Vorlage - 2001/17

Betreff: Verstetigung der Jugendberufshilfe Pro-Aktiv-Center (PACE) und der Jugendwerkstatt (JoB) im Rahmen des Haushaltes der Stadt Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
15.08.2018 
28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Jugendhilfeausschuss Beschlussvorbereitung
16.08.2018 
18. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Wirtschafts-und Steuerungsausschuss Beschlussvorbereitung
16.08.2018 
18. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Wirtschafts-und Steuerungsausschusses ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
29.08.2018 
20. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Die Jugendberufshilfe mit ihren Projekten „Pro-Aktiv-Center (PACE)“ und Jugendwerkstatt JoB „Junge Menschen ohne Beruf“ werden bis Ende der Förderperiode des Europäischen Sozialfonds am 31.12.2020 im Rahmen des Haushalts der Stadt Salzgitter weitergeführt.  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

Die Jugendberufshilfe der Stadt Salzgitter entwickelte sich seit 1990 mit den damali­gen Projekten RAN (1990) und der Jugendwerkstatt JOB (1991). Im Jahr 2004 wurde das Programm Pro-Aktiv-Center „PACE“ als weiteres Projekt landesweit eingerichtet. Seit 2006 sind die Einzelprogramme RAN und PACE in Niedersachsen unter dem Pro­gramm Pro-Aktiv-Center (PACE) zusammengefasst. Darüber hinaus besteht das För­derpro­gramm für die Jugendwerkstätten (Stadt Salzgitter Jugendwerkstatt JOB) lan­desweit.

 

Der Rat der Stadt Salzgitter hat zuletzt in seiner Sitzung am 27.01.2016 folgenden Beschluss gefasst:

„Die Jugendberufshilfe mit ihren Projekten „Pro-Aktiv-Center (PACE) und die Jugendwerkstatt JOB „Junge Menschen ohne Beruf“ wird verstetigt und soll bis zum 31.12.2018 im Rahmen der aktuellen Förderperiode des Europäischen Sozialfonds und des Haushalts der Stadt Salzgitter weitergeführt werden.“

 

Die Finanzierung der zuwendungsfähigen Ausgaben erfolgt mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Niedersachsen – Programmgebiet stärker entwickelte Region (SER) – zur Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Pro-Aktiv-Centren und Jugendwerkstätten JoB. (Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Centren; Erl. d. MS v. 30.10.2015 – 306-51742; Nds.MBl. 2015 Nr. 43 S.1382).

 

Eine weitere Finanzierung auf der gesetzlichen Grundlage des § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 45 Abs. 1 Satz 1 SGB III besteht für die Jugendwerkstatt.

 

Die aktuellen Zuwendungsbescheide liegen für die Projekte wie folgt vor:

 

Pro-Aktiv-Center: 17.05.201728.02.2019

Antragsstichtag für den Förderzeitraum 01.03.201931.12.2020 ist der 01.11.2018.

 

Jugendwerkstatt: 01.04.201831.12.2020

Zuwendungsbescheid liegt mit Datum 14.06.2018 noch nicht vor. Die Ausnahmegenehmigung vom Verbot des vorzeitigen Maßnahmebeginns ist mit Datum 20.03.2018 eingegangen.

 

Die finanziellen Auswirkungen für die Stadt Salzgitter zu den projektbezogenen Förderperioden sind in der Anlage abgebildet.

 

  • Projekt Pro-Aktiv-Center (PACE)

 

§ 1 Sozialgesetzbuch  - Achtes Buch – (SGB VIII) weist der Jugendhilfe die Aufgabe zu, junge Menschen in ihrer individu­ellen und sozialen Entwicklung zu fördern und dazu beizutragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. § 13 SGB VIII enthält nähere Regelungen für die spezi­ellen Zielgruppen der Jugendsozialarbeit.

 

PACE als Jugendberufshilfe arbeitet auf der Grundlage der Jugendsozialarbeit. Jugendsozialarbeit soll „junge Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligun­gen oder zur Überwindung individueller Beeinträch­tigungen in erhöhtem Maße auf Unter­stützung angewiesen sind, (…) im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen (…) anbieten (und) (…) ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliede­rung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern“ (Abs. 1, § 13 SGB VIII).

 

Sie gehört zu den Pflichtaufgaben der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe.

Weitere Grundlagen neben § 13 sind im SGB VIII u.a.:

 

  • § 5 Wunsch- und Wahlrecht
  • § 41 für junge Volljährige
  • § 64 Datenübermittlung und –nutzung
  • § 65 Besonderer Vertrauensschutz in der persönlichen und erzieheri­schen Hilfe

 

Mit diesem Auftrag befindet sich die Jugendberufshilfe im Schnittfeld zwischen Ju­gendhilfe (Erziehungshilfe, Jugendarbeit), allgemeinbildender und berufsschulischer Bildung sowie den Angeboten der Arbeitsagenturen (SGB III) und der Jobcentren (SGB II).

 

Das Pro-Aktiv-Center ist eine niedrigschwellige Anlauf- und Beratungsstelle und hat den Anspruch, die Zielgruppe ganzheitlich und nicht reduziert auf eine besondere Problemlage wahrzunehmen und sie in die Lage zu versetzen, selbstbestimmte Lö­sungswege und Lebensperspektiven entwickeln zu können.

 

Merkmale der Zielgruppe sind wie folgt:

 

  • Soziale Benachteiligung: liegt dann vor, wenn aufgrund gesellschaftlich nicht ausr­eichender Mechanismen die Integration nicht wenigstens durchschnittlich gelungen ist. Dazu zählen u.a. junge Menschen ohne Schulabschluss, Ab­bruch bei Maß­nahmen der Arbeitsverwaltung, Langzeitarbeitslose, junge Menschen mit Defi­ziten der deutschen Sprache.

 

  • Individuelle Beeinträchtigungen: bestehend bei psychischen, physischen oder sonstigen persönlichen Beeinträchtigungen individueller Art (z.B. Abhängig­keit, Überschuldung bei Volljährigen, Delinquenz, Behinderung, aber auch aufgrund wirt­schaftlicher Benachteiligung).

 

  • Erhöhter Unterstützungsbedarf: liegt dann vor, wenn die jungen Menschen mehr als durchschnittlicher Förderungs- und Vermittlungsbemühungen in Ausbildung, Be­ruf und ihrer sozialen Integration bedürfen.

 

Ein Teil dieser Personengruppe lässt sich mit den im SGB II / III zur Verfügung ste­hen­den Möglichkeiten (hier besonders niedrigschwelligen Bildungs- und Fördermaß­nah­men) nicht ins Erwerbsleben integrieren.

 

Unabhängig von (nicht-)bestehendem Leistungsbezug muss dieser Personenkreis da­hingehend gefördert werden, dass entweder eine Integration mög­lich wird oder von den Eingliederungsbemühungen aufgrund von grundsätzlich feh­lender Arbeits­fähigkeit ab­gesehen werden muss.

 

In Abgrenzung zur Kompetenzagentur wird vorrangig die Zielgruppe zwischen 18 und 27 Jahren angesprochen, die ihre allgemein- und berufsbildende Schulpflicht be­reits erfüllt hat.

 

Seit 2015 ist das Pro-Aktiv-Center räumlich mit dem SGB II (U-25-Bereich) und dem SGB III unter dem Dach der  Jugendberufsagentur Salzgitter zusammengefasst.

Durch das niedersächsische Kultusministerium ist eine Rahmenvereinbarung verabschiedet worden, welche die Zusammenarbeit zwischen den Partnern SGB II, SGB III und SGB VIII sowie der Schulen regelt. Als Beitrag der Jugendhilfe ist festgehalten:

 

„Die Träger der Jugendhilfe nach SGB VIII halten das Leistungsspektrum der individuellen Förderung und Beratung mit Fokussierung auf die soziale und gesellschaftliche Teilhabe und Integration nach Maßgabe des Einzelfalles bereit. Die Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung, der Abbau und die Vermeidung von Benachteiligungen (…) stehen im Vordergrund. (…) Das Sozialministerium kann die Leistungen der örtlichen Träger der Jugendhilfe durch das Förderprogramm „Pro-Aktiv-Center“ ergänzen.“ (aus: Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit in Jugendberufsagenturen in Niedersachsen v. 08.06.2018)

 

 

Projekt Jugendwerkstatt JoB „Junge Menschen ohne Beruf“

 

Zielgruppe der Jugendwerkstatt JoB sind junge Menschen im Alter bis zu 25 Jahren, die Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende) erhalten. Die Teilnehmenden werden durch das Jobcenter in die Jugendwerkstatt vermittelt. Gesetzliche Grundlage ist § 16 Abs. 1 SGB II i.V. m. § 45 Abs. 1 Satz 1 SGB III. Seit Dezember 2012 ist die Jugendwerkstatt nach AZAV „Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung“ zertifiziert. Die aktuelle Re-Zertifizierung wurde am 06.12.2017 durchgeführt. Gültigkeit des Zertifikats: 19.12.201718.12.2022.

 

Die Jugendwerkstatt richtet sich an junge Menschen mit multiplen Problemstellungen im beruflichen und persönlichen Bereich, die dazu führten, dass sie bislang nur schwer bzw. gar keinen Zugang zu Ausbildung und Beruf gefunden haben. Insgesamt stehen 16 Teilnehmerplätze auf der Grundlage von SGB II zur Verfügung. Zwei weitere Plätze sind für junge Menschen ohne SGB II Leistungsbezug vorhanden.

 

Darüber hinaus bietet die Jugendwerkstatt einen Platz zur Schulpflichterfüllung im Sekundarbereich II (Berufsschulpflicht) gemäß NSchG § 69 Abs. 4 an (Finanzierung über 100 % Landesförderung).

 

  • personelle Situation in PACE & JOB

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind un­befristet beschäftigt bzw. verbeamtet.

 

Im Stellenplan ist im Umfang eine Stelle für die Teamleitung, fünf Stellen für pädagogische Fachkräfte, eine Stelle Sachbearbeiter/-in und zwei Stellen für handwerkli­che Anleiter ausgewiesen. Die Planstellen sind projektbezogen mit den „k. w.-Ver­merken 2018“ versehen (Ausnahme: Planstellen 51/0108 und 51/0060).

 

 

 

Planstellen

Funktion

Umfang

Ist

TV SEW / BEA

Besetzung

 

 

51/0112
A10 BEA03
Umfang: 0,625

Sachbearbeiter/-in

0,625

0,625

A10 BEA03
Umfang: 0,500

 

A10 BEA03

Umfang: 0125

 

k.w. 2018

 

 

51/0113
S11b TVSEW
Umfang: 1,000

Sozialpädagoge

1,000

1,000

S11b TVSEW
Umfang: 1,000

 

k.w. 2018

 

 

51/0108
A10 BEA03
Umfang: 1,000

Dipl. Pädagogin

1,000

1,000

A10 BEA03
Umfang: 1,000

 

Ohne k.w.

 

 

51/0107
S11 TVSEW
Umfang: 1,000

Sozialpädagoge

1,000

1,000

S11b TVSEW
Umfang: 0,5

 

S11b TVSEW

Umfang: 0,5

 

k.w. 2018

 

 

51/0060

S 11b TVSEW

Umfang: 1,000

Sozialpädagoge

1,000

1,000

S 11b TVSEW 3
Umfang: 1,000

 

Ohne k.w.

 

 

51/0109
S11b TVSEW
Umfang: 1,000

Sozialpädagoge

1,000

1,000

S11b TVSEW
Umfang: 1,000

 

k.w.2018

 

 

51/0110
S07 TVSEW
Umfang: 1,000

Handwerklicher Anleiter

1,000

1,000

S07 TVSEW
Umfang: 1,000

 

k.w.2018

 

 

51/0111
S07 TVSEW
Umfang: 1,000

Handwerklicher Anleiter

1,000

1,000

S07 TVSEW
Umfang: 1,000

k.w.2018

 

 

 

51/0114
S17 TVSEW
Umfang: 1,000

Teamleiter/-in

1,000

1,000

S17 TVSEW
Umfang: 1,000

 

k.w.2018

 

Summe 

 

8,625

 

8,625

 

   

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen:  

 

Die Finanzierung der zuwendungsfähigen Ausgaben der Projekte erfolgt mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet stärker entwickelte Region (SER); Förderperiode 2014 – 2020 zur Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Pro-Aktiv-Centren und Jugendwerkstätten (Erl. d. MS v. 30.10.2015 – 306-51 742) laut Anträge an die NBank (Investitions- und Förderbank Niedersachen). Zusätzlich wurden 65.904,87 € für JoB und 63.917,22 € für PACE im Rahmen einer Bedarfszuweisung gemäß § 13 NFAG als Kofinanzierung mit Bescheiden vom 07.06.2018 bewilligt.

 

In Bezug auf die Jugendwerkstatt erfolgt eine weitere Finanzierung auf der gesetzlichen Grundlage § 16 Abs. 1 SGB II i.V. m. § 45 Abs. 1 Satz 1 SGB III.

 

Kostenplanung Pace

 

2019

2020

Personalkosten

417.609

438.489

Sachkosten z.B. Miete, Verbrauchsgüter, IT-Kosten, Fortbildungen, Overheadkosten etc.

44.429

46.650

jährliche Gesamtkosten

462.038

485.139

 

 

 

davon geplante  ESF und Landesmittel

171.000

171.000

Stadt Salzgitter

291.038

314.139

 

 

 

Der Zuwendungsbescheid für das Projekt PACE liegt derzeit bis zum 28.02.2019 vor und beinhaltet für die Monate Januar und Februar 2019 die Summe von 28.500,00 €. Für den Förderzeitraum ab 01.03.201931.12.2020 (Antragsstichtag 01.11.2018) kann davon ausgegangen werden, dass die Förderung seitens der NBank ab März 2019 weiterhin jährlich 171.000 € betragen wird.

Kostenplanung Jugendwerkstatt JoB

 

2019

2020

Personalkosten

345.683

362.967

Sachkosten z.B. Miete, Verbrauchsgüter, IT-Kosten, Fortbildung, Overheadkosten etc.

105.492

110.767

jährliche Gesamtkosten

451.175

473.734

 

 

 

davon geplant ESF + Land

165.000

165.000

Kofi Jobcenter

163.973

163.973

Stadt Salzgitter

122.202

144.761

 

 

 

Der aktuelle Zuwendungsbescheid für das Projekt JoB (01.04.201831.12.2020) liegt noch nicht vor. Es wird aber davon ausgegangen, dass die Förderung seitens der NBank weiterhin jährlich 165.000 (Maximalförderung) beträgt und sich das Jobcenter auf der Grundlage von § 16 Abs.1 SGB II i.V.m. § 45 Abs.1 Satz 1 SGB III ebenfalls weiterhin beteiligt.

 

Die Kosten für die Fortführung der Projekte PACE und JoB ist weiterhin aus dem Budget des Fachdienstes 51 im Haushalt 2019 und 2020 vorgesehen.

   

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage: Finanzielle Auswirkungen  

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Finanzielle Auswirkungen 2001_17 (403 KB)