Vorlage - 6657/14

Betreff: Trägerschaft der Kindertagesstätte Goerdeler Straße in SZ-Lebenstedt
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:51 - Fachdienst Kinder, Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
23.02.2006 
36. öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses zurückgestellt   
23.03.2006 
37. Öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
01.03.2006 
48. Nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter zurückgestellt   
29.03.2006 
49. Nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

 

1.        Die Trägerschaft der Kindertagesstätte Goerdeler Straße in SZ-Lebenstedt wird der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Salzgitter e.V. Am Schölkegraben 1, 38226 Salzgitter (im Folgenden „AWO“ genannt) übergeben

2.        Die Verwaltung wird ermächtigt, mit der AWO einen Vertrag  gem. dem vom Rat beschlossenen Mustervertrag zu schließen.

 

Begründung:

Begründung:

Die Stadt errichtet zurzeit auf dem Gelände der Grundschule Fredenberg Goerdeler Straße eine zweigruppige Kindertagesstätte. Die Trägerschaft soll an einen Träger der freien Jugendhilfe vergeben werden (Vorlage 4426/14).

 

Auf Grund der Forderung der bedarfsgerechten Betreuung von Kindern ist beabsichtigt, die beiden Gruppen mit Dreivierteltagsplätzen auszustatten. Gem. Ratsbeschluss zur Haushaltskonsolidierung werden in diesem Falle keine Sonderöffnungszeiten angeboten. Bei voller Belegung entstehen Bruttokosten von jährlich 275.000 Euro, zu der die Stadt etwa 150.000 Euro als Zuschuss gewähren muss. Zusätzlich entstehen Kosten für die Versorgung mit Mittagessen.

 

Auf die in der Presse und dem Amtsblatt der Stadt Salzgitter erschienenen Ausschreibung (siehe Anlage), haben sich folgende Trägerinnen und Träger der freien Jugendhilfe beworben:

 

Þ     Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Salzgitter e. V.         
Am Schölkegraben 1, 38226 Salzgitter

Þ     Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Braunschweig-Salzgitter e. V.         
Adolfstr. 20, 38102 Braunschweig (im Folgenden „DRK“ genannt)

Þ     Ev.-luth. Friedenskirche         
Hans-Böckler-Ring 1, 38228 Salzgitter (im Folgenden „Friedenskirche“ genannt)

Þ     Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH       
Saarbrückener Str. 50, 38116 Braunschweig (im Folgenden „GG“ genannt)

 

Alle vier Trägerinnen und Träger führen bereits Kindertagesstätten in der Stadt Salzgitter, und zwar wie folgt:

 

a)      AWO:

- städtische Kita Werkstraße 4 SZ-Barum mit 25 Plätze

- städtische Kita Westerkamp 19/20 SZ-Barum mit 25 Plätzen

- städtische Kita Regenbogenland Dürerring 27 SZ-Lebenstedt mit 135 Plätzen

- städtische Kita Goethestr. 35 SZ-Lebenstedt mit 40 Plätzen

- städtische Kita Adalbert-Stifter-Straße 81 SZ-Thiede mit 100 Plätzen

- städtische Kita Wilhelm-Kunze-Ring 37 SZ-Lebenstedt mit 89 Plätzen

b)     DRK:

- städtische Kita Am Wäldchen 23 SZ-Bad mit 50 Plätzen

- städtische Kita Sandbrink 19 SZ-Bad mit 75 Plätzen

c)      Friedenskirche:

- eigene Kita Hans-Böckler-Ring 5 SZ-Lebenstedt mit 122 Plätzen

d)     GG:

- städtische Kita Wirbelwind Erich-Ollenhauer-Str. 185 SZ-Lebenstedt mit

                     90 Plätzen

 

Alle vier Trägerinnen und Träger leisten eine ausgezeichnete Arbeit. Dies trifft sowohl für die pädagogische Ausrichtung als auch für die Zusammenarbeit mit der Verwaltung zu. Auch die in den Bewerbungen aufgeführten Ziele und geplanten Initiativen zeigen die Bereitschaft, für die Bevölkerung tätig zu werden und lassen, wie in der Ausschreibung erwähnt, ein überdurchschnittliches Engagement erkennen.

 

 

 

Maßgebend für die Entscheidungsfindung sind das soziale Engagement im Sozialraum, die bisherige Beteiligung am „Netzwerk Soziale Stadt Fredenberg“, pädagogische Erfahrungen mit Migrationshintergrund und Elternarbeit über das übliche Maß hinaus sowie die finanziellen Rahmenbedingungen. Wichtig ist daneben die Möglichkeit des Anbietens von Mittagessen.

 

Die Bewerberinnen und Bewerber haben bereits Erfahrungen mit der Arbeit in Projekten der Sozialen Stadt gesammelt. Die AWO, Friedenskirche und GG am Fredenberg und das DRK in einem Projekt der Stadt Braunschweig.

 

Þ  Die AWO kann und wird das Mittagessen über die von ihr betriebene Kindertagesstätte „Regenbogenland“ anbieten. Dadurch entstehen nur geringe Kosten für hier einzusetzendes Wirtschaftspersonal. Gleichzeitig könnte eine mögliche Einsparung von Fachpersonalkosten durch einrichtungsübergreifende Vertretungsregelungen erreicht werden, die sich für die Stadt in einer Verringerung des Betriebskostendefizits bemerkbar machen würde.

Þ  Die AWO möchte durch eine Kombination mit dem Projekt Tagesmütterausbildung qualifizierte, flexible und bedarfsgerechte Betreuungsmöglichkeiten realisieren.

Die zusätzlichen Angebote der AWO, welche Ehrenamtliche aktivieren, wie z.B. BiFi, sollen unterstützend in die Arbeit der Kindertagesstätte integriert werden.

Die Elternarbeit wird durch AWO-Elternschule und Beratungskompetenzen zur Frage von Migration, Arbeitslosigkeit oder psychosozialen Problemlagen ergänzt. Ein stabiles Qualitätsniveau der Kindertagesstätten wird nach AWO-Tandem-QM mit der Zertifizierung nach ISO erreicht.

Mit den Kooperationspartnern Stadtbüro, Wohnbau und Fredenberg Forum wurden Projekte zur beruflichen Integration von Frauen sowie mit der BBS und dem Berufsförderungswerk ein Projekt zur Förderung von Beschäftigung am Fredenberg durchgeführt.

 

Þ  Das DRK ist bereit sich finanziell zu engagieren. Statt der üblichen 5%-igen Verwaltungskostenpauschale (entsprechend dem derzeitigen Mustervertrag der Stadt) könnte diese in Höhe von 3% akzeptiert werden. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von ca. 5.500 Euro. Für erweiterte Angebote im Stadtteil könnte auf Ehrenamtliche aus dem Jugendrotkreuz und dem Ortsverein Lebenstedt sowie auf Hauptamtliche aus den Bereichen Schuldnerberatung, Trennungs- und Scheidungsberatung und Migrations- und Gesundheitsberatung zurückgegriffen werden.

 

Þ  Die Friedenskirche bietet keinen finanziellen Eigenanteil mehr an, da die bisher von der Kirche eingebrachten Eigenanteile nicht mehr bereitgestellt werden können. Als Beitrag zur Kostenminimierung wird eine enge Zusammenarbeit mit ihrer eigenen Kindertagesstätte in Aussicht gestellt. Dazu gehört die gemeinsame Ressourcennutzung wie z. B. gemeinsame Nutzung der EDV und selten benötigtem pädagogischen Material. Sonderöffnungszeiten könnten nur an einer Kindertagesstätte angeboten werden und Vertretungsregelungen einrichtungsüber-greifend erfolgen. Die Friedenskirche könnte mit dem Betrieb der neuen Kindertagesstätte einen Personalüberhang abbauen.

 

Þ  Die GG würde die Einrichtung als Außengruppe zur benachbarten Einrichtung in der Erich-Ollenhauer-Straße führen, d. h. Frühdienst nur an einem Standort anbieten. Besonderes Augenmerk wird auf die Sprachförderung und Elternarbeit insbesondere mit Eltern mit Migrationshintergrund gelegt. Eigene Aktionen am jährlich stattfindenden Stadtteilfest sind obligatorisch geworden. Projekte zur „gesunden Ernährung“ wurden durchgeführt. Eine Kooperation mit der BBS und RAN betraf die Gestaltung des Außengeländes.

 

 

In Wertung der vorliegenden Bewerbungsunterlagen und des Angebotsspektrums unter Berücksichtigung der Möglichkeit der kostengünstigen Gewährung einer Mittagsmahlzeit schlägt die Verwaltung vor, die Trägerschaft für die Kindertagesstätte Goerdeler Straße an die AWO zu vergeben.

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Trägerschaft Goerdeler Str Amtsblatt (333 KB) PDF-Dokument (191 KB)