Vorlage - 2213/15

Betreff: Projektvorlage: Weiterentwicklung des städtischen Museums Schloß Salder,
hier: Aus- und Umbau des alten Kornspeichers zum Kunstmuseum
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:EB 85 - Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Salzgitter Beteiligt:41 - Fachdienst Kultur
Beratungsfolge:
Ausschuss für Bildung und Kultur Beschlussvorbereitung
04.06.2008 
12. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Beschlussvorbereitung
12.06.2008 
13. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Werksausschusses Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
12.06.2008 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses geändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Rat der Stadt Salzgitter Entscheidung
25.06.2008 
19. nichtöffentliche/öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Salzgitter ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Im städtischen Museum Schloß Salder wird entsprechend der vorgestellten Konzeption (Museum zur Stadtgeschichte / Museum für Industrie, Technik, Arbeit und Mobilität -Mitam-) der Gebäudeteil Kornspeicher mit einem Gesamtkostenvolumen von 6.561.967,- € saniert und ausgebaut.

 

Der Eigenbetrieb Gebäudemanagement, Einkauf und Logistik beauftragt externe Architektur- und Ingenieurbüros mit den dafür erforderlichen Planungsleistungen gemäß HOAI. Die Kosten für die Planungsleistungen betragen ca. 920.000,- € und werden in den Wirtschaftsplänen 2009 ff des Eigenbetriebs berücksichtigt.

 

Das Vorhaben soll im Wesentlichen durch externe Zuschüsse finanziert werden. Die Stadt wird Eigenleistungen in Höhe von 15% des Gesamtkostenvolumens zur Verfügung stellen. Es errechnen sich somit bereitzustellende Eigenleistungen in Höhe von 984.295,- €. In den Eigenleistungen können die Kosten für Planer und Architekten berücksichtigt werden.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Mit Beschluss der Vorlage 1624/15 wurde das Architekturbüro Guder, Jung und Hämmerli mit der Entwurfsplanung und Kostenermittlung nach DIN 276 (erste Ebene) beauftragt.

Die Flächen- und Kostenermittlungen sind den vom Büro gjh erarbeiteten Planungsunterlagen entnommen und werden nachfolgender Kostenbetrachtung zu Grunde gelegt.

 

Kostenbetrachtung:

 

Projektbezogene Kosten:

 

Das Grundstück, auf dem sich das sanierungsbedürftige Gebäude des ehemaligen Kornspeichers befindet, umfasst eine Grundstücksfläche von 2.177 m². Das Grundstück des EB 85 hat einen Buchwert von 78.372,- €. Der Pachtzins für dies Grundstück beträgt 2.790,- € p. a. Der Buchwert (Restwert) des Gebäudes beträgt 168.605,- €.

 

Die für das Projekt erforderliche Gesamtfläche von 3.665 m² befindet sich zum Teil im Besitz des Eigenbetriebs 85 (Grundstücksfläche Kornspeicher) und mit 1.488 m² Grundstücksfläche zum Teil im Besitz der Kernverwaltung (FD 66, Gemeindestrasse, mehrere Teilgrundstücke). Die zusätzlich erforderliche Fläche für den Neubau soll dem EB 85 aus dem Anlagevermögen der Kernverwaltung zum Buchwert von 53.568,- € übertragen werden.

 

Der Neubau soll eine Fläche von 2.942 m² NGF / 3.266 m² BGF umfassen.

Die Herstellungskosten werden vom Büro gjh mit 6.561.967,- € incl. Nebenkosten und MWSt. beziffert.

 

Unter der Voraussetzung, dass die Herstellungskosten zu 85 % zweckgebunden durch Zuschüsse und Spenden finanziert werden, stehen den Abschreibungen auf die Herstellungskosten Erträge aus der Auflösung von Sonderposten gegenüber. Daraus folgt, dass für die Berechnung der Folgekosten faktisch Abschreibungen nur für die Eigenmittel einbezogen werden.

 

Die Abschreibung beträgt 82.025,- € p. a., die Erträge aus der Auflösung von Sonderposten betragen 71.326,- € p. a. Somit sind Kosten in Höhe von 10.699,- € p. a. zu berücksichtigen.

 

Da der FD 41 die Eigenmittel komplett durch Eigenleistungen sicherstellen wird, bleiben Kosten für die Kapitalzinsen unberücksichtigt.

 

Laufende nicht umlegbare Kosten: 

 

Über die Nutzungsdauer müssen Kosten für die laufende Instandhaltung berücksichtigt werden, die sich aus den jährlichen Sachkosten in Höhe von 1,2% der Herstellungskosten (incl. Planungs- und Architektenkosten, ohne Einrichtung) ergeben. Instandhaltungskosten stellen nach § 28 Abs. 1 der II. BV die Kosten dar, die zur Erhaltung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs aufgewendet werden müssen, um die durch Abnutzung, Alterung, Witterungseinwirkung entstehenden baulichen oder sonstigen Mängel ordnungsgemäß zu beseitigen. Das erforderliche Kostenbudget umfasst für dieses Projekt ab Betriebsübergabe daher 78.744,- €. Dabei werden in den ersten Nutzungsjahren natürlich geringe Instandhaltungskosten erforderlich sein. Üblicherweise verhält sich der Instandhaltungskostenverlauf über die Zeitdauer der Gebäudenutzung progressiv, so dass kassenwirksam in den ersten 15 Jahren unterdurchschnittliche Ausgaben erforderlich werden.

 

Die anteiligen Hausmeisterpersonalkosten für die Anteile der Tätigkeiten, die im Rahmen der laufenden Instandhaltung durchgeführt werden, werden direkt vom Fachdienst Kultur ohne diesbezügliche Budgeterhöhung übernommen.

 

Umlagefähige Betriebskosten:

 

Zu den umlagefähigen Betriebskosten gemäß § 27 der II BV gehören u. a. die Grundsteuer, Sach- und Haftpflichtversicherungen, Kosten für den Stromverbrauch, Wasserverbrauchs- und Entwässerungskosten, Betrieb der Heizungs- und Warmwasserversorgung, Straßenreinigung, Müllbeseitigung, Verwaltungskosten und Schornsteinfeger.

 

Durch den FD 41 werden die Pflege der Außenanlagen sichergestellt, die Kosten für die Glas-, Fassaden- und Unterhaltsreinigung sowie die Kosten für Hausmeisterdienste berücksichtigt.

 

Die benötigte Energie (für Heizung und Warmwasser) soll im bzw. am neuen Museum durch ein innovatives Energieerzeugungskonzept selbst hergestellt werden. Das Museum soll ein Nullenergiehaus werden, bei dem die benötigte Energie rechnerisch in der jährlichen Bilanz keine externe Energie (Elektrizität, Gas, Öl usw.) benötigt. Daher werden die herkömmlicherweise zu erwartenden Betriebskosten für Strom und Wärmeverbrauch nicht berücksichtigt.

 

Für die Fläche von 2.942 m² NGF sind dabei die projektbezogenen Betriebskosten ermittelt worden, so dass sich aus den Kostenpositionen Grundsteuer, Versicherungen, Wasserverbrauch, Abwasserkosten, Müllbeseitigung, und Verwaltungskosten ein Betrag von 1,04 € pro m² und Monat errechnet. Daher wird für die im neuen „Kunstmuseum Kornspeicher“ voraussichtlich anfallenden Betriebskosten eine Vorauszahlung in Höhe von 3.060,- € pro Monat erforderlich.

 

Personalkosten (Fachliche Folgekosten)

 

Der größte Teil der Arbeiten und damit der Kosten für den Bereich Bildende Kunst wird nur verlagert von der jetzigen Kunsthalle „Kuhstall“ in den wahrscheinlich 2011 fertig gestellten Kornspeicher. Einige Kosten werden dennoch steigen, was sich aus der vergrößerten Ausstellungsfläche, aus den dann möglicherweise vermehrten Aktivitäten, aus den Forderungen der Geldgeber ergibt. So fordert das Niedersächsische Wissenschaftsministerium die Schaffung einer zusätzlichen wissenschaftlichen Fachkraft (diese Forderung wurde uns gegenüber mehrfach vorgetragen und wird wahrscheinlich im Bewilligungsbescheid stehen). Folgende zusätzliche Kosten werden ab Beginn des Dienstbetriebes im Kornspeicher entstehen:

 

1.   Bewachungsaufwand durch eine Wach- und Schließgesellschaft    20.000,- €

2.   Fachkraft (1/2 TVöD 12)                                                                                    25.000,- €

                                                                                                Zusammen                 45.000,- €

 

 

Kostenzusammenstellung:

 

    1. Pachtzins für Grundstückswert                                              2.790,- € p. a.
    2. Abschreibung (Nettobelastung)                                           10.699,- € p. a.
    3. Kosten für die laufende Instandhaltung                               78.744,- € p. a.

(im Jahresdurchschnitt, erste Nutzungsjahre geringer, später progressiv ansteigend)

    1. Umlagefähige Betriebskosten                                             36.720,- € p. a.
    2. Personalkosten (fachliche Folgekosten)                            45.000,- € p. a.

 

                                                            Gesamtkosten                                 173.953,- € p. a.

 

 

 

Kulturhistorische sowie konzeptionelle Ausführungen zum Kunstmuseum Kornspeicher (KUKO)

 

Vorwort

 

Die Konzeption für die Neugestaltung des Städtischen Museums Schloß Salder, und der Aus- und Umbau des alten Kornspeichers zum Kunstmuseum ist ein Teil davon, wurde bereits im Jahre 2000 dem Fachausschuss vorgestellt, inzwischen überarbeitet und entsprechend den verschiedenen Erfordernissen fortgeschrieben. Danach wurde die Konzeption für die Umgestaltung des Kornspeichers zum Kunstmuseum mit den Fraktionen und mit dem Ortsrat Nord besprochen. Auch die Öffentlichkeit, vor allem in Salder, wurde über die Planungen informiert. So waren der Förderkreis Schloß Salder und alle anderen Salderschen Vereine und deren Mitglieder zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. In einer ähnlichen Zusammenkunft wurde am 24. April 2008 nochmals die Saldersche Öffentlichkeit über das Bauvorhaben informiert. In den Medien wurden die Planungen mehrfach einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Die Konzeption für den Aus- und Umbau des Kornspeichers wurde auch mit der Denkmalpflege bis auf Landesebene hinauf besprochen. Deren Forderungen und Anregungen wurden in die Planungen einbezogen und der denkmalgeschützte Kornspeicher baulich freigestellt, sodass nun die Fassade des Kornspeichers ohne Blickbehinderung gesehen werden kann.

 

Die notwendigen Neubauten wurden auf die gegenüberliegende Straßenseite gezogen. Erste Überlegungen für ein Verkehrs- und Parkplatzkonzept wurden mit den zuständigen städtischen Fachdiensten beraten.

 

1. Allgemeines

In Salzgitter gab es seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine rührige, beachtlich große Kunstszene. Der Kunstverein Salzgitter e.V., Künstlergruppen, wie die Salzgitter-Gruppe, die Laienburg/Spektrum, einzelne Maler organisierten und organisieren Ausstellungen, schafften und schaffen selbst Kunstwerke. Durch Schenkungen, Stiftungen u. a. war seit den 1950er Jahren im Museum Schloß Salder eine vollkommen unorganisch gewachsene Sammlung von Bildwerken zusammengekommen, vor allem von Künstlern aus der Stadt (z.B. Gustav Hagemann, dem bekannten „Maler des Nordens“, mit rund 6 000 Werken, Walter Junge u. a.). Mitte der 1970er Jahre beschloss der Rat der Stadt Salzgitter, Arbeiten zum Thema „Arbeitswelt - Arbeiten auf Papier“ zu sammeln. Als Ausstellungsmöglichkeiten standen das Atrium (Eingangshalle des Rathauses und das Tillyhaus mit der kleinen Galerie (60 m²) zur Verfügung. Ein Kunstmuseum oder eine Kunsthalle gab es für die immer umfangreicher werdenden Sammlungen nicht. Die räumliche Situation für Ausstellungen verbesserte sich erst, als im Schloß Salder 1989 mit dem Kuhstall eine größere Ausstellungshalle ausgebaut wurde.

 

Seit dessen Fertigstellung finden in der Galerie jährlich 5 - 6 Ausstellungen statt, die bedeutendste ist sicher der seit 1991 ins Leben gerufene „Salon Salder - Neues aus niedersächsischen Ateliers“. Doch beseitigte die Kunsthalle Kuhstall das Problem einer fachlich notwendigen Unterbringung der Abteilung Bildende Kunst nicht. Es fehlte und fehlt der Raum für eine Dauerpräsentation der „Sammlung  Arbeitswelt“, es fehlen Magazinflächen, Werkstätten, Arbeitsräume u. v. a. m. Der Kauf des unter Denkmalschutz stehenden Kornspeichers neben Schloß Salder und dessen Um- und Ausbau im Rahmen der vorgestellten Konzeption kann daher für die notwendige Entspannung und fachgerechte Präsentation der Werke aus der Sammlung Arbeitswelt und andere Ausstellungen sorgen.

 

2. Die „Sammlung Arbeitswelt“

 

Das Kulturamt sammelt im Auftrag des Rates der Stadt Salzgitter seit rund 30 Jahren moderne Kunst mit dem Thema „Arbeitswelt“. Als dieser Beschluss Mitte der 1970er Jahre gefasst wurde, hatte die Bevölkerung Salzgitters eine beeindruckende Aufbauleistung vollbracht. Als Großstadt mitten im Zweiten Weltkrieg gegründet, war das Schicksal Salzgitters nach 1945, dieses kommunalen Torsos, in jeder Hinsicht ungewiss. Dennoch haben die Bürger Salzgitters die zweite Chance, unter demokratischen Bedingungen eine Stadt zu bauen, voll genutzt. Der Stadttorso wurde in einem gewaltigen Kraftakt zu einer modernen, liebenswerten Großstadt auf- und ausgebaut. Mit der Fertigstellung des Rathauses in Salzgitter-Lebenstedt 1963 hatte man eine erste große Etappe beim Aufbau der neuen Stadt erreicht. Es gab nun genügend Wohnraum und die großen und kleinen Betriebe in Salzgitter boten den Menschen Arbeit. Doch es fehlte eine großstadtmäßige Infrastruktur vor allem im Bereich Kultur. Pläne für eine Stadthalle, Theater, Museen u. v. a. m. wurden entworfen, deren Realisierung allerdings - darüber war man sich klar - noch Jahrzehnte dauern würde. Bis dahin wollte man allerdings nicht warten, im Bereich der Bildenden Kunst sollte mit der Sammlung des oben genannten Themas begonnen werden. Die Wahl des Themas war als Referenz an die Aufbauleistung der Salzgitteraner gedacht. Die Bevölkerung fühlte sich vom Thema angesprochen, fanden doch die meisten Bürger Salzgitters einen ganz persönlichen Einstieg ins Thema. Eine vergleichbare Sammlung gab und gibt es in ganz Deutschland nicht.

 

Obwohl es schwierig war, rückwirkend eine Sammlung mit Werken des Themas mit wichtigen, herausragenden Namen aufzubauen, belegen die gesammelten Arbeiten, dass es Jahr für Jahr gelungen ist, eine halbwegs vollständige Übersicht zum Thema und zu den bedeutendsten Malern zusammenzutragen. Dabei werden allerdings Lücken bleiben, da das angestrebte Beste oftmals nicht mehr zu bezahlen oder generell nicht mehr zu erhalten ist (dies ist allerdings bei den Werken aktueller Künstler, deren Arbeiten in den Ateliers, in den Ausstellungen, im Handel und auf Auktionen kontinuierlich beobachtet und bei Eignung in die Sammlung aufgenommen werden, möglich).

 

Es bestehen folgende großzügig definierte Sammelgruppierungen:

 

• Portraits arbeitender Menschen,

• Motive am Arbeitsplatz,

• Werkzeuge und Spuren der Arbeit am

  Menschen,

• Arbeit in der Landwirtschaft, Industrie,

  Freizeitbetrieben,

• Arbeitsstätten,

• Freizeitverhalten (Kino, Barbesuche etc.),

• Arbeitslosigkeit und

• Krieg.

 

In der Sammlung finden wir die großen Namen der Kunstgeschichte der letzten 100 Jahre wie Otto Dix, Erich Heckel, Rudolf Schlichter, Max Liebermann, Gerd Arentz, Roy Lichtenstein, Georg Grosz, Fernan Léger, Eduard Barghaer, Allen Jones, Jime Dine, K.R.H. Sonderborgh, Jörg Immendorf, Oskar Kokoschka, Georg Baselitz, Tremezza von Brentano, Gerd Winner u. v. a. m. Teile der Sammlung wurden immer wieder in den letzten Jahren in Salzgitter und in anderen Städten (z.B. Partnerstädten) gezeigt. Eine EDV-mäßige Erfassung aller Arbeiten erfolgt Mittels des Systems Augias Museum (noch nicht abgeschlossen). Die Konzeption ist mit dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V. und dessen regionalen Gliederungen besprochen worden. Mit den entsprechenden Einrichtungen, hier vor allem mit der Hochschule für Bildende Künste (HBK), soll engstens kooperiert werden, zumal Braunschweig sich entschieden hat, kein eigenes Kunstmuseum für moderne Kunst einzurichten.

 

Das Kunstmuseum Kornspeicher kann und soll für junge Künstler den Raum geben, um hier ihre ersten künstlerischen Schritte zu gehen. Weiterhin soll das Kunstmuseum Kornspeicher den bereits mit Salon Salder in der Kunsthalle Kuhstall eingeschlagenen Weg fortsetzen, vor allem niedersächsisch-norddeutschen Künstlern eine Ausstellungsmöglichkeit zu bieten.

 

3. Raum- und Arbeitsanforderungen

 

Der Kornspeicher gehört historisch zum Schloß Salder. Erste Hinweise auf seinen Bau stammen aus dem Jahre 1710, im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde er immer wieder umgebaut, baulich ergänzt und verschieden genutzt. Der Kornspeicher ist für die Unterbringung eines Kunstmuseums hervorragend geeignet, liegt er doch unmittelbar neben Schloß Salder mit dem „Stadtmuseum“ und dem „Museum für Industrie, Technik, Arbeit und Mobilität“. Durch den räumlichen wird ausdrücklich auch der inhaltliche Zusammenhang zwischen der musealen Darstellung von Industrie, Technik und Arbeit und der künstlerischen Behandlung dieses Themas hergestellt.

 

Beide Museen bilden so eine Einheit, was später auch, nach deren Fertigstellung, in die Ausstellungsgestaltung und in die museums- und kunstpädagogische Arbeit einfließen soll. Folgende Anforderungen müssen durch ein modernes Kunstmuseum realisiert werden:

 

• Für Wechsel- und Dauerausstellungen müssen

  entsprechend große Räume vorhanden sein,

• die Sammlungen müssen magazinmäßig gut

  untergebracht werden,

• für die Vorbereitung von Ausstellungen werden

  Lager- und Vorbereitungsflächen benötigt,

• für die Mitarbeiter(innen) müssen 4-5

  Arbeitsräume mit Platz für eine Handbibliothek

  bereitstehen,

• in der Eingangshalle muss ein /Shop/

  Sitzmöglichkeit vorhanden sein,

• im Rahmen des Konzepts „Kunst für Bürger

  - Bürger für die Kunst“ sollen Atelierflächen für

  Gruppenarbeit angeboten werden,

• für die zu verpflichtenden Künstler (Maler,

  Fotografen u. a.) sollen zwei kleine Wohnungen

  im Kunstmuseum sein und

• weitere Funktionsflächen für Toiletten,

  Heizung, Waschräume, Küche, Restaurie-         

  rungsraum müssen da sein.

 

Die Räume dürfen eine Luftfeuchtigkeit von 45 - 60% haben. Die Fenster, vor allem die in den Ausstellungsräumen, müssen UV-strahlen-geschützt sein, ein behindertengerechter Zugang und Fahrstuhl allen den Zugang ins Kunstmuseum ermöglichen und eine Brand- und Diebstahlsicherungsanlage das Gebäude sichern. Sinnvoll wäre zudem ein besonders geschützter Tresorraum (für besonders wertvolle Werke). Einzelsicherung von einzelnen Bildern/Werken muss möglich sein. Die Ausstellungsflächen müssen variabel verschiebbar sein.

 

Das „Kunstmuseum Kornspeicher“ (KUKO) soll keineswegs eine reine Ausstellungs- und Sammeleinrichtung sein. Im Rahmen des Konzeptes „Bürger kommen zur Kunst - die Kunst kommt zum Bürger“ sollen Berührungsängste abgebaut werden, der Kunst das Elitäre genommen werden. Das KUKO soll offen sein für die bereits vorhandene große Szene an kunstbegeisterten Bürgern sowie für all diejenigen, die offen sind für Neues, die erste Schritte im Kunstbereich gehen wollen oder die „einfach nur mal reinschauen“. All das soll in Salzgitter möglich sein.

 

Um dies zu erreichen, wird das „KUKO“ ein kurz skizziertes kunstpädagogisches Programm anbieten:

 

• Die von der Stadt berufenen

  „Stadtkünstler“ (Maler, Grafiker, Foto-

  grafen u. a.) führen Kunst-Workshops

  durch;

• die Kunst-Workshops richten sich vor

  allem an Schulen (Kunstkurse) und

  Kindergärten (altersstufengerechte Ange-

  bote müssen entwickelt werden);

• die Kunst-Workshops sollen von allen

  Bürgern besucht werden können (es

  sind Malkurse, Bildhauerkurse geplant);

• die berufenen Künstler bieten offenes

  Arbeiten im Atelier an;

• die ganz Kleinen sollen als „Kunstmäuse“

  an die Kunst  herangeführt werden;

• Vorträge zu bestimmten Kunst-Themen

  werden regelmäßig durchgeführt;

• es werden „Kunst-Messen“ um und im

  „KUKO“ durchgeführt;

• es werden regelmäßig Führungen

  angeboten.

 

4. Raumprogramm

 

Die nachfolgenden Einzelflächen und Funktionszusammenhänge sind als grobe Richtlinie zu verstehen und werden entsprechend der sinnfälligen Möglichkeiten des Bestandes angepasst.

 

• Dauerausstellung ca. 600 m²,

• Wechselausstellung ca. 600 m²

  (von der Dauerausstellung räumlich

   abtrennbar),

• Atelierflächen 2 x ca. 100 m²

  mit 2 kleinen Wohneinheiten,

• Arbeitsräume 3 x ca. 15 – 20 m²,

• Handbibliothek ca. 15 m²

  (den Arbeitsräumen zugeordnet),

• Vorbereitungsraum ca. 30 – 50 m²

  (für die Ausstellungen, d.h. den Ausstellungs-

  räumen kurzwegig zugeordnet, gleichzeitig

  Anlieferungsbereich, d. h. mit Lkw anfahrbar),

 

• Magazin/Lagerflächen ca. 200 – 300 m²

  (ohne Tageslicht/klimatisiert, dem Vorberei-

  tungsraum und den Ausstellungsräumen

  zugeordnet),

• Eingangshalle mit Garderobe und WC´ s,

• Kleiner Verkaufsshop

  (Bücher, Plakate etc., der Eingangshalle

  zugeordnet),

• Technikräume

  (Heizung, Hausanschluss, Klima etc.).

 

5. Entwurfskonzept

 

 

Bestandsgebäude

 

Das Bestandsgebäude, der „Alte Kornspeicher“, bleibt in seiner großräumigen Außen- und Innenwirkung erhalten und wird unter Denkmalschutzgesichtspunkten saniert. Dies bedeutet für die Innenräume den Erhalt der aufwendigen Holzbaukonstruktion in seiner historischen Gesamtwirkung und den Erhalt der vorhandenen Großräume mit seinen offenen, optischen Beziehungen zwischen den einzelnen Etagen. Der nördliche Baukörper beinhaltet dementsprechend im Erdgeschoss die großräumige Wechselausstellung und im Westflügel die Magazinflächen ergänzt von Flächen der allgemeinen Lagerhaltung und der Ausstellungsvorbereitung. Die Dauerausstellung ist im Obergeschoss des Nordflügels organisiert und über offene Galeriezonen, Treppen und Aufzugsanlagen mit der Wechselausstellung raumübergreifend und transparent verbunden.

 

Der Westflügel beinhaltet im Obergeschoss eine Austellungsvor- und nachbereitungsfläche sowie zwei kleinere Wohneinheiten am Flügelende für die beiden Galerieeinheiten. Ergänzt wird das Obergeschoss wiederum durch Lagerflächen und einen Vorbereitungsraum für die Ausstellungen.

 

Das Dachgeschoss verbleibt weitestgehend als offener Luftraum. Die sich hier befindliche aufwendige und gestalterisch wertvolle Holzdachkonstruktion verbleibt als optischer Erlebnisraum der Dauerausstellung im Obergeschoss zugeordnet. Kleinere offene Emporen innerhalb dieses Dachraumes dienen der Dauerausstellung als sondergenutzte Kabinette.

 

Die vertikalen Erschließungselemente (Treppen/ behindertengerechte Aufzüge) werden innerhalb des mittleren Holzständerfeldes angeordnet und unterteilen dadurch die einzelnen Etagen in sinnvoll nutzbare Einzelbereiche.

 

Die Außenfassaden und die Dachflächen des Gebäudes erfahren eine sensible Sanierung entsprechend dem historischen Zustand, ergänzt durch Glas- und Stahlelemente in heutzeitiger Formensprache.

 

Der Gebäudewestflügel wird auf seiner Längsfassade durch einen sich optisch zurückhaltenden eingeschossigen Baukörper ergänzt mit geschlossener umlaufender Holzlamellenfassade und flächengleichen Oberlichtern. Dieser Baukörper beinhaltet die beiden Atelierflächen, die jeweils von außen separat erschlossen werden, aber auch eine interne Anbindung an die angrenzende Magazinfläche im Erdgeschoss erhalten.

 

 

6. Erweiterungsneubauten und Städtebau

 

Das Bestandsgebäude wird durch einen kleineren eingeschossigen  Eingangsbaukörper ergänzt, der sich in Form und Farbe deutlich von dem historischen Gebäude absetzt. Dieser Gebäudeanbau beinhaltet als Foyer und Infobereich die Vorzone zur angrenzenden Wechselausstellung. Über die sich anschließende Treppen- und behindertengerechte Aufzugsanlage wird das Untergeschoss erschlossen. Hier sind die Garderoben und WC-Bereiche angeordnet sowie die für das Gesamtgebäude erforderlichen Technikräume.

 

Analog zur vorbeschriebenen Außengestaltung des Eingangsbaukörpers ist auf der diagonal gegen­überliegenden Straßenseite der Erweiterungsbau

des geplanten Schlosscafés geplant. Dieser Gebäudeteil befindet sich bereits innerhalb des Schlosshofes.

 

 

 

Über eine signifikante Überpflasterung der Museumstraße in Verbindung  mit ergänzenden Leuchtstelen erfolgt eine städtebauliche Verklammerung zwischen dem Gebäude des Kornspeichers und dem Schlosshof. Die Schnittlinien der Pflasterflächen treffen sich im Bereich der vorhandenen Grüninsel südlich der Museumstraße, d. h. im Zugangs-/Zufahrtsbereich zum Schlosshof. An dieser städtebaulich prägnanten Stelle ist ein Neubaukörper geplant, der zentrale Funktionen für das „Gesamtmuseum Schloss Salder“ übernehmen soll und als übergeordnete Institution Anlauf- und In Informationsstation für laufende und geplante Ausstellungen innerhalb der Gesamtanlage darstellt.

 

Das Gebäude beinhaltet im Erdgeschoss einen zentralen Kassenbereich, eine Shopzone und einen allgemeinen Informationsbereich. Diese erdgeschossigen Nutzungen werden im Obergeschoss ergänzt durch Arbeitsräume sowie durch einen Besprechungs- und Bibliotheksbereich.

 

Die äußere baukörperliche Präsentation entspricht in Form und Farbe den geplanten Eingangsbaukörpern zum Kornspeicher und Schlosscafé, so dass auch über die baukörperliche und architektonische Wirkung eine übergreifende Verbindung hergestellt wird. Die Gebäudekörper sind in einfacher kubischer Formensprache geplant und setzen sich dadurch bewusst und zurückhaltend von den angrenzenden historischen  Baukörpern ab, ohne sich unterzuordnen. Es entsteht ein gewünschter Kontrast zwischen „Alt“ und „Neu“, zwischen einer historischen „Schwere“ und „Gediegenheit“ gegenüber einer „Leichtigkeit“ und „Transparenz“.

 

Die z. T. großflächig verglasten, flachgedeckten Neubaukörper sind geprägt durch eine umlaufende horizontale Lamellenstruktur. Die Glasflächen werden ergänzt durch massive Mauerwerksflächen als Speichermasse. Die beiden gelenkartig sich verschneidenden Baukörperriegel der „Museumszentrale“ übertragen ihre Zugänge durch ein auf Stahlstützen ruhendes Obergeschoss.

 

Historische und heutzeitige Baustrukturen gehen in diesem neu entwickelten Gesamtensemble eine spannungsvolle Synthese ein im Wechselspiel von massiven, geschlossenen Baukörpern und leichten, transparenten Gebäudestrukturen. Das Museum macht auf sich aufmerksam, setzt neue städtebauliche Akzente und beinhaltet eine anspruchsvolle Aufwertung für den Standort Salzgitter als Kulturstätte im überregionalen Bereich.

 

7. Bauabschnitte

 

Es besteht die Möglichkeit, die Gesamtbaumaßnahme in einzelnen Bauabschnitten zu realisieren. Insgesamt sind 3 sinnfällige Bauabschnitte denkbar, die bereits vom ersten Bauabschnitt an nutzbare Einzelbereiche entwickeln und deutliche Zeichen setzen.

 

Nachfolgende Bauabschnitte sind denkbar:

 

Bauabschnitt 1:

• Sanierung und Restaurierung der Dachflächen

  des Bestandsgebäudes. Instandsetzung des

  Dachstuhles, Neueindichtung/Neueindeckung

  der Dachfläche. Austausch der Dachrinnen,

  Verwahrungen und Fallrohre.

• Neuverlegung einer Regenwassergrundleitung

  zur Ableitung des Niederschlagswassers incl.

  Revisionsschacht und Anschluss an die

  städtische Kanalisation.

• Fassadensanierung/-restaurierung des Gesamt-

  gebäudes mit anteiligem Austausch der Fach-

  werk- und Mauerwerkskonstruktion. Einbau der

  erforderlichen Feuchtsperren, Sanierung/

  Ergänzung der vorhandenen Fundamente und

  Erstellung einer wärmegedämmten Innen-

  schale. Einbau der Fenster, Türen und Ober-

  lichter.

• Neubau des Eingangsbaukörpers am Be-

  standsgebäude incl. Unterkellerung.

• Anteilige Neuanlage der Außenanlagen zwischen dem Bestandsgebäude, dem

  Eingangsbaukörper und der Museumstraße.

 

Bauabschnitt 2:

• Neubau Museumszentrale auf der straßengegenüberliegenden Seite.

• Neubau/Atelieranbau.

• Fertiger, funktionsfähiger Anbau des Nordflügels incl. der Abschottung zum Westflügel

  durch eine Brandwand

• Überpflasterung der Museumstraße und anteilige Neugestaltung im Bereich des

  Eingangsbaukörpers.

 

Bauabschnitt 3:

• Fertiger, funktionsfähiger Anbau des Westflügels.

• Anteilige/fertige Neugestaltung der Außenanlagen.

• Ausstattung der Arbeits- und Museumsräume.

• Gesamtfertigstellung.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

 

Konto

0962100 / 2111100

Bezeichnung

Anlagen im Bau bebaute Grundstücke / Zugänge Sonderpost aus Zuwendungen vom Land

 

 

Aufwand

 

x

Investive Maßnahme

Investitionsnummer / Kostenträger:

4140 010 210 / 4140 010 990

Bezeichnung:

Investition Kornspeicher / Zuwendungen, Zuschüsse Kornspeicher

 

 

Kostenstelle:

41400001

Bezeichnung:

Team Museum

 

 

Aufwand / Auszahlung

im HH-Jahr

6.561.967,00 €

Folgekosten

 

 

 

Ertrag / Einzahlung 

im HH-Jahr

6.562.000,00 €

künftige Mehrerträge

 

 

 

 

Deckung

durch Ansatz 2008

6.562.000,00 €

 

durch HAR

 

Deckung bei üpl./apl.

durch Einsparungen bzw. Mehreinzahlungen bei

 

Konto

Bezeichnung

Betrag

 

 

 

               

 

Investitionsnr./ Kostenträger

Bezeichnung

Kostenstelle

 

 

 

 

 

 

Bemerkungen

 

 

 

Finanzierungsplan

 

 

Gesamtkosten                       Netto   5.514.258,--  

 

Gesamtkosten                       Brutto  6.561.967,02

 

 

 

Kultusministerium                              3.280.983,51

 

Eigenleistungen                                   730.983,51

 

Stiftungsmittel                                    2.150.000,--    

 

Unternehmen                            400.000,--    

 

Zusammen                                         6.561.967,02 €

 

 

 

Folgende Beträge sind bei den Stiftungen und anderen beantragt:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt                           500.000,-- €

Stiftung Nord/LB – Öffentliche                                             500.000,-- € (Zusage liegt vor)

Niedersächsische Sparkassenstiftung                               250.000,-- €

Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz              250.000,-- € (Zusage liegt vor)

Stiftung Niedersachsen                                                        250.000,-- €

Bundesumweltministerium                                                   400.000,-- €

Beantragte Stiftungsmittel                                                2.150.000,-- €

 

 

 

Anlagen: Fotos, Baupläne Kornspeicher

Anlagen: Fotos, Baupläne Kornspeicher

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Kornspeicher_Abbildungen (902 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Kornspeicher_Lageplan (791 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Kornspeicher_Praesentationsflaechen (566 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Kornspeicher_Ansichten (716 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Kornspeicher_Freianlagen (280 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich Kornspeicher_Grundrisse (571 KB)