Vorlage - 6065/14

Betreff: Sanierung der Cyanid-Kontamination im Raum Beddingen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nordost Anhörung
08.09.2005 
26. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordost ungeändert beschlossen   
Umwelt-,Planungs- und Bauausschuss Vorberatung
14.09.2005 
8. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses ungeändert beschlossen   
Finanzausschuss Vorberatung
22.09.2005 
67. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Beschlussvorschlag:

 

“Der Verwaltungausschuss stellt aus dem von der Unteren Bodenschutzbehörde am 24.06.2005 als verbindlich erklärten Plan zur Sanierung des von der Industriestraße Nord ausgehenden Cyanidschadens im Raum SZ-Beddingen den Teilbereich der sogenannten “Beddinger-Ohren” mit einer Kostensumme von 2.279.400,00 € als Projekt fest.”

 

 

Sachverhalt:

 

Sachverhalt:

 

Südlich der Ortsteile SZ-Beddingen und SZ-Sauingen liegt ein sanierungsbedürftiger Grundwasserschaden durch Cyanide vor. Ursache der Cyanidbelastung ist in den Straßendämmen der Industriestraße Nord (K 36) und der K 16 eingebautes Schlackenmaterial, aus dem die Schadstoffe infolge der Durchsickerung mit Niederschlagswasser ausgelaugt werden.

 

Vom Schadenszentrum der Auffüllungen ausgehend breitet sich in nördliche Richtung eine großflächige Cyanidkontamination im oberflächennahen Grundwasserleiter aus, in der mehrere Kernfahnen mit stark erhöhten Konzentrationswerten festgestellt werden konnten.

 

Der vorliegende Sanierungsplan beinhaltet die Darstellung der durchzuführenden Maßnahmen zur Sanierung der Quellbereiche und bezieht sich auf den gesamten Bereich des Dammkörpers und der Auffüllungen, die aus Schlackenmaterial aufgebaut sind sowie auf die randlich benachbarten Entwässerungssysteme. Als Sanierungsziel wird eine vollständige bzw. weitestgehende Unterbindung des Sickerwasseraustrags aus dem Dammkörper in das anstehende Grundwasser angestrebt. Das technische Sanierungskonzept sieht hierzu eine vollständige Abdichtung aller mit Schlacken aufgefüllten Bereiche vor. Für die Böschungsbereiche der Straßendämme soll die Abdichtung durch Kunststofffolien unterhalb der Oberbodenschicht erfolgen. Das hat allerdings zur Folge, dass dort künftig kein tiefwurzelnder Aufwuchs (Bäume, Büsche) mehr möglich ist. Die Fahrbahnbereiche sind sanierungstechnisch so herzurichten, dass durch Risse, Schlaglöcher und dergleichen kein Wasser durch den Fahrbahnoberbau in den darunter liegenden Dammkörper eindringen kann.

 

Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse beabsichtigt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Universität Kiel für den Bereich westlich der Beddinger Ohren eine andere Sanierungsmethode anzuwenden.

 

Geplant ist:

 

1.    Planung einer reaktiven Wand im Abschnitt Zweigkanal bis Beddinger Ohren und westlich des Zweigkanals.

2.    Festschreibung der Maßnahmen in einem geänderten Sanierungsplan und Erstellung der reaktiven Wand.

3.    Abdichtung des Bereiches der Beddinger Ohren und der K 16 wie im ursprünglichen Sanierungsplan vorgesehen; die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden.

 

Hierzu ist der Abschluss von Ingenieurverträgen erforderlich. Die voraussichtlichen Kosten sind in der Gesamtkostenschätzung berücksichtigt.

 

Die Punkte 1. und 2. sollen zeitlich parallel abgearbeitet werden.

 

Durch Vorversuche am Lehrstuhl für Angewandte Geologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel wurde die grundsätzliche Möglichkeit der Entfernung von Cyaniden mittels reaktiver Wände nachgewiesen.

Die reaktive Wand besteht aus einer Dichtwand im Untergrund mit Durchlässen, zu denen das Grundwasser gezielt geführt wird. Die Durchlässe sind mit reaktiven Materialien gefüllt, die vom Grundwasser durchströmt werden. Dort findet die Reinigung des Grundwassers statt.

Der Bereich westlich der Beddinger Ohren ist aufgrund seines geologischen Aufbaus geeignet, hier eine reaktive Wand zu erstellen.

Im Bereich der K 16 / Beddinger Ohren ist kein durchgängig homogener Grundwasserstauer vorhanden, so dass hier eine reaktive Wand nicht erstellt werden kann. Hier ist deshalb die Abdichtung unumgänglich.

Untersuchungen des Grundwassers im Raum zwischen SZ-Beddingen und Cargill zeigen, dass die Cyanide im Grundwasser im Raum GVZ-Kreisel / K 16 ursächlich auf den Bereich Beddinger Ohren / K 16 zurückzuführen sind. Aufgrund dieses nunmehr bekannten Zusammenhangs und der Nähe zur Grundwasserförderung der Fa. Cargill ist die Abdichtung in diesem Abschnitt vorrangig erforderlich.

 

Dieses Vorgehen resultiert aus folgenden Vorteilen der angedachten Lösung:

 

·        Kostenersparnis gegenüber der ursprünglich geplanten kompletten Abdichtung in Höhe von ca. 700.000 €,

·        evtl. Möglichkeit der Förderung der Maßnahmen,

·        tatsächliche Sanierung des Schadens im Bereich der reaktiven Wand,

·        Sanierungsziele in Beddingen werden zeitlich früher erreicht,

·        deutlich einfachere Unterhaltung der Industriestraße Nord, Vermeidung eines “Deponie-Effektes”.

 

Der Sanierungsplan wurde für den im Beschluss genannten Bereich am 24.06.2005 vom Fachdienst Umwelt für verbindlich erklärt.

 

Kostenschätzung:

 

Gesamtkosten K 12 bis K 16

 

 

nur Abdichtung

tlw. Abdichtung /

tlw. reaktive Wand

Bauvorbereitung

         500.000,00 €

           500.000,00 €

Baukosten

- Abdichtung

- reaktive Wand

 

      6.710.172,00 €

                               

 

        2.279.400,00 €

        3.730.772,00 €

 

Zwischensumme

 

      7.210.172,00 €

 

        6.510.172,00 €

 

Kosten für die Sanierung des

Engelnstedter Knotens

 

 

- Bauvorbereitung/Tankentsorgung

         299.828,00 €

           299.828,00 €

 

S u m m e

 

      7.510.000,00 €

 

        6.810.000,00 €

 

Die Kosten für den hier zu beschließenden Bereich der “Beddinger Ohren” und die K 16 wurden vom Ingenieurbüro auf netto 1.965.000,00 € (bei 16 % MWSt = 2.279.400,00 € brutto) geschätzt.

 

Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass wegen der Einmaligkeit der Maßnahme keine genaue Kostenschätzung möglich ist und hier u.a. Erfahrungswerte aus dem Deponiebau herangezogen wurden. Eine genauere Kostenschätzung kann erst mit der Erstellung der Ausschreibungen (Kostenberechnung) erfolgen.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 

Haushaltsstelle

6500.95031

Bezeichnung

SZ-Beddingen, Sanierung K 39 (Cyanidbelastung)

Haushalt

2003

          500.000 €          Bauvorbereitung

 

2004

          450.000 €

 

2005

      4.350.000 

 

2006

       2.210.000   VE für 2006 angemeldet

 

Gesamt bis 2006       7.510.000,00 €      

Ausgaben

im HH-Jahr

Folgekosten

 

 

 

Einnahmen

im HH-Jahr

künftige Mehreinnahmen

 

 

 

Deckung

durch Ansatz  s.o.

s.o.

 

durch HAR

 

Deckung bei üpl./apl.

durch Mehreinnahmen bzw. Minderausgaben incl. HAR bei

 

HSt.

Bezeichnung

Betrag

 

 

 

 

Bemerkungen

 

 

 

Anlagen:

Anlagen:

Übersichtsplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich LP-gesamt E-L-04 (B1) (373 KB)