Vorlage - 3391/17

Betreff: Stadtteilmütter in Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:50 - Fachdienst Soziales und Senioren   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales und Integration Beschlussvorbereitung
04.12.2019 
25. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales und Integration Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
11.12.2019 
44. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
18.12.2019 
37. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:


Zur Fortführung der erfolgreichen Koordination der verschiedenen niedrigschwelligen Beratungsangebote durch die Stadtteilmütter werden AWISTA und dem Mütterzentrum auch für das Jahr 2020 jeweils 35.000 € für eine Vollzeitstelle nach Entgeltgruppe S 2 zur Verfügung gestellt.

 

Die Mittel sind im Doppelhaushalt für das Jahr 2020 veranschlagt.          

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Begründung:

 

Vorbemerkung:

 

Nach Beendigung des Modellprojektes „Bürgerarbeit“ hat die Stadt Salzgitter in der Zeit vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2017 den weiteren Einsatz von sechs Stadtteilmüttern finanziert, von denen vier beim AWO - Kreisverband Salzgitter-Wolfenbüttel im AWiSTA und zwei im Mütterzentrum SZ-Bad tätig waren.

 

Stadtteilmütter sind Frauen, die selbst einen Migrationshintergrund haben, im jeweiligen Stadtteil wohnen und dort auch sozial verankert sind. Sie sind Multiplikatorinnen mit Vorbildfunktion, haben Deutschkenntnisse und können Familien mit Migrationshintergrund in Erziehungs- und anderen Fragen Hilfestellung anbieten. Sie können so z.B. dafür sorgen, dass Kinder aus nichtdeutschen Familien in Kitas angemeldet werden, um ihre Chancen auf ein erfolgreiches Schulleben zu erhöhen.

 

Mit beiden Trägern wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

 

Mit Beschluss vom 29.11.2017 hat der Rat die Vorlage 1175/17 zur Finanzierung der Stadtteilmütter für die Jahre 2018 und 2019 beschlossen. Gefördert werden sollten zwei Koordinatorinnen als kontinuierliche Ansprechpartnerinnen für Teilnehmende verschiedener Maßnahmen. Im Fokus stand die Verlängerung der Verträge zur Weiterbeschäftigung zweier bereits eingesetzter und versierter Stadtteilmütter im Sinne einer Personalbindung.

 

Gleichzeit beschloss der Rat, eine Finanzierung durch die Arbeitsagentur oder andere  öffentliche Fördertöpfe zu prüfen.

 

Auswertung der Jahre 2018 und 2019:

 

Erfolgreich konnten Drittmittel für

 

- weitere Kräfte mit ähnlichen Aufgabeninhalten

- zusätzliche Stadtteilmütter in weiteren Quartieren

 

akquiriert werden.

 

Für die Jahre 2019 und 2020 werden Brückenbauerinnen über das Projekt zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit durch das Jobcenter  (§16i SGB II) finanziert. Außerdem konnte der Einsatz von Stadtteilmüttern in Steterburg, im Seeviertel und in der Suthwiesenstraße  über die Richtlinie „Migration, Teilhabe und Vielfalt (MTV)“ bis zum 31.12.2019 finanziert werden.

 

Angesichts des demografischen Wandels und des dadurch bedingten Fachkräftemangels in den Bereichen der sozialen Arbeit ist es lohnenswert, Menschen für die sozialen Berufe zu gewinnen und zu halten. Dabei gewinnt das bekannte Motto „Ehrenamt stärkt Hauptamt“ zunehmende Bedeutung, da professionelle Dienstleistungen in allen sozialen Handlungsfeldern nur so zukunftsfest ausgerichtet werden können. Dies gilt in besonderem Maße für sozialräumliche Angebote. 

 

Es sind viele „Lotsinnen und Lotsen“ sowie Helferinnen und Helfer  im Rahmen von Projekten an den 1. Arbeitsmarkt herangeführt und in ihren sozialen und beratenden Kompetenzen fortgebildet worden. Letztendlich stehen aber einige von ihnen immer noch ohne offiziellen Abschluss da und haben deshalb nur im ungelernten Helferinnenbereich eine Chance. Ihren tatsächlichen Kompetenzen werden diese Jobs nicht gerecht.

 

Hier ist in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur  und den Anstellungsträgern ein niedrigschwelliges System zur Schaffung individueller Zugänge zu Bildungswegen aufzubauen. Das kann die Kompetenzförderung, der Kontakt zum Praktikumsplätzen und deren Vermittlung sein. Ziel wäre der Einstieg in eine echte Bildungslaufbahn.

 

Zu den aktuellen Zielen:

 

Ziel 1 – Arbeit im Quartier

 

Gemeinsam sollte die Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund in den Quartieren fortgesetzt werden. Den Frauen und Männern sollte im Rahmen von Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Weg auf den Arbeitsmarkt geebnet werden und Familien mit ausländischen Wurzeln der Kontakt zu deutschen Behörden oder Institutionen erleichtert werden. Männer mit Migrationshintergrund sind in den vergangenen Jahren als Zielgruppe deutlicher in Erscheinung getreten. Gerade in der Gruppe der Geflüchteten ist die Ansprache über Stadtteilmütter und -väter wichtig und gelingt auch. In der Phase nach der Flucht, die eher von depressiven Stimmungen gekennzeichnet ist, ist eine Einbeziehung über „Brückenbauer“ wichtig und wirkt einer Radikalisierung in anderen sich anbietenden Gruppen vor.

 

Inzwischen sind über verschiedene Förderprogramme (§16i, Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV), Arbeitsgelegenheiten (AGH), MTV) Stadtteilmütter und-väter beschäftigt, die viele Menschen aus ihrer Community (migrantisch und/oder mit Fluchterfahrung) erreichen und jährlich mehreren hundert Personen Unterstützung bieten und ihnen Wege zur Teilhabe an der Gesellschaft aufzeigen.

Der starke Zuzug von Geflüchteten sowohl nach Fredenberg als auch nach Bad brachte Herausforderungen mit sich, zu deren Bewältigung die Stadtteilmütter und -väter viel beitragen konnten. Hier sind insbesondere die koordinierenden Stadtteilmütter zu nennen, die die Aufgabe der langsamen Integration der Geflüchteten in den Kreis der Stadteilmütter und -väter leisten konnten und damit zum sozialen Frieden zwischen Neu- und Alt-Zuwanderern beitrugen.

 

 

Ziel 2 – Qualifizierung der Stadtteilmütter

 

Die Qualifizierung der Stadtteilmütter und -väter läuft im Rahmen der jeweiligen Förderprogramme und durch die Förderung über die Landesrichtlinie „Familienförderung“. Hier sind beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Einen wesentlichen Baustein stellen dabei die koordinierenden Stadtteilmütter dar, die inzwischen über eine ausgezeichnete Kenntnis der Möglichkeiten der Annäherung an den Arbeitsmarkt verfügen und die Stadtteilmütter und -väter aus anderen Förderprogrammen aktivieren, motivieren und gezielt weiterverweisen können.

 

Fazit:

 

Die Projektziele werden erreicht.

 

Die hohe Zahl der verschiedenen Arbeitsmarktmaßnahmen erfordert nach wie vor eine kontinuierliche Anleitung durch geschulte und eingearbeitete Kräfte. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist in den beiden Einrichtungen der Einsatz jeweils von einem Vollzeitäquivalent erforderlich. Der Einsatz von Teilzeitkräften ist möglich. Im Jahr 2020 laufen einige der Förderprogramme aus, in denen Stadtteilmütter und -väter beschäftigt sind.

 

Eine weitere Perspektive des Projekts lässt sich deshalb erst im Jahr 2020 entwickeln. 

         

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen: siehe Anlage       

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

         

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage Finanzielle Auswirkungen 3391_17 (23 KB) PDF-Dokument (42 KB)    
Stammbaum:
3391/17   Stadtteilmütter in Salzgitter   50 - Fachdienst Soziales und Senioren   Beschlussvorlage
3391/17-1   Stadtteilmütter 2020 in Salzgitter   50 - Fachdienst Soziales und Senioren   Ergänzungsvorlage