Vorlage - 3945/17-AW

Betreff: Anfragenbeantwortung i. S. Stand Waldkindergarten in Salzgitter-Osterlinde
Anfrage der CDU-Ortsratsfraktion der Ortschaft Nordwest vom 02.06.2020 in der Sitzung des Ortsrates Nordwest vom 10.06.2020
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Ortsratsanfragen
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nordwest zur Kenntnis
10.06.2020 
17.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordwest Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

In Salzgitter fehlen weiter Betreuungsangebote für Kinder von 3-6,5 Jahren. Nach §24 Abs. 3 Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII), haben diese Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, so dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.

 

Die Verwaltung zeigte sich bezüglich meiner Anfrage positiv und sprach von einer Prüfung. Bislang gibt es aber noch keine Information, ob hier auch Aktivitäten der Ankündigung gefolgt sind.

 

Zu meiner Anfrage 3573/17 vom 18.12.2019 bezüglich der Möglichkeit, den Bolzplatz oberhalb von Osterlinde für den Standort eines Waldkindergartens zu nutzen, hieß es in der Ortsratssitzung vom 18.12.19 von Seiten der Verwaltung, es werde eine Prüfung und eine Begehung dazu geben.

 

Hat diese Begehung stattgefunden? Und wenn ja, mit welchem Ergebnis?

 

Anwort der Verwaltung:

 

Bezüglich der o.g. Anfrage gab es unter Beteiligung des SRBs am 11.12.2019  eine Begehung der betroffen Fläche. Weitere Gespräche wurden mit den Landesforsten und dem Umweltamt geführt.

 

Der Bolzplatz stellt sich im Hinblick auf eine Waldkita in mehrerer Hinsicht als problematisch dar. Die Fläche gehört zum Landschaftsschutzgebiet Salzgitter Höhenzug und unterliegt daher strengen Vorgaben. Durch den zu erwartenden erhöhten Hol- und Bringverkehr wird eine dauerhaft befestigte Zufahrt in den Wald und eine Parkmöglichkeit am Wald benötigt. Dies stellt einen Eingriff in das betroffene Schutzgebiet dar.

 

Weiterhin sieht das Prinzip einer Waldkita im Sinne des KitaG einen dauerhaften Aufenthalt der Kinder sowie einen permanenten, wetterbeständigen Rückzugsort im Wald selbst vor. Dies wird über einen mobilen Bauwagen sichergestellt. In diesem Zuge sind neben dem Kultusministerium, das örtliche Bauamt und die Landesforsten zu beteiligen. Letztere müssen im Rahmen eines Gestattungsvertrages der Nutzung von Waldflächen für Kitazwecken zustimmen und die Sicherheit der Umgebung sicherstellen. Diese Bedingungen können nach Prüfung nicht am benannten Standort eingehalten werden.

 

Dazu müssen Rettungspläne und zusätzliche Räumlichkeiten bei Schlechtwetterlagen durch den Betreiber nach KitaG-Standard vorgehalten werden. Die nächsten Kindertagesstätten sind zwar in einer angemessenen Entfernung, weisen jedoch keine Raumkapazitäten für Ausweichräume in ihren Einrichtungen auf. Dazu fehlt es an erforderlichen PKWs für den Kinder- und Personaltransport.

 

Zusätzlich wird der Bolzplatz und die angrenzende Spielfläche in warmen Jahreszeiten nach Angaben des SRB stark frequentiert. Größere Gruppen nutzen die Fläche zum Zelten oder für Familienausflüge. Diese Nutzung wäre danach nicht mehr in dieser Form möglich.

 

Aus den o.g. Gründen wird seitens der Verwaltung von einer Nutzung des vorgeschlagenen Grundstückes abgesehen. Zur Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Platz in einer Kindertagesstätte gemäß § 24 Absatz 3 SGB VIII in der Ortschaft Nordwest plant die Verwaltung eine weitere viergruppige Kindertagesstätte in Salzgitter-Lichtenberg.

         

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage:

 

  1. Flyer des MK Niedersachsen zu Kindergartengruppen im Wald

 

        

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 2020.04.16._MK_FLYER_Waldkindergarten (4550 KB)