Vorlage - 7446/14

Betreff: Brand in der ehemaligen Gießerei Heerte
Beantwortung der Anfage des BUND Salzgitter - Vorlage 7346/14
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:36-Fachdienst Umwelt   
Beratungsfolge:
Umwelt-,Planungs- und Bauausschuss Entscheidung
04.07.2006 
18. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Aufgrund der Aktualität der Ereignisse ist eine fristgerechte Anfrage nicht möglich gewesen. Dennoch bitte ich, auf Anregung des Vertreters des BUND Salzgitter um Beantwortung der nachfolgenden Fragen in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtplanung:

Während des Großbrandes am 12.06.2006 in der ehemaligen Gießerei bei Heerte verbrannten große Mengen, Abfälle. Wie dem Rundfunk zu entnehmen war, “sei die Bevölkerung nicht gefährdet gewesen. Vorsorglich sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben“. Messtrupps der Feuerwehr hätten mehrere Proben des Rauchgases genommen.

Da in den gelagerten Abfällen große Mengen an PVC und weitere Kunststoffe vermutet werden, diese bei Verbrennung zum Teil nicht bekannte, gefährliche Synergien eingehen, sind die Rauchgase nach unserer Auffassung problematisch gewesen.

 

Wir bitten deshalb um Beantwortung folgender Fragen:

1. Liegt für die Lagerung von Abfällen in der ehemaligen Gießerei Heerte eine Genehmigung vor?

2. Waren die Abfälle in der ehemaligen Gießerei ordnungsgemäß gelagert?

3. Wie hoch war die gelagerte Abfallmenge?

4. Um welche Art Abfälle handelte es sich?

5. Sind auch andere Vorräte (z.B. Dünger) in der ehemaligen Gießerei gelagert worden?

6. Liegt dafür eine Genehmigung vor?

7. Mit welchem Löschmittel wurde der Brand bekämpft?

8. Ist die Löschwasserversorgung ausreichend gewesen?

9. Welche Mengen von möglicherweise kontaminiertem Löschwasser sind entstanden und wohin wurden diese abgeleitet?

10. Welche weiteren Löschmittel wurden eingesetzt?

11. Bestand bei dem Einsatz Gefahr für Leib und Leben der eingesetzten Feuerwehrmänner?

12. Welche Ergebnisse (Inhalte) haben die Messungen des Rauchgases durch die Feuerwehr ergeben?

13. Ist mit Folgeschäden für Boden und Grundwasser zu rechnen?

Gleichzeitig möchten wir den an der Bekämpfung des Großbrandes beteiligten Feuerwehrmännern unseren Dank und Respekt für die geleisteten, gefährlichen Einsätze aussprechen und Dank dafür sagen, dass durch den engagierten Einsatz noch größere Schäden vermieden werden konnten.

 

 

Die Verwaltung antwortet nach erfolgter Beteiligung der für den betroffenen Betrieb zuständigen Überwachungsbehörde, dem Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, wie folgt:

 

Zu 1:    Eine Genehmigung für die Lagerung liegt zur Zeit nicht vor, ein Genehmigungsverfahren wird durchgeführt.

Zu 2:    Ein Teil der sich in der Halle befindlichen Abfälle war ordnungsgemäß gelagert, ein kleinerer Teil nicht.

Zu 3:    In der Halle lagerten vor dem Brand ca. 4500 t Abfall.

Zu 4:    Es handelt sich um gemischte Abfälle aus der mechanischen Behandlung von Gewerbeabfällen mit der AVV 191212.

Zu 5:    Nein

ZU 6:   Nein

Zu 7:    Der Brand wurde mit Wasser ohne Zusatzstoffe gelöscht.

Zu 8:    Die Löschwassermenge war nach Öffnung eines abgeschieberten Stranges ausreichend.

Zu 9:    Die Löschwassermenge betrug mehrere hundert Kubikmeter. Das Löschwasser wurde weitestgehend in das Abwassernetz der Salzgitter Flachstahl GmbH eingeleitet.

Zu 10. Es sind keine weiteren Löschmittel eingesetzt worden.

Zu 11: Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für Leib und Leben der eingesetzten Feuerwehrleute.

Zu12:  ES wurde an folgenden Stellen Rauchgasmessungen durchgeführt:
Einsatzstelle ehemalige Gießerei,
Nord-Süd Straße Höhe Asylbewerberheim,
Nord-Süd Straße Höhe Ferngas,
Hauptfeuerwache,
Peiner Straße Höhe Mega Company,
Peiner Straße Höhe Renolit,
Am Schölkegraben Höhe der Schulen,
Berliner Straße Höhe Trinkgut,
Ludwig Erhard Straße Höhe MiniMal,
Rathaus Lebenstedt,
In den Blumentriften Höhe Fielmann,
Salder, Höhe Grundschule.

An keiner der Stellen wurde akut gesundheitsgefährdende Konzentrationen von Schadstoffen gemessen.

Zu 13: Entsprechende Untersuchungen werden nach Abschluss der Räumungsarbeiten durchgeführt.

 

Der Ausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten.