Vorlage - 6517/14

Betreff: Teilnahme am Wettbewerb "Besser essen. Mehr bewegen"
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
08.12.2005 
34. öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Mitteilung:

 

Mitteilung:

 

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat am 02.05.05 eine Aufforderung zur Teilnahme an einem Wettbewerb  zur Prävention von Übergewicht bei Kindern mit dem Titel: „Besser essen. Mehr bewegen“, veröffentlicht. Die Wettbewerbsbeiträge sollen eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung bei Kindern fördern, vor dem bundesweiten Hintergrund, dass Übergewicht ein wachsendes Problem ist. Seit den 70er Jahren steigt die Anzahl der Betroffenen, vor allem auch der Kinder. In einer Broschüre zum Wettbewerb schreibt das Ministerium:  „Dabei trifft es Kinder aus sozial benachteiligten und eingewanderten Familien besonders häufig. Die persönlichen und gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sind gravierend: Stark Übergewichtige sind oft weniger leistungsfähig und werden häufiger krank. Dadurch steigen zugleich die Krankheitskosten. Nach vorsichtigen Schätzungen verursachen ernährungsbedingte Krankheiten in Deutschland jährlich Kosten von rund 70 Milliarden Euro. Dieser Trend zum Übergewicht muss gestoppt werden.  .... Kinder müssen von der Wiege an gesunde Ernährung und viel Bewegung als Selbstverständlichkeit erfahren ... Eine Trendumkehr wird es nur geben, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. ...Alle betroffenen gesellschaftlichen Bereiche, auf allen Ebenen, müssen den Zusammenhang zwischen ausgewogener Ernährung, körperlicher Aktivität und Gesundheit erkennen und bereit sein, in einem partnerschaftlichen Netzwerk der Entstehung von Übergewicht frühzeitig entgegen zu wirken.“ 

„Salzgitter, junge Stadt in Bewegung, gemeinsam machen wir uns auf den Weg“....

unter diesem Motto nimmt die Stadt Salzgitter am bundesweiten Wettbewerb „Besser essen. Mehr bewegen“ teil.

„Gesunde Zukunft unserer Kinder“, so hieß ein Ratsbeschluss vom …... An diesen Beschluss  wird mit dem Wettbewerbsbeitrag der Stadt Salzgitter zum Bundeswettbewerb „Besser essen. Mehr bewegen“ angeknüpft.

Mit diesem Wettbewerbsbeitrag ist der Fachdienst Kinder, Jugend und Familie, als Koordinator des Projektes in Salzgitter jetzt in die 2. Stufe des Auswahlverfahrens gekommen. Ende September erhielt die Stadt Salzgitter die Mitteilung, dass ihre Initiative aus den rund 450 eingegangenen Projektvorschlägen für die Teilnahme an der Stufe 2 des Bundeswettbewerbs „Besser essen. Mehr bewegen“ ausgewählt wurde. Die Mitteilung enthielt die Aufforderung, die örtliche Partnerschaft auszubauen und auf der Grundlage der eingereichten Projektskizze ein konkretes Präventionskonzept zu erarbeiten. Insgesamt wurden 50 Beiträge in die Stufe 2 ausgewählt. Von den in Stufe 2 eingereichten Konzepten wählt dann eine unabhängige Jury etwa 25 örtliche Zusammenschlüsse aus, die Fördermittel zur Umsetzung ihrer Projekte im Förderzeitraum 2006 bis einschließlich 2008 ca. 150.000,- € pro Jahr, erhalten. Die Entscheidung wird Ende April 2006 erwartet. Neben Salzgitter sind 5 weitere Städte des Bundeslandes Niedersachsen in die 2. Stufe des Wettbewerbs gekommen (Aurich, Göttingen, Braunschweig, Hannover und Gifhorn).

Von Seiten der Geschäftsstelle „Besser essen. Mehr bewegen“ wird betont, dass ausschließlich primärpräventive Aktivitäten gefördert werden, da das Ziel die Vermeidung von Übergewicht, nicht dessen Behandlung ist. Die Zielgruppe stellen Kinder von Geburt bis Ende Grundschulalter dar (0- bis 12jährige).

Die Akteure in der Stadt Salzgitter haben sich vorgenommen, den Trend der jährlich steigenden Zahl von Kindern mit Übergewicht bei den Grundschuleinganguntersuchungen  umzukehren.

 

Unter Trägerschaft des Fachdienstes Kinder, Jugend und Familie hat sich für den Wettbewerbsbeitrag und die spätere Umsetzung ein Stadtweites „Leit“-Netzwerk aus 14 Institutionen gegründet. Die Akteure in diesem Netzwerk vertreten jeweils regionale/bzw. Arbeitszusammenschlüsse wie z. B. das Netzwerk „Soziale Stadt Fredenberg“; Soziale Stadt Ostwestsiedlung, das Bündnis für ein Leben mit Kindern in Salzgitter, Kreissportbund, Krankenkassen, das Klinikum Kinderheilkunde, die Volkshochschule, der Fachdienst Gesundheit, der Kreisverband der Landfrauen und die AG der Kindertagesstätten. Neu als Partner gewonnen werden konnte die Fachhochschule Calbecht mit dem Studiengang Sportmanagement sowie die Junioruniversität.

Derzeit arbeitet das Netzwerk an der Konkretisierung des Wettbewerbbeitrags. Das Projektziel liegt darin, Kindern und ihren Familien eine positive Körpererfahrung zu ermöglichen, Freude an der Bewegung zu vermitteln und sie zu ermutigen, mittels gesunder Ernährung ihrem Körper Gutes zu tun. Durch eine enge Verbindung von Bewegung und Ernährungsangeboten im Verbund von Sportvereinen und Wohlfahrtsverbänden, Schulen und Kindereinrichtungen werden die geplanten Maßnahmen zusätzlich erweitert. Letztlich sichert die Ausbildung von Fachkräften, die zu Multiplikatoren werden, nachhaltige Strukturen.

In Salzgitter werden die Leitprojekte in den Gebieten der sozialen Stadt verortet sein und hier wiederum beispielhaft auf die bereits vorhandenen Aktivitäten des Netzwerkes Soziale Stadt Fredenberg aufgebaut werden können; sowie an den vielseitig entstehenden Aktionen der Sozialen Stadt Ost-West-Siedlung angesetzt werden können.

Für den Wettbewerbsbeitrag müssen Ziele und Zielgruppen genau definiert werden und die Zusammenarbeit der regionalen Partner in einem Zeitplan dargestellt werden. Bisher angedacht: An einen Stadtweiten Auftakttag (in Kooperation mit der FH Sportmanagement), schließen sich Elterninformationsabende und Impulstage für Kinder in den Institutionen (Kindertagesstätten, Schulen, KJT’s) an. Diesem folgen spezielle Ernährungs- und Bewegungswochen. Begleitend findet ein Mittagstischangebot statt. Interessierte ErzieherInnen und LehrerInnen erhalten eine auf das Projekt abgestimmte Psychomotorikausbildung. Die Projektidee kann somit ganzheitlich in die Arbeit mit den Lerngruppen einfließen. Kulinarische Wettbewerbe und besondere Bewegungsaktionen sorgen für den Spaßfaktor im Programm.

Der Wettbewerbsbeitrag muss Ende Januar 2006 in der Geschäftsstelle des Bundesprojektes eingegangen sein. Eine unabhängige Jury wählt dann 25 örtliche Projekte nach folgenden Kriterien aus, die bis einschließlich 2008 gefördert werden.:

  • Erfolgsversprechende Projektkoordination
  • Mitwirkung der maßgeblichen Interessengruppen und Akteure
  • Eigeninitiative und Mobilisierung eigener Kräfte in der Stadt
  • Unterstützung durch öffentlich lokale Akteure und ggf. der Landesregierung
  • Innovationsgrad des Gesamtansatzes und der verfolgten Projektideen
  • Logik und Stimmigkeit des Gesamtkonzeptes
  • Umsetzung des Gesamtansatzes und der vorgestellten Einzelprojekte
  • Überprüfbarkeit und Realisierbarkeit der Ziele
  • Berücksichtigung bereits bestehender formeller und informeller Planungen
  • Effizienter Mitteleinsatz der Fördermittel, Integration bestehender Fördermöglichkeiten, z.B. aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ und Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen
  • Übertragbarkeit auf andere Regionen
  • Erfolgsversprechende Weiterentwicklung nach dem Auslaufen der Förderung (Nachhaltigkeit), Wirtschaftlichkeit des Mitteleinsatzes.

 

Das Bundesministerium beauftragt wissenschaftliche Einrichtungen mit der Evaluierung der regionalen Initiativen um die Umsetzung und Wirkung der Modellvorhaben zu analysieren und Erfolgsfaktoren zu identifizieren und um die Wirksamkeit des Förderansatzes zu bewerten und Empfehlungen für die Weiterentwicklung bestehender bzw. Konzeption zukünftiger Förderprogramme herauszuarbeiten.

In der Fördersumme von ca. 150.000,- € pro Jahr sind auch die Kosten einer Koordinationsstelle enthalten, welche voll förderfähig ist. Unter der Federführung des Fachdienstes Kinder, Jugend und Familie soll in Salzgitter die Koordinationstätigkeit über einen Werkvertrag vergeben werden, welche durch ihren beruflichen Hintergrund reichlich Erfahrung in der Thematik hat

Eigene Kosten für die Stadt Salzgitter entstehen durch das Projekt nicht.