Vorlage - 4772/16

Betreff: Errichtung einer zweiten Integrierten Gesamtschule in Salzgitter; Ergebnis der Elternbefragung
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:40 - Fachdienst Bildung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur zur Kenntnis
03.12.2015 
33. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss zur Kenntnis
Rat der Stadt Salzgitter zur Kenntnis
21.12.2015 
46. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Mitteilung:

 

Aufträge des Rates der Stadt Salzgitter

Der Rat der Stadt Salzgitter hat am 24.06.2015, 22.09.2015 und 12.10.2015 mehrheitlich folgende Beschlüsse zur Elternbefragung für die Errichtung einer zweiten IGS in Salzgitter gefasst:

  1. Die SPD-Ratsfraktion beantragt die Durchführung einer Elternbefragung zur Errichtung einer 2. Integrierten Gesamtschule in Salzgitter, am Standort Friedenstraße in Salzgitter-Bad, vor den Herbstferien 2015.

 

  1. Die Verwaltung wird gebeten, die Elternbefragung vorzubereiten und die Unterlagen und den Fragebogen der Befragung rechtzeitig vor Zusendung an die Eltern dem Ausschuss für Bildung und Kultur vorzustellen. In den Informationen sollten auch die Auswirkungen auf die Hauptschule und die Realschule in Salzgitter-Bad dargestellt werden.

 

  1. 30 % der Familien in Salzgitter haben einen Migrationshintergrund. Die Verwaltung wird gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass die Informationen zu den unterschiedlichen Schulformen (z. B. über die Migrantenorganisationen) in diese Bevölkerungsgruppen transportiert werden.

 

  1. Die Verwaltung der Stadt Salzgitter wird gebeten, die Vorbereitungen zur Errichtung einer IGS in Salzgitter-Bad zeitlich so zu planen und umzusetzen, dass der Schulbeginn am 01.08.2016 erfolgen kann.

 

  1. Der erste Jahrgang der IGS in Salzgitter-Bad soll in den Räumen des Schulgebäudes der Dr. Klaus Schmidt Hauptschule untergebracht werden.

 

Infoveranstaltungen/Elternbefragung

Mit Vorlage 4432/16 vom 19.08.2015 wurde ausführlich der Verfahrensablauf zur Elternbefragung dargestellt.

Die Verwaltung hat Mitte Oktober 2015 insgesamt ca. 3.800 Fragebögen an die Erziehungsberechtigten von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 1 bis 4 über die Grundschulen in Salzgitter verteilt, um die zukünftige Beschulung ab Jahrgang 5 zu erfragen.

Wegen des hohen Migrantenanteils in Salzgitter wurden die Unterlagen zusätzlich in türkischer, russischer, polnischer und arabischer Sprache an die Betroffenen verteilt.

Für die Eltern gab es umfangreiche Möglichkeiten sich über die bestehenden Schulformen und die Gesamtschule zu informieren.

In den Ortschaften Süd und West wurden am 11.11.2015 und 18.11.2015 Informationsveranstaltungen durchgeführt. Referentinnen und Referenten der NLSchB haben über die Schulform IGS informiert sowie für Fragen zur Verfügung gestanden. Örtliche Schulleiterinnen und Schulleiter haben Fragen zu den übrigen Schulformen des Sekundarbereichs beantwortet. In der Aula des Gymnasiums SZ-Bad waren 54; in der Aula der Realschule Gebhardshagen 36 Interessierte anwesend (in der Teilnehmerzahl sind auch Referenten, Vertreter der Schulen, Kommunalpolitiker und Verwaltungsvertreter enthalten).

 

Zusätzlich wurden die Migrantenselbstorganisationen angeschrieben und auf die Elternbefragung sowie die mehrsprachig zur Verfügung stehenden Materialien hinweisen; auch die Termine für die beiden Informationsveranstaltungen wurden auf diesem Wege noch einmal bekannt gemacht.

 

Die Elternbefragung wurde im Zeitraum vom 02. bis 20.11.2015 nach vorheriger inhaltlicher Abstimmung mit der NLSchB durchgeführt.

 

Auswertung des Umfrageergebnisses

Nach dem vorgegebenen Abgabetermin (20.11.2015) wurden die Fragebögen direkt bei den Schulen am 24.11.2015 abgeholt und danach ausgewertet.

 

Es wurden insgesamt 1.902 Fragebögen zurückgegeben. Die Rücklaufquote betrug 49,8 % und erreicht damit nahezu von der Verwaltung erwarteten Wert von 50 %. Die Rücklaufquote bei der Elternbefragung in 2012 betrug 48,7 % (ohne SG Baddeckenstedt).

Die Beteiligung lag im südlichen Stadtgebiet (61,3 %) höher als im nördlichen Stadtgebiet (45,3 %).

 

135 Fragebögen (7,1 %) mussten als ungültig gewertet werden. In 2012 wurden 172 (9,7 %) ungültige Voten registriert.

 

Im Ergebnis haben sich durchschnittlich 167 Eltern pro Jahrgang (37,8 %) für eine Anmeldung ihres Kindes in der IGS ausgesprochen. 275 Eltern (62,2 %) wünschen für ihr Kind eine Beschulung in den Regelschulformen des Sekundarbereiches I (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Oberschule).

 

Die einzelnen Ergebnisse sind im Detail (jahrgangs- und schulbezogen) in den Anlagen 1 a - i dargestellt.

 

Bedürfnisprüfung

Schulträger können nach § 106 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) eine IGS führen, wenn die Entwicklung der Schülerzahlen dies rechtfertigt und der Besuch eines Gymnasiums unter zumutbaren Bedingungen gewährleistet bleibt.

Nach den Vorgaben der Verordnung für die Schulorganisation (SchOrgVO) müssen neue Integrierte Gesamtschulen langfristig (d.h. mind. 10 Jahre lang) eine Mindestgröße von vier Zügen erreichen. Bei der Berechnung der Züge ist von einer Schülerzahl von 24 Schülerinnen und Schülern je Zug auszugehen. Insgesamt werden also mindestens 96 Schülerinnen und Schüler je Schuljahrgang benötigt.

Für eine bereits bestehende IGS ist eine Mindestschülerzahl von 120 (4 x 30) zu berücksichtigen. Langfristig muss somit insgesamt für zwei IGS-Standorte in Salzgitter eine Gesamtschülerzahl von 216 Schülerinnen und Schülern gegeben sein.

Der Schulträger hat zu ermitteln, ob die angegebene Mindestgröße nach der Entwicklung der Schülerzahlen und dem Interesse der Erziehungsberechtigten dauerhaft erreicht werden kann. Dazu wird das Interesse der Erziehungsberechtigten durch eine Befragung festgestellt. Zu befragen sind die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler von insgesamt 4 Schul- bzw. Geburtsjahrgängen. In der Regel sind dies die Eltern der Grundschulkinder in den Klassen 1 bis 4, wenn die Errichtung zum nächsten Schuljahresbeginn geplant ist. Unter Berücksichtigung der konkreten Bevölkerungsentwicklung ist eine stabile Prognose für mindestens 10 Jahre erforderlich.

 

Das Ergebnis der Elternbefragung weist als Durchschnittswert aller vier Jahrgänge 167 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang in der IGS aus. Damit wird die vorgegebene Mindestgröße von 216 Schülerinnen und Schülern deutlich unterschritten.

Auch eine separate Betrachtung der Stimmen, die sich für eine IGS in Salzgitter-Bad aussprechen, erreicht den hier geltenden Schwellenwert von 96 Schülerinnen und Schülern mit durchschnittlich 78 Schülerinnen und Schülern nicht. Die als sogenannter Zweitwunsch abgegebenen Stimmen (23 Schülerinnen Schüler/Jahrgang) bei der IGS in Lebenstedt hätten für die IGS in SZ-Bad nur berücksichtigt werden können, wenn die IGS-Gesamtnachfrage den Schwellenwert von 216 Schülerinnen und Schülern überschritten hätte.

Da die für die geforderte langfristige Prognose zu berücksichtigenden sechs Folgegeburtsjahrgänge (Geburtsjahre 10/2009 – 09/2015) unter der Jahrgangsstärke der derzeitigen Klassen 1 – 4 (Schülerkreis Elternbefragung) liegen, kann über den Zeitraum von 10 Jahren der Nachweis für eine zweite IGS in Salzgitter nicht geführt werden.

Detailangaben können den Anlagen 2 a und 2 b entnommen werden.

 

Durch den nicht ausreichenden Interessentenkreis an einer IGS unter Berücksichtigung der langfristigen Schülerzahlenentwicklung ist das Bedürfnis für die Errichtung einer zweiten IGS in Salzgitter nicht gegeben. Eine Errichtung einer zweiten IGS in Salzgitter ist somit ausgeschlossen.

 

Die NLSchB ist über das Umfrageergebnis unter Berücksichtigung der langfristigen Schülerzahlenentwicklung informiert worden und bestätigt die Schlussfolgerungen der Verwaltung.

 

Anlagen:

Anlage 1 a              Umfragebeteiligung
Anlage 1 b              Auswertung der ungültigen Stimmen
Anlage 1 c              Votum für IGS
Anlage 1 d              Ergebnis der Elternbefragung – Zusammenfassung -
Anlage 1 e              Ergebnis der Elternbefragung im Jahrgang 1
Anlage 1 f              Ergebnis der Elternbefragung im Jahrgang 2
Anlage 1 g              Ergebnis der Elternbefragung im Jahrgang 3
Anlage 1 h              Ergebnis der Elternbefragung im Jahrgang 4
Anlage 1 i              Zweitwunsch IGS-Besuch
Anlage 2 a              Bevölkerungsentwicklung und IGS-Schülerzahlenprognose
Anlage 2 b              IGS-Bedürfnisprüfung

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Auswertung Befragung (149 KB) PDF-Dokument (154 KB)    
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 IGS-Prognose (81 KB) PDF-Dokument (90 KB)