Vorlage - 3745/17

Betreff: Sanierung der Obergeschossräume des Herrenhauses der Burg Gebhardshagen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:EB 85 - Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Salzgitter   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft West Beschlussvorbereitung
11.06.2020 
18. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft West Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Beschlussvorbereitung
18.06.2020 
34. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik      
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
14.07.2020 
49. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
15.07.2020 
42. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

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Beschlussvorschlag:

 

1. Das Obergeschoss des Gebäudes "Herrenhaus" in der Burg Gebhardshagen ist nach den Plänen des Eigenbetriebs Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik, zu sanieren.

 

2.  Der Rat stellt fest, dass es sich bei dem umzusetzenden Projekt um ein besonderes förderungswürdiges Vorhaben von erheblicher Bedeutung für die Stadt Salzgitter handelt.

 

3. Die Sanierung erfolgt vorbehaltlich der rechtsverbindlichen Zusage der Polizei Salzgitter zur Anmietung der ausgebauten Räume. 

 

4. Aufgrund der Bedeutung des Kulturdenkmals, muss vor Beginn der Ausführungsplanung (LP 5) durch den Rat der Stadt Salzgitter ein Projektbeschluss auf der Grundlage der LP 4 erfolgen.

 

5.  Die erforderlichen Haushaltsmittel i.H.v. 871.000 € sind in den Wirtschaftsplan 2021 neu einzuplanen.     

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Sachverhalt:
 

Die Stadt Salzgitter verfügt mit der Burg Gebhardshagen über ein wichtiges, erhaltenswertes  Kulturdenkmal. In den vergangenen Jahren wurden einige Bereiche und Gebäude saniert. So wurde z.B. der ehemalige Pferdestall zu einem Veranstaltungsgebäude ausgebaut und es wurden Außenanlagen gestaltet bzw. saniert. Mit Zuschüssen der Denkmalpflege wurden auch bereits Sanierungsarbeiten am Gebäude des Herrenhauses vorgenommen. Es wurde die Dacheindeckung erneuert und es wurden Fenster ausgetauscht.

Aufgrund der Größe des Geländes und des umfangreichen Gebäudeensembles ist es jedoch derzeit nicht möglich eine umfängliche Nutzung des Komplexes sicherzustellen. Zum Erhalt der Gebäudestrukturen und einer Belebung des Zentrums dieses Stadtteils ist eine Erweiterung der Nutzung jedoch sinnvoll.

 

Da es sich bei der Burg Gebhardshagen um ein Baudenkmal handelt, ist die Stadt Salzgitter auf Grundlage des Denkmalschutzgesetzes verpflichtet, die Gebäude zu erhalten. Vor Beginn der eigentlichen Entwurfsplanung (LP 3) fördert die Untere Denkmalschutzbehörde (UDSchB) ein qualifiziertes Aufmaß und ein bauhistorisches Gutachten. Die Ausführungspläne sind später mit der UDSchB abzustimmen.

 

Vorgesehen ist der Ausbau des Obergeschosses des Herrenhauses und die Erstellung von Büroräumen. Die Polizei Salzgitter hat Interesse an der Anmietung der dann geschaffenen Räumlichkeiten zur Nutzung als Polizeidienststelle Salzgitter-Gebhardshagen. Hierzu gab es einen Begehungstermin mit Hr. Polizeipräsidenten Pientka, Hr. Kriminaldirektor Warnecke, Hr. Oberbürgermeister Klingebiel, Hr. Landtagsabgeordneten Klein, Hr. Stadtrat Neiseke und den Ortsratsmitgliedern Bernd Grabb und Wolfgang Jainta, in dem das noch einmal bestätigt wurde. In ersten Vorgesprächen wurden bereits grundsätzliche Anforderungen an Flächenbedarfe und Funktionen besprochen und ein entsprechender "Anforderungskatalog" durch die Polizei vorgelegt, welcher als Grundlage für die dargestellte Vorentwurfsplanung herangezogen wurde.

Der überwiegende Teil des Obergeschosses kann durch die Polizeidienststelle angemietet werden. Es ist beabsichtigt, die verbleibenden Räume im Obergeschoss einer Nutzung durch Vereine zuzuführen.

Bei der Planung und Umsetzung der Baumaßnahme sind umfangreiche Vorgaben der Denkmalschutzbehörde zu berücksichtigen. Weiterhin sind Vorgaben des vorbeugenden Brandschutzes und der Barrierefreiheit von besonderer Bedeutung. Diese Vorgaben führen zu einer relativ hohen Summe für die Ausbau- bzw. Sanierungsarbeiten in diesem Gebäude. Aufgrund dieser Planungsvorgaben lässt sich ein Ausbau zur Vermietung mit einem ortsüblichen Mietzins (ca. 6,90 €) nicht darstellen. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Vermietung jedoch nur zu diesen Mietkonditionen verwirklichen lässt. Eine Mietkalkulation ist beigefügt.

Die Erhaltung des Bau- und Kulturdenkmals rechtfertig jedoch einen "Eigenanteil" der Stadt Salzgitter. 

 

Die Ausbauplanung nimmt im wesentlichen Rücksicht auf die vorhandenen Raumstrukturen und vermeidet nach Möglichkeit weitergehende Eingriffe in die Gebäudestruktur. Nur unabdingbare Einbauten wie z.B. ein Aufzug oder Sanitäranlagen werden zusätzlich eingebaut.

 

 

Beschreibung der Baumaßnahme:

 

Erschließung

 

Das Gutshaus wird über zwei bestehende Eingänge und anschließende Treppenhäuser erschlossen.

Der nordöstliche ebenerdige Eingang soll als Zugang und Haupterschließung für die geplante neue Nutzungseinheit im 1. Obergeschoss dienen. Angeschlossen an dieses Treppenhaus soll im Bereich außerhalb des älteren Gewölbekellers ein innerer Aufzug eingebaut werden, der einen barrierefreien Zugang zum Hochparterre und zum 1. Obergeschoß ermöglicht.

Der über Außentreppe zugängliche nordwestliche Eingang erschließt die Nutzungen im Erdgeschoß. Die bestehende ins Obergeschoss führende Treppe soll wieder nutzbar gemacht und u.a. als zweiter Rettungsweg für die Nutzungseinheiten im Obergeschoß herangezogen werden.

Die vorhandene historische Raumstruktur wird von Raum zu Raum erschlossen. Die geplante Büronutzung macht die Herstellung eines zentralen Erschließungsflures notwendig. Hierbei sollen die nachweislich historischen Raumstrukturen weitestgehend erhalten und nur partiell durchbrochen werden.

 

Nutzung

 

Im Erdgeschoss des Herrenhauses befinden sich das Trauzimmer, ein Sitzungszimmer sowie dazugehörige Nebenräume (Küche, WCs, Abstellräume, etc.).

Im zurzeit ungenutzten 1. Obergeschoss ist eine generelle Büronutzung vorgesehen. Im Falle einer Nutzung durch die Polizei soll das Obergeschoss in zwei Nutzungseinheiten geteilt werden.

Die potentielle Nutzungseinheit der Polizei im östlichen Gebäudebereich mit einer Nutzfläche von rd. 190 qm ist dann barrierefrei zugänglich.

Die sich im Obergeschoss ergebende restliche Nutzfläche von rd. 87 qm im östlichen Bereich wird der Nutzungseinheit im Erdgeschoss zugeordnet und ist für Vereinsnutzung vorgesehen. Ein barrierefreier Zugang zu diesen Räumen ist nur durch die vorgenannte Nutzungseinheit möglich.

Das Dachgeschoß soll weiterhin nicht ausgebaut und nicht genutzt werden.

 

 

Baubeschreibung

 

Die Fachwerkfassade im Obergeschoss des Herrenhauses ist außenseitig saniert. Die Fenster wurden 2003 erneuert. Das Erdgeschoß wurde 2012-14 ausgebaut.

 

Das zu sanierende 1. Obergeschoss des Herrenhauses befindet sich in Teilbereichen im Rohbauzustand. Für die neue Raumaufteilung erforderliche Wände sowie der Fußbodenaufbau sollen reversibel in Trockenbauweise unter Berücksichtigung der Brandschutzanforderungen hergestellt werden. Vorhandene Wände und Decken sind soweit erforderlich in Trockenbauweise brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Sämtliche Wandoberflächen sind unter Wahrung erhaltenswerter historischer Wandbekleidungen denkmalgerecht zu erneuern.

 

Die vorhandenen Holztreppen sind zu erhalten und sollen denkmalgerecht aufgearbeitet werden. Die zu erhaltene historische zweiflügelige Eingangstür ist elektrisch öffenbar auszustatten.

Ein Aufzug mit Durchladefunktion wird neu eingebaut. Die Elektro-, Wasser und Heizungsinstallation ist unter Vorgabe der neuen Nutzung zu erneuern. Das gesamte Herrenhaus soll mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet werden.

 

Die UdschB stimmt der anliegenden Planskizze grundsätzlich zu und begrüßt es, dass das Kulturdenkmal mit einer zeitgemäßen Nutzung belegt wird.

 

 

Finanzierung:

 

Die Kostenschätzung für die Sanierung beläuft sich auf eine Höhe von 871.000,00 €.

Im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs sind derzeit keine Mittel für dieses Projekt eingestellt. Es ist vorgesehen, den Betrag in den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik für das Jahr 2021 einzuplanen.    

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Anlagen:

-          Burg Wasserburg Luftbildübersicht

-          Gutshaus Grundrisse EG/OG

-          Mietberechnung

-          Raumbedarfsplanung der Polizei Salzgitter

 

           

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 VA01 Burg Wasserburg Luftbildübersicht (612 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 VA02 Gutshaus Grundrisse EG OG (445 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 BerechnungKostenmiete (255 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 RaumbedarfPolizei1 (420 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5 RaumbedarfPolizei2 (339 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Anlage 6 2020-Neugestaltung-Formular Finanzielle Auswirkungen für EB 85 als Anlage für Vorlagen (72 KB) PDF-Dokument (99 KB)