Vorlage - 1089/16

Betreff: Abwasserbeseitigungskonzept für die Stadt Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Umwelt- und Klimaschutzausschuss Beschlussvorbereitung
04.09.2012 
5. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt- und Klimaschutzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
02.10.2012 
6. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt- und Klimaschutzausschusses zurückgestellt   
06.11.2012 
7. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt- und Klimaschutzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Süd zur Kenntnis
04.09.2012 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nord zur Kenntnis
05.09.2012 
07. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nordost zur Kenntnis
06.09.2012 
06. öffentliche Sitzung (Sondersitzung) des Ortsrates der Ortschaft Nordost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Ost zur Kenntnis
06.09.2012 
07. öffentliche Sitzung (Sondersitzung) des Ortsrates der Ortschaft Ost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Nordwest zur Kenntnis
12.09.2012 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordwest Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Stadtplanungs- und Bauausschuss Beschlussvorbereitung
12.09.2012 
8. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses zurückgestellt   
10.10.2012 
9. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft Südost zur Kenntnis
13.09.2012 
04. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Südost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Ortsrat der Ortschaft West zur Kenntnis
13.09.2012 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft West Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
19.09.2012 
10. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter zurückgestellt   
17.10.2012 
11. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter zurückgestellt   
28.11.2012 
12. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

1) Der Rat der Stadt Salzgitter beschließt das Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) r die Stadt Salzgitter (Anlage 1 Textfassung ) einschließlich der im Textteil aufgeführten, dieser Vorlage aber nicht beigefügten Dokumente (siehe Teil 1, Seite 6, Hinweise zum Aufbau, ABK).

2) Die Verwaltung wird beauftragt, Variante 3 des Konzeptes umzusetzen und die ergänzenden Untersuchungen zur Einleitung des Kläranlagenablaufes der Kläranlage Nord in den Dummbruchgraben sowie zur Oberflächenentwässerung der Bereiche Watenstedt / Industriestraße Mitte vorzubereiten.

 

Sachverhalt:

 

Mit Beschluss vom 26.08.2009 (Vorlage 3871/15) hat der Rat der Stadt Salzgitter die Verwaltung mit der Erstellung eines Abwasserbeseitigungskonzeptes unter Berücksichtigung des von der ASG erstellten Masterplans 2020 beauftragt.

 

Die Verwaltung hat daraufhin ein Verfahren für die Vergabe diesbezüglicher Ingenieurleistungen unter Einbindung des Fachdienstes Rechnungsprüfung durchgeführt und auf der Grundlage des Beschlusses des Verwaltungsausschusses vom 14.12.2010 (Vorlage 5585/15) der Ingenieurgesellschaft Heidt & Peters den entsprechenden Auftrag erteilt.

 

 

Das Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) soll die Stadt Salzgitter in die Lage versetzen, politisch und rechtlich abgesichert, langfristig und zielgerichtet die Abwasserentsorgung sicherzustellen, wirtschaftlich zu organisieren und zu optimieren. Bei der Aufstellung des ABK war das Ziel die Erarbeitung einer effizienten, wirtschaftlichen und technischen Lösung. Unter Berücksichtigung aller Belange sind bei geringer werdenden Einleitungsmengen aus Siedlungen, Gewerbe und Industrie Gebührenerhungen auf ein vertretbares Maß zu beschränken.

 

Das ABK wurde von der Verwaltung mit Hilfe einer Ingenieurgesellschaft auftragsgemäß erarbeitet. Die Textfassung ist der Vorlage als Anlage 1 beigefügt.

 

Im Folgenden wird der Inhalt des erarbeiteten Konzeptes zusammengefasst:

 

1) Vorhandene Struktur der Abwasserbeseitigung:

 

Die Abwasserbeseitigungspflicht ist eine hoheitliche Aufgabe und obliegt der Stadt Salzgitter. Mit Vertrag vom 23.06.1999 wurden die Aufgaben der Abwasserbeseitigung der ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH (ASG) übertragen. Die ASG ist somit für den Betrieb der Kläranlagen und Kanalnetze zuständig, deren Eigentümerin sie auch ist.

 

Die Stadt Salzgitter ist für das Betriebsgelände der VW AG befristet bis zum 31.12.2013 von der Abwasserbeseitigungspflicht befreit. Die Abwasserbeseitigungspflicht ist bis zu diesem Zeitpunkt der VW AG übertragen.

 

r das Betriebsgelände und das Einzugsgebiet der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) ist die Stadt Salzgitter bis zum 31.12.2020 von der Abwasserbeseitigungspflicht befreit. Hier ist die Übertragung der Abwasserbeseitigungspflicht auf die SZFG erfolgt. Über die Abwasserbeseitigung in den innerhalb dieses Einzugsgebietes liegenden Stadtteilen Salzgitter-Watenstedt, -Immendorf und -Drütte wurde zwischen der SZFG und der ASG ein Entsorgungsvertrag geschlossen. Dieser Vertrag ist zum 31.12.2014 fristgerecht gekündigt, eine Folgeregelung ist jedoch in Aussicht gestellt.

 

Die ASG betreibt das Abwassernetz in einem Einzugsgebiet von 224 Quadratkilometern mit drei Kläranlagen (Kläranlagen Salzgitter-Nord, Bad und Ringelheim), zwei Teichkläranlagen (Salzgitter-Groß Mahner und -Hohenrode) und 19 Pumpstationen.

 

Der nördliche Stadtteil wird im Trennsystem, der südliche Stadtteil überwiegend im Mischsystem entwässert.

 

Die Kläranlage Salzgitter-Nord entspricht dem Stand der Technik und verfügt über freie Kapazitäten. Bei den Kläranlagen Salzgitter-Bad und Salzgitter-Ringelheim besteht mittel- bis langfristig ein erheblicher Sanierungs- und Optimierungsbedarf. Die Teichkläranlagen in Salzgitter-Hohenrode und Salzgitter-Groß Mahner funktionieren insofern, dass die Kohlenstoffüberwachungswerte eingehalten werden können. Die hrstoffelimination ist verfahrensbedingt eingeschränkt. Hier bestehen nur eingeschränkte Reinigungsleistungen.

 

Die Gesamtwert der Restbuchwerte aller Kläranlagen belief sich am 31.12.2010 auf rund 20 Mio. €.

 

Als Vorfluter dienen im Wesentlichen die Gewässer Mühlengraben/Innerste, Krähenriede/Fuhse, Aue und Warne/Oker. Außer der mäßig belasteten Innerste gelten alle Gesser als kritisch belastet.

 

Das Abwassernetz umfasst ca. 370 km Schmutzwasserkanäle, ca. 300 km Regenwasserkanäle und ca. 70 km Mischwasserkanäle. Alle Kanäle sind grundsätzlich hydraulisch ausreichend dimensioniert. Lediglich in Bereichen mit hohem Fremdwasseranteil treten regelmäßig hydraulische Engpässe auf. In diesen Bereichen besteht erheblicher Sanierungsbedarf (vgl. ABK Ziff. 2.3.5). Der zum Abwassernetz gehörende Zentralsammler hat im Niederungsbereich der Fuhse keine dauerhafte Erreichbarkeit.

 

Neue glichkeiten zur gemeinsamen Abwasserentsorgung/-behandlung mit Nachbargemeinden werden zurzeit nicht gesehen.

 

 

2) Einflüsse auf die zukünftige Abwasserbeseitigung:

 

Demographische Entwicklung:

Die Einwohnerzahlen sind seit Mitte der 1990-er Jahre rückläufig. Auf der Grundlage der regionalen Vorausberechnung des Landesbetriebes für Statistik wird die Bevölkerung der Stadt Salzgitter bis zum Jahr 2031 von ca. 104.000 (2009) auf ca. 74.000 Einwohner zurückgehen (vgl. ABK Ziff. 3.1).

 

Wasserverbrauch:

Der einwohnerspezifische Wasserverbrauch wird schätzungsweise von 122 Liter je Einwohner pro Tag auf 90 Liter je Einwohner pro Tag abnehmen. Die anfallende Abwassermenge wird sich darüber hinaus durch Bevölkerungsrückgang weiter verringern (vgl. ABK Ziff. 3.2).

 

Klimawandel:

Allgemeine Trends für Mitteleuropa zeigen eine flächendeckende Zunahme der Lufttemperatur im Jahresmittel. Damit sind grundsätzlich Veränderungen der Niederschlagsmengen, Zunahme von Starkniederschlägen, Zunahme von Trockenperioden und eine höhere Variabilität verbunden. Die Systeme und Anlagen der Abwasserentsorgung sollten grundsätzlich robust gegenüber möglichen Veränderungen sein.

 

Höhere Anforderungen an Einleitungen:

Stetig wachsende Anforderungen an die Abwassereinleitungen auf Grundlage des Fließgewässerschutzes etc. erfordern eine Veränderung der Menge und Güte des gereinigten Abwassers.

 

Dezentrale Siedlungsstruktur:

Das Stadtgebiet Salzgitter umfasst eine Fläche von 224 Quadratkilometern und eine Ausdehnung von ca. 22 X 19 km. Mit 31 Stadtteilen verfügt sie nicht über einen einheitlich zusammenhängend bebauten Siedlungsbereich.

 

Gewerbe und Industrie:

r die Stadt Salzgitter als drittgrößter Industriestandort in Niedersachsen ist in nächster Zeit von keiner nennenswerten abwassertechnisch relevanten Entwicklung von Gewerbe und Industrie auszugehen. Grundsätzlich bekommt bei Neuansiedlungen die Frage der Niederschlagswasserbeseitigung immer größere Bedeutung, da weder ausreichend große natürliche Vorfluter zur Verfügung stehen, noch eine problemlose Versickerung von großen versiegelten Flächen möglich sein wird (vgl. ABK Ziff. 3.7).

 

 

3) Planungskonzeption:

 

Zur Bewertung der künftigen Abwasserentsorgung wurden unter anderem Varianten des Masterplans der ASG herangezogen, überarbeitet und einander gegenübergestellt.

 

Die Varianten wurden beschrieben und hinsichtlich Kosten, Betriebssicherheit, Energiebedarf, Auswirkungen auf Gewässer und andere schutzwürdige Güter sowie rechtliche und technische Umsetzbarkeit vergleichend bewertet. Für alle Varianten gilt, dass die Teichkläranlage Salzgitter-Hohenrode vorerst erhalten bleiben soll, weil sich offensichtlich aus einer Stilllegung keine wirtschaftlichen Vorteile ergeben. Nachfolgend werden die bewerteten Varianten erläutert:

 

Variante 0

Status Quo:

Die Kläranlagen in Salzgitter-Bad, -Ringelheim, -Hohenrode und -Groß Mahner bleiben in Betrieb und werden saniert. Der Zentralsammler wird saniert, teilweise durch zusätzliche Leitungen entlastet und teilweise zur Verbesserung der Zugänglichkeit neu trassiert.

 

Variante 1

Aufrechterhaltung der Kläranlage Salzgitter-Bad als zentrale Kläranlage im Süden:

Die Kläranlage in Salzgitter-Bad wird saniert. Die Kläranlage Salzgitter-Ringelheim wird stillgelegt und das Abwasser über eine neu zu bauende Druckleitung in die Kläranlage Salzgitter-Bad geleitet. Die Teichkläranlage Salzgitter-Groß Mahner wird stillgelegt und das Schmutzwasser in den Zentralsammler nach Salzgitter-Ohlendorf geleitet. Der Zentralsammler wird saniert, teilweise durch zusätzliche Leitungen entlastet und teilweise zur Verbesserung der Zugänglichkeit neu trassiert.

 

Variante 2

Stilllegung aller Kläranlagen im Süden, Druckleitung von Salzgitter-Bad bis -Salder:

Das gesamte im Stadtgebiet anfallende Abwasser wird in der Kläranlage Nord gereinigt. Das Abwasser aus SZ-Ringelheim, SZ-Gitter und SZ-Bad wird über eine Hauptdruckrohrleitung vom Standort der Kläranlage Bad zum Stadtteil SZ-Salder in den Zentralsammler gefördert und der Kläranlage Nord zugeleitet. Der Zentralsammler wird saniert, teilweise durch zusätzliche Leitungen entlastet und teilweise zur Verbesserung der Zugänglichkeit neu trassiert.

 

Variante 3

Stilllegung aller Kläranlagen im Süden, Aufweitung des Zentralsammlers:

Das gesamte im Stadtgebiet anfallende Abwasser wird in der Kläranlage Nord gereinigt, die anderen Kläranlagen mit Ausnahme der Teichkläranlage Salzgitter-Hohenrode, die vorerst erhalten bleiben soll, werden stillgelegt. Das Abwasser aus Salzgitter-Ringelheim wird über eine Pumpstation und Druckleitung dem Abwassernetz Salzgitter-Gitter/Salzgitter-Bad zugeführt. Das in Salzgitter-Bad, -Ringelheim und -Gitter anfallende Abwasser wird über eine Freigefälleleitung zum Standort der Teichkläranlage Salzgitter-Groß Mahner geleitet und zusammen mit dem Abwasser aus Salzgitter-Groß Mahner über eine neu zu bauende Druckleitung in den Zentralsammler bei Salzgitter-Ohlendorf gepumpt. Der Zentralsammler wird von Salzgitter-Ohlendorf bis Salzgitter-Heerte erneuert, in den übrigen Abschnitten teilweise durch zusätzliche Leitungen entlastet und teilweise zur Verbesserung der Zugänglichkeit neu trassiert.

 

 

Bewertung:

 

Kosten:

Die Bewertung erfolgt anhand einer Kostenvergleichsrechnung. Ergebnis ist der Projektkostenbarwert, die Gesamtkosten der einzelnen Varianten über den Untersuchungszeitraum von 50 Jahren. Der Projektkostenbarwert der Varianten 2 und 3 fällt wegen der niedrigeren Betriebskostenbarwerte deutlich günstiger aus. Die Investitionskostenbarwerte liegen bei allen Varianten auf etwa gleich hohem Niveau.

 

Betriebssicherheit:

Bei dem Betrieb nur einer Kläranlage ist das Störungs- und Ausfallrisiko geringer als bei dem Betrieb mehrerer kleiner Anlagen. Allerdings ist das Schadenspotenzial beim Betrieb nur einer Kläranlage höher. Daher ist der Betrieb mehrerer Kläranlagen hinsichtlich der Betriebssicherheit günstiger zu bewerten. Das Ausfallrisiko einzelner Kanalnetze mit deutlich überwiegendem Abwassertransport in Freigefälleleitungen ist geringer als in großen Netzen, die über Pumpstationen und lange Druckleitungen mehrere Einzugsgebiete zusammenfassen.

 

Flexibilität/Robustheit:

Die Flexibilität und Robustheit der Varianten 2 und 3 mit nur einer zentralen Kläranlage wird deutlich positiver bewertet. Bei veränderten Randbedingungen und Anforderungen an die Abwasser- und Schlammbehandlung sind die erforderlichen Anpassungen nur einer Kläranlage konstruktiv einfacher zu realisieren und im Betrieb zu überwachen.

 

Energie:

Die Variante 0 ergibt keine Energieeinsparung gegenüber dem Ist-Zustand. Die anderen Varianten führen alle zu einer Stromersparnis gegenüber dem Ist-Zustand durch die Stilllegung der Kläranlagen Salzgitter-Bad und Salzgitter-Ringelheim. Die zusätzliche Abwassermenge erhöht zudem den Mehrertrag aus der Verstromung der Gase aus der Schlammfaulung. Dem gegenüber stehen bisher nicht anfallende Pumpkosten und der Strommehrverbrauch auf der Kläranlage Nord durch den erhten Abwasseranfall. Daraus ergeben sich folgende Einsparungen:

Variante 1:               194.000 kWh/a

Variante 2:               373.000 kWh/a

Variante 3:               1.102.000 kWh/a

 

Gewässer:

Die Varianten 2 und 3 werden geringfügig besser bewertet, weil die beiden Vorfluter Warne/Oker und Innerste entlastet werden. Nachteilig ist die höhere Belastung der Krähenriede/Fuhse, die jedoch durch verringerten Fremdwassereintritt bei Sanierung des Netzes, insbesondere des Zentralsammlers, positiv überlagert wird.

 

Auswirkungen auf sonstige Schutzgüter:

In den Auswirkungen auf sonstige Schutzgüter gibt es zwischen den Varianten keine signifikanten Unterschiede.

 

Rechtliche und technische Umsetzbarkeit:

r Variante 0 sind keine neuen Genehmigungen erforderlich. Variante 1 erfordert die Genehmigung für die erhöhte Einleitmenge in die Warne. Für die Varianten 2 und 3 wird die Genehmigung einer erhöhten Einleitungsmenge in die Krähenriede/Fuhse erforderlich.

 

r die Varianten 1, 2 und 3 wird der Bau von Druckleitungen und für die Varianten 2 und 3 zusätzliche Freigefällekanäle und eine Neutrassierung des Zentralsammlers zu genehmigen sein.

 

Grundsätzlich wird die Genehmigungsfähigkeit der Varianten 1, 2 und 3 positiv bewertet. Der bauliche Umfang der Varianten 0 und 1 ist gegenüber den Varianten 2 und 3 geringer und wird hinsichtlich der technischen Umsetzbarkeit einfacher bewertet.

 

Fazit:

Nach Abwägung aller Bewertungskriterien ist die Variante 3 die Vorzugsvariante. Die Investitionskosten liegen bei etwa 20 Mio. € (vgl. ABK Ziff. 6). Eine Bewertung der Betriebskosten in Verbindung mit dem Energieverbrauch unterstreicht die Vorge der Variante 3.

 

 

4) Ergänzende Varianten:

 

Einleitung des Kläranlagenablaufs der Kläranlage Nord in den Dummbruchgraben:

Seit Inbetriebnahme der Kläranlage Nord wird der Ablauf über zwei Druckleitungen DN 700 zum Standort der ehemaligen Kläranlage Lebenstedt gepumpt und dort an der ehemaligen Einleitungsstelle in die Fuhse geleitet. Dies erfordert einen Energieaufwand von ca. 750.000 kWh/a. Es wurde daher untersucht, diesen Stromverbrauch durch Einleitung in den unmittelbar an der Kläranlage Nord verlaufenden Dummbruchgraben einzusparen. Hierfür werden umfangreiche Maßnahmen am Dummbruchgraben und den unterhalb liegenden Gewässern erforderlich. Die Genehmigungsfähigkeit dieser Lösung, eventuell auch nur die Einleitung eines Teilstromes, und die Auswirkungen auf unterhalb liegende FFH-Gebiete sind abschließend zu prüfen.

 

Insgesamt ist die Einleitung des Ablaufes oder eines Teilstroms der Kläranlage Nord in den Dummbruchgraben aus energetischen und wirtschaftlichen Gründen anzustreben (vgl. ABK Ziff. 5.2.1).

 

Schmutzwasserentsorgung der Stadtteile Watenstedt, Immendorf und Drütte:

Das Abwasser der Stadtteile Salzgitter-Watenstedt, -Immendorf und -Drütte wird in das Abwassernetz der SZFG geleitet und in der werkseigenen Kläranlage behandelt. Alternativen hierzu wären ein Anschluss der drei Stadtteile über das städtische Kanalnetz an die Kläranlage Salzgitter-Nord oder eine dezentrale Abwasserbehandlung. Die Ableitung des in den drei Stadtteilen anfallenden Abwassers in die betriebseigenen Anlagen der SZFG sowie deren Behandlung erfolgt problemlos. Ein Anschluss an das städtische Kanalnetz könnte nur über eine Druckleitung mit entsprechendem Pumpaufwand erfolgen. Daher sollte auch vor dem Hintergrund rückläufiger Bevölkerungszahlen am derzeitigen Zustand festgehalten werden.

 

Die Stadt Salzgitter ist für den Einzugsbereich der Kläranlage der SZFG von der Abwasserbeseitigungspflicht freigestellt und die Salzgitter Flachstahl GmbH ist stattdessen bis 31.12.2020 abwasserbeseitigungspflichtig für die auf dem Werksgelände und im Einzugsgebiet der betriebseigenen Kläranlage des Unternehmens anfallenden Abwässer. In absehbarer Zeit ist an dieser Regelung keine Änderung vorgesehen.

 

Die Zweckmäßigkeit des Betriebes der werkseigenen Kläranlage ist gegeben.

 

Oberflächenentwässerung Bereiche Watenstedt/Industriestraße Mitte:

Die Gewerbe- und Industriegebiete südlich der Industriestraße Mitte, das Industriegebiet Watenstedt-Ost und das zukünftige Industriegebiet im Bereich der jetzigen Ortslage Watenstedt gehören zum Einzugsgebiet der werkseigenen Kläranlage der SZFG. Das vorhandene Kanalnetz auf dem Werksgelände ist hydraulisch ausgelastet und kann daher kein weiteres Niederschlagswasser aus großflächig versiegelten Gebieten mehr aufnehmen. Rechtssichere Lösungen für die Regenwasserbewirtschaftung sind daher Voraussetzung für eine weitere Entwicklung der Gebiete. Möglichkeiten dazu werden in einer dezentralen Versickerung und in einer Ableitung in den Salzgitter-Stichkanal gesehen (vgl. ABK Ziff. 5.2.3).

 

Abwasserbehandlung Volkswagen AG:

Die Volkswagen AG betreibt eine werkseigene Kläranlage. Ein Anschluss des Volkswagenwerkes an die städtische Kanalisation ist möglich. Es ist aber auch ein Weiterbetrieb der werkseigenen Kläranlage mit weitgehender Aufbereitung und Kreislaufführung der Betriebsabwässer als zweckmäßige Lösung anzusehen (vgl. ABK 5.2.4).

 

 

5) Zusammenfassung:

 

Das Abwasserbeseitigungskonzept sieht im Ergebnis als optimale Lösung eine Behandlung des gesamten im Stadtgebiet von Salzgitter anfallenden Schmutzwassers in der Kläranlage Salzgitter-Nord vor mit Ausnahme der Stadtteile Salzgitter-Watenstedt, -Drütte, -Immendorf, des Betriebsgeländes der SZFG und gegebenenfalls des Betriebsgeländes der Volkswagen AG.

 

Die Bündelung auf der Kläranlage Salzgitter-Nord hat betriebliche Vorteile, ist energetisch effektiv und rechtlich und ökologisch machbar.

 

Die Kläranlagen in Salzgitter-Bad, -Ringelheim und -Groß Mahner werden stillgelegt. Die Stadtteile Salzgitter-Bad, -Ringelheim, -Gitter und -Groß Mahner werden über neu zu bauende Pumpstationen und Druckleitungen an den Zentralsammler angeschlossen. Der Zentralsammler wird für den erhöhten Abwasseranfall ertüchtigt. Die Betriebskläranlage der SZFG, an die die Stadtteile Salzgitter-Watenstedt, -Immendorf und -Drütte angeschlossen sind, wird weiter betrieben.

 

 

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Anlage 1: Abwasserbeseitigungskonzept Textfassung

Anlage 2: Übersichtskarte Entwässerungssystem

Anlage 3: Übersichtskarte Planungskonzept

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 01_ABK_Erläuterungsbericht (3052 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 02_UeK_Entwaesserungssystem (8516 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich 03_UeK_Planungskonzept (8075 KB)