Vorlage - 4236/14

Betreff: "KNOCHENWOCHEN" im Städtischen Museum Schloß Salder vom 06. Juni - 11. Juli 2004
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:47-Kulturamt-   
Beratungsfolge:
Kulturausschuss Vorberatung
19.05.2004 
18. Öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Sachverhalt:

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Die Knochenwochen beinhalten neben einer Ausstellung in der Eingangshalle des Schlosses Salder mit dem Titel „Knochen ins Licht gerückt“ ein Beiprogramm bestehend aus zwei Vorträgen sowie diversen Angeboten für Schulklassen zum Thema „Knochenarbeit“.

 

1.„Knochen ins Licht gerückt“

Die Ausstellung setzt sich aus drei Komponenten zusammen.

 

1.1 Poster-Ausstellung aus 12 großformatigen Bildern.

Zu sehen sind diverse Tierknochen mit dem Fundort „Salzgitter“, die in repräsentativer Form abgebildet sind: „Knochen als Kunst“, wobei es sich nicht um Artefakte handelt. Eine derartige, beinahe künstlerische, Präsentation von Knochen ist neu und wurde in dieser Form auch anderswo noch nicht durchgeführt. Die Originale sind in den Vitrinen ausgestellt. Geplant ist hierbei, eine Abbildung als Plakat zum Verkauf anzubieten.

 

1.2 Vitrinenpräsentation

Ausgestellt werden Knochenartefakte sowie diverse Tierknochen. Es wird den Fragen nachgegangen, wozu Knochen früher gebraucht wurden: Knochen als Rohstoff. Wie wurden sie bearbeitet? Das Handwerk des Knochenschnitzers soll beleuchtet werden. Im Vergleich soll herausgearbeitet werden, durch welche Materialien Knochen heute ersetzt werden. Beginnend mit den ältesten Knochenartefakten aus unserer eigenen Sammlung soll, vervollständigt durch Leihgaben, das Spektrum Waffen, Geräte, Werkzeuge bis hin zu Spielzeug und Musikinstrumenten gezeigt werden.

 

Zweiter Aspekt wird die Frage sein, welche Aussagemöglichkeiten Knochenfunde in archäologischen Fundzusammenhängen bieten. Hierbei soll die Arbeit des Osteologen bzw. Archäozoologen erläutert werden, der anhand von Knochenfunden Äußerungen zur Ernährungsweise, dem Tierbestand, Alters- und Geschlechtsbestimmung, Krankheiten usw. treffen kann.

 

Drittens werden dem Besucher diverse Tierarten anhand des spezifischen Skelettmaterials erläutert. Hierbei sollen u.a. morphologische Unterschiede anhand spezieller Skelettpartien, z.B. Füße, Gebiss, Schädel, vorgeführt werden.

Eventuell wird ein Film die Ausstellung komplettieren.

 

1.3 Interaktive Stationen

Hier ist an einen Spieltisch gedacht, an dem mit Spielsteinen aus Knochen, die im Rahmen des aktiven Beiprogramms von den Besuchern selbst hergestellt werden können, gespielt werden kann.

Zweitens wird ein „Skelett-Tisch“ dazu animieren, selbst Knochen in die Hand zu nehmen, sie zu erkennen und an einer Vorlage richtig zu positionieren.

 

 

 

 

2.      Vorträge

2.1 Im Rahmen unserer öffentlichen Sonntags-Führungen wird Frau Dr. Silke Grefen-Peters am 27. Juni 2004, 15:00 Uhr, einen Vortrag in der Knochen-Ausstellung halten. Sie wird dabei auch unsere eigenen Ausstellungsstücke mit einbeziehen und Hinter-grundinformationen zu ihrer Arbeit geben.

2.2 In Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Salzgitter ist in der 1. Juni-Hälfte (Vorschlag: 9. oder 17. Juni 2004) ein Vortrag über die Seefunde von Neumark-Nord, Halle, von Frau Dr. Pfeiffer unter dem Titel „Massentod im Pleistozän – Was Knochen verraten“ geplant.

 

3.      Interaktion: Knochenarbeit

3.1  Für Schüler zwischen 8 und 12 Jahren gibt es das Angebot, mit Knochen zu arbeiten. Zunächst wird den Schülern im Rahmen einer Führung das Thema vermittelt. Zur Rekapitulation wird ein Arbeitsbogen erstellt.

Anschließend ist Gelegenheit, Tierknochen und/oder Geweih  zu bearbeiten, wobei die hergestellten Objekte zu einer Kette aufgefädelt werden können. Spielsteine können auf dem Spieltisch in der Ausstellung gleich ausprobiert werden. Mit Hilfe eines Handbohrers werden Schmuckelemente wie Kreisaugen erzeugt.

 

3.2  Im Zusammenarbeit mit dem NABU, Kreisgruppe SZ, Herrn Wimmer, wird eine Veranstaltung für Kinder unter einem naturkundlichen Aspekt zum Thema „Knochen“ angeboten. Gedacht ist hier zum Beispiel an die Möglichkeit, Knochen aus Gewölle heraus zu präparieren (Terminvorschlag: Backtag, 16. Juni).

 

 

Parallel zu der Ausstellung

„Knochen ins Licht gerückt“

wird für Schulkinder der Klassenstufen 4 – 8

ein museumspädagogisches Begleitprogramm angeboten

 

In der Zeit von 10 Uhr bis etwa 12:30 Uhr wird den Kindern zunächst in einer Kurzführung durch unsere Sonderausstellung die Nutzung von Fleisch, Fell, Leder, Knochen und Horn von Wild- und Haustieren erläutert.

 

Unter dem Themenschwerpunkt

„Das Skelett unserer Haustiere“

 

bekommen die Teilnehmer einen Einblick in die Anatomie unserer Haustiere. Die wesentlichen Elemente eines Tierskelettes werden vorgestellt. Die Begriffe „Bein“, „Horn“ und „Geweih“ sollen hier näher beleuchtet werden. Anschließend sortieren die Kinder an unserem „Skelett-Tisch“ einzelne Knochen und ordnen sie den erlernten Skelettregionen zu.

 

An einer zweiten Station haben die Teilnehmer Gelegenheit, selbst

Bestimmungsübungen

 

vorzunehmen. Anhand eines Leitfadens, unserem „Schlaumeierbuch“, werden die Knochen einzelner Tierarten bestimmt. Wir lernen Kieferknochen und Zähne unserer Haustiere (Rind, Pferd, Schwein, Ziege) kennen sowie Abwurfstangen von Reh- und Rotwild.

 

Abschließend geht es zum

Arbeitsplatz des Knochenhandwerkers

 

Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, mit Säge und Feile den Werkstoff
„Knochen/Geweih“ zu bearbeiten und seine Materialeigenschaften zu testen. Die hergestellten Beinobjekte können zu einer Kette aufgefädelt werden. Mit einem Handbohrer kann versucht werden, Schmuckelemente auf Knochen anzubringen.

 

Zum guten Schluss: Es besteht die Möglichkeit einer

Museums-Rallye

 

Kinder durchstöbern die Ausstellungsräume im Schloss nach Geräten, Waffen und Gebrauchsgegenständen aus Knochen und Geweih. Ein Fragebogen begleitet sie.