Vorlage - 3220/17

Betreff: Hitze im neuen Kindergartengebäude in Hallendorf
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage Ortsrat
Federführend:10 - Fachdienst Ratsangelegenheiten und IT (10.1)   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Ost zur Kenntnis
19.09.2019 
16.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Ost Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Anlage/n

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Anfrage des Ortsbürgermeisters des Ortsrates der Ortschaft Ost:


Mit großer Freude hat der Ortsrat zur Kenntnis genommen, dass das neue Kindergartengebäude zu Beginn des neuen Kindergartenjahres nach den Sommerferien in Betrieb genommen wurde. Die Kirchengemeinde hat mitgeteilt, dass eine offizielle Einweihung erst im Januar stattfindet, wenn das Außengelände hoffentlich fertiggestellt ist. Leider gibt es bei aller Freude auch schon einen kritischen Punkt im neuen Gebäude. Als der Neubau vor einigen Jahren im Ortsrat durch den Fachdienst und den beauftragten Architekten vorgestellt wurde, kamen sofort kritische Fragen zur Verglasung der drei Gruppenräume und der damit vermuteten Wärmeentwicklung in den Räumen, in denen sich den ganzen Tag Kinder und Mitarbeiterinnen aufhalten. Diese Vollverglasung befindet sich in südlicher Ausrichtung. Daher sind die Räume quasi den ganzen Tag der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Der Architekt antwortete damals, dass dies kein Problem sein. Das Haus wäre so konzipiert, dass es sich bezüglich der Temperatur von selbst regelt. Außerdem sei es eine Spezialverglasung, die die Wärme abhält. Der Ortsrat nahm dies damals so hin und verließ sich auf diese Aussage.

 

Nun ist der Kindergarten gerade mal vier Wochen im Betrieb und schon ist das eingetreten, was der Ortsrat damals befürchtete. In der 35. KW lagen die Temperaturen in den drei Gruppenräumen morgens um 10.00 Uhr bereits zwischen 27°C und 28°C. Die Ablesung erfolgt über die in den Räumen verbauten Heizungspanels, die die aktuelle Raumtemperaturen anzeigen. Gegen Mittag erreichte die Raumtemperatur dann die Grenze von 30°C. Kinder und Mitarbeiterinnen waren völlig verschwitzt. Zumal die Kinder dort nicht still auf ihren Stühlen sitzen sondern sich auch beim Spielen ordentlich bewegen. Selbst im südlich gelegenen Bewegungsraum gab es eine Raumtemperatur von 27°C. Auch Stoßlüften ist nicht möglich, da die Fenster in den Gruppenräumen so nicht angeordnet sind oder nicht zum Öffnen konzipiert wurden.

 

Arbeitsstätten müssen so eingerichtet und betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden. So steht es in der Arbeitsstättenverordnung. Dabei sind bestimmte Grenzwerte einzuhalten. Bei über 26°C sollen entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Bei über 30°C müssen diese erfolgen und bei 35°C ist ein Raum nicht mehr als Arbeitsstätte zu nutzen. Diese Werte gelten für Arbeitsstätten von Heranwachsenden und Erwachsenen. Gänzlich anders zu beurteilen ist eine negative Beeinträchtigung der betreuten Kinder in einer Kindertagesstätte. Deren Belastbarkeit ist natürlich viel geringer. Hier muss im Einzelfall durch den Träger gesondert geprüft werden, inwieweit eine Aufheizung der Kindergarten-Räumlichkeiten noch mit den verpflichtenden Vorgaben zum Kindeswohl in Einklang zu bringen ist. Zudem kann der Träger bei diesen Temperaturen keine Bewegungsangebote durchführen und muss ggfs. auch das Toben unterbinden.

 

Frage 1: Welche kurzfristigen Maßnahmen sieht die Verwaltung, um der aktuellen Problematik mit zu heißen Räumen im Kindergarten Hallendorf entgegenzuwirken?

 

Frage 2: Welche mittel- bis langfristigen Maßnahmen sieht die Verwaltung, um der Problematik mit zu heißen Räumen im Kindergarten Hallendorf für die kommenden Jahre entgegenzuwirken?

 

Frage 3: Der Architekt hatten den Auftrag, ein Gebäude für einen Kindergarten zu planen, der für diese Zwecke ganzjährig nutzbar ist. Nun zeigt sich, dass die Nutzbarkeit der Räume trotz Nachfrage in der Ortsratssitzung in den Sommermonaten nicht bzw. nur eingeschränkt oder scheinbar nur durch baulichen/technischen Aufwand möglich ist. Wie geht die Verwaltung mit diesem Mangel gegenüber dem Architekten um? Sind hier Nachbesserungen und Regressansprüche denkbar?

 

   

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