Vorlage - 5238/14

Betreff: Wirtschaftliche Entwicklung der Jugendhilfe
Aus der Arbeit des Jugendamtes
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:51-Jugendamt-   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
17.02.2005 
28. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen

Mitteilung:

Mitteilung:

 

Die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe werden von immer mehr Berechtigten gesucht und abgefordert. Dies bedeutet für das Jugendamt bei knapper werdenden finanziellen und personellen Ressourcen eine große Herausforderung.

 

Im Rahmen dieser Mitteilungsvorlage werden nachfolgend die drei großen Ausgabeblöcke des Jugendamtes für die Bereiche Kindertagesstätten, Hilfe zur Erziehung und Kinder- und Jugendförderung betrachtet.

 

Kindertagesstätten

 

Die Aufgaben bei den Kindertagesstätten wurden bis Anfang 1996 mit 0,7 Planstellen Sachbearbeitung erledigt. Eine Controlling war damit nicht möglich, so dass zum 01.04.1996 die Verwaltungsabteilung neu organisiert wurde. Es wird seit diesem Zeitpunkt großer Wert auf die betriebswirtschaftliche Sichtweise gelegt. In enger Zusammenarbeit mit den Trägerinnen und Trägern konnten die einzelnen Kostenarten durchleuchtet und angepasst werden. Die finanziellen Erfolge wurden schnell sichtbar und sind der Tabelle 1 zu entnehmen.

 

Tabelle 1:

 

2001

2002

2003

2004

 

 

Zuschuss

9.679.864,23

9.098.324,89

8.773.609,08

8.782.120,02

 

 

Platzzahlen

3.069

3.060

3.102

3.119

 

 

Bemerkung:

Der Betrieb in der  Kindertagesstätte „Am Wäldchen“ in SZ-Bad wurde zum 01.10.2003 aufgenommen und war somit erstmals im Jahr 2004 vollständig in der Abrechnung enthalten. Daneben gab es in anderen Kindertagesstätten Gruppenerweiterungen um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz zu gewährleisten.

 

 

Hilfe zur Erziehung und Eingliederungshilfe

 

In den Kosten der Hilfe zur Erziehung spielen die Heimkosten die dominierende Rolle. Die Entwicklung des HUA 4557 zeigt die Tabelle 2.

 

 

Tabelle 2:

 

2001

2002

2003

2004

 

 

Gesamtkosten

3.198.343,85

3.213.940,61

2.980.454,32

2.701.486,75

 

 

Personalkosten

108.764,94

115.599,17

116.095,04

111.662,71

 

 

Sachkosten

3.089.578,91

3.098.341,44

2.864.359,28

2.589.824,04

 

 

Bemerkung:

Die Kostensenkung seit 2003 ist insbesondere auf die Arbeit des Heimkoordinators zurückzuführen. Auf Grund seiner intensiven „Heimsuche“ und Auswerten der Leistungs- und Qualitätsinhalte kann er die Bediensteten bei der Suche nach dem geeigneten Heim unterstützen. Der Erfolg ist deutlich zu erkennen.

 

Die Probleme bei der Erziehung nehmen weiterhin zu. Es ist eine wichtige Aufgabe der Jugendhilfe, den Kindern, Jugendlichen und Eltern in schwierigen familiären Situationen die geeignete und notwendige Hilfe zu geben. Die vom Jugendamt durchgeführten Erziehungskonferenzen stellen einen wichtigen Meilenstein bei dieser Hilfe dar. Hier werden die weiteren Maßnahmen mit den Beteiligten beschlossen. Durch die Verstärkung der ambulanten Hilfe werden die Heimunterbringungen trotz zunehmender Tendenz zumindest konstant gehalten. Die Entwicklung der außerhäuslichen Unterbringung des Jahres 2004 ist der Abbildung 1 zu entnehmen.

 


Abbildung 1:

Bemerkung: Die Fallzahlen beziehen sich jeweils auf das Datum des monatlichen Zahllaufes (ca. 10. d. Monats)

 

 

Sämtliche Planungen des Jugendamtes können durch verschiedene Ereignisse über den Haufen geworfen werden.

Beispiele:

Ø      So reicht der Umzug der Eltern aus einer anderen Gemeinde nach Salzgitter, um die Kosten für die Heimunterbringung durch ein anderes Jugendamt durch die Stadt Salzgitter auszulösen.

Ø      Eine allein Erziehende wurde nach dem PsychKG untergebracht. Ihre drei Kinder im Alter von 4 – 9 Jahren mussten sofort in Pflegestellen untergebracht werden.

Ø      Ein 17 – jähriger junger Mann hat seine Mutter angegriffen. Die getrennt lebende Mutter war nicht mehr bereit, ihren Sohn aufzunehmen. Der junge Mann musste ebenfalls in einer Pflegestelle untergebracht werden. So hätten im ungünstigsten Fall innerhalb von einem Tag vier Heimunterbringungen erfolgen können, wenn keine Pflegestellen zur Verfügung gestanden hätten.

 

Die Heimunterbringung nach § 34 SGB VIII spiegelt sich in der Abbildung 2 wider.

 


Abbildung 2:

 

 

Kinder- und Jugendförderung

 

Die Kinder- und Jugendförderung spielt für junge Menschen eine ganz wichtige Rolle. Die Aufgaben und Ziele sind im Bericht des Jugendamtes 2003 eindrucksvoll festgehalten. Die Kostenentwicklung beschreibt Tabelle 3.

 

Tabelle 3:

 

2001

2002

2003

2004

 

 

Gesamtkosten

2.050.268,82

2.151.913,98

1.922.262,92

1.899.811,26

 

 

Personalkosten

1.246.881,07

1.393.157,32

1.222.404,35

1.116.149,78

 

 

Sachkosten

803.387,75

758.756,66

699.858,57

783.661,48

 

 

Bemerkung:

Die Kostensenkungen sind erheblich. Trotz Tarifsteigerungen sind die Personalkosten (mit Ausnahme 2002) von 2001 bis 2004 um 10,5 % gesunken.

 

Während bei den Kindertagesstätten und der Hilfe zur Erziehung die finanziellen Einsparungen über Steuermechanismen erreicht werden, ist dies im Bereich der Kinder- und Jugendförderung nicht der Fall. Die Einsparungen sind hier über nicht besetzte Planstellen erzielt worden. Dies ist jedoch nicht zufriedenstellend. Eine  nicht ausreichende präventive Arbeit in der Kinder- und Jugendförderung kann dazu führen, dass zukünftig höhere Kosten bei der Hilfe zur Erziehung entstehen. Leider lässt sich diese Entwicklung betriebswirtschaftlich nicht errechnen.