Vorlage - 4515/17-AW

Betreff: Anfragenbeantwortung i. S. Entwicklung der Schülerzahlen im Primarbereich - insbesondere in SZ-Lebenstedt
Anfrage der SPD-Ratsfraktion vom 08.12.2020 in der Sitzung des Rates am 16.12.2020
Status:öffentlichVorlage-Art:Beantwortung von Anfragen
Federführend:40 - Fachdienst Bildung   
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Salzgitter zur Kenntnis
21.04.2021 
49. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter zurückgestellt   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
Grundlage für unsere Anfrage bilden Auszüge aus folgenden Vorlagen:

 

- Mitteilungsvorlage 3421/17-MV Sprach-und Lernfördermaßnahmen für die

  Grundschulen:

 

Dem Gesamtüberblick kann man entnehmen, dass in Grundschulen in SZ Lebenstedt der Anteil an SuS, die schulische und außerschulische Sprach- und Lernfördermaßnahmen benötigen, vergleichsweise hoch ist. Diese Schulen sind bereits im Förderprogramm des Landes (schulePLUS), da sie im Hinblick auf multiple Problemlagen im Einzugsgebiet gezielter gefördert werden müssen.

Die Möglichkeit der Errichtung einer zusätzlichen A-Klasse entlastet nur bedingt die Arbeit der Lehrkräfte und Schulleitungen.

 

 

- Mitteilungsvorlage 4251/17 Datenerhebung in Schulen:

 

Schülerstatistik allgemein bildende Schulen; hier Vergleich 2014 – 2020 :

Ein stetiger Zuwachs ist festzuhalten; bereits im aktuellen Schuljahr mussten SuS aus dem Einzugsgebiet der drei GS in Salzgitter Lebenstedt (Ostertal, See, Fredenberg) an Schulen in anderen Stadtteilen (Gebhardshagen und Hallendorf) eingeschult werden.

 

Daraus resultierend bittet die SPD-Ratsfraktion um Beantwortung folgender Fragen:

 

 

Frage 1:

Welche Schulstandorte können in den nächsten Schuljahren weitere Klassen einrichten? (räumliche, organisatorische, personelle Grenzen?)

 

 

Antwort der Verwaltung:

A) Organisatorisch

Die Kapazitäten der einzelnen Schulstandorte richten sich nach den maximalen Höchstgrenzen und Klassenstärken, die der Gesetzgeber im Klassenbildungserlass und der Schulorganisationsverordnung festgelegt hat.

Diese Grenzen stellen sich nach den jeweiligen Schulformen wie folgt dar:

 

Schulform

Maximale Züge

Schüler pro Klassenverband

Grundschule

4

26

Hauptschule

4

26

Realschule

4

30

Gymnasium (bis Klasse 10)

6

30

Gesamtschule (bis Klasse 10)

8

30

Förderschule Sprache

Keine Obergrenze

14

Förderschule Geistige Entwicklung

Keine Obergrenze

7

Förderschule Lernen

Keine Obergrenze

16

 

Daraus folgt, dass insbesondere im Primarbereich mehrere Schulen die maximale organisatorische Kapazität erreicht haben:

Kranichdammschule, Grundschule Am See (seit dem laufenden Schuljahr), Grundschule Am Ostertal, Grundschule Fredenberg, Grundschule Am Ziesberg.

Im Sek II Bereich sind diese Grenzen noch nicht erreicht.

 

B) Strukturell (räumlich)

Die meisten Schulen sind von der Raumausstattung her nur auf eine bestimmte Zügigkeit angelegt gewesen und haben keine Raumkapazitäten, um bis zur organisatorisch maximalen Größe anzuwachsen. Im Primarbereich wäre dies lediglich für die Grundschule Am See und die Grundschule Am Sonnenberg sowie mit Einschränkungen der Grundschule An der Wiesenstraße möglich.

Im weiterführenden Bereich zeigt sich ein ähnliches Bild. Insbesondere die Haupt- und Realschulen in Lebenstedt haben ihre strukturellen Grenzen erreicht bzw. werden sie perspektivisch überschreiten.

 

C) Personell

Die Lehrerversorgung liegt in der Verantwortung des Landes. Der Schulträger hat hierauf keinen Einfluss. Gleichwohl wird das Regionale Landesamt für Schule und Bildung (ehemals Landesschulbehörde) rechtzeitig darüber informiert, wenn seitens des Schulträgers strukturelle Anpassungen an den Schulen erfolgen sollen, die eine höhere Anzahl an Lehrkräften am betroffenen Standort erforderlich machen.

 

Frage 2:

Wie viele Lernanfänger konnten im laufenden Schuljahr 2020/21 nicht im Einzugsgebiet eingeschult werden?

 

Antwort der Verwaltung:

Die Kapazitäten der einzelnen Grundschulen variieren stark. Während die kleineren Grundschulen in der Peripherie durchaus noch ein paar Schülerinnen und Schüler aufnehmen können, sind die Kapazitäten insbesondere in Lebenstedt erschöpft. Der nachfolgenden Tabelle lässt sich entnehmen, wie viele Schülerinnen und Schüler im laufenden Schuljahr nicht im zuständigen Schulbezirk beschult werden konnten.

 

Schulbezirk

Anzahl Kinder

GS St. Michael

0

GS Am Ostertal

12

GS Am See

2

Kranichdammschule

14

GS Fredenberg

31

GS Hallendorf

0

GS Lichtenberg

0

GS Altstadtschule

2

GS Am Ziesberg

0

GS An der Wiesenstraße

7

GS Ringelheim

2

GS Am Sonnenberg

0

GS Steterburg

0

GS Thiede

0

GS Dürerring

0

Schule Am Gutspark

0

 

 

Frage 3:

Wie viele Lernanfänger - beruhend auf der Geburtenstatistik - werden perspektivisch in den kommenden Schuljahren bis 2025 eingeschult?

 

Antwort der Verwaltung:

Die von der Schulverwaltung prognostizierten Schulanfänger/-innen werden jährlich anhand der mit Stichtag 30.09. gemeldeten Einwohner/-innen und damit maximal für die kommenden sechs Kalenderjahre im Voraus ermittelt. Hierbei ist zu beachten, dass diese Statistik nur eine jährliche Betrachtungsweise zulässt.

Die Prognosedaten (Stichtag 30.09.2020) können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

 

Schulbezirk

2021

2022

2023

2024

2025

2026

GS Hallendorf (52)

41

30

36

48

43

40

GS Steterburg (78)

69

69

81

72

69

75

GS Thiede (78)

61

63

76

59

67

43

GS Altstadtschule (52)

39

32

35

31

34

27

GS Am Ostertal (130)

161

145

156

186

150

154

GS Am See (104)

99

113

93

111

123

94

GS Am Sonnenberg (78)

68

87

69

84

80

82

GS Am Ziesberg (104)

116

105

101

102

99

88

GS An der Wiesenstr. (78)

67

46

47

49

66

49

GS Dürerring (78)

39

27

50

48

58

53

GS Fredenberg (104)

114

140

134

153

113

114

AST Lesse (26)

18

22

24

12

19

24

GS Lichtenberg (52)

32

41

34

22

20

34

GS Ringelheim (26)

28

20

31

15

16

22

GS Waldschule (26)

18

25

17

20

18

22

Kranichdammschule (104)

105

114

116

129

127

105

Schule Am Gutspark (52)

40

37

33

36

38

35

Gesamt

1115

1118

1133

1177

1140

1061

 

 

 

Frage 4:

Wie ist der Stand dieser Gespräche?

 

Antwort der Verwaltung:

Im Herbst 2020 wurde ein erstes Gespräch mit der damaligen Landesschulbehörde, jetzt Regionales Landesamt für Schule und Bildung, vor dem Hintergrund der erschöpften Aufnahmekapazitäten im Primarbereich mit Schwerpunkt auf den Stadtteil Lebenstedt geführt. Bei dem Gespräch wurden neben dem aktuellen Sachstand auch die Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze erörtert. Ein Folgegespräch ist noch im ersten Quartal 2021 angesetzt.

 

 

Frage 5

Welche Maßnahmen möchten Stadt und Landesschulbehörde ergreifen, um auch den Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften decken zu können?

 

Antwort der Verwaltung:

Die schlechte Lehrerversorgung in Salzgitter wurde von der Schulverwaltung unter anderem im Rahmen des unter 4. erwähnten Gesprächs thematisiert. Die Sicherstellung der Lehrerversorgung ist gemäß des Niedersächsischen Schulgesetzes Aufgabe des Landes. Auf die Art und Weise, wie das Land seiner Verpflichtung einer angemessenen Lehrerversorgung nachkommen will, hat der Schulträger keinen unmittelbaren Einfluss.

 

 

Frage 6

Da ein neuer Schulstandort nicht realistisch umsetzbar sein wird, fragt die SPD Fraktion, ob in Absprache mit der Landesschulbehörde Alternativwege gesucht werden, die in den nächsten Jahren die Gesamtproblematik (siehe beide Mitteilungsvorlagen) entschärfen und zugleich der Sprachförderung dienen können?

 

Antwort der Verwaltung:

Im Rahmen des unter 4. erwähnten Gesprächs wurden neben der Errichtung einer weiteren Grundschule auch andere Lösungsoptionen diskutiert. Die Verwaltung wird den Rat umgehend nach dem weiterem Gespräch im ersten Quartal 2021 über die aktuelle Situation im Primarbereich informieren und gleichzeitig Vorschläge zu schulorganisatorischen Maßnahmen unterbreiten, um den sich abzeichnenden kapazitären Engpässen angemessen begegnen zu können.

Die Beschlussvorlage ist für die Ratssitzung am 21.04.2021 oder spätestend 26.05.2021 vorgesehen.

 

 

Frage 7

Könnten in diesem Zusammenhang z. B. weitere Sprachlernklassen in einzelnen Standorten eingerichtet werden, die nicht nur von Lehrkräften der Schule sondern auch von ausgebildetem pädagogischem Personal unterrichtet werden?

 

 

 

 

Antwort der Verwaltung:

Das Programm der Sprachlernklassen war auf zwei Jahre ausgelegt und lief aus. Derzeit gibt es nur noch an einem Schulstandort eine Sprachlernklasse (HS Fredenberg). Stattdessen erhalten die Schulen auf Antrag und unter Vorlage eines Konzepts zur Verwendung vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Lehrerstunden für Zusatzbedarfe zugewiesen.

    

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