Vorlage - 1643/15

Betreff: Einsatz von Erdgas / Autogas als Kraftstoff für Dienstfahrzeuge der Stadt Salzgitter
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:EB 70 - Städtischer Regiebetrieb SRB Salzgitter   
Beratungsfolge:
Betriebsausschuss SRB Information
16.10.2007 
6. Öffentliche / nichtöffentliche Sitzung des Werksausschusses SRB Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   

Sachverhalt

Mit Vorlage 1056/15 stellte die Gruppe LAS/Grüne den Antrag, der Rat der Stadt Salzgitter möge beschließen, der SRB wird aufge

Mit Vorlage 1056/15 stellte die Gruppe LAS/Grüne den Antrag, der Rat der Stadt Salzgitter möge beschließen, der SRB wird aufgefordert alle neuen Dienstfahrzeuge der Stadt Salzgitter so auszustatten, dass sie mit Erdgas oder Autogas betrieben werden können.

 

Abweichend von diesem Beschlussvorschlag wurde in der Sitzung des Werksausschusses vom 19.06.2007 die Verwaltung beauftragt zu prüfen, welche Dienstfahrzeuge der Stadt Salzgitter mit Erd- oder Autogas betrieben werden könnten und welche Auswirkungen auf die Betriebskosten sich daraus ergeben würden.

 

Der städtische Fuhrpark umfasst zur Zeit 146 zulassungspflichtige Fahrzeuge mit Dieselantrieb und 6 Fahrzeuge mit Benzinantrieb.

 

Für die Fahrzeuge mit  Benzinantrieb besteht die Möglichkeit der Umrüstung auf Autogas, bei zwei Fahrzeugen sind auch Umrüstungen auf Erdgas möglich.

 

Die Umrüstkosten liegen pro Fahrzeug zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro. Bei einer Umrüstung ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Durchschnittsalter dieser Fahrzeuge bereits ca. 6 Jahre beträgt.

 

Hinsichtlich der Neu- bzw. Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen, ist die Fuhrparkstruktur noch differenzierter zu betrachten.

So ist die Gasumrüstung bei den Fahrzeugen problematisch, die durch den Einbau der Gasbehälter in ihrer Nutzlast wesentlich eingeschränkt werden ( z.B. Müllfahrzeuge, LKW, Spezialgeräte bei denen Gewichtsbeschränkungen existieren usw. ).

 

In Fahrzeugen, die überwiegend der Beförderung der Mitarbeiter zum Einsatzort oder des Transportes von Arbeitsmaterialien dienen und PKW, ist eine Gasumrüstung bzw. Lieferung eines bereits ab Werk gefertigten Gasfahrzeuges, technisch, ohne Einschränkungen möglich.

 

Dies betrifft im städtischen Fuhrpark ca. 65 Fahrzeuge, bei denen der Mehrpreis gegenüber herkömmlichen Dieselantrieb zwischen 2.000 und 6.000 Euro schwankt   ( abhängig von Bivalent, Einbauform und Größe der Tanks etc. ).

Bei der Betrachtung der Betriebskosten für Erd- oder Autogasfahrzeuge wird zuerst der günstige Gaspreis betrachtet. Dieser liegt durchschnittlich 50% unter den Kosten für Benzin.

Der Mehrverbrauch bei Gasbetrieb liegt bei ca. 10 – 15 % bei gleichzeitig reduzierter Leistung von ca. 5% bei Autogasbetrieb und 15% bei Erdgasbetrieb.

 

Hinsichtlich der Amortisation einer Gasumrüstung wurde im März 2007 ein Kostenvergleich durch den ADAC durchgeführt.

 

Dabei ist davon auszugehen, dass sich in den hier betrachteten Fahrzeugklassen die Investitionen in die Gastechnik in ca. 61.000 Km bei Erdgasumrüstung und 48.000 km bei Autogasumrüstung amortisiert haben.

 

Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass immer mit Gasbetrieb gefahren wird. Dies ist allerdings technisch nicht möglich. Es werden immer Kurzstrecken ( zum Aufwärmen ) mit Benzin gefahren.

 

Zusätzlich ist zu betrachten, dass die durchschnittliche Kilometerleistung der für die Gasumrüstung in frage kommenden Fahrzeuge selten über 15.000 km pro Jahr liegt.

 

Erschwerend bei der Beurteilung Gasantrieb ist, dass von den ca. 60 Mio. in Deutschland zugelassenen PKW, mit Stand Juni 2007, nur ca. 60.000 Fahrzeuge mit Erdgas ausgerüstet waren.

 

Für eine gesicherte betriebswirtschaftliche Betrachtung und Einschätzung der Entwicklung der Betriebskosten fehlen in dem hier zur Umrüstung anstehenden Fahrzeugbereich verlässliche Daten über den zu erwartenden Gasverbrauch und etwaige Folgekosten.