Vorlage - 2831/14

Betreff: Mittelfristiges Maßnahmen- und Finanzierungskonzept für IT-Angelegenheiten an den allgemeinbildenden Schulen in Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:40 - Fachdienst Bildung   
Beratungsfolge:
Personal- und Steuerungsausschuss Vorberatung
Schulausschuss Vorberatung
02.07.2003 
8. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses zurückgestellt   
03.09.2003 
9. öffentliche Sitzung des Schulausschusses zurückgestellt   
01.10.2003 
10. öffentliche Sitzung des Schulausschusses (offen)   
Finanzausschuss Vorberatung
18.09.2003 
36. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses zurückgestellt   
08.10.2003 
37. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses zurückgestellt   
19.11.2003 
38. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses abgelehnt   
Verwaltungsausschuss Entscheidung
23.09.2003      zurückgestellt   
28.10.2003      zurückgestellt   
25.11.2003      abgelehnt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

1)      Für Erweiterung, Erneuerung und Unterhaltung der EDV-Ausstattung der allgemeinbildenden Schulen in Salzgitter, wird für den Zeitraum 2004 bis 2007 ein jährlicher Mittelbedarf in Höhe von insgesamt 350.000 € anerkannt.

2)      Für die EDV-Ausstattung der Schulen ist das IT-Konzept für die allgemeinbildenden Schulen der Stadt Salzgitter zugrunde zu legen.

3)      Die Planstelle 1.2/0039 wird zur Besetzung mit einem it-Betreuer in Schulen freigegeben.

4)      Das IT-Konzept ist bei Bedarf regelmäßig den Erfordernissen anzupassen, um sowohl den pädagogischen Anforderungen gerecht zu werden als auch in technischer und kostenmäßiger Hinsicht eine zeitnahe Aktualität zu sichern.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

A)     Einleitung

Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am 29.04.2003 die Verwaltung beauftragt, bis vor den Sommerferien ein Finanzierungskonzept für IT-Maßnahmen an den allgemeinbildenden Schulen in Salzgitter zu erstellen (s. Vorlage Nr. 2534/14)

 

Die nachfolgenden aktuellen Projekte bzw. Maßnahmen bilden hierzu auf der Grundlage des IT-Konzeptes eine zeitnahe Kostenermittlung für die EDV-Ausstattung der allgemeinbildenden Schulen für den Zeitraum 2004 bis 2007:

- Projekt 1000mal1000: Notebooks im Schulranzen

- Förderrunde 2003 durch n-21

 

Einleitend wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass sich die im IT-Konzept verankerte Ausstattungsphilosophie der Schulen mit EDV dahingehend ändert, dass zukünftig die Notebook-Ausstattung nach dem Modell des “Notebook-Projektes 1000mal1000” verstärkt vollzogen wird.

Das bedeutet eine zügige Umsetzung von “persönlichen Notebooks für jeden Schüler/jede Schülerin” zunächst ab Klasse 7. Parallel dazu werden an den Notebook-Schulen EDV-Fachräume bzw. Medienecken im Grundsatz nicht mehr eingerichtet oder vorgehalten.

Da die Notebooks von den Eltern finanziert werden sollen, können gegenüber dem
IT-Konzept sowohl im Notebook-Beschaffungsbereich als auch in der Einrichtung/Unterhaltung der fest installierten EDV-Fachbereiche die Investitionen für den Schulträger wesentlich reduziert werden.

Eine Hauptaufgabe wird demzufolge eine zügigere Ausstattung der Schulen mit Netzwerken sein, um den pädagogischen Anforderungen gerecht zu werden bzw. um eine Grundlage für die erforderlichen künftigen technischen Ausstattungen zu schaffen.

Die klassischen EDV-Fachräume bzw. Medienecken sollen künftig nur noch an “Nichtnotebook-Schulen” vorgehalten werden und sind mittelfristig als auslaufende Modelle zu betrachten.

 

B)    Das Notebook-Projekt 1000mal1000

 

Die Teilnahme der Stadt Salzgitter an der vorstehenden Notebook-Aktion, die von n-21 begleitet und gefördert wird, bedeutet für unsere Region bzw. die Stadt als Schulträger einen richtungsweisenden Schritt in die künftige IT-Ausstattung unserer Schulen.

 

Aus pädagogischer Sicht ist die Einführung der Notebooks sinnvoll und dringend erforderlich.

Um den Aufbruch der Schulen in die Wissensgesellschaft als gesamtwirtschaftliche Herausforderung gerecht zu werden, muss sich der Schulträger auch dieser Herausforderung stellen.

 

Die Tendenz zu ubiquitären Lernen - auch von zu Hause aus – wird in zunehmenden Maße wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit sein.

 

Unabdingbares Ziel muss hierbei sein, die Schulen mit der Technik auszustatten, wie sie in den Unternehmen und Betrieben für den “täglichen Gebrauch” EDV-mässig gang und gebe ist – nämlich die Ausstattung mit Notebooks und entsprechendem Wireless - LAN.

 

Hier gilt es, tragfähige und nachhaltige Ausstattungs- und Finanzierungsmodelle zur Sicherung des Notebookeinsatzes zu entwickeln.

Eine herausgehobene Priorität hat in diesem Zusammenhang auch die verantwortungsbewusste Einbindung und finanzielle Beteiligung der Eltern an der Bildung ihrer Kinder.

 

Mit dem flächendeckenden Anschluss der Schulen an das World-Wide-Web (Internet) ist die Pionierphase der Ausstattung von Schulen, die Ende der 90er Jahre begann, abgeschlossen.

Es geht nun vielmehr um die Verstetigung des Erreichten und Unterstützung der Unterrichtsinhalte und Vernetzung der Schulen.

 

Die Ausstattung der Schulen mit Notebooks ist bereits ein wichtiger Bestandteil des von der Stadt entwickelten IT-Konzeptes und soll im Rahmen dieser Aktion kostengünstig Zug um Zug ausgebaut  und auch zukünftig nachhaltig fortgesetzt werden.

 

Neben den von den Eltern zu finanzierenden Notebooks muss verstärkt die technische Infrastruktur in den Schulen geschaffen werden, für die der Schulträger verantwortlich ist.

So müssen die Stromversorgung dem wachsenden Bedarf angepasst und schulinterne Netzwerke einschl. der notwendigen Hardware (Server etc.) eingerichtet werden.

 

Die hierzu erforderlichen Einrichtungskosten betragen für die insgesamt 12 teilnehmenden Klassenverbände eines jeweiligen Jahrganges der Schulen Kranich-Gymnasium, GHRS Amselstieg und Schule Am Gutspark ca. 130.000 € (vier Jahrgänge der jeweils 7. Klassen einer Schule werden somit Notebook-Klassen, d.h., nach vier Jahren sind die Klassen 7 bis 10 komplett mit Notebooks ausgestattet).

 

Um die Einrichtung von Notebook-Klassen auch anderen interessierten Schulen zu ermöglichen, sollen jedes Jahr zusätzlich vorerst bis zu 5 Klassenverbände (je nach Zügigkeit an 1 bis 2 Schulen) nach dem gleichen Muster mit Notebooks versorgt werden, so dass im Verlaufe von 4-Jahreszyklen auch an anderen Schulen bis zu 17 neue Klassenverbände eines jeweiligen Jahrganges kontinuierlich mit Notebooks ausgestattet werden können. Dieser Kostenanteil beträgt ca. 55.000 €.

 

C)    EDV-Einrichtungen in Schulen als Gesamtheit

 

Daneben sind jedoch auch an allen Schulen die vorhandenen EDV-Einrichtungen (PC-Räume, Medienecken, Schulnetzwerke etc.) ständig auf einem zeitgemäßen Stand zu halten bzw. nach Bedarf zu erweitern.

Dies allerdings in reduziertem Umfang, da – wie eingangs erwähnt – ab Klasse 7 Zug um Zug der Notebook-Einsatz erfolgen soll.

 

Mittelfristig wird somit der zunehmende Notebookeinsatz bewirken, dass die Ausstattungen von EDV-Fachräumen und Medienecken an den Notebook-Schulen entsprechend reduziert und demzufolge auch Kosten eingespart werden können.

Hauptschwerpunkt wird allerdings der Ausbau aller schulinternen Netzwerke als Grundlage für den EDV-Einsatz bleiben.

 

In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die von n-21 mit 50 % Selbstbeteiligung initiierten Förderrunden in 2003 auslaufen und zukünftig in dieser Form wahrscheinlich nicht weitergeführt werden. Ein wichtiger Schwerpunkt werde seitens von n-21 zukünftig bei der Notebookaktion 1000mal1000 liegen.

 

Auch unter diesem Aspekt wird die Bedeutung des IT-Konzeptes als “EDV-Agenda” deutlich.

Ein (un)willkürlicher “Wildwuchs” wird somit weitgehend ausgeschlossen.

 

Eine wichtige Voraussetzung ist die politische Akzeptanz des IT-Konzeptes in inhaltlicher Hinsicht. Das Konzept dient zur Steuerung der schulmässigen EDV-Ausstattung als Gesamtheit.

 

Die dort für den “Ausstattungs-Idealfall” ermittelten Kosten hingegen sind nicht (mehr) als relevant anzusehen, da die Preise naturgemäß ständigen Schwankungen (i.d.Regel nach unten) unterworfen sind, bzw. für die Beschaffung der Notebooks im Rahmen des Notebookprojekts 1000mal1000 nunmehr keine Kosten für den Schulträger entstehen (s.o.).

Allein durch die “Elternfinanzierung” der Notebooks ergibt sich ein hypothetisches Einsparvolumen von ca. 1 Mio € in vier Jahren (mindestens 1000 Notebooks à 1000 €).

Neu- und Ersatzbeschaffungen von Notebooks seitens des Schulträgers sind somit im Grundsatz entbehrlich.

Ziel wird sein, dass auch nach Ablauf des Notebookprojektes die zukünftige Notebookfinanzierung an den weiterführenden Schulen über die Eltern abgewickelt werden soll.

Das vorliegende IT-Konzept wird in diesem Rahmen regelmäßig zu überarbeiten sein, um sowohl in planerischer, technischer als auch in kostenmäßiger Hinsicht die aktuellen Gegebenheiten des Marktes bzw. der pädagogischen Erfordernisse widerspiegeln zu können.

 

D)    Eckwerte und Kosten in Folgejahren

 

Die zunächst in den nächsten ca. vier Jahren zu erwartenden Kosten orientieren sich nach den im laufenden Haushaltsjahr 2003 zur Verfügung stehenden Volumen für EDV-Ausstattung.

Eine ausreichende EDV-Versorgung kann somit noch gewährleistet werden, ohne die Grundzüge des IT-Konzeptes zu vernachlässigen.

 

 

In 2003 stehen - ohne Haushaltsreste - folgende Mittel zur Verfügung:

 

1)      2920.93500 – Ausstattung der allgemeinb. Schulen mit DV                                     80.000 €

2)      2920.93501 – Eigenbeteiligung n-21 Förderrunde 2003 (netto)                              196.700 €

3)      2920.94000 – Ausstattung der allgemeinb. Schulen DV-Bau                                   65.000 €

4)      Summe                                                                                                                    341.700 €

 

Inwieweit und in welchem Umfang sich über einen längerfristigen Zeitraum die Kosten entwickeln werden, darüber kann - ohne in Spekulationen zu verfallen - naturgemäß noch keine Aussage getroffen werden, da speziell im IT-Bereich sowohl die technische als auch die kostenmäßige Entwicklung schwer einzuschätzen ist.

 

Die nachstehend ermittelten Eckwerte gewährleisten vom Gesamtvolumen her den Erhalt bestehender EDV-Einrichtungen sowie deren kontinuierlichen Ausbau bzw. zukunftsorientierte Weiterentwicklung.

Verschiebungen untereinander können nicht ausgeschlossen werden und sollten möglich sein, um eine flexible Vorgehensweise unter Anpassung an die auftretenden Bedürfnisse jederzeit sicherzustellen.

 

Jährliche Kosten für Erweiterung, Erneuerung und Unterhaltung EDV in Schulen:

 

1)      Notebook-Projekt 1000mal1000
Kosten für laufendes Projekt/Jahr/12 KLV                                                               130.000 €
Jährlich zusätzlicher Einstieg von ca. 5 KLV                                                             55.000 €

2)      Hardwaremässige Erneuerung bestehender PC-Räume (ca. 2 - 3 Räume
in Nichtnotebook-Schulen)                                                                                         30.000 €

3)      Einrichtung neuer Medienecken (mind. 2 - 3 Medienecken
in Nichtnotebook-Schulen)                                                                                         25.000 €

4)      Zusätzliche schulinterne Vernetzungstechnik (in 3 - 4 Schulen
Nichtnotebook-Schulen)                                                                                             50.000 €

5)      Diverses Zubehör (Beamer, Cameras etc., ausser Projekt 1000mal1000,
da Zubehör dort schon integriert ist).                                                                         20.000 €

6)      Baukosten für zusätzliche Erneuerung ELT-Hausanschlüsse und Leitungen
(ausser Projekt 1000mal1000, da Baukosten dort schon integriert sind).                40.000 €

7)      Summe/Jahr                                                                                                            350.000 €

 

e)     Personalaufwand

Bereits im Jahr 2002 hat das Land Niedersachsen eine anteilige Finanzierung der Kosten der it-Betreuung in Schulen im Rahmen des Finanzausgleichs übernommen. Diese Mittel decken etwa die Personalkosten für 1,5 Kräfte. Das Land geht davon aus, dass die Kommunen eine entsprechende Co-Finanzierung erbringen.

 

Auf dieser Basis der vorhandenen Mittel wurde eine Ressourcenverteilung von 1,2 Kräften auf die Bereiche  Hard- und Software (ohne 1000mal1000) sowie Netzwerkkonzeption vorgenommen. Danach stehen einer kleinen Grundschule ca.3 Std., einem Gymnasium ca. 50 Std. jährlich zur Verfügung. Die Berufsbildenden Schulen sind nicht in die Betreuung einbezogen; ihnen werden die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung gestellt.

 

Ein Ausbau der It-Ausstattung nach dem vorstehenden Jahresplan erfordert zusätzliche Personalausstattung. Nach den interkommunalen Vergleichen sind zur Betreuung von rund 1.700 Standgeräten, den entsprechenden Netzwerken sowie dem Equipment für den Einsatz über 400 Laptops mindestens 4 Kräfte erforderlich. Nach den derzeitigen Erfahrungen mit dem großen Engagement der Lehrer und Schüler wird das Referat für Organisation, it und Controlling versuchen, die Betreuung (ohne Berufsbildenden Schulen) mit 2,2 Stellen sicherzustellen.

 

Die noch benötigte Stelle ist bereits seit 2001 in den Stellenplan eingestellt, die Freigabe durch den VA sollte erst nach der (inzwischen erfolgten) Zusage zur anteiligen Übernahme von Personalkosten durch das Land erfolgen.

 

f)      Beteiligungen

Um in absehbarer Zeit einen den Erfordernissen angemessenen technischen Mindest-Ausstattungsstandard zu erreichen, ist es unumgänglich, für die EDV-Maßnahmen an allgemeinbildenden Schulen seitens des Schulträgers insgesamt jährliche Mittel in Höhe von 350.000 € zur Verfügung zu stellen.

 

Der örtliche Verein “SALZGITTER: Schulen mit Zukunft e.V.”, der im Rahmen des Notebook-Projektes 1000mal1000 ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, insgesamt die Einrichtung von Informationstechniken in den Schulen der Stadt Salzgitter zu fördern.

 

Entsprechende finanzielle Mittel, aber auch Sachleistungen und “Know How” sollen in den Wirtschaftsbetrieben der Region eingeworben werden, um die Schulen zusätzlich zu unterstützen und den städtischen Haushalt zukünftig zu entlasten.

 

Die bisherigen Aktivitäten der Mitglieder machen deutlich, welch großes Interesse die Industrie und Wirtschaft der Region an der IT-Entwicklung unserer Schulen hat.