Vorlage - 3413/14

Betreff: Erstellung eines Jugendtreffs in einem ehemaligen Eisenbahnwaggon in Salzgitter-Fredenberg (Neu)
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:61.4 -Referat für Soziale Stadt u. Sanierung-   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt und Stadtplanung Vorberatung
12.11.2003 
21. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtplanung an Verwaltung zurück verwiesen   
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
13.11.2003 
15. öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses an Verwaltung zurück verwiesen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung
25.11.2003      zurückgestellt   
16.12.2003      geändert beschlossen   
Ortsrat der Ortschaft Nord Vorberatung
05.11.2003 
16.öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord zurückgezogen   
03.12.2003 
17. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

1.      Die Stadt errichtet einen Jugendtreff in einem ehemaligen Eisenbahnwaggon in SZ‑Lebenstedt/ Fredenberg im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" auf dem städtischen Grundstück gemäß beiliegendem Lageplan.

 

2.      Die Kosten des Projektes werden mit 141.500,00 Euro festgestellt.

 

3.      Die Beschlüsse zu 1. und 2. ergehen unter dem Vorbehalt einer grundsätzlichen Gewährung von Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der grundsätzlichen Anerkennung der Kosten durch die Bezirksregierung im Rahmen der Städtebauförderung.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Der Rat der Stadt Salzgitter hat am 25.04.2001 das Sanierungsgebietes “Soziale Stadt Fredenberg” und das dazugehörigen Handlungskonzept beschlossen. Mit Beschluss vom 27.08.2002 (Drucksachen-Nr. 1322/14) hatte der Verwaltungsausschuss die erste Fortschreibung des Handlungskonzeptes beschlossen. Diese Fortschreibung beinhaltet u.a. die Errichtung eines Jugendtreff in dem Bereich (Neu) Fredenberg.

 

1. Gegenstand

 

Auf dem städtischen Gelände der Gemarkung Lebenstedt, Flur 12, Flurstücke 383/16, 392, 395/3 und 435, südlich angrenzend an den Schulhof der Grundschule Dürerring und in unmittelbarer Nähe zum Käthe-Kollwitz-Haus der Friedenskirchengemeinde, soll ein Jugendtreff in einem ehemaligen Eisenbahnwaggon entstehen.

Auf einem Gleisstück von ca. 30 m wird ein ausgemusterter Waggon der Herstellerfirma Linke-Hoffmann-Busch (LHB) Salzgitter des Typs "Bahnpostwagen der Gattung Post mrz Baureihe 1973" aufgestellt. Dieser Waggon wird vom Verein zur Erhaltung historischer Eisenbahnen für den angebotenen Kaufpreis in Höhe von 28.500,00 Euro (inkl. MWSt.) erworben und von diesen nach Salzgitter transportiert (inklusive Transport 33.900,00 Euro).

Der Waggon ist robust aufgebaut und wird mit geringen Mitteln für den Einsatz in der Jugendarbeit hergerichtet werden können. Parallel zur Aufstellung soll eine bauliche Teilüberdachung entstehen, um auch einen nutzbaren Außenbereich zu schaffen.

 

Foto des Eisenbahnwaggons.

 

2. Träger

 

Nach Vorgesprächen mit der Probstei Lebenstedt wird erwogen, den Jugendtreff  organisatorisch an das Jugendzentrum D7, den von der Stadt Salzgitter geförderten Träger der Jugendarbeit vor Ort, anzubinden. Die fachlich-pädagogische Betreuung könnte lt. Probstei durch eine Honorarkraft für 2 ½ Stunden am Tag (Montag bis Freitag) erfolgen. Eine Wochenendnutzung ist zunächst nicht vorgesehen. Bei einem Honorar entsprechend § 35 Abs. 3 Unterabs. 1 BAT Vb ist von einem Betrag von € 14,05, in der Jahressumme von ca. € 9.200 auszugehen. Diese qualifizierte Betreuung soll, wenn auch in zeitlich eingeschränktem Maße, verantwortlich zeichnen für einen reibungslosen Betrieb des Jugendtreffs.

Der Einsatz von Berufspraktikanten, Jugendlichen mit Jugendleiterschein und anderen Ehrenamtlichen wird als unumgänglich betrachtet, um mittel- und langfristig ausreichende Öffnungszeiten sicher zu stellen. Eine noch auszuhandelnde Kooperationsvereinbarung zwischen dem Jugendamt und der Probstei Lebenstedt soll den technischen und personellen Betrieb des Jugendtreffs als vertrauensbildende Maßnahme auf eine sichere Grundlage stellen.

 

3. Hintergrund

 

Das Neubaugebiet rund um den Dürerring entstand Ende der 80‑er Jahre. Trotz Bemühungen der Wohnungswirtschaft (HVG Munte und Wohnbau Salzgitter) konnte keine befriedigende Infrastruktur in diesem neuen Stadtteilbereich aufgebaut werden. Neu Fredenberg ist mit ca. 80 % Aussiedler–Familien und Bewohnern aus über 20 Nationen ein multikultureller Wohnbereich.

Das Quartier ist das altersmäßig jüngste in Salzgitter. 50 % aller Bewohner sind jünger als 18 Jahre.

Im Verlauf der letzten 5 Jahre ergaben sich immer stärkere Spannungen mit den ansässigen Jugendlichen. Die engagierte ehrenamtliche Unterstützung der Pfarrerin im Käthe-Kollwitz-Haus konnte die Bedarfe nicht mehr auffangen, der den Jugendlichen zur Verfügung gestellte Raum umfasste nur ca. 20 m² und war größtenteils unbeaufsichtigt. Die Jugendlichen wichen auf andere Orte aus: Grundschule Dürerring und Kindertagestätte Dürerring. Vandalismus, Ruhestörungen, gewalttätige Auseinandersetzungen und Konflikte zwischen den Altersgruppen waren an der Tagesordnung. Der kurzfristige Einsatz von Mitteln aus dem Programm Kompetenz und Qualifizierung für junge Menschen im 2. Halbjahr 2002 entspannte die Lage merklich, aber nur für die Programmdauer. Im Rahmen der vom Stadtteilmanagement Fredenberg einberufenen Arbeitsgruppe Jugendarbeit Neu Fredenberg, in der alle Akteure der Jugendarbeit einschl. des Jugendamtes und der Polizei vertreten sind, kristallisierte sich die Forderung nach einem Jugendtreff deutlich heraus. Es wurde in der Einschätzung deutlich, dass dieser Treff von den Jugendlichen nicht nur mitgetragen, sondern verstärkt aktiv mitgestaltet werden sollte.

 

4. Projektverlauf

 

Da bei dieser Maßnahme ein Beteiligungsverfahren der Jugendlichen nach § 22 NGO vorzusehen ist, wird die zuständige Moderatorin des Jugendamtes mit Unterstützung einer ansässigen Honorarkraft ein umfangreiches Beteiligungsverfahren vor Ort durchführen. Ein erstes Informationsgespräch hat bereits stattgefunden. Einige der hoch motivierten Jugendlichen der Altersgruppe 14 – 18 Jahren werden einen Jugendleiterschein machen, um die Jugendarbeit auch fachlich unterstützen zu können.

Nach Besichtigung des Waggons werden die interessierten Jugendlichen Vorstellungen zur Inneneinrichtung und Außengestaltung erarbeiten. Auch die Umfeldgestaltung soll einbezogen werden. Klare Regeln zur späteren Nutzung des Treffs werden gemeinsam festgelegt.

Der Waggon soll bis Ende November am vorgesehenen Platz aufgestellt werden. Vor der offiziellen Abnahme des Rohbaus wird die technische Infrastruktur (Anschlüsse und Zuleitungen) sichergestellt. In Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen Fredenberg ist eine fachliche Begleitung vorgesehen, um die Jugendlichen in den Umgang mit Holz und Metall einzuweisen. Im Verlauf des Winters 2003/2004 werden die Innenarbeiten zusammen mit den Jugendlichen praktisch durchgeführt. Der Jugendtreff soll im Frühjahr 2004 offiziell eröffnet werden.

 

Das Inventar wurde zum großen Teil schon über das Projekt “Kompetenz und Qualifizierung für junge Menschen” angeschafft und kann mit vergleichsweise geringen Mitteln vervollständigt werden.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

1.      Investive Kosten

Kostenschätzung

 

1.1        Erwerb des Eisenbahnwaggons                                                              28.500,00 Euro

 

1.2        Gleisbauarbeiten                                                                                       17.000,00 Euro

 

1.3        Abholung/Transport des Waggons von Stuttgart nach Salzgitter
(gemeinsam mit den Jugendlichen aus Fredenberg)                              7.000,00 Euro

 

1.4        Transport des Waggons auf der Straße                                                    6.000,00 Euro

 

1.5        Terrasse und Überdachung                                                                      25.000,00 Euro

 

1.6        Anschlüsse Kanalisation und Versorgung                                                 6.000,00 Euro

 

1.7        Lärmschutzanlagen                                                                                    12.000,00 Euro

 

1.8        Umlegung des Fußball und Basketballfeld,
Sport- und Spielgeräte                                                                              18.000,00 Euro

 

1.9        Verkehrsanlagen (Beleuchtung, Wege, Bänke, etc.)                             10.000,00 Euro

 

1.10    Sonstige Außenanlagen (Grün- + Landschaftsmaßnahmen)                12.000,00 Euro

 

Summe:                                                                                                             141.500,00 Euro

 

Mittel stehen bei Hhst. 6157.95000 zur Verfügung.

 

 

2. Finanzierung

 

2.1        Investive Kosten                                                                                       141.500,00 Euro

 

2.2        EFRE-Mittel (50%)                                                                                    70.750,00 Euro

 

2.3        Städtebauförderungsmittel = 2/3 von 70.750,- Euro                              47.166,67 Euro

 

2.4        Eigenanteil der Stadt                                                                                 23.588,33 Euro

 

 

3. Folgekosten

 

Zu den Personalkosten wurden bereits unter Punkt 2. der Darstellung des Sachverhaltes Ausführungen gemacht. Seitens der Fachverwaltung ist klar, dass eine möglichst intensive Betreuung erforderlich ist, da es sich bei dem Eisenbahnwaggon als bauliche Hülle für Jugendliche um ein nicht unbeträchtliches Experiment mit Risiken handelt. Es wird daher u.a. auch weiterhin ggf. im Rahmen des Programmes "Soziale Stadt" nach allen Wegen und Möglichkeiten gesucht, Personal und motivierte Eltern im Bereich der Ehrenamtlichkeit für das Projekt zu gewinnen.

Darüber hinaus entstehen sehr wohl auch noch Betriebskosten zur Unterhaltung des Gebäudes und bebauten Grundstückes.

 

Diese stellen sich überschlägig geschätzt wie folgt dar :

 

3.1        Heizungskosten circa 50,00 Euro/mtl.                                                          300,00 Euro

 

3.2        Strom- und Frischwasser (für Toilette, Kochecke)                                      500,00 Euro

 

3.3        Grundstücksunterhaltung (Rasenmähen etc.)                                               200,00 Euro

 

Gesamtunterhaltungskosten des Eisenbahnwaggons im Jahr                        1.000,00 Euro

 

 

Anlagen:

Anlagen:

Lageplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Jugentreff (360 KB)