Vorlage - 3642/16-MV

Betreff: Mitteilung zum Antrag 3642/16 Prüfauftrag Errichtung eines/einer Jugendzeltplatzes/Jugendherberge
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis
17.03.2016 
30. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss zur Kenntnis
Rat der Stadt Salzgitter zur Kenntnis
25.04.2016 
50. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Mitteilung:
Antrag 3642/16 Prüfauftrag Errichtung eines/einer Jugendzeltplatzes/Jugendherberge

 

  1. Die Verwaltung wurde mit o.g. Antrag beauftragt, die Errichtung eines Jugendzeltplatzes, inklusive Strom- und Wasseranschlüssen sowie Wasch- und Duschmöglichkeiten, hinsichtlich möglicher Standorte, prognostizierter Kosten und vorstellbarer Betreibermodelle, zu prüfen. Auch die vorhandene Infrastruktur war einzubeziehen.
  2. Es sollte abgeklärt werden, ob seitens potentieller Betreiber von Jugendgästehäusern und Jugendherbergen ein Interesse besteht, in Salzgitter (möglichst in räumlicher Nähe zum Wassersportzentrum Salzgittersee und zum Naherholungsgebiet Salzgitter-Höhenzug) eine derartige Einrichtung zu errichten und zu betreiben. Hier sollten speziell die für die Stadt Salzgitter dabei anfallenden Kosten abgeklärt und geprüft werden.
  3. Es sollte abgeschätzt werden, ob Punkt 1 und 2 unter dem Dach eines Betreibers verknüpft werden können.
  4. Der Rat sollte über die Ergebnisse bis zum 30.06.2015 informiert werden.

 

Mitteilung der Verwaltung:

 

Zu 1.)

Das damalige Bäderbüro im Referat für Sport und Freizeit (ab 01.01.2005 Sport und Freizeit Salzgitter GmbH) betrieb temporär einen Zeltplatz auf dem Freibadgelände in SZ-Lebenstedt. Mit Übereignung des Hallenfreibades zum 01.01.2005 an die damalige Thermalsolbad GmbH wurde dieses Angebot aufgegeben. Hierfür waren letztlich neben der stagnierenden Nachfrage auch Unfallverhütungsvorschriften maßgebend (z. B. Gefahr durch unbeaufsichtigte Wasserflächen während der Nachtzeiten).

 

Im Jahr 2010 hat die Sport und Freizeit Salzgitter GmbH (SFS) die Möglichkeit untersucht, am Salzgittersee einen Campingplatz zu errichten. Darin wurden die für einen wirtschaftlichen Betrieb erforderlichen Flächen für Stellplätze usw. ermittelt und eine Kostenschätzung vorgenommen. Ein Campingplatz ließe sich danach am Salzgittersee adäquat nur im Bereich zwischen der Eissporthalle und dem Parkplatz West realisieren. So betrugen damals die Investitionskosten für einen tragfähigen Campingplatz ca. 5 Mio. Euro. Zudem wären neben der kostenträchtigen und risikoreichen Einrichtung des Campingplatzes weitere Maßnahmen zur Absicherung des Erfolgs notwendig, z. B. direkte Zugänge vom Campingplatz zum See, Pflanzung großer Bäume und Büsche und die Erweiterung des Strandbereiches.

 

Aufgrund des vorgelegten Konzeptes und Empfehlung des SFS-Aufsichtsrates beschloss der Rat der Stadt Salzgitter am 14.12.2011 von der Einrichtung des Campingplatzes Abstand zu nehmen (siehe https://sitzungsdienst.salzgitter.de/buergerinfo/vo020.asp?VOLFDNR=14176#searchword).

 

 

Zu 2.)

Als möglicher Standort für ein Jugendgästehaus/Jugendherberge wurden Strandbereiche und angrenzende Areale des Salzgittersees von der Verwaltung in das Prüfverfahren einbezogen. Um Synergieeffekte durch bereits vorhandene Infrastruktur auszuschöpfen, wurde im ersten Schritt schwerpunktmäßig der Bereich um die Jugendkulturwerkstatt Forellenhof geprüft, da hier bereits zur Attraktivitätssteigerung benötigte Versammlungs-/Tagungsräume sowie Sanitärbereiche und entsprechende Anschlüsse vorhanden sind.

 

Zur Einschätzung marktgerechter Entwicklungsoptionen wurde Kontakt mit dem Deutschen Jugendherbergswerk (Geschäftsführer Hr. Dettmar und Hr. Maier) aufgenommen.

 

Aktuell  wird durch den Träger in Hildesheim investiert. In Braunschweig wurde eine Jugendherberge in Citynähe neu erschaffen -  d.h. Salzgitter müsste für sich eine neue Marktlücke erschließen (mit entsprechendem „Alleinstellungsmerkmal“), um bei den in der Nähe vorhandenen nach neuestem Standard errichteten Jugendherbergen/Jugendgästehäusern wirtschaftlich annähernd kostendeckend arbeiten zu können. Hierzu ist ein Haus mit ca. 100-120 Betten in 2 und 4-Bettzimmern erforderlich plus ein großer Tagungsraum und 2-3 kleinere Tagungsräume. Der gesamte Baukörper sollte behindertengerecht sein. Für einen besonderen Schwerpunkt der „Inklusion“ von Menschen mit Behinderungen könnten Fördermittel bei der Aktion Mensch und dem Landessportbund beantragt werden. Für Salzgitter wird ein Finanzbedarf von ca. 7 Mio € geschätzt.

 

Ortstermine am Salzgittersee ergaben nach Besichtigung des direkten Umfeldes des KJT Forellenhof, dass dieses nicht ausreichend attraktiv ist, um wirtschaftlich eine Jugendherberge betreiben zu können. Synergieeffekte durch die Nutzung des KJTs sind nicht darstellbar. Nach Begehung der Wege vom Hallenbad am Piratenspielplatz vorbei Richtung Reppnersche Bucht wurde dieser Strandbereich  mit angrenzender Grünfläche  als geeignet seitens der Vertreter des Jugendherbergswerks beurteilt, „die heutigen Nutzer erwarten kurze Wege zu den attraktiven Highlights“ z.B. Piratenspielplatz, Tretboote etc..

 

Bei weiteren planerischen Überlegungen für eine Jugendherberge sollte dieser Bereich favorisiert werden.

 

Die Verwaltung schlägt vor, die Frage der Einrichtung eines Jugendzeltplatzes/einer Jugendherberge im Zuge der weiteren Überlegungen zum Salzgittersee mitzubehandeln.