erzielen. Die notwendigen schul­organisatorischen Maßnahmen (Aufhebung der GS Lesse und gleichzeitige Errichtung einer Außenstelle) sollen kurzfristig zum 01.08.2012 getroffen werden. Dabei sollen Stammschule und Außenstelle jeweils einen eigenständigen Schulbezirk bilden.

 

Die seit dem 01.08.2004 existierende Außenstelle der GS Am Ostertal in Salder kann bereits seit Jahren nur dadurch aufrecht erhalten werden, dass Grundschulkinder aus umliegenden Stadtteilen (insbesondere Lebenstedt und Bruchmachtersen) dort beschult werden. Die durchschnittliche Schülerjahrgangsstärke des Stadtteils Salder weist derzeit 8 und mittelfristig 10 Schülerinnen und Schüler auf.

In den Besprechungen mit den dortigen Elternvertretern ist deutlich geworden, dass die bestehende Kooperation zwischen Kindertagesstätte, Hort und Grundschule zumindest vorerst nicht durch die Aufhebung der Außenstelle gefährdet werden soll.

 

Die Aufhebung der GS Altstadtschule wird nicht vor dem 01.08.2016 angestrebt. Nach diesem Zeitpunkt ist allerdings eine „Zusammenlegung“ mit der GS An der Wiesenstraße im dortigen Schulgebäude angezeigt. Der Schulbezirk der GS An der Wiesenstraße müsste dann um den ehemaligen Schulbezirk der GS Altstadtschule erweitert werden. Es ist davon auszugehen, dass sich die Gesamtschülerzahl der beiden benachbarten Grundschulen dann dauerhaft auf eine Vierzügigkeit (max. 112 Schülerinnen und Schüler) reduziert hat.

Nachfolgend werden noch einmal die Argumente für die „Zusammenlegung“ skizzen­haft dargelegt.

Gründe für die Aufhebung der GS Altstadtschule:

·      begrenztes Raumangebot insbesondere für die Ganztagsschule

·      Barrierefreiheit kann auch mit hohem Investitionsaufwand nur unzureichend gewährleistet werden

·      beengte Schulhofsituation

 

Gründe für die Erweiterung des Schulbezirks Wiesenstraße:

·      sinnvolle Auslastung des Schulgebäudes

·      mit 25 allgemeinen Unterrichtsräumen, drei fachgebundenen Unterrichts­umen, zwei Mehrzweckräumen und zwei Turnhallen optimales Raumange­bot für eine dann vierzügige Grundschule auch als Ganztagsschule

·      großgiges Schulgelände mit vielen Sport- und Spielmöglichkeiten

·      Option zur Einrichtung einer Ganztagsschule mit relativ geringem Kostenauf­wand, da ausreichende Raumressourcen

 

Die Verwaltung wird die Entwicklung der Schülerzahlen an den beiden Grundschulen in den nächsten Jahren weiter beobachten und zeitnah einen geeigneten Realisie­rungstermin für deren „Zusammenlegung“ vorschlagen.

 

Als Anlagen sind aktuelle Schülervorausberechnungen zu den hier näher betrachte­ten Grundschulstandorten beigefügt.

 

Die Verwaltung strebt im Einvernehmen mit den Grundschulen an, den derzeitigen Bestand von vier Ganztagsgrundschulen durch weitere neun Ganztagsschul­standorte im Zeitraum von 2013 bis 2017 auszubauen (nähere Einzelheiten wurden bereits in der Vorlage 0336/16 dargestellt).

 

 

Hauptschulen (HS)

Mit dem Errichtungsbeschluss zur Integrierten Gesamtschule (IGS) wurde gleichzeitig die schrittweise Aufhebung der GHRS Amselstieg beschlossen. Der Hauptschulzweig Amselstieg wird somit zum 01.08.2014 nicht mehr existieren. Es verbleiben dann in Salzgitter nur noch vier Hauptschulen sowie der Hauptschulzweig der Schule Am Gutspark.

Aussagen über den Bestand der Hauptschulen können aus heutiger Sicht nur einge­schränkt getroffen werden, da das Übergangsverhalten zu anderen weiterführenden Schulen, insbesondere nach Errichtung IGS, nur unzureichend einzuschätzen ist.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass zukünftig die Hauptschulen zumindest in den Jahrgängen 5 7 nur noch einzügig geführt werden können.

Mittelfristig scheint der Bestand der Hauptschulen SZ-Bad, Am Fredenberg und An der Klunkau noch nicht gefährdet zu sein.

Die Schülerzahlen der Hauptschulen in Thiede und Flachstöckheim müssen dagegen ständig beobachtet werden, da hier seit zwei Schuljahren jeweils nur noch ca. 15 Schülerinnen und Schüler eingeschult werden.

 

Die Umwandlung der Hauptschulen in Oberschulen stellt für die Verwaltung jedoch keine Planungsalternative dar (siehe weitere Ausführungen unter Oberschulen).

 

Die Verwaltung schlägt vor, die Schülerzahlenentwicklung an den Hauptschulen weiter zu verfolgen und ggf. zum mittelfristigen Planungszeitraum entsprechende Planungsalternativen zu entwickeln. Im Bedarfsfall könnten jedoch seitens des Schulträgers kurzfristige Entscheidungen durch Änderung der Schulbezirke mit einhergehenden schulorganisatorischen Maßnahmen getroffen werden.

 

 

Realschulen (RS)

Die Schülerzahlen der Realschulen sind weiter leicht rückläufig; ihr Bestand ist aber weder mittel- noch langfristig gefährdet. Die Schulen können zwei- bis vierzügig fort­geführt werden und erfüllen damit die Vorgaben zur Schulgröße (2 4 Züge). Die mögliche Alternative, an den Standorten Gebhardshagen und Thiede Oberschulen zu errichten und darin die dortigen Realschulen aufgehen zu lassen, soll nicht weiter verfolgt werden (siehe weitere Ausführungen unter Oberschulen).

 

 

Gymnasien (GY)

Die Gesamtschülerzahlen an den Gymnasien haben sich nach Wegfall des 13. Schuljahrgangs verringert und weisen derzeit vierge (Lebenstedter Gymnasien) bzw. sechsge (Gymnasium SZ-Bad) auf. Mittelfristig wird eine Reduzierung um jeweils einen Zug erwartet. Die Vorgaben zur Schulgröße sind damit erfüllt (2 - 6 Züge im Sekundarbereich I, 3 Lerngruppen im Sekundarbereich II). Der Bestand der Gymnasien in Salzgitter ist zumindest mittelfristig nicht gefährdet.

 

 

rderschulen (FÖ)

Die Schülerzahlen in den Förderschulen sind leichtckläufig; dieser Trend wird sich verstärken, wenn das Land Niedersachsen die Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention nach schulischer Inklusion umsetzt. Das Land hat dazu am 20.03.2012 das Schulgesetz geändert und damit den Grundschulen spätestens ab dem Schuljahr 2013/14 den rechtlichen Rahmen zur Umsetzung der Inklusion und damit der individuellen Förderung eines jeden Schulkindes gegeben (siehe Landtagsdrucksache 16/4137). Das Gesetz sieht ab Schuljahr 2013/14 verpflichtend die schrittweise Aufhebung des Primarbereichs im Förderschwerpunkt Lernen vor; somit werden in diesemrderschwerpunkt ab Schuljahr 2016/2017 nur noch Schülerinnen und Schüler ab Jahrgang 5 beschult werden. Alle Grundschulen sollen zukünftig seitens des Landes mit einer sonderpädagogischen Grundversorgung ausgestattet werden. Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in demrderschwerpunkt Lernen haben dann künftig eine inklusive Grundschule zu besuchen.

 

Von dieser Neuregelung wird insbesondere die Schule Am Steinberg in SZ-Bad betroffen sein, da sich schon heute die Schülerzahl mit 74 Schülerinnen und Schülern als niedrig erweist. Die Schülerzahl wird sich nach Umsetzung der Inklusion noch weiter auf unter 50 Schülerinnen und Schüler reduzieren. Die Aufrechterhaltung des Schulstandortes wäre damit nicht mehr angezeigt.

Die Verwaltung schlägt daher vor, die Schule Am Steinberg wegen unzureichender Schülerzahlen zum 31.07.2016 aufzuheben. Die Beschulung der Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe I (ca. 10 pro Jahrgang) kann dann problemlos in der Pestalozzischule in Lebenstedt erfolgen. Diese Planungsabsicht wurde bereits im Sommer 2011 der Landessschulbehörde sowie der Schulleitung der Schule Am Steinberg vorgetragen und ist auf grundsätzliche Akzeptanz gestoßen.

 

Wesentliche Änderungen sind bei den übrigenrderschulen mit den Schwerpunkten Sprache (Kranichdammschule) und geistige Entwicklung (Maria-Montessori-Schule) mittelfristig nicht zu erwarten, da die Inklusion in freiwilliger Form eingeführt wird und damit die Entscheidung bei den Erziehungsberechtigten liegt, ob sie für ihre Kinder eine inklusive Beschulung wünschen.

 

 

Gesamtschulen (IGS)

Im Sinne der Weiterentwicklung einer pluralistischen Schullandschaft hat die Verwaltung mit Vorlage 3520/15 ab 01.08.2010 die schrittweise Errichtung einer Integrierten Gesamtschule im Schulzentrum Amselstieg im Stadtteil Lebenstedt vorgeschlagen. Diesem Vorschlag ist der Rat der Stadt mit Beschluss vom 25.03.2009 gefolgt.

Seitens der Verwaltung sind derzeit keine Initiativen bezüglich der Errichtung einer zweiten IGS im Süden des Stadtgebietes geplant, da die Entwicklung der Schülerzahlen und insbesondere das Anmeldeverhalten an der IGS in Lebenstedt weiter beobachtet werden sollen.

 

 

Oberschulen (OS)

Die Errichtung von Oberschulen an den Standorten Gebhardshagen und Thiede wird nicht weiter verfolgt, da nach den Erörterungen mit Schul- und Elternvertretern keine Notwendigkeit gesehen wird, diese neue Schulform zu errichten und gleichzeitig gut funktionierende Realschulen aufzuheben. Insoweit unterscheidet sich Salzgitter von einigen anderen Schulträgern, wo ein erheblicher Schülerrückgang gleichzeitig an benachbarten Haupt- und Realschulen gegeben ist und daher dort die Errichtung einer Oberschule eine denkbare Option zur Standortsicherung ist.

 

 

Schulen in privater Trägerschaft

Im allgemein bildenden Schulwesen gibt es in Salzgitter zwei Schulen in privater Trägerschaft.

In Gebhardshagen betreibt die Lebenshilfe die Tom-Mutters-Schule in Form einer Tagesbildungsstätte. Es handelt sich dabei um eine anerkannte Ersatzschule und zwar um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Die Schüler­zahl ist mit 71 Schülerinnen und Schülern vergleichbar hoch wie die der Maria-Montessori-Schule. Die private und öffentliche Schule kooperieren seit vielen Jahren miteinander.

Die Heinrich-Albertz-Schule in Watenstedt ist ebenfalls eine anerkannte Ersatzschule und beschult seit dem 01.08.2008 Grundschulkinder aus dem gesamten Stadtgebiet. Der private Schulträger strebt mittelfristig die Erweiterung seines schulischen Angebots um eine Sekundarstufe I (Jahrgänge 5 10) an. Diese soll wie auch die Grundschule zweizügig geführt werden. Die angestrebte Jahrgangsstärke von 50 Schulkindern entspricht dann ca. 6% eines Geburtsjahrgangs in Salzgitter.

Die Verwaltung spricht sich r eine pluralistische Schullandschaft in Salzgitter aus und begrüßt daher zusätzliche Schulangebote privater Träger in Salzgitter. Dies wird dokumentiert durch die bisherige kostenfreie Überlassung des ehemaligen Grundschulgebäudes in Watenstedt an den Trägerverein der Heinrich-Albertz-Schule sowie jährliche Zuschüsse zur Erstausstattung dieser Grundschule.

Die angestrebte Erweiterung der Heinrich-Albertz-Schule bedarf der Genehmigung der Landesschulbehörde; dabei ist dort das pädagogische Konzept, die Finanzierung des laufenden Betriebs und der Nachweis über entsprechende Raumkapazitäten vorzulegen. Nach Auskunft der Landesschulbehörde ist dort ein entsprechender Antrag eingegangen; über die Genehmigungsfähigkeit können derzeit noch keine Auskünfte erteilt werden. Die Verwaltung ist bereit, das Planungsvorhaben im Rahmen vorhandener Raumressourcen zu unterstützen. Eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt Salzgitter ist nicht möglich. Der Trägerverein sollte daher neben der bereits gewährten Finanzhilfe des Landes auch Drittmittel, insbesondere auch von der evangelischen Landeskirche, einwerben.

 

 

 

Allgemeine Planungsvorgaben

Die Verwaltung gibt zu den vom Rat der Stadt am 25.05.2011 getroffenen allgemei­nen Planungsvorgaben folgende Stellungnahme ab:

 

Die Schulbezirkennen wegen der örtlichen Struktur, den Schulwegen und der Schulgebäudegröße zwangsläufig nicht immer die gleiche Größe aufweisen. Eine gleichmäßige Verteilung der Schülerinnen und Schüler wird somit nicht immer zu gewährleisten sein.

 

Die Beachtung der vorgegebenen Schulbezirke ist bei der Wahl der Grundschule auch ein wichtiges Kriterium zur Sicherung des jeweiligen Grundschulstandortes. Die Erteilung der Ausnahmegenehmigungen obliegt der zuständigen Schule; der Schulträger und der Träger der Schülerbeförderung haben in diesem vom Kultusministerim vorgegebenen Verfahren lediglich Stellungnahmen abzugeben.

Die Verwaltung wird die Schulen bitten, bei der Erteilung der Ausnahmegenehmigungen restriktiv gemäß den gesetzlichen Vorgaben vorzugehen.

 

Mit der hier vorgelegten mittelfristigen Schulentwicklungsplanung wird allen Schulen bis einschließlich dem Schuljahr 2015/2016 Planungssicherheit gewährleistet. Die derzeitige Schulstruktur wird bis zu diesem Zeitpunkt im Grundsatz erhalten bleiben.

 

Die Verwaltung wird die Ratsgremien zeitnah über die Entwicklung der Schülerzahlen in Salzgitter und die sich daraus ergebenden möglichen Schulstrukturveränderungen unterrichten.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:   keine

 

Anlagen:

Schülerstatistik vom 15.09.2011

Schülervorausberechnungen Grundschulen

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Schülervorausberechnung (161 KB) PDF-Dokument (250 KB)