Vorlage - 2468/15

Betreff: Sanierung der Cyanidkontamination im Raum SZ-Beddingen/SZ-Bleckenstedt/SZ-Engelnstedt
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:66 - Fachdienst Tiefbau und Verkehr   
Beratungsfolge:
Ortsrat der Ortschaft Nordost Beschlussvorbereitung
06.05.2008 
12. öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nordost-Sondersitzung abgelehnt   
Ortsrat der Ortschaft Ost Beschlussvorbereitung
08.05.2008 
10.öffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Ost- Sondersitzung abgelehnt   
Ortsrat der Ortschaft Nord Beschlussvorbereitung
07.05.2008 
16. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Nord ungeändert beschlossen   
Umwelt-,Planungs- und Bauausschuss Beschlussvorbereitung
14.05.2008 
16. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses an Verwaltung zurück verwiesen   
11.06.2008 
17. öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses an Verwaltung zurück verwiesen   
Finanzausschuss Beschlussvorbereitung
22.05.2008 
27. Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses Kenntnisnahme bzw.Beschlussvorbereitung   
Verwaltungsausschuss Beschlussvorbereitung
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Beschlussvorschlag:

 

Das Projekt „Sanierung der Cyanidkontamination im Raum SZ‑Beddingen/SZ‑Bleckenstedt/SZ‑Engelnstedt“ wird beschlossen.

Sachverhalt:

 

Sachverhalt:

 

Aus dem von der Unteren Bodenschutzbehörde am 24.06.2005 als verbindlich erklärten Plan zur Sanierung des von der Industriestraße Nord (K 39) ausgehenden Cyanidschadens im Raum SZBeddingen/SZBleckenstedt/SZEngelnstedt ergibt sich ein noch zu sanierender Bereich zwischen den so genannten „Beddinger Ohren“ und dem Brückenbauwerk der K 39 über die K 12 bei SZBleckenstedt sowie im Bereich der K 39/A 39 bei SZEngelnstedt mit einer Gesamtsanierungskostensumme von 7 Mio. €.

 

Südlich der Stadtteile SZ-Beddingen und SZ-Sauingen liegt ein sanierungsbedürftiger Grundwasserschaden durch Cyanide vor. Ursache der Cyanidbelastung ist ein in den Straßendämmen der Industriestraße Nord (K 39) und der K 16 eingebautes Schlackenmaterial, aus dem die Schadstoffe infolge der Durchsickerung mit Niederschlagswasser ausgelaugt werden.

 

Vom Schadenszentrum der Auffüllungen ausgehend breitet sich in nördliche Richtung eine großflächige Cyanidkontamination im oberflächennahen Grundwasserleiter aus, in der mehrere Kernfahnen mit hohen Konzentrationen nachgewiesen wurden.

 

Der vorliegende Sanierungsplan beinhaltet die Darstellung der erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Schadensquellen und bezieht sich auf den gesamten Bereich des Dammkörpers und der Auffüllungen, die aus Schlackenmaterial aufgebaut sind sowie auf die benachbarten Entwässerungssysteme. Sanierungsziel ist eine weitestgehende Unterbindung des Sickerwasseraustrags aus dem Dammkörper in das Grundwasser. Das technische Sanierungskonzept sieht hierzu eine vollständige Abdichtung aller mit den belasteten Schlacken aufgefüllten Bereiche vor. Für die Böschungsbereiche der Straßendämme soll die Abdichtung durch Kunststoffdichtungsbahnen unterhalb der Oberbodenschicht erfolgen.

 

Das hat allerdings zur Folge, dass dort künftig kein tiefwurzelnder Aufwuchs (Bäume, Büsche) mehr möglich ist. Die Fahrbahnbereiche sind ebenfalls so wiederherzustellen, dass kein Wasser durch den Fahrbahnoberbau in den darunter liegenden Dammkörper eindringen kann.

 

Diesem konventionellen Sicherungsverfahren, das einem Einschluss der cyanidbelasteten Materialien entspricht, wurde ein Verfahren mittels eines funnel-and-gate-Systems gegenübergestellt. Das funnel-and-gate-System zielt darauf ab, das belastete Wasser entlang einer Dichtungswand (funnel) parallel zu den kontaminierten Dämmen den so genannten Reinigungsreaktoren (gates) mit der Aufgabe der Abreinigung zuzuführen.

 

Die Machbarkeitsstudie zur Umsetzung des funnel-and-gate-Systems der Ingenieurgemeinschaft geo-log/iwb basiert im Wesentlichen auf den Ergebnissen von zwei im Vorfeld erbrachten wissenschaftlichen Gutachten

 

- Evaluierung eines Materials zur Abreinigung von Cyaniden aus dem belasteten Grundwasser (TU Kiel)

 

- Erstellung eines stationären Grundwasserströmungsmodells zur Abbildung der lokalen Grundwasserverhältnisse und des Schadstofftransportes (TU Tübingen)

 

sowie den Aufschlüssen aus den Standorterkundungen und Grundwassermessungen durch geo-log.

 

Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen, dass aus geologischer Sicht eine Umsetzung des funnel-and-gate-Systems in einem Teilbereich der zu sanierenden Dämme zwischen dem Zweigkanal und den schon sanierten „Beddinger Ohren“ umsetzbar wäre. Für den Bereich westlich des Zweigkanals ist die konventionelle Abdichtung besser geeignet.

 

Ein Kostenvergleich zwischen dem funnel-and-gate-System und der Abdichtung fällt deutlich zugunsten der Abdichtung aus, da für das funnel-and-gate-System die Folgekosten für den laufenden Betrieb um ein Vielfaches höher sind. Das Reinigungsmaterial in den gates ist ca. alle acht Jahre auszutauschen. Die Neubeschaffungskosten und die Entsorgungskosten für das ausgebaute, kontaminierte Material können nicht zuverlässig benannt werden, da weder die Beschaffungskosten für die erforderlichen Mengen noch die Deponiekosten über den nicht einzugrenzenden Reinigungszeitraum bis zum Abbau der Cyanidbelastung prognostiziert werden können.

 

Die Machbarkeitsstudie schließt mit der Empfehlung, die Sanierung, wie bereits bei den „Beddinger Ohren“ praktiziert, durch die konventionelle Abdichtung des Cyanidschadens durchzuführen. Für die Abdichtung spricht weiterhin die wegen vorhandener Genehmigungen deutlich zeitnähere Umsetzung der Sanierung.

 

Im Streckenverlauf der K 39 zwischen SZ-Engelnstedt und SZ-Bleckenstedt wurde am Engelnstedter Knoten (Straßenkeuzung A 39/K 39) im Verlauf der Südtangente (Abfahrt von der A 39 auf die K 39 in Richtung SZ-Beddingen) eine Cyanidkontamination im Oberflächenwasser sowie im Grundwasser am südlichen Dammfuß festgestellt. Zur Sanierung dieses Bereiches wird der Randgraben der Südtangente abgedichtet. Das so aufgefangene Wasser wird über eine Freigefälleleitung der Kanalisation in SZ-Engelnstedt zugeführt und in der Kläranlage Nord mitbehandelt.

 

Die geschätzten Gesamtkosten für die Cyanidsanierung werden in der folgenden Kostenübersicht dargestellt:

 

I.              Bisher sind für die Sanierungsarbeiten folgende Kosten entstanden:

 

Sanierungsplan und Grundwassermonitoring

372.213 €

Abdichtung der „Beddinger Ohren“

3.337.828 €

Machbarkeitsstudie Reaktive Wand

223.286 €

 

Engelnstedter Knoten:

 

Gefährdungsabschätzung

88.006 €

Übergangslösung mit Erdtanks und Oberflächenwasserentsorgung


     62.196 €

 

4.083.529 €

 

 

II.              Für die weitere Sanierung sind folgende Kosten geschätzt:

 

1. Beddinger Ohren bis K 12

6.175.000 €

2. Engelnstedter Knoten

   825.000 €

 

7.000.000 €

 

 

Im Übrigen wird es erforderlich, die Sanierungsmaßnahmen zwischen K 16 und K 12 zukünftig durch Weiterführung des Grundwassermonitorings zu überwachen, um den Erfolg des Gesamtsanierungsplanes zu dokumentieren.

 

Die hierfür erforderlichen Kosten werden zu einem späteren Zeitpunkt in den jährlichen Ergebnishaushalten zu veranschlagen sein.

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Konto

2851000

Bezeichnung

Rückstellung Sanierung von investiven Altlasten

 

 

Aufwand

 

x

Investive Maßnahme

Investitionsnummer / Kostenträger:

 

6600 11131

Bezeichnung:

SZ-Beddingen, Sanierung der K 39

 

(Cyanidbelastung)

Kostenstelle:

66006500

Bezeichnung:

Kreisstraßen

 

 

Aufwand / Auszahlung

im HH-Jahr 2008

im HH-Jahr 2009

HH-Jahre 2010 ff

300.000,00 €

1.700.000,00 €

5.000.000,00 €

Folgekosten

Nicht prognostizierbar (s. Seite 2)

 

 

Ertrag / Einzahlung 

im HH-Jahr

 

künftige Mehrerträge

 

 

 

 

Deckung

durch Ansatz 2008

durch Ansatz 2009

300.000,00 €

1.771.200,00 €

 

durch HAR

ca. 993.400,00 € *

Deckung bei üpl./apl.

durch Einsparungen bzw. Mehreinzahlungen bei

 

Konto

Bezeichnung

Betrag

 

 

 

               

 

Investitionsnr./ Kostenträger

Bezeichnung

Kostenstelle

 

 

 

 

 

 

Bemerkungen

* als Rückstellungen Sanierungen von Altlasten

 

 

Des Weiteren ist beabsichtigt, die Sanierung des Engelnstedter Knotens in den Jahren 2008/2009 mit 825.000,00 € aus Haushaltsausgaberesten zu finanzieren.

 

Diese Beschlussvorlage wird in den drei betroffenen Ortsräten unter Beteiligung des mit der bisherigen Abwicklung und der Erstellung der Machbarkeitsstudie beauftragten Ingenieurbüros vorgestellt. Ebenso wird das Ingenieurbüro auch in der Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses technische Erläuterungen geben.

 

 

Anlage:

Anlage:

Lageplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage (226 KB)