Vorlage - 0815/16-AW

Betreff: Köderboxen mit Rattengift am Kindergarten Wilhelm-Kunze-Ring und an der Ludwig-Erhard-Schule; Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen des Ortsrates der Ortschaft Nord vom 24.04.2012 in der Sitzung vom 24.04.2012
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Ortsratsanfragen
Federführend:53 - Gesundheitsamt   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nord zur Kenntnis
06.06.2012 
05. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Inhalt der Anfrage:

Im Stadtgebiet sind Köderboxen mit Rattengift ausgelegt z. B. am Kindergarten Wilhelm-Kunze-Ring und an der Ludwig-Erhard-Schule, aus diesem Grund bittet die Ortsratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen der Ortschaft Nord die Verwaltung folgende Fragen zu beantworten:

 

Die Verwaltung beantwortet die Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen des Ortsrates der Ortschaft Nord wie folgt:

 

Vorspann:

 

Die Notwendigkeit einer großumigen Rattenbekämpfung mit dem Gewährleistungsziel „Praktisch rattenfrei“ war bereits für den Stadtteil SZ-Bad zur Aufrechterhaltung des Status „Ort mit Solekurbetrieb“ seit Anerkennung im Jahr 1985 gegeben. Gemäß des aktuellen Ratsbeschlusses vom 23.04.2008 zur Vorlage 2311/15 war bzw. ist die großumige Rattenbekämpfung im gesamten Stadtgebiet Salzgitter zum nächstglichen Zeitpunkt im Jahr 2008 und r die Folgejahre zu vergeben. Die großumige Oberflächen-Rattenbekämpfung war aus den in der Vorlage ausführlich dargelegten Gründen auf das gesamte Stadtgebiet auszudehnen. Die Ausschreibung der Rattenbekämpfung für jeweils 2 Jahre erfolgt aus fachlichen Gründen gemeinsam mit der ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH. Die ASG hat die fachliche Aufsicht, Überwachung und Kostenträgerschaft für die Rattenbekämpfung in den Entwässerungsanlagen. Für die Oberflächen-Rattenbekämpfung ist das Gesundheitsamt zuständig.

 

Frage 1:

Durch wen wurden die Giftboxen ausgelegt?

 

Antwort der Verwaltung:

Die Rattengiftköderboxen sind von der im Auftrag des Gesundheitsamtes tätigen Schädlingsbekämpfungsfirma ausgelegt worden. Die beauftragten Personen haben nachweislich die für die Rattenbekämpfung erforderliche Eignung und Sachkunde.

 

 

 

Frage 2:

Aus welchem Anlass wurden die Köderboxen ausgelegt?

 

Antwort der Verwaltung:

Die Schädlingsbekämpfungsfirma hat den vertraglich festgelegten Auftrag, bei Rattenbefallsmeldungen eine Überprüfung und im gegebenen Fall eine Rattenbekämpfung in Absprache mit der meldenden Person durchzuführen. Je nach Erfordernis werden auch Rattengiftköderboxen eingesetzt. In dem genannten Bereich gab es in der letzten Zeit keine aktuellen Befallsmeldungen, jedoch in der weiteren Vergangenheit. Deshalb werden diese Boxen aus den in dieser Zeit begonnenen Aktionen stammen. Die Anfrage wird zum Anlass genommen, eine Nachprüfung in dem genannten Bereich durchzuführen. Je nach Befallslage werden dann die Boxen nachbelegt oder eingezogen.

 

 

Frage 3:

Geht von den Köderboxen eine Gefährdung für Kleinkinder und Haustiere aus?

 

Antwort der Verwaltung:

Nein, eine Gefährdung für Kleinkinder und Haustiere geht von den Boxen nicht aus. Diese Auflage ist vertraglich vereinbart und vom Schädlingsbekämpfer ausdrücklich bestätigt. Bei dem eingesetzten Rattenbekämpfungsmittel handelt es sich um schüttfähige Fertigfraßder auf Getreidebasis, z. B. Haferflocken, versetzt mit dem blutgerinnungshemmenden Cumarin-Derivat Cumatetralyl. Dieses Produkt wird vom Schädlingsbekämpfer in kleine Folienbeutel verpackt und eingeschweißt. Die gefüllten Beutel werden in die Köderboxen eingeklemmt. Die Box wird fest, von Unbefugten normal nicht zu öffnen, verschlossen.  Der eingesetzte zulässige Wirkstoffanteil ist speziell auf Schadnager abgestimmt und bewirkt eine Hemmung der Blutgerinnung. In der Folge sterben die Ratten praktisch schmerzlos an innerer Verblutung. Der Fraßder ist zudem mit einem speziellen Bitterstoff versetzt, der andere Tiere, aber auch Menschen, von einer Nahrungsaufnahme abhält. Die im Durchmesser von 5 cm große Schlupföffnung macht den Köder nur für Schadnager attraktiv und zugänglich.

 

 

 

Frage 4:

Ist bekannt, ob das eingesetzte Gift dem Prüfvermerk der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft entspricht?

 

Antwort der Verwaltung:

Die entsprechenden Erklärungen und Nachweise über die Zulassung des eingesetzten Giftes wurden vor der Auftragsvergabe erbracht.

 

 

Frage 5:

Geht eine Gehrdung von den verendeten Tierkadavern für Kinder und Haustiere aus?

 

Antwort der Verwaltung:

Nein, eine Gefährdung geht auch von den verendeten Tierkadavern für Kinder und Haustiere nicht aus. Diese Auflage ist vertraglich vereinbart und vom Schädlingsbekämpfer ausdrücklich bestätigt. Auf Grund der langjährigen Praxiserfahrung des Schädlingsbekämpfers ist eine Weitervergiftung von Tierkadavern auf andere Tiere oder Menschen nicht bekannt geworden. In der Regel sterben die Tiere in 3-4 Tagen und verkriechen sich zuvor in abgelegenen Bauten oder Verstecken. Aus der Fachliteratur ist zudem zum Wirkungscharakter/Stoffwechselverhalten des Cumarin-Derivats Cumatetralyl u. a. zu entnehmen: Rascher Abbau im Körper; keine kumulative Giftwirkung; der Wirkstoff wird im Magen-Darm-Kanal rasch absorbiert.

 

 

Frage 6:

Wird regelmäßig nach toten Ratten und Mäusen gesucht?

 

Antwort der Verwaltung:

Die vom Gesundheitsamt beauftragte großumige Oberfläche-Rattenbekämpfung umfasst ausdrücklich Ratten, nicht Mäuse. Eine regelmäßige Flächen deckende Suche nach etwaigen verendeten toten Ratten findet nicht statt. Sofern meldende Personen von toten Ratten berichten, wird ebenfalls der Schädlingsbekämpfer vom Gesundheitsamt eingeschaltet. Dieser wird im Rahmen der Überprüfung, und im gegebenen Fall der Bekämpfung, aufgefundene tote Ratten entsorgen.

 

 

Frage 7:

Wer ist für die unverzügliche und ordnungsgemäße Beseitigung der Kadaver verantwortlich?

 

Antwort der Verwaltung:

Grundsätzlich ist der jeweilige betroffene Grundstückseigenmer bzw. Besitzer für die Beseitigung verantwortlich. Die Entsorgung solcher verhältnismäßig kleiner Tierkadaver kann durchaus mittels der Restabfalltonne erfolgen.