Vorlage - 1344/16-AW

Betreff: Bewahrung einer Magerrasenfläche Salzgitter-Bad, Anfrage der SPD- Ortsratsfraktion vom 18.09.2012 in der Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd am 07.11.2012
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Ortsratsanfragen
Federführend:61 - Fachdienst Stadtplanung, Umwelt, Bauordnung und Denkmalschutz   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Süd zur Kenntnis
07.11.2012 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Süd Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Anlage/n

 

Frage 1:

Wie ist die Fläche in Bezug auf die ökologische Bedeutung zu den Magerrasenflächen am NSG Speckenberg und NSG Köppelmannsberg zu bewerten?

 

Antwort der Verwaltung:

Bei der in der Anfrage beschriebenen Fläche neben dem Kleingartenverein Am Birkenweg handelt es sich um die Hangwiese „Eggelingslust“ am nördlichen Rand des Waldbestandes im Südholz.

Im Gegensatz zu den trockenen und kurzrasigen Halbtrockenrasen auf sehr flachgründigen und mageren Standorten im NSG Speckenberg und NSG Köppelmannsberg ist diese Hangwiese nicht als Magerrasen anzusprechen. Anders als in den beiden Naturschutzgebieten sind hier vorwiegend hochstaudenreiche Bestände auf einem stellenweise quelligen bzw. sumpfigen Standort anzutreffen. Diese von Röhrichten aber auch Gehölzen begleiteten und häufig an feuchten Waldrändern anzutreffenden Bestände sind allgemein nicht so artenreich wie die o.g. Magerrasen und enthalten auch weniger seltene bzw. bestandsbedrohte Pflanzenarten. Landesweit ist ihre Bestandsentwicklung zudem als stabil einzustufen.

 

Frage 2:

Soll die Magerrasenfläche neben der Kleingartenanlage zwischen Birkenweg und Parkplatz Thermalsolbad/Parkallee als solche erhalten werden?

 

Antwort der Verwaltung:

Ein Teil der Fläche, bei der es sich - wie in der Antwort zu Frage 1 ausgeführt - nicht um einen Magerrasen handelt, wurde bereits 1992 als Hochstaudensumpf nährstoffreicher Standorte und damit als besonders geschützter Biotop (heute gem. § 30 Bundesnaturschutzgesetz gesetzlich geschützter Biotop) kartiert.

Durch diesen gesetzlichen Schutzstatus sind alle (aktiven) Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung führen können.

Eine Verpflichtung zu Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen erwächst hieraus jedoch nicht.

 

Frage 3:

Welche Maßnahmen sind angedacht, um die Fläche als naturnahe Wiese/Magerrasen zu erhalten?

 

Antwort der Verwaltung:

Nachdem der regelmäßige, sommerliche Häckselschnitt aus Gründen des (Tier-)Arten­schutzes bereits Mitte der 80er Jahre eingestellt worden war, hat auf der komplett von Gehölzen umgebenen Fläche seitdem als Folge der natürlichen Sukzession der Bewuchs mit Sträuchern zugenommen. Kleinere Teilflächen sind aber noch immer mit Landröhricht bestanden oder als Binsensumpf ausgebildet und werden aufgrund der standörtlichen Gegebenheiten auch noch länger offen bleiben.

Da es sich bei der Verbuschung um einen natürlichen Entwicklungsprozess handelt, der langfristig zur Entwicklung anderer strauchartiger Vegetationsbestände führt, die wiederum zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten, ist eine Bekämpfung des Gehölzaufkommen aus naturschutzfachlicher Sicht nicht vorgesehen.

Der städtische Regiebetrieb als grundstücksverwaltende Einheit beabsichtigt daher, in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde auch weiterhin keine regelmäßigen Mäh- oder anderen Pflegearbeiten auf der Fläche durchführen. Bei Bedarf wird lediglich Unrat entfernt.

 

Frage 4:

Ist auf der Magerrasenfläche neben der Kleingartenanlage eine ökologische Beweidung durch Vieh möglich bzw. wurde dieses in Erwägung gezogen?

 

Antwort der Verwaltung:

r eine Beweidung, die hier aufgrund der standörtlichen Gegebenheiten nur bedingt möglich wäre und zudem nur mit Ziegen oder Extensivrinderrassen eine Verbuschung auf Dauer verhindern könnte, stehen im Stadtgebiet keine entsprechenden Tierbestände zur Verfügung.

Zudem ist bei einer Beweidung derart sumpfiger Flächen langfristig auch mit erheblichen Trittschäden zu rechnen, die das Arteninventar in der Krautschicht negativ beeinflussen würden.

 

ALLRIS® Test-Dokument HTML Konvertierung

ALLRIS Dokumente

 

Dieses Dokument wurde von einem anderen Benutzer gerade erstellt und noch nicht auf dem Server gespeichert.