Vorlage - 3236/17

Betreff: Knotenpunkt Berliner Straße / Neißestraße - Verlegung der Radwegfurten in Salzgitter-Lebenstedt
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nord Beschlussvorbereitung
06.11.2019 
26. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Stadtplanungs- und Bauausschuss Beschlussvorbereitung
13.11.2019 
27. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
20.11.2019 
43. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Der Verwaltungsausschuss stellt das Projekt „Knotenpunkt Berliner Straße / Neißestraße – Verlegung der Radwegfurten in Salzgitter-Lebenstedt“ mit einer Investitionssumme von 240.000 € fest.

        

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Sachverhalt:
 

Heutige Situation

Der Knotenpunkt Berliner Straße / Neißestraße liegt zentral in Salzgitter-Lebenstedt auf der Grenze zwischen den Abschnitten 4 und 5. Die Neißestraße ist ein Teil der Kreisstraße 13 (K 13) in Salzgitter-Lebenstedt. Sie verläuft von der Einmündung auf die Kattowitzer Straße in östlicher Richtung zur Ortsdurchfahrtsgrenze (OD-Grenze) westlich der Kreuzung mit der Peiner Straße und weiter bis zur K 12 nördlich von Salzgitter-Hallendorf. Die Berliner Straße ist eine Gemeindestraße und verläuft von der Konrad-Adenauer-Straße (K 30) in nördlicher Richtung bis zur Ludwig-Erhard-Straße (K 39). Der Knotenpunkt Berliner Straße / Neißestraße ist mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet.

Beide Straßen sind Hauptverkehrsstraßen mit einer relativ hohen Verkehrsbelastung von 7.800 Kfz/24h bis 10.500 Kfz/24h (Zählung 2012 zum Masterplan Mobilität). In der nachmittäglichen Spitzenstunde ist die Berliner Straße etwa 25 % höher belastet als die Neißestraße.

In beiden Straßen sind im Seitenraum baulich angelegte Radwege vorhanden. Die Breite der vorhandenen Radwege beträgt 1,60 m. Eine Nutzungspflicht besteht nicht.

Die Radwege werden im Knotenpunkt zurzeit parallel zu den Fußgängerfurten über die einmündenden Straßen geführt. Der Abstand der Radwegfurten zu den durchgehenden Fahrbahnen beträgt dabei 6,00 m bis 9,50 m.

 

Im Rahmen der Aufstellung des Radverkehrskonzeptes für die Stadt Salzgitter wurde mittels Befahrung eine Mängelanalyse des bestehenden Radverkehrsnetzes erarbeitet. Die erhobenen Daten wurden mit einheitlichen Bewertungskriterien in eine Tabelle und Karten (Anlagen 6 zum Radverkehrskonzept) überführt. In Kapitel 7 des Radverkehrskonzeptes werden Maßnahmenempfehlungen getroffen, die in eine Liste der „Top 10“ mündete. Der Knotenpunkt ist in dieser Liste als Nr. 7 und als Punktmangel P 37 in der gesamten Mängelanalyse enthalten.

In der Verkehrsunfallforschung der vergangenen Jahre hat sich gezeigt, dass ein zu großer Abstand zwischen der Radfahrerfurt und der durchgehenden Fahrbahn an signalisierten Knotenpunkten zu einem erhöhten Unfallrisiko führt. Geradeaus fahrender Radverkehr ist durch rechts oder links abbiegenden Kraftfahrzeugverkehr gefährdet, weil er sich nicht im direkten Sichtfeld der abbiegenden Fahrzeugführer befindet.

Die Fahrbahndecke im Knotenpunkt wurde 2004 zuletzt erneuert. Die vorhandenen Gossen sind noch in einem ausreichenden Zustand und können nach einer Sanierung der Fugen erhalten bleiben. Die Seitenräume sind größtenteils mit Betonverbundsteinpflaster befestigt. Die farbliche Kennzeichnung von Radweg (anthrazit) und Sicherheitstrennstreifen (rot) ist kaum noch wahrnehmbar. Ein Teil der Gehwege ist mit Betonplatten befestigt. Insgesamt ist der Zustand der Geh- und Radweg befriedigend.

 

Der Knotenpunkt Berliner Straße / Neißestraße liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Leb 80 - Berliner Straße.

 

 

Geplanter Zustand

Zur Lösung des erkannten Sicherheitsdefizits sollen die Radwegfurten nah an die durchgehenden Fahrbahnen versetzt werden, so dass die Radfahrenden im Sichtfeld des Kraftfahrzeugverkehrs bleiben.

Es ist geplant dazu die Pflasterung der Seitenräume und die Bordsteine zu entfernen. An die vorhandene Gosse sollen dann neue Bordsteine gesetzt werden und dahinter die Seitenräume in neuer Aufteilung gepflastert werden.

Zwischen der Fahrbahn und dem Radweg liegt zunächst ein Sicherheitstrennstreifen, der mit rotem Betonrechteckpflaster befestigt wird. An den Querungsstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger wird jeweils eine 4,00 m breite und 1,50 m tiefe Wartefläche angeordnet. Die Querungen werden barrierefrei mit differenzierter Bordhöhe ausgebaut. Die Radwege werden in der im Bestand vorhandenen Breite von 1,60 m aus Betonrechteckpflaster ohne Fase im Farbton Anthrazit wieder hergestellt. Zur Trennung des Gehweges vom Radweg wird ein 0,30 m breiter Begrenzungsstreifen eingeplant. Dieser Streifen soll aus Granitkleinpflaster hergestellt werden, um die taktile und visuelle Wahrnehmbarkeit gegenüber den angrenzenden Flächen sicherzustellen. Der Gehweg wird bis zur Grundstücksgrenze bzw. in der im Bestand vorhandenen Breite mit grauem Betonrechteckpflaster befestigt.

In der nördlichen Knotenpunktzufahrt der Berliner Straße wird der vorhandene Parkstreifen um etwa 11,00 m verkürzt, um den Radweg vor dem Knotenpunkt näher an die Fahrbahn zu verlegen und damit in das Sichtfeld des Kraftfahrzeugverkehrs.

 

Für den Radverkehr sind Änderungen in der Verkehrsführung vorgesehen, die zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit und des Fahrkomforts führen sollen. Im Bestand biegen viele Radfahrende bereits rechts ab ohne die Signale der LSA zu beachten. In allen Quadranten der Kreuzung wird daher zukünftig legales freies Rechtsabbiegen für Radfahrende vorgesehen.

Die neuen Radwegfurten sollen im Bereich der Kreuzung mit roter Farbe eingefärbt werden, um eine gute Erkennbarkeit zu erzielen. Für den links abbiegenden Radverkehr wird die Führung mit indirektem Linksabbiegen im Kreuzungsbereich gewählt. Dabei überquert der Radverkehr zunächst die von rechts kreuzende Straße und stellt sich dann auf der markierten Fläche so auf, dass er mit dem kreuzenden Verkehrsstrom die Straße quert, aus der er nach links abbiegen will. Die neue Verkehrsführung wurde mit der unteren Verkehrsbehörde und der Polizei abgestimmt.

 

Die vorhandene Lichtsignalanlage (LSA) muss an die neue Radverkehrsführung und die neue Flächenaufteilung angepasst werden. Die vorhandenen Signalmaste für den Kraftfahrzeugverkehr und den Fußgängerverkehr werden versetzt. Für den Radverkehr werden neue eigene Signalgeber aufgestellt. Die Schaltung der Signale wird ebenfalls an die neue Verkehrsführung angepasst.

 

Damit die für die geänderte Radverkehrsführung notwendige Markierung aufgebracht werden kann, ist es erforderlich die alte Asphaltdecke ab zu fräsen und eine neue Asphaltdeckschicht herzustellen.

 

Die Oberflächenentwässerung erfolgt wie bisher über 2-reihige Entwässerungsrinnen mit Straßenabläufen und Anschluss an die vorhandenen Regenwasserkanäle.

 

Straßenbäume sind von diesem Projekt nicht betroffen. Es müssen lediglich 3 Bäume auf angrenzenden Grundstücken vor Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahme geschützt werden.

 

 

Geprüfte Alternative

Die vorgeschlagene Lösung mit einer indirekten Führung für den Radverkehr im Kreuzungsbereich ist in Salzgitter bisher noch nicht realisiert worden. Auch aus diesem Grund wurde eine alternative Lösung mit aufgeweiteten Radaufstellstreifen vor den Wartelinien geprüft.

Für aufgeweitete Radaufstellstreifen wird ca. 25 m vor der Haltelinie ein Übergang vom Radweg in den Nebenanlagen zu einem Radfahrstreifen notwendig, damit sich die Radfahrenden vor dem Kraftfahrzeugverkehr aufstellen können. Der Bereich des Radfahrstreifens muss in gleicher Weise wie die Fahrbahn befestigt werden. Zur Prüfung welche Lösung weniger Baukosten verursacht wurden die Radfahrstreifen und die aufgeweiteten Radaufstellstreifen skizziert und die betroffenen Flächen mit dem Projekt verglichen.

Im Ergebnis wurde festgestellt, dass bei dieser Verkehrsführung eine größere Fläche umgebaut werden muss. Es entsteht höherer finanzieller Aufwand durch die notwendige Herstellung zusätzlicher Fahrbahnfläche und benötigt aufwendige Anpassungen von  Schachtbauwerken im nordwestlichen Quadranten der Kreuzung.

        

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Finanzielle Auswirkungen:   siehe Anlage

        

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Anlagen:

 

1. Finanzielle Auswirkungen

2. Übersichtsplan

 

Der Lageplan, die Straßenquerschnitte und der Lichtsignalanlagenplan können im Ratsinformationssystem ALLRIS unter dieser Vorlage eingesehen werden.

 

        

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Finanzielle Auswirkungen (6 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Übersichtsplan (73 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Lageplan (796 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Straßenquerschnitte (288 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Lichtsignalanlagenplan (894 KB)