Vorlage - 4707/14

Betreff: Das Medienzentrum der Stadt Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:47-Kulturamt-   
Beratungsfolge:
Kulturausschuss Vorberatung
20.10.2004 
20. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kulturausschusses      

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Mitteilung:

Mitteilung:

 

Inhaltsverzeichnis

 

I.                     Einführung

 

II.                   Der Einsatz von Informationstechniken in der Verwaltung der Stadt Salzgitter

 

1.                  Allgemeines

2.                  Die Vernetzung als Grundlage des Ausbaus von Informationstechniken

 

III.                  Das Medienzentrum der Stadt Salzgitter und seine bisherige Medienarbeit.

 

1.                  Allgemeines

2.                  Die Herstellung, Sammlung und Archivierung von Medien durch die Medienstelle

3.                  Die Stadtbildstelle

 

IV.               Das Medienzentrum als Zentrale der zukünftigen Medienarbeit und dessen räumliche und technische Ausstattung

 

1.                  Die Aufgaben des Medienzentrums (Kompetenzzentrums)

 

a)     Allgemeine Ziele der Medienarbeit

b)     Aufgaben des Medienzentrums

c)      Das Raumkonzept für das Medienzentrum (Wehrstraße 29)

d)     Der Supportplan

 

V.                 Der Stellenplan

VI.               Der Kostenplan

VII.               Die Bürgermedien in Salzgitter

 

 

 

1.                  Die Grundidee

2.                  Kurzporträt der “Okerwelle”

3.                  Kurzporträt des TV 38

4.                  Das Bürgermedienbüro

 

 

 

I.                    Einführung

 

Seit einigen Jahren vollzieht sich eine dramatische Veränderung im Bereich der Medienarbeit. Wir befinden uns auf dem Weg in eine Informations- und Wissensgesellschaft, in der die EDV-Technik, die Bilder und Informationen eine immer größere Rolle spielen. Diese Entwicklung betrifft alle Bürger einer Stadt, alle kommunalen und nichtkommunalen Einrichtungen. Hier erschließen sich große Chancen für die Bürger Salzgitters. Die Stadt Salzgitter wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemüht sein, den Prozess zu begleiten. Alle Bürger Salzgitters sollten   - wie in anderen Kreisen -   , Städten und Orten auch -   die Möglichkeit haben, moderne Medien zu nutzen und mit ihnen arbeiten zu können.

 

Die unglaubliche Überflutung aller Bürger mit Medien und Informationen, mit Bildern und Tonaufnahmen ist allerdings nicht unproblematisch, kann zur Verzerrung in der “Wahrnehmung von Realität” führen. Alle Bürger, vor allem aber Schüler(innen), sollten daher die Möglichkeit erhalten, sich im Umgang mit Medien zu schulen, die Fähigkeit anzueignen, Medien selbst herzustellen und Medieninformationen auszuwählen, zu bewerten und kreativ zu nutzen (Medienkompetenz).

 

Bei der Erfüllung dieser Aufgaben kann das Medienzentrum der Stadt Salzgitter eine entscheidene Rolle spielen, mit Unterstützung und in Kooperation mit den im Medienzentrum untergebrachten Bürgermedien (Okerwelle, TV 38, Medienmobil der Niedersächsischen Landesmedienanstalt). Angesichts der Medienflut ist es ideal für Fragen, die mit der technischen und pädagogischen Bewältigung dieser Entwicklung zusammenhängen, eine kompetente Einrichtung, das Medienzentrum, zu besitzen. Daher gilt es, auf den vorhandenen Strukturen aufzubauen und für die neuen Aufgaben die notwendigen räumlichen, personellen und finanziellen Mittel bereitzustellen, das Medienzentrum im Laufe der nächsten Jahre zu einem medienmässigen Kompetenzzentrum auszubauen.

 

II.                  Der Einsatz von Informationstechniken in der Verwaltung der Stadt Salzgitter

 

1.    Allgemeines

 

Das Zentrum des Einsatzes von Informationstechniken (abgekürzt: ITen) in der Stadt Salzgitter ist die “IT SZ”. Hier laufen die Informationen zusammen und hier wird die technische Ausstattung für den Einsatz von ITen in der Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Ämtern und anderen städtischen Einrichtungen geplant und durchgeführt. Innerhalb der letzten 10 Jahre wurden die meisten Arbeitsplätze innerhalb der Verwaltung mit PC`s ausgestattet und mit der Vernetzung der städtischen Einrichtung begonnen. Über Intranet wurde ein verwaltungsinternes Informationssystem geschaffen; die meisten Arbeitsplätze in der Verwaltung haben Zugang zum Internet bzw. sollten es haben.

 

Darüber hinaus wurden Projekte begonnen, die mit dem Begriff “eGovernment” umschrieben werden. Diese “elektronische Verwaltung” steht für die Nutzung von netzbasierten Technologien innerhalb einer Behörde, mit anderen Behörden und mit den Abnehmern öffentlicher Dienstleistungen mit dem Ziel, zu kommunizieren oder Leistungen auszutauschen oder die rechtssichere elektronische Abwicklung von Verwaltungs- und Geschäftsprozessen der Verwaltung über Organisationsgrenzen hinweg zu bewirken.

 

Bereits seit dem Jahre 2000 hat die “ IT SZ” (bzw. deren Vorgängereinrichtung) verschiedene Projekte für die Stadt Salzgitter in Angriff genommen, z.B. wurde eine Beteiligung am niedersächsischen Gemeinschaftsprojekt “Moin” initiiert, welches die Plattform für den Datenaustausch der verschiedenen, landesweit eingesetzten Einwohnermeldeverfahren bieten soll. Darüber hinaus wird  an der Einrichtung eines Formularservers gearbeitet.

 

2.   Die Vernetzung der Stadt als Voraussetzung von Medienarbeit in der Stadt Salzgitter

 

Voraussetzung für die Arbeit mit ITen ist eine umfassende Vernetzung der vorhandenen Systeme und Komponenten. Das Netzwerk ist die Voraussetzung für den Einsatz von vernetzten, serverbasierten Verfahren, den Austausch von Daten und die Nutzung von Diensten wie Mailing oder den Zugriff aufs Internet. Außerdem kann so eine zentrale Administration von Verfahren und Hardware erfolgen.

 

Daher besteht das Ziel einer flächendeckenden Vernetzung aller städtischen DV-Arbeitsplätze mit den jeweils erforderlichen Bandbreiten, um die hausinterne Kommunikation zu ermöglichen und den Einsatz der erforderlichen DV-Verfahren zu gewährleisten. Im Rahmen der Vernetzung sollte dann auch die Verbindung der kulturellen und pädagogischen Einrichtungen der Stadt Salgitter erfolgen (Schulnetz, Mediennetz).

 

III.                Das Medienzentrum Salzgitter und seine bisherige Medienarbeit

 

1.    Allgemeines

 

Die Stadt Salzgitter hat eine Fläche von 224 qkm und rund 110.000 Einwohner. Organisatorisch gehört das Medienzentrum zum Kulturamt. Das Medienzentrum blickt auf eine recht wechselvolle Vergangenheit zurück, die geprägt war von mehreren Umzügen, Umbildungen und Zusammenlegungen. Eine Schulbildstelle existierte in Salzgitter schon seit 1945. Mit der Gründung des Stadtarchivs entstand zugleich ein Medienarchiv mit Film-, Bild- und Tonaufnahmen. Im Jahre 1988 wurden auf Vorschlag des Hauptamtes Teile der Schulbildstelle (Medienproduktion) ins Stadtarchiv eingegliedert und hier zusammen mit dem Medienarchiv als Medienstelle weitergeführt. Die restliche Schulbildstelle wurde vom Schulverwaltungsamt organisatorisch zur Stadtbibliothek umgelegt und nun in Stadtbildstelle umbenannt. Im Jahre 1996 wurden die Stadtbildstelle und die Medienstelle zum Medienzentrum zusammengelegt und in der Heerklinke in Salzgitter-Bad untergebracht. Im Medienzentrum, einer Abteilung des Kulturamtes, werden die städtischen Ämter, zahlreiche Vereine und Organisationen, die Schulen und Bürger mit Medien und Medientechnik, versorgt, Medien wurden und werden selbst erstellt und archiviert.

 

Im Detail hat das Medienzentrum der Stadt Salzgitter bisher folgende Aufgaben:

 

Ÿ Herstellung, Sammlung und Archivierung von Medien (Fotografien,    Dias, Videos, Tonbänder);

 

Ÿ Ausleihe von Medien und technischem Gerät (16 mm – Filme, Videos, Diaserien, Projektoren usw.);

 

Ÿ Mitarbeit an Projekten des Amtes (Bücher, Bildbände, Ausstellungen, Vorträge u.a.). Hilfe für andere Ämter, Benutzerbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit;

 

Ÿ Betreuung und Instandhaltung der technischen Geräte und

 

Ÿ Fortbildung an den technischen Geräten im Medienzentrum.

 

2.   Herstellung, Sammlung und Archivierung von Medien (Film-, Bild- und Tonarchiv)

 

Für die Herstellung von Medien stehen ein Filmstudio (S-VHS und Digital), ein Fotolabor und andere Aufnahmetechniken (Tonbänder, Videorecorder u.a.) zur Verfügung.

 

ŸDie Bild- und Diasammlung des Medienzentrums wuchs bis 2004 auf ca. 300.000 Medien. Der jährliche Zuwachs resultiert aus Abgaben städtischer Ämter, Reproduktionen von zur Verfügung gestellten Vorlagen und durch eigenes Fotografieren von wichtigen Ereignissen, Gebäuden, Personen usw. und durch umfangreiche Schenkungen.

 

Ÿ Bisher wurde das Geschehen in Salzgitter filmisch festgehalten.

 

Ÿ Die Filmsammlung beinhaltet 8 mm-, 16 mm-, U-Matic, VHS- und S-VHS Filmmaterial. Die ältesten Filmdokumente aus Salzgitter stammen aus den 1930er Jahren (Kopien). Der Bestand entstand durch Schenkungen und eigene Aufnehmen. Weiterhin existierten Tonbänder, zumeist von Zeitzeugengesprächen über Salzgitter.

 

Ÿ Mitarbeit an Projekten des Kulturamtes und für andere städtische Ämter wurde geleistet (für Bücher, Ausstellungen, Vorträge wurden Illustrationen hergestellt sowie Videos gedreht).

 

 

 

 

3.    Die Stadtbildstelle

 

Die Stadtbildstelle im Medienzentrum der Stadt Salzgitter ist eine von landesweit 74 Einrichtungen, die von Landkreisen und kreisfreien Städten unterhalten werden. Bildungseinrichtungen, Kindergärten, Institutionen, Vereine, aber auch private Entleiher erhalten hier Medien zu Informations- und Studienzwecken, zur Lehrtätigkeit und für den Unterricht, aber auch zur Unterhaltung.

 

Seit einigen Jahren zeichnet sich bundesweit eine Entwicklung dieser Einrichtungen zu Medienkopetenzzentren ab. Gefragt sind zunehmend die Vermittlung von Kompetenzen im IT-Bereich, Entwicklung von Unterstützungssystemen für die Kunden, u.a. Aufbau einer Homepage mit Text- und Bilddatenbanken und downloadfähigen Fortbildungsangeboten.

 

a.      Der Medienbestand

 

In der Stadtbildstelle werden insgesamt 3.524 Medien vorgehalten. Es konnten neue Medien, vornehmlich interaktivfähige DVDs, angeschafft werden. Zudem wurden preisgünstige Ersatzbeschaffungen als VHS-Versionen vorgenommen. Der Gerätebereich wurde durch den Ankauf eines zweiten DVD-Players ergänzt.

 

 

IV.               Das Medienzentrum als Zentrale der zukünftigen Medienarbeit und dessen räumliche und technische Ausstattung

 

1.    Die Aufgaben des Medienzentrums (Kompetenzzentrum)

 

a.    Allgemeine Ziele der Medienarbeit

 

Die Ziele einer umfassenden Medienarbeit sind sehr unterschiedlich und umfassen folgende Punkte:

 

Ÿ Verbesserung, Effektivitätssteigerung und Erleichterung von Arbeitsvorgängen innerhalb  der Verwaltung (zuständig: Hauptamt, Stabsstelle, Fachämter),

 

Ÿ Verbesserung der Dienstleistungen der Stadt Salzgitter für die Bürger der Stadt,

 

Ÿ Teilhabe aller Bürger Salzgitters an der Wissen- und  Informationsgesellschaft und

 

Ÿ Vermittlung von Medienkompetenz.

 

b.      Die Aufgaben des Medienzentrums

 

Das Lernen und Arbeiten mit neuen Medien wird die Arbeit vor allem in den Kultur- und Bildungseinrichtungen auch in der Stadt Salzgitter dramatisch verändern. Ein bereits alle Medien umfassendes Angebot ist nur in einem Kompetenzverbund über die lokalen Grenzen hinweg zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund sind vor allem die Kultur- und Bildungseinrichtungen gefordert.

Die Breite der Herausforderungen macht es notwendig, dass Kultur- und Bildungseinrichtungen vom Selbstverständnis her zur grundsätzlichen Öffnung zu Partnern bereit sind, so kann ein lokales Netzwerk zwischen den öffentlichen Einrichtungen in Salzgitter, wie dem Kulturamt mit Museum, Archiv, Heimatpflege, dem Fachbereich Bildung mit der VHS und der Stadtbibliothek, entstehen. Dieses >Netzwerk setzt allerdings eine – wenn auch schrittweise – Vernetzung voraus. Diese Öffnung macht es auf der einen Seite möglich, sich als Partner im Netzwerk auch für die eigenen Erfordernisse zu nutzen. Dabei muss für die Nutzer das spezielle Profil der jeweiligen Einrichtung erkennbar bleiben. Im Rahmen dieser Konzeption übt das Medienzentrum als Leitstelle folgende Aufgaben aus:

 

Ÿ Erfassung von Kultur- und bildungsrelevante Medien;

 

Ÿ Aufbau eines lokalen Kultur- und Bildungsservers;

 

Ÿ Koordinierung der Medienarbeit und Fortbildung

 

-     Die Hauptzielgruppen sind Multiplikatoren im Bereich Medienarbeit und

 

-    Aufbau von medienpädagogischen Fortbildungsstrukturen;

 

Ÿ Mediendistribution

 

-        Möglichkeit der Nutzung spezieller Datenbankprogramme (Antares, Augias) in allen städtischen Einrichtungen, die landes- und bundesweit vernetzt sind;

 

 

Ÿ Förderung von Lese- und Sprachkompetenz

 

-    Hauptzielgruppe sind Lehrkräfte und Kulturschaffende und

-     

-   Förderung von Projekten zur Lese- und Sprachkompetenz durch die Vernetzung von schulischen und außerschulischen Einrichtungen;

 

 

Ÿ Neue Technologien und Technik/Netzwerkberatung

 

-        Beratung von Kultureinrichtungen und Schulen bzgl. Internet und Intranetnutzung,

 

-        Netzwerkadministration und

 

 

-        Fortbildung bzgl. Technik und Netzbetreuung;

 

Ÿ Aktive Medien- und Kulturarbeit

 

-        Hauptzielgruppe sind Mediengruppen, Kultureinrichtungen, Schulen,

 

-        Vernetzung von Kultureinrichtungen, Schulen und Bürgermedien und

 

 

-        Förderung der lokalen Berichterstattung / Medienproduktion;

 

Ÿ Mitwirkung bei Medienprofilentwicklung

-     Hauptzielgruppe sind die Kultureinrichtungen, Schulen, Erwachsenenfortbildungseinrichtungen,

 

Ÿ Aufbau von Senderedaktionen und Berichterstattung aus Salzgitter in den Bürgermedien,

 

Ÿ Medienproduktion (Film, Bild und Ton) und

 

Ÿ Sammlung und Archivierung der Medien.

 

b)   Das Raumkonzept für das Medienzentrum (Wehrstr. 29)

 

Das neue Medienzentrum (Wehrstraße 29) liegt zentral inmitten Salzgitters im größten Stadtteil Salzgitter-Lebenstedt. In dem sanierten Fachwerkgebäude sind das städtische Medienzentrum (Stadtbildstelle, Medienstelle, Film-, und Tonarchiv) und die Bürgermedienvereine (TV 38, Okerwelle, Medienmobil) untergebracht.

 

c). Der Supportplan

 

Es hat sich gezeigt, dass es vor Ort in den Ämtern und Schulen zumindest eine Person geben muss, die einen vollständigen Überblick über die EDV-Anlagen hat und die Ansprechpartner bei auftretenden Problemen ist. Diese Funktion kann z.B. ein IT-Koordinator wahrnehmen.

 

Es wird deutlich, dass eine Grenzziehung zwischen technischen und pädagogischen Support nicht immer möglich ist. Zu oft vermischen sich die Aufgaben. Es ist daher ein hoher Abstimmungsbedarf zwischen technischem und pädagogischem Support notwendig. Um diesem Abstimmungsbedarf gerecht zu werden, ist die Einrichtung eines gemeinsamen Medienteams innerhalb der Schulen bzw. der städtischen Ämter als geeignete Maßnahme zu empfehlen. Die geltenden Bestimmungen zu Datenschutz und Datensicherheit sowie Jugendschutz müssen eingehalten werden. Die Schulen und städtischen Einrichtungen sind mit dieser Aufgabe in der Regel überfordert. Hier ist konkreter Unterstützungsbedarf durch Stadt und Land in Absprache mit den zuständigen Institutionen wie den Landesdatenschutzbeauftragten und den Landesstellen für den Jugendschutz notwendig.

 

V. Der Stellenplan

 

Die Neuausrichtung der Aufgaben und Ziele des Medienzentrums macht einen neuen Organisation- und Stellenplan notwendig, der folgendermaßen aussehen sollte:

 

Organisationsplan

 

 

Leiter des Medienzentrums

(BAT 4a/III)

 

Stadtbildstelle

 

1.

Pädagogischer Leiter

(A 11-13)

(vom Land gestellt/-vorhanden)

2.

Medienassistent

(BAT 7)

(von Stadt bezahlt/-vorhanden)

3.

Honorarkraft

(4 Std. die Woche)

(von Stadt bezahlt/-vorhanden)

4.

Honorarkraft

(BAT 4 b)

(von Drittmitteln/-anzu-werben)

 

Medienstelle

 

1.

Medienstellenleiter

(BAT 4b)

(von Stadt bezahlt/-vor-handen)

2.

Medienassistent

(BAT 5)

(von der Stadt einzurichten)

3.

½ Medienredakteur

(BAT 5)

(von der Stadt einzurichten)

4.

Fotografin/Laborantin

(BAT 6)

(von Stadt bezahlt/-vor-handen

 

 

VI. Der Kostenplan

 

Bei den Kosten für das Medienzentrum müssen langfristige und solche, die für die laufende Arbeit und zur Inbetriebnahme notwendig sind, unterschieden werden. Für eine modernere technische Grundausstattung werden benötigt:

 

Technische Grundausstattung                             25.000 €

 

Vernetzung / Netz                                     Kosten können nicht

                                                                                benannt werden.

 

 

Für die Fortschreibung der technischen Grundausstattung des Medienzentrums werden in den nächsten Jahren jährlich rund 10.000,00 € benötigt.

 

VII. Die Bürgermedien

 

1. Die Grundidee

 

Die beiden zur Zeit in der Region zwischen Harz und Heide wirkenden Bürgermedien “Radio Okerwelle” und der “TV 38” betreiben ein gemeinsames Bürgermedienbüro im neuen “Medienzentrum” in Salzgitter-Lebenstedt. In Niedersachsen wurden von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, im Rahmen eines Betriebsversuchs, elf Bürgermedienprojekte lizenziert. Zu unterscheiden waren hierbei die Nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) und die Offenen Kanäle (OK). Die beiden Projektarten unterschieden sich in einigen Punkten. Die wichtigsten Aspekte waren die Art des Zugangs für die Bürger des Sendegebiets und die Programmverantwortung. Währen beim NKL eine eingeschränkte Zugangsoffenheit bei der Partizipation an der Programmgestaltung existierte und noch existiert, musste ein OK jedem im Sendegebiet die Möglichkeit zur Programmproduktion und –ausstrahlung einräumen (absolute Zugangsoffenheit). Beim OK lag die Verantwortung für die Programminhalte beim Einzelnen; keine Redaktion beeinflusste das Programm. Beim NKL lag und liegt die programmliche Verantwortung beim Sender; Redaktionen bzw. redaktionelle Strukturen gewährleisteten und gewährleisten ein Programmschema. Inzwischen hat die Novellierung des Niedersächsischen Rundfunkgesetzes im Jahre 2002 eine tiefgehende Veränderung auch für die OKs gebracht. Auch in den OKs ist kein unbegrenzt freier Zugang aller Programmmacher mehr möglich, vielmehr gesteht nun auch im Fernsehbereich eine redaktionell-programmliche Verantwortung des Senders, der sich konsequenterweise auch in TV 38 umbenannt hat.

 

In Südostniedersachsen finden sich beide Bürgermedienarten: Zum einen das NKL “Radio Okerwelle” in Braunschweig, zum anderen der “TV 38” mit Hauptsitz in Wolfsburg. Seit 1996 (bzw. 1997) bieten beide Varianten den Bürgern in der Region die Möglichkeit, aktiv am Rundfunk bzw. Fernsehen teilzunehmen.

 

2. Kurzporträt der “Okerwelle”

 

Seit dem 1. Mai 1997 sendet Radio Okerwelle täglich auf der Frequenz 104,6 MHz über 10 Stunden Hörfunkprogramm für die Region. Fast 100.000 Menschen hören regelmäßig die Sendungen, die bislang nur in Braunschweig produziert werden. Mit dem nichtkommerziellen Radio “Okerwelle” wird die Medienlandschaft in dieser Region erweitert. Okerwelle ist ein “Bürgerradio” – Partizipation ist ein wichtiges Element der Radioarbeit. Das Konzept geht von einer Programmproduktion durch “interessierte Radiolaien” aus. Über öffentliche, von ehrenamtlichen Fachredakteuren betreute Radioforen, wird die redaktionelle Mitarbeit für jedermann möglich gemacht. Die Aufnahme in eine Fachredaktion, setzt eine mindestens dreimonatige kontinuierliche Mitarbeit bei Radio Okerwelle und die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen voraus. Die Schwerpunkte in der Berichterstattung liegen vor allem bei lokalen Themen.

 

3. Kurzporträt des “TV 38”

 

Bereits in der Grundkonzeption des OK-TV war die Errichtung und der Betrieb von drei Standorten innerhalb des Sendegebietes vorgesehen. Die Sende- und Verwaltungszentrale wurde in Wolfsburg eingerichtet. In Braunschweig und Salzgitter wurden Regionalbüros eingerichtet, die überwiegend mit Unterstützung der jeweiligen Kommune von den Fördervereinen des OK TV betrieben wurden. Inzwischen haben sich diese Vereine in Wolfsburg und Salzgitter wieder aufgelöst und die Regionalstudios werden vom TV 38 selbst betreut. An allen drei Standorten konnten und können die Bürger des Sendegebietes seit 1997 kostenlos Produktionsmittel und Beratung für die eigenverantwortliche Erstellung von Sendebeiträgen anfordern. Die von den Bürgern produzierten Sendungen wurden und werden von der Zentrale in Wolfsburg aus in das TV-Kabelnetz der Region zwischen Harz und Heide eingespeist. Neben dem allgemeinen “zugangsoffenen” Betrieb des OK wurde vom OK TV gezielt Projekte zur Förderung der Medienkompetenz und der Berichterstattung aus dem lokalen Raum durchgeführt. Inzwischen hat die Novellierung des Niedersächsischen Rundfunkgesetzes auch für den Fernsehbereich eine entscheidende Änderung gebracht: 70 % der Sendungen sollen in Verantwortung des TV 38 erstellt werden, die restlichen 30 % der Sendezeit bleibt für alle Nutzer des Senders offen.

 

4. Das Bürgermedienbüro in Salzgitter

 

Da bei beiden Projekten die Kommunikation im lokalen Raum und der Partizipationsgedanke ein wesentliches Element ihrer Arbeit ist, und beide Projekte in der Region Südost-Niedersachsen verankert sind, ist die Durchführung eines Kooperationsprojektes naheliegend. Neben der Bündelung der Medien Hörfunk und Fernsehen werden auch die wesentlichen Kompetenzen in den Bereichen Medienpädagogik und redaktioneller Arbeit zusammengeführt. Mit der Realisierung eines derartigen Vorhabens wird ein in Niedersachsen einmaliges Projekt entstehen. Wesentliches Ziele des Bürgermedienbüros sind die Steigerung der Medienkompetenz der Bürger in Salzgitter durch die aktive Beteiligung an der Hörfunk- und Fernsehproduktion, die Förderung der lokalen Kommunikation und die regelmäßige Berichterstattung aus und für Salzgitter. Hinzu kommt zudem noch das von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt bestellte Medienmobil.

 

Im Gebäude des Medienzentrums im Alten Dorf Lebenstedt richten Okerwelle und TV 38 ein gemeinsames Bürgermedienbüro ein. Das Büro soll Koordinations-, Produktions- und Verwaltungsaufgaben für den Bürgermedienbereich in Salgitter durchführen. Neben der üblichen “Verwaltungshardware” (Telefon, Fax, Büro-PC) wird für die Produktion von Hörfunkbeiträgen ein Audio-Schnittplatz (PC-System) installiert. Zwei mobile Aufnahme-Sets stehen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern(innen) von Radio Okerwelle zum Einfangen von O-Tönen zur Verfügung. Für die Produktion von Fernsehbeiträgen stehen den Nutzern und den TV 38-Mitarbeitern(innen) im Medienzentrum ein Videonachbearbeitungsplatz und zwei Camcorder-Sets zur Verfügung. Gemeinsam von Okerwelle und TV 38 soll ein kombiniertes Hörfunk-/TV-Studio eingerichtet werden, das sowohl Vorproduktionen als auch Live-Sendungen ermöglicht. Der Betrieb des Bürgermedienbüros soll – zumindest – von einer hauptamtlichen Person sichergestellt werden, die von Honorarkräften und Redaktionsgruppen unterstütz wird.

 

Die Kompetenzen von Radio Okerwelle im strukturierten redaktionellen Bereich und bei der lokalen Berichterstattung können mit den Kompetenzen des TV 38 bei der Schaffung von Medienkompetenz verknüpft werden und führen so zu einem sehr sinnvollen (Programm-) Angebot für die Bürger Salzgitters. Gezielt kann auf die Steigerung der Programmqualität sowohl bei inhaltlichen als auch bei gestalterischen Aspekten hingearbeitet werden.

 

In Verbindung mit den Kompetenzen des städtischen Medienzentrums können systematisch medienpädagogische Angebote in großer Bandbreite, sowohl für schulische und außerschulische Bildungseinrichtungen, als auch für die Bürger Salzgitters unterbreitet und durchgeführt werden, um so eine qualitativ hochwertige lokale Kommunikation der Bürger über und durch die Medien Hörfunk und Fernsehen zu erreichen. Die Verzahnung mit dem kulturellen ‚Angebot auf dem Gelände der alten Feuerwache verstärkt den Effekt der intensiven Nahraumkommunikation. Ein wichtiger Synergie-Effekt entsteht natürlich durch die koordinierte Verbindung der Medien Hörfunk und Fernsehen. Sowohl im Bereich lokaler Berichterstattung als auch bei der Schaffung von Partizipationsmöglichkeiten entsteht ein umfangreiches Medienangebot für die Bürger Salzgitters.

 

Das Bürgermedienbüro in Salzgitter braucht hier die Unterstützung der Bürger Salzgitters und die der Kommune Salzgitter. Die technische Infrastruktur (Audio- und Video-Equipment) wird aus den Beständen von Okerwelle und TV 38 realisiert. Auch die erweiterte technische Infrastruktur und deren Kosten (gemeint sind hier die Übertragungswege) kann derzeit nicht beziffert werden. Die Entwicklung in diesem Bereich schreitet rasant voran.