Vorlage - 4285/14

Betreff: Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit der Firma GVG Familie Munte zur Durchführung eines Impulsprojektes im Rahmen des experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (Stadtumbau West, ExWoSt) im Bereich des Seeviertels
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:61.4 -Referat für Soziale Stadt u. Sanierung-   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nord Vorberatung
07.07.2004 
23.öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Umwelt und Stadtplanung Vorberatung
07.07.2004 
27. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtplanung      
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Beschlussvorschlag:

 

1.      Die Stadt schließt mit der Firma GVG Familie Munte einen städtebaulichen Vertrag über den Rückbau eines Wohnungsbestandes der 60er Jahre mit 96 Wohnungen (Betongeschossbau mit 6 Geschossen und einer unattraktiven Parkpalette). Stattdessen Schaffung von barrierefreiem, senioren- und behindertengerechtem Wohnraum (betreutes Wohnen) innerhalb des bestehenden Quartiers.

 

2.      Der Vertrag wird unter der Voraussetzung der Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel beschlossen und hat folgenden Inhalt:

 

1.      Durchführung des Impulsprojektes “Seeviertel” mit den drei Abschnitten Umzugsmanagement, Rückbau, Planung und Erschließung, Wohnumfeldverbesserungen und Schaffung eines Marktplatzes der Kommunikation.

2.      Durchführung der Partizipation, Projektberichterstattung und Forschungsfeldkooperation durch ein von der Eigentümerin beauftragtes Drittunternehmen.

3.      Die Stadt erstattet der Firma GVG Munte die nachgewiesenen Kosten für die im Impulsprojekt durchgeführten Maßnahmen in einem finanziellen Volumen von höchstens 1.600.000,00 Euro.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Mit Bescheid vom 10.12.2003 (Zeichen 204.3.21212.1.2) hat die Bezirksregierung für den Bewilligungszeitraum der Haushaltsjahre 2003-2007 insgesamt 1.200.000,00 € bewilligt. Das damit verbundene förderungsgegenständliche Impulsprojekt (Kurt-Schumacher-Ring Ost) war jedoch zunächst nicht mehr umsetzbar, da die Eigentümerin des bebauten Grundstückes (Wohnbau) am 7. Januar 2004 einer Mitwirkung an dem Vorhaben nicht mehr zustimmte.

 

Mit Ergänzungs- bzw. Änderungsantrag zum Förderantrag vom 13.03.2004 wurde als alternative Maßnahme die Förderung des städtebaulichen Projektes

 

"Seeviertel"

 

vorgelegt, welches ebenfalls den Kriterien des Programms zum Stadtumbau West im Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus mit der Zielsetzung zur Findung von Entwicklungskonzepten schrumpfender Städte entspricht.

 

Zum Seeviertel

 

Das sogenannte "Seeviertel" befindet sich in exponierter Lage zwischen der Salzgitteraner City und dem Naherholungsgebiet Salzgittersee. Die städtebauliche Situation des Quartiers, welches in den 60er und 70er Jahren entstanden ist, wird durch drei- bis viergeschossige Mietwohnungsbauten, teilweise achtgeschossige Bauten geprägt. Sehr starken Einfluss auf das Bild des Ortsteiles hat das Gebäude “Riesentrapp 6+8”, ein sogar vierzehngeschossiges Hochhaus, das derzeit umfangreich modernisiert wird und eine “Landmark” für das Quartier darstellen soll.

 

Ein Einkaufszentrum aus den 60er Jahren hat aufgrund seines unwirtschaftlichen Zuschnittes keine Bedeutung mehr als Nahversorger, ihm sollen aber nach einer Umstrukturierung wichtige sozial-infrastrukturelle Aufgaben zugeordnet werden. Der problematische Wohnungsleerstand im Seeviertel ist in erster Linie in den Mietwohnungsbauten der 60er Jahre zu finden, in denen die Wohnungsunternehmen keine investiven Maßnahmen durchgeführt haben.

 

Zum Projekt:

 

Im Rahmen der bisherigen Planungen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes soll der Bereich "Seeviertel" als Vorranggebiet aufgewertet und qualifiziert werden. Dabei kommt der Bildung von städtebaulichen Rändern und der Schaffung von Eingangssituationen ein besonderer Stellenwert zu.

Die Eigentümerin GVG Familie Munte sieht in der Schrumpfung Ihres Wohnungsbestandes eine Chance, dem drohenden Wohnungsleerstand unter anderem auch durch Abriss, aber auch durch Qualifizierung des verbleibenden Bestandes auf eine dauerhafte Marktfähigkeit entgegenzuwirken. Das Konzept des Impulsprojektes wurde gemeinsam vom Referat Soziale Stadt und Sanierung und der Firma Munte entwickelt und unter Einbeziehung der Vorschläge, des von Munte beauftragten Architekten, Prof. Dr. Eisentraut, Berlin, erarbeitet.

 

Im Rahmen des experimentellen Wohnungs- und Städtebaus plant die Firma Munte zwei Häuser im Bereich des Seeviertels mit je 48 Wohnungen (insgesamt 96 Wohnungen) zurück zu bauen. Es handelt sich hierbei um bisher nicht sanierte Plattenbauten aus den 60er Jahren. Die nicht marktgerechten Wohnungsgrößen (2 Zimmer mit 52 m²), die ungünstige Lage der Gebäude auf dem Grundstück (direkt an der Straßengrenze der Kattowitzer Straße) sowie der Gebäudezustand (Modernisierungen und Instandhaltungen führen nicht dazu, den Mietertrag zu steigern) sind Argumente für den Abriss dieser zwei Komplexe. Die kaufmännischen Verluste (Abschreibungen, Buchwert, etc) trägt die Eigentümerin selbst.

 

Als Nachnutzung ist der Bau von barrierefreiem Wohnraum angedacht; durch die räumliche Nähe zum benachbarten Städtischen Klinikum bietet sich eine solche Einrichtung für betreutes Wohnen an. Sie wäre marktgerecht, eine entsprechende Nachfrage kann durch den Umbau des vorhandenen Wohnungsbestandes nicht wirtschaftlich bedient werden.

 

Die städtebaulich geplante Öffnung des Quartiers soll bei der städtebaulichen Ausformung der Bebauung durch Schaffung von Achsen im Quartier berücksichtigt werden, im Detail aber noch genauer und vor allem nach Maßgabe des in Arbeit befindlichen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes erfolgen. Letzteres enthält im Entwurf bereits eine Vorauswahl von Problembereichen im Stadtgebiet, die zu Vorranggebieten der Stadterneuerung ausgewählt sind; das sogenannte "Seeviertel" gehört eindeutig dazu.

 

Vor dem Hintergrund der Nachnutzung für barrierefreies Wohnen erhält das zweite Pilotprojekt, der Umbau und die Umnutzung des ehemaligen und als solches nicht mehr nutzbaren Einkaufszentrums zu einem “Stadthaus” mit überdachtem “Marktplatz der Kommunikation” besondere Bedeutung.

 

Das alte Einkaufszentrum aus den 60er Jahren erfüllt seit langem nicht mehr die Anforderungen der früheren Mieter (z.B. Spar) und liegt z.T. brach. Derzeit gibt es nur noch wenige Mieter, wie z.B. eine Spielhalle, ein Sonnenstudio, so dass die Nahversorgung des Seeviertels nicht mehr durch das alte Einkaufszentrum erfolgen kann. Im Zuge des Stadtumbaus West soll daher auch noch der Ansatz Brachen-Neuordnung/-Wiedernutzung erforscht werden. Geplant ist unter anderem, aus dem Platz des ehemaligen Einkaufzentrums einen “Marktplatz der Kommunikation” zu schaffen und diesen Ort durch ein Zeltdach zu attraktivieren. Ganz wichtiger Bestandteil dieses zu belebenden Quartiermittelpunktes ist der bereits bestehende, eingerichtete Stadtteil-Treff, den die Eigentümer der umliegenden Immobilien mit finanzieren. Betrieben wird der Treff durch die Diakonie. Das Angebot reicht vom Seniorenfrühstück über die Integration von Ausländern und Behinderten bis hin zur Schülernachhilfe und Computerkursen. Zukünftig wird das ehrenamtliche Engagement der Salzgitteraner Bürger in diesem Bereich vergrößert und etabliert. Diese schon vorhandenen Ansätze von sozialem Engagement und eine Bürgerbeteiligung sind ideale Voraussetzung für eine städtebauliche Neuordnung des Viertels, des Rückbaus und der Modernisierung.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen 1.600.000,00 Euro und setzen sich aus drei zeitlich nacheinander ablaufenden Impulsprojekten zusammen:

 

Impulsprojekt 1. "Seeviertel“ - Umzugsmanagement

425.000,00 Euro

Impulsprojekt 2. “Seeviertel“ -  Rückbau u. Planung

625.000,00 Euro

Impulsprojekt 3  "Seeviertel“ -  Erschließung, Wohnumfeldverbesserungen

500.000,00 Euro

Projektberichte und Forschungsfeldkooperation

50.000,00 Euro

Gesamtkosten:

1.600.000,00 Euro

 

Haushaltsstelle

6154.95000

Bezeichnung

- Projekt Seeviertel -

Haushalt

 

VerwHH

(zutrff. bitte ankreuzen)

x

VermHH

Ausgaben

im HH-Jahr 2004

Folgekosten

 

1.600.000,00

 

Einnahmen

im HH-Jahr

entsprechende Mehreinnahmen

 

220.000,00

980.000,00

Deckung

durch Ansatz

475.000,00

 

durch HAR

 

Deckung bei üpl./apl.

durch Mehreinnahmen bzw. Minderausgaben incl. HAR bei

 

HSt.

Bezeichnung

Betrag

 

6151.95000

6154.36000

Sanierung Ost/Westsiedlung

Stadtumbau West Zuweisung

145.000,00

980.000,00 *

Bemerkungen

Die Förderung durch Bund und Land beträgt 75%.

*  Der Antrag auf Zustimmung der benötigten überplan-mäßigen Ausgaben in Höhe von 1.125.000,00 € erfolgt in der Beschlussvorlage-Nr. 4342/14.

 

Laufzeit des Projektes:

 

Projektbeginn ab: sofort (2004), voraussichtlicher Projektabschluss: 31.12.2007

 

2 Anlagen

2 Anlagen

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage1 (563 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage2 (563 KB)