Vorlage - 1742/17-MV

Betreff: Reinigung in Salzgitters Schulen; Ratsbeschluss vom 23.05.2018
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:EB 85 - Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Salzgitter   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur zur Kenntnis
06.12.2018 
16. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik zur Kenntnis
22.11.2018 
19. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik zurückgestellt   
17.01.2019 
20. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik (offen)   
21.02.2019 
21. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss zur Kenntnis
Rat der Stadt Salzgitter zur Kenntnis
30.01.2019 
27. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Mitteilung:
 

Der Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Salzgiter (EB SZ-G.E.L.) ist mit Beschluss des Rates der Stadt Salzgitter vom 23.05.2018 (Beschlussvorlage 1742/17) beauftragt worden, das Konzept der Gebäudereinigung in den öffentlichen Schulgebäuden zu überprüfen und ggf. anzupassen.

 

Dazu hat am 28.08.2018 auf Einladung des EB SZ-G.E.L. eine Auftaktveranstaltung stattgefunden, an der die Leitung der Interessengemeinsachft Schulleitung Salzgitter (InGeSchul), Vertreter des Stadtelternrats sowie des Fachdienstes Bildung teilgenommen haben. Die wesentlichen Rahmen-bedingungen der städtischen Gebäudereinigung wurden erläutert. Als Ergebnis konnte vereinbart werden, dass ein wirkungsvolles Konzept nur gemeinsam unter Mitwirkung der Schulleitungen und der Gebäudereinigung erarbeitet werden kann. Die Diskussion konnte bei einem weiteren Treffen mit Vertreterinnen der Gebäudereinigung und dem Sprecherkreises der InGeSchul vertieft werden.

 

Die Präsentation aus der Auftaktveranstaltung ist in der Anlage beigefügt und wird im Folgenden erläutert.

 

Einleitung

 

Die Gebäudereinigung des EB SZ-G.E.L. ist insgesamt für die Reinigung von ca. 483.500 m² Brutto-Grundfläche (BGF) zuständig. Es handelt sich insbesondere um Schulen, Kinder- und Jugendtreffs, Verwaltungs- und Bürogebäude, ein Museum und drei Bibliotheken. Bezogen auf die wöchentlich zu reinigende Fläche werden 69,8% der Fläche durch Bedienstete der Stadt selbst und 30,2% durch private Dienstleister gereinigt. Der Anteil der Reinigungskosten an den gesamten Bewirtschaftungs- und Betriebskosten eines Gebäudes liegt bei ca. einem Drittel und macht damit einen bedeutenden Anteil aus.

 

 

In der Unterhaltsreinigung beschäftigt der EB SZ-G.E.L. ca. 125 Mitarbeiterinnen. Die Arbeitszeit je Mitarbeiterin liegt in der Regel bei 25 Stunden pro Woche. Die Bewertung erfolgt nach Entgeltgruppe 1 TVöD. Der EB SZ-G.E.L. setzt seit einigen Jahren ein mit dem Dienststellenpersonalrat und dem Fachdienst Personal und Organisation erarbeitetes Konzept um, wonach die Raumpflegerinnen durch drei von der Stadt angebotene Fortbildungsmodule weiterqualifiziert werden. Nach erfolgreicher Einarbeitung innerhalb von drei Jahren im Betrieb und nach Besuch der Qualifizierungsmaßnahme erhalten die Raumpflegerinnen die Entgeltgruppe 2 TVöD.

 

Sechs Mitarbeiterinnen sind mit Vorarbeiterfunktion betraut. Ihnen obliegen die Qualitätssicherung und die Organisation der Reinigung vor Ort anhand vorgegebener sogenannter Revierpläne. Um den Mitarbeiterinnen die optimale Unterstützung für ihre Tätigkeit vor Ort zu gewährleisten, werden monatlich Vorarbeiterinnentreffen für einen fachlichen Informationsaustausch durchgeführt und Seminare zu verschiedenen Themen angeboten.

 

Anforderungen an die Reinigung in Schulen

 

In der Gebäudereinigung grundsätzlich, aber besonders in Schulen, sind die Wirtschaftlichkeit ihrer Aufgabenerledigung, die Erreichung und Beibehaltung einer hohen Qualität des Reinigungszustands und die Erbringung einer optimalen Leistung gefordert. Für die Qualität sind die nach DIN 77400 vorgegebene Häufigkeit der Reinigung, der Umfang und die Intensität der Reinigung sowie die verfügbare Zeit von Bedeutung. Auch äußere Rahmenbedingungen haben Einfluss. Dazu gehören die eingesetzten Arbeitsmittel (z.B. Bereitstellung von Reinigungsmaschinen), der vorgefundene Verschmutzungsgrad (z.B. Sandeintrag, herumliegender Müll), der bauliche Zustand und Witterungseinflüsse (z.B. Schnee). Weiterhin spielen interne Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Zu nennen sind beispielsweise die Krankenquote, die Arbeitsleistung und der Grad der Auslastung. Die Qualität kann außerdem durch die Häufigkeit von Qualitätskontrollen beeinflusst werden.

 

Wirtschaftlichkeit wird durch Vergleich der Kosten im Verhältnis zur erbrachten Leistung  gemessen. Für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sind demzufolge die geforderte Qualität und die Flächenleistung pro Stunde (Leistungswert) unerlässlich. Einflüsse auf die Wirtschaftlichkeit haben die tariflichen Rahmenbedingungen, die Qualifikation der Reinigungskräfte (z.B. durch Schulungen), geeignete Reinigungsmittel, Maschinen und Geräte, optimale Arbeitsabläufe und die Krankenquote.

 

Zur optimalen Leistungserbringung sind gute Rahmenbedingungen, eine hohe Motivation und Einsatzbereitschaft des eingesetzten Personals, aber auch die Unterstützung der Nutzerinnen und Nutzer erforderlich. Einflussfaktoren sind die Bezahlung, die Identifikation der Bediensteten mit ihrer Tätigkeit, aber auch feststehende und bekannte Vereinbarungen mit den Nutzern, z.B. welche Reinigungsleistungen müssen wann erbracht werden und welche Unterstützung wird beispielsweise durch Schülerinnen und Schüler erwartet.

 

Reinigungszeiten / Leistungswerte

 

Leistungswerte haben einen hohen Einfluss auf das Reinigungsergebnis hinsichtlich Qualität und Wirtschaftlichkeit. Sie dienen der Festlegung der verfügbaren Arbeitszeit. Orientierung bieten vor allem Vergleichszahlen der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt). In der anliegenden Präsentation, Folienseiten 15 und 16, sind einige Beispiele für Vergleiche genannt. Es ist festzustellen, dass die bei der Stadt Salzgitter verwendeten Leistungswerte im durchschnittlichen Rahmen der Vergleiche mit anderen Kommunen liegen. Individuelle Gegebenheiten aufgrund von baulichen Besonderheiten werden jeweils bei den Leistungswerten und der Reviereinteilung objektspezifisch berücksichtigt, z.B. erhöhter Sandeintrag durch Gestaltung der Außenbereiche oder aufwendig zu reinigende Fußbodenbeläge. Der EB SZ-G.E.L. hat festgelegt, dass für Bedienstete, die älter als 60 Jahre alt sind, die Leistungswerte um bis zu 10% reduziert werden können.

 

Qualität und Quantität nach DIN 77400

 

Die DIN 77400 legt Mindestanforderungen an die Reinigung in Schulen fest. Dabei werden zum einen verschiedene Raumarten, z.B. Unterrichtsräume, Sanitärräume, und zum anderen Reinigungsbereiche, z.B. Fußboden, Tischoberflächen, unterschieden. In der Anlage auf den Folienseiten 18 ff. sind Beispiele genannt. Der Reinigungszyklus bei der Stadt entspricht den Empfehlungen der Norm und geht an einigen Stellen, z.B. beim Reinigen der Verkehrswege, darüber hinaus. Flächen, auf denen sich Gegenstände befinden (Papier, Spielzeug), können nicht gereinigt werden, z.B. Regale oder Kuschelecken. In den Schulen sind die Reinigungspläne grundsätzlich bekannt. Eventuelle Informationsdefizite werden kurzfristig ausgeräumt. 

 

Reinigung in den Ferien

 

Besonderheiten ergeben sich in Schulen durch die Ferienzeiten. Die Ferienzeiten sind grundsätzlich reinigungsfreie Zeiten, sofern nicht Ferienbetreuungen stattfinden. Die Reinigungskräfte nehmen in diesen Zeiten ihren Tarifurlaub in Anspruch und verwenden darüber hinaus Mehrarbeitsstunden, die im Rahmen der Krankheitsvertretung angefallen sind. Alternativ unterstützen sie bei Sonderreinigungen, die beispielsweise aufgrund von Bauarbeiten zusätzlich anfallen. Um die Reinigungsqualität zu verbessern, werden in den Ferien einige zusätzliche Reinigungstage an allen Schulen vorgesehen. Das sind jeweils der letzte Ferientag sowie acht weitere Reinigungstage während der Ferien, die in Abstimmung zwischen Schulleitung und Objektleitung bzw. Vorarbeiterin genutzt werden können. Anlässe dafür können besondere Veranstaltungen oder weitere Reinigungsbedarfe der Schule sein.

 

Vertretungsregelungen bei Krankheitsausfällen

 

Besonderer Regelungsbedarf besteht im Zusammenhang mit Krankheitsvertretungen. Die Gebäudereinigung des EB SZ-G.E.L. hat zur Abdeckung dieser Ausfallzeiten verschiedene Maßnahmen ergriffen. Bei längerer Krankheit erfolgt eine befristete Einstellung einer Vertretungskraft. Darüber hinaus werden einige Reinigungskräfte variabel je nach Bedarf in verschiedenen Revieren eingesetzt. Auch die Vorarbeiterinnen unterstützen im Vertretungsfall. Darüber hinaus ist in 2018 eine Dienstvereinbarung über die Arbeitszeit der städtischen Reinigungskräfte geschlossen worden, wonach im Falle von Krankheitsvertretungen in eingeschränktem Maße Mehrarbeitszeiten geleistet werden sollen. Diese werden während der Schulferien in der reinigungsfreien Zeit mit Freizeit ausgeglichen. In Kombination aller Maßnahmen ist grundsätzlich sichergestellt, dass im Krankheitsfall eine Vertretung einspringt. Erhöhte Krankheitsausfälle, z.B. während der Grippezeit, bewirken allerdings weiterhin eine Einschränkung der Reinigungsqualität.

 

Kriterien bei der Vergabe von Reinigungsleistungen an externe Dienstleister

 

Die vorgenannten Maßnahmen betreffen die Eigenreinigung. Werden Reinigungen durch externe Dienstleister erbracht, sind Rahmenbedingungen bereits in den Vergabekriterien detailliert festzulegen. Grundsätzlich fließen in die Angebotsbewertung der Angebotspreis zu 60% und der Leistungswert zu 40% ein. Darüber hinaus werden weitere Qualitätsanforderungen zusätzlich verankert, wie z.B. Eigenkontrollen durch die Objektleitungen, Vorgaben zum Einsatz von Vorarbeiterinnen im Objekt, Reaktionszeiten zur Mängelbeseitigung.

 

Zusammenarbeit mit „Schule“

 

Sowohl bei Eigen- als auch bei Fremdreinigung ist eine Unterstützung durch ein geeignetes Nutzerverhalten unerlässlich. In der anliegenden Präsentation Seiten 32 bis 35 sind einige Fotos dargestellt. Durch die Festlegung von Regelungen, wie Klassenräume und Toiletten durch die Schülerinnen und Schüler zu hinterlassen sind, kann die Arbeit der Reinigungskräfte maßgeblich unterstützt werden. Gelungene Beispiele stellen das regelmäßige Fegen vor Schulende sowie das Auf- oder Abstuhlen durch die Schülerinnen und Schüler dar. Das Aufheben von herumliegendem Müll gehört nicht zum Arbeitsauftrag der Reinigungskräfte und verschlingt Zeit, die dann zum Wischen nicht mehr zur Verfügung steht.

 

Ausblick auf das weitere Vorgehen

 

In Zusammenarbeit mit der InGeSchul werden gemeinsame Maßnahmen erarbeitet, um eine nachhaltige Verbesserung der Hygiene an Schulen zu erreichen.

 

Als erste Maßnahme wurde bereits eine Aufstellung mit den Zuständigkeiten und Erreichbarkeiten der Objektleitungen und Vorarbeiterinnen je Schulstandort erarbeitet und verteilt.

 

Wesentliche weitere Ansatzpunkte für Maßnahmen auf Seiten des EB SZ-G.E.L. sind

  • Intensivierung von regelmäßigen Qualitätskontrollen
  • Überprüfung der Reviereinteilung für Reinigungskräfte unter besonderer Berücksichtigung örtlicher Gegebenheiten
  • Konsequente Umsetzung von Ergänzungsreinigungen während der Ferienzeiten an 12 Tagen sowohl für eigene Reinigungskräfte als auch in Verträgen mit den Dienstleistern

 

Wesentliche weitere Ansatzpunkte für Maßnahmen auf Seiten der Schulen sind

  • Erarbeitung bzw. Verbesserung eines Konzepts für das Recycling von Papier und Wertstoffen
  • Erarbeitung von gemeinsamen Grundsätzen der Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Schulen zur Unterstützung der Reinigungskräfte.

 

Ein weiterführendes Projekt wird angestoßen, womit Schulträger, Gebäudemanagement und Schulen ein Konzept zur Vermeidung von Vandalismus an Schultoiletten erarbeiten. Als zu berücksichtigende Themenfelder sind Sensoren an Urinalen, geeignete Chemikalien zur Desinfektion und Geruchsbeseitigung, Händetrockner zur Vermeidung von Papierhandtüchern, Großrollenhalter zur sicheren Entnahme von Toilettenpapier identifiziert worden. Auch für die regelmäßige und verlässliche Erneuerung von Filzgleitern für Schülertische und –stühle ist ein Konzept zu erarbeiten.

 

Die Gespräche mit der InGeSchul fanden in sehr positiver und konstruktiver Atmosphäre statt. Dafür bedankt sich das Team der Gebäudereinigung bei allen Teilnehmenden und insbesondere bei der Vorsitzenden der InGeSchul, Frau Barnsdorf-Brandes.                                             

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Anlage:

Präsentation

 

                

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Präsentation Auftaktveranstaltung Gebäudereinigung 08/2018 (1280 KB)