Vorlage - 4862/16

Betreff: Breitbandanbindung des Standortes "Flüchtlingswohnheim" an der Nord-Süd-Straße durch Glasfaserkabel
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr Beteiligt:50 - Fachdienst Soziales und Senioren
    15 - Fachdienst Digitales und IT
Beratungsfolge:
Stadtplanungs- und Bauausschuss Beschlussvorbereitung
13.01.2016 
41. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
27.01.2016 
47. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Soziales und Integration zur Kenntnis
03.02.2016 
32. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales und Integration (offen)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Das „Flüchtlingswohnheim“ an der Nord-Süd-Straße ist durch ein Glasfaserkabel an das städtische Breitbandnetz anzuschließen. Das Breitbandkabel wird u.a. unter dem Radweg zwischen dem Flüchtlingswohnheim und dem Hillenholzknoten verlegt. Der Radweg wird in diesem Zuge erneuert.

 

Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 125.000,- €.              

Begründung:

Seit Jahren befinden sich in der Nord-Süd-Straße städtische IT-unterstützte Arbeitsplätze, die mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Fachdienstes Soziales und Senioren besetzt sind. Bisher waren es im Mittel 3 - 4 Arbeitsplätze, für die die bisher genutzte Anbindung per Richtfunk zwar grenzwertig, aber im Grunde gerade noch ausreichend für die Aufgabenerledigung war. Die Investition in eine breitbandigere Anbindung erschien im Rahmen der gegenwärtigen und zukünftig geplanten Nutzung nach Abstimmung mit dem betroffenen Fachdienst bis dato unwirtschaftlich und daher nicht sachgerecht.

 

Seit der Zuspitzung der allgemeinen Lage im Rahmen der Flüchtlingshilfe ist das Gelände der ehemaligen Berufsschule Hallendorf an der Nord-Süd-Straße jedoch ein wichtiger Standort. Das wird durch die höheren Belegungszahlen der Unterkünfte, die Investitionen in die Verbesserung der baulichen Gegebenheiten und die strategische Ausrichtung als Schwerpunkt für Flüchtlingshilfe untermauert. Der Fachdienstes Soziales und Senioren hat bereits angekündigt, die Mitarbeiterzahl vor Ort auf ca. 23 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu erhöhen. Eine angemessene Versorgung über die bestehende Funkverbindung ist schon jetzt nicht mehr möglich, da bereits heute dauerhaft 6 - 8 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dort ihren Dienst verrichten und dafür EDV-Systeme benötigen.

 

Die derzeit genutzte Funkverbindung lässt sich nicht aufrüsten, da das Frequenzband und die Art der Installation eine Leistungssteigerung nicht zulassen. Die Einrichtung einer „neuen“ Funkverbindung mit einer höheren Leistung ist nach Einschätzung der Firma Mandala, die die jetzige Funkstrecke für die Stadt Salzgitter betreibt, mit hohen Kosten und einem relativ hohen Installationsaufwand verbunden.

 

So müssten im Schlauchturm der Feuerwache I, der als sogenannter Hop dient, Komponenten ausgetauscht werden, damit die Signale auf einem anderen Frequenzband übertragen werden können. Ebenso müsste die Verkabelung ertüchtigt werden, die zwischen Empfangs- und Sendemodul auf dem Schlauchturm und dem Switch in der Feuerwache I die Daten überträgt. Des Weiteren müsste am Standort Nord-Süd-Straße ein neuer Mast für die Anbringung des neuen Empfangs- und Sendemoduls angeschafft und aufgestellt werden. Die Erfahrung aus der Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass Bäume und Sträucher eine zu starke Beeinträchtigung des notwendigen Sichtkontaktes zum Schlauchturm bewirken. Die für so eine Strecke zum Einsatz kommende Technik wäre in dieser Hinsicht noch anfälliger, was eben den höheren Masten bedingt. Nach Einschätzung durch die Fa. Mandala würden Gesamtkosten für die Errichtung und den Betrieb einer solchen neuen Funkstrecke von einmalig ca. 40.000 – 50.000 € sowie jährlich wiederkehrenden Kosten von ca. 5.000 € als Wartungspauschale entstehen. Darüber hinaus ist bei Nutzung der voraussichtlich zum Einsatz kommenden Frequenzen in jedem Falle die Bundesnetzagentur zu beteiligen, was unter Umständen eine längere Zeit bis zur Inbetriebnahme beanspruchen kann.

 

Legt man diese Kosten einer maximal zu erzielenden Bandbreite von derzeit 200 Mbit/s zugrunde und betrachtet man die höhere Anfälligkeit, ist die Anbindung per Glasfaser mit einer Bandbreite von 1000 Mbit/s und geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 75.000 € für die reine Verlegung des Breitbandkabels auf jeden Fall zukunftsträchtiger und wirtschaftlicher.

 

Da eine einmal verlegte Glasfaserstrecke als extrem wartungsarm einzustufen ist, entstehen laufend keine weiteren Kosten. Die Anbindung der Nord-Süd-Straße an das städtische Telefon-netz mit allen Vorteilen und einem Einsparpotential durch Kündigung bisheriger Telefon-anschlüsse müssen ebenfalls betrachtet werden. Auch zukünftige heute nicht absehbare not-wendige Kapazitätserweiterungen vor Ort können problemlos bewältigt werden. Die Anbindung per Glasfaserkabel ist bei Betrachtung eines Betriebszeitraums von mindestens drei Jahren die insgesamt wirtschaftlichere und technisch bessere Variante, weil sie einen wartungsarmen Betrieb mit genügend Band-breite für alle IT-gestützten Aufgabenstellungen für alle dort tätigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bietet.

 

Das Breitbandkabel wird in den Leerrohren der Straßenbeleuchtung vom Rathaus bis zum Hillenholzknoten verlegt. Hier enden die vorhandenen Leerrohre. Vom Hillenholzknoten bis zum Flüchtlingswohnheim soll das Breitbandkabel unter dem vorhandenen Radweg verlegt werden. In diesem Zuge soll der Radweg auf einer Länge von ca. 440 m mit erneuert werden.

 

Der Radweg befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Die Verkehrssicherheit ist kaum noch gegeben. Diese Tatsache konnte bisher unbeachtet bleiben, weil dieser Radweg in der Vergangenheit so gut wie nicht genutzt wurde.

 

Durch die erhöhte Belegung des Flüchtlingswohnheims ist davon auszugehen, dass der Radweg von den Flüchtlingen intensiv genutzt werden wird, um in die Stadtteile Hallendorf und Lebenstedt zu gelangen. Daher muss der Radweg dringend erneuert werden. Eine Reparatur ist aufgrund der Schadenshöhe und des Schadensbildes nicht möglich.

 

Die kalkulierten Kosten der Radwegerneuerung belaufen sich auf ca. 75.000,- €. Die Verknüpfung der Maßnahmen „Herstellen des Breitband-Kabelgrabens“ und „Wege-erneuerung“ führt zu einer Einsparung von rd. 25.000 € gegenüber einer getrennten Bauweise mit Zeitversatz (Synergieeffekt). Die Wegeerneuerung ermöglicht das Verlegen des Kabels im Aushubprofil des Wegeunterbaus.           

Finanzielle Auswirkungen:   siehe Anlage              

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Finanzielle Auswirkungen 4862-16 (16 KB) PDF-Dokument (48 KB)