Vorlage - 1290/17

Betreff: Kooperativer Kinderschutz an Schulen
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur zur Kenntnis
07.12.2017 
10. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis
14.12.2017 
11. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Sachverhalt:
 

Hintergrund:

 

Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule und die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe stimmen in den grundlegenden Zielsetzungen überein.
Schule sowie Kinder- und Jugendhilfe sollen die Persönlichkeit des jungen Menschen stärken, ihn zum eigenverantwortlichen Handeln befähigen sowie auf die berufliche Qualifizierung und auf das Leben in der Erwachsenenwelt vorbereiten.
Ziel ist darüber hinaus die Stärkung der Elternverantwortung. Die gesetzliche Verpflichtung zur Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe ergibt sich aus den § 25 Abs. 3 NSchG und § 81 SBG VIII.

 

In diesem Zusammenhang erfährt der Kinderschutz  eine doppelte Aufgabenstellung. Zum einen geht es darum, das Kindeswohl dadurch zu sichern, dass vor allem die Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung möglichst frühzeitig gestärkt werden. Zum anderen sollen strukturelle Bedingungen und Kooperationen gefördert werden, die geeignet sind ein kindgerechtes Aufwachsen in Sicherheit zu ermöglichen.

 

Das 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz konkretisiert die Regelungen zum Kinderschutz. Es nennt ausdrücklich die Aufgaben aller Personen, die sich der Erziehung von Kindern widmen. Auch die Aufgaben der Lehrkräfte im Kinderschutz werden formuliert.

 
Hierzu gehören unter anderem, dass sie bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung eine Gefährdungseinschätzung vornehmen, die Situation mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen und ggf. den Personensorgeberechtigten erörtern und auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken sollen. Dabei besteht zur Unterstützung ein  Anspruch auf  eine Fachberatung zur Gefährdungseinschätzung durch eine Kinderschutzfachkraft /„Insoweit erfahrene Fachkraft“ (§ 4 KKG und § 8b SGB VIII).

 


 

 

Umsetzung:

 

Ein Verfahrens-  und Dokumentationssystem(Materialien), welches bereits seit 2012 erprobt und jetzt neu überarbeitet wurde, soll den Schulen im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden.

 

Bestandteil sind schematische Darstellungen eines Verfahrensablaufes bei dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und dem Verdacht einer institutionellen Kindeswohlgefährdung, einem Dokumentationssystem, welches prozessbegleitend genutzt werden soll und damit weitere Dokumentationen für eine ggf. notwendige Meldung einer Kindeswohlgefährdung (gem. §  8a SGB VIII) erübrigen.
Ergänzt wird dieses Dokumentationssystem durch die Auflistung sogenannter gewichtiger Anhaltspunkte für eine mögliche Gefährdung.
 

Dieses Verfahrens- und Dokumentationssystem, sowie die Fachberatung zur Gefährdungseinschätzung durch eine „Insoweit erfahrene Fachkraft“ sollen Bausteine einer verlässlichen Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe gewährleisten.


Wünschenswert ist ein dialogischer Ausbau hin zu einem Schutzkonzept wie es bereits mit den Kindertagesstätten des Stadtgebietes gelungen ist.

Konkret bedeutet dies, dass Kooperationsverträge zwischen Schule und Jugendhilfe erarbeitet werden, die für beide Kooperationspartner Handlungssicherheit  und Verbindlichkeit gewährleisten. Schulungsangebote, die vertiefend zu den bislang schon durchgeführten Informationsveranstaltungen angeboten werden, sollen eine Person an jeder Schule als eine Kinderschutzlotsin/einen Erziehungslotsen (ErstansprechpartnerIn) qualifizieren.

 

Hierzu gehört auch die Information über Praxis-/Unterrichtsunterstützende Maßnahmen auf kurzen Wegen zu transportieren.

 

Begleitet wird die Umsetzung des Schutzkonzepts durch einen Qualitätszirkel „Kinderschutz an Schulen“, bestehend aus diesen „geschulten“ Personen und einer „Insoweit erfahrenen Fachkraft“, um die Fortschreibung der Qualität im kooperativen Prozess sicher zu stellen.

 

Kooperativer Kinderschutz im Sinne des Gesetzgebers (§ 1-4 KKG) bedarf das Engagement und Ressourcen Aller an der Erziehung von Kindern Beteiligten.